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Wind

as. bis spez. · 17 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Campe
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20 in 17 Wb.
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Wind Der

Bd. 5, Sp. 724a
Der Wind, — es, Mz. — e. 1) Die starke Bewegung der Luftmasse in einem beträchtlichen Raume, zum Unterschiede von Luft und Lüftchen, einer gelinden und geringern Bewegung eines klei= nen Theiles der Luftmasse und von Sturm, Windsbraut  einer sehr heftigen Bewegung der Luftmasse. Es wehet ein Wind. Es entsteht, erhebt sich ein Wind. Der Wind kömmt aus Abend, aus Morgen  Der Wind hat sich gelegt. Einen Wind machen, die Luft in eine starke Bewegung setzen. S. Abend=, West=, Morgen=, Ost=, Mittag=, Süd=, Mitternacht=, Nordwind, Wechselwind  Da der Wind bei den Seefahrern von der größten Wichtigkeit ist, so haben diese auch auf den Wind und seine Beschaffenheit vorzüglich geachtet; daher bei ihnen eine Menge Namen der verschiedenen Winde und eine Menge von Ausdrücken für die verschiedenen Bewegungen des Schiffs und für Verrichtungen beim Winde überhaupt und bei diesem oder jenem Winde. S. Hauptwind, Landwind, Seewind, Gegenwind, Stoßwind, Ruckwind, Fallwind, Wirbelwind  Ein schwerer Wind, ein stehender Wind, steifer Wind, scharfer Wind, halber Wind  S. Schwer, Stehen, Steif  Guten, günstigen Wind haben. Mit widrigem Winde segeln. Mit halbem Winde segeln, den Wind gerade von der Seite haben. Der Wind mallet, räumet, läuft und schmeißt um, springt um  S. Mallen, Räumen, Umlaufen  Der Wind ist wau, wenn er sich gar nicht spüren läßt, er ist flau, wenn er sich ein wenig spüren läßt. Der Wind kriecht aus und ein, d. h. er ist abwechslend, er verändert seine Richtung, und bekömmt sie wieder. Der Wind ist auf und nieder, d. h. es läßt sich kein Wind spüren, so daß die Flaggen und Wimpel niederhangen, als wenn ein senkrechter Wind sie in dieser Richtung hielte Von einem guten Winde einen schlechten machen, bei anhaltendem Sturme, der dem Laufe des Schiffes günstig ist, das Schiff umkehren und bei dem Winde drehen. Einem Schiffe den Wind abschneiden, in der Seesprache, ihn abkneifen (s. d.) oder abgewinnen, sich mit seinem Schiffe so legen, daß der Wind dadurch dem feindlichen Schiffe entzogen wird, wo denn auch der Pulverdampf nach demselben ziehet, und wo das feindliche Schiff zugleich den Nachtheil hat, daß es eine größere Fläche über dem Wasser darbietet und gefährlichen Grundschüssen ausgesetzt ist, auch seine Kanonen nicht so gut gebrauchen kann. An den Wind gehen, das Schiff gerade oder beinahe gegen den Wind richten, wofür man auch anluven sagt. Auf dem Winde oder in den Wind, soviel als gegen den Wind. Bei dem Winde liegen, mit dem Schiffe so liegen, daß der Strich, welchen man steuert, einen scharfen Winkel mit dem Windstriche macht. Ein Schiff liegt gut bei dem Winde, wenn es auf diesem Striche wenig oder gar nicht leewärts abtreibt. Bei dem Winde segeln oder halten, wenn man den Wind nicht mehr von der Seite, sondern schon in einer schiefen Richtung von vorn bekömmt. Dicht beim Winde segeln, beinahe gerade in oder gegen den Wind segeln. Das Schiff bei dem Winde schmeißen, es beidrehen. Durch den Wind Wenden, s. Wenden. I den Wind drehen, das Schiff gerade gegen den Wind drehen. Ober dem Winde, auf der Luvseite. Unter dem Winde, in Lee. Von dem Winde halten, oder abhalten, die Richtung des Schiffes so ändern, daß der Wind, welcher vorher auf das Vordertheil oder auf die Seite des Schiffes gerichtet war, nunmehr von hinten zu in die Segel fällt. Vor dem Winde segeln, so daß man den Wind gerade von hinten in die Segel bekömmt. Vor dem Winde wenden, das bei dem Winde segelnde Schiff erst so weit absallen lassen, bis es den Wind gerade von hinten bekömmt, und dann auf der andern Seite wieder anluven, damit das Schiff daselbst wieder bei dem Winde zu liegen komme. Dies geschieht, wenn man wegen Heftigkeit des Windes und Höhe der Wellen nicht durch den Wind wenden kann, und man sagt dafür auch halsen. Zwischen Wind und Wasser, in der Ebene des Wasserspiegels. S. Zwischen. Man bildet mit Wind mehrere uneigentliche Ausdrücke, meist nur im gemeinen Leben. Den Mantel nach dem Winde hängen, sich veränderlich nach Zeit und Umständen richten, keine feste Denk= und Handelweise beibehalten. I den Wind reden, etwas in den Wind sagen, es vergeblich reden oder sagen, ohne daß es Eindruck macht, von Folgen ist. Lang' in den Wind schien solches geweissagt — Voß. Etwas in den Wind schlagen, es nicht achten, gleichsam vom Winde mit fortführen lassen. I den Wind bauen, etwas Vergebliches unternehmen, sich vergebliche Hoffnung machen. 2) I weiterer und uneigentlicher Bedeutung gebraucht man Wind (1) von der Bewegung einer in den Eingeweiden eingeschlossenen Luft. Sich der Winde entladen. Von verhaltenen Winden geplagt werden. (2) Uneigentlich, Wind machen, Unwahrheiten erzählen, wo der Begriff, daß nichts Wirkliches dahinter sei, so wie man beim Winde nichts Körperliches siehet, zu Grunde liegt; zum Unterschiede von aufschneiden, das Wahre, welches einer Erzählung, Nachricht  zu Grunde liegt, auf eine lügenhafte Art übertreiben Es ist lauter Wind, was er erzählt. I dieser Bedeutung ohne Mehrzahl. (3) Wind bekommen, heimlich Nachricht bekommen, gleichsam Witterung mit dem Winde bekommen; auch ohne Mehrzahl. Er bekam bald davon Wind. Bei den Jägern heißt: das Wildbret hat den Jäger in den Wind bekommen, es hat ihn durch den Geruch gespürt, gewittert; und: der Hund hat etwas in Wind, er riecht, wittert etwas. (4) Ein Windhund, auch ≠ die Winde, Mz. — n, »Das treibt immer so laut, wie Winden, wenn sie dem Hasen nachjagen.« Wächter.
5433 Zeichen · 61 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 9.–12. Jh.
    Altsächsisch
    windst. M. (a)

    Köbler As. Wörterbuch

    wind , st. M. (a) nhd. Wind ne. wind (N.) ÜG.: lat. ventus H Vw.: s. *northôstrōni-, *northrōni, ôstrōni-*, -skūfla* Hw.…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Wind

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Der Wind , des -es, plur. die -e. 1. Die starke Bewegung eines beträchtlichen Theiles der Luft-Masse. Der Grad der Stärk…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Wind

    Goethe-Wörterbuch

    Wind [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Wind

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Wind , Bewegung der Luftschichten, durch die Störung des Gleichgewichtes verursacht, die in der Regel durch Veränderung …

  5. modern
    Dialekt
    Wind

    Elsässisches Wb. · +6 Parallelbelege

    Wind [Wì S.; Wìnt u. Went O. Bf. Str. Z. Betschd. ; Wįt M. ; Wéint Hindish. ; Wént K. Dunzenh. ; Wint Mittelhsn. Gimbr…

  6. Sprichwörter
    Wind

    Wander (Sprichwörter)

    Wind 1. Ander Wind, ander Wetter. 2. As de wind weiet, so rûsken de böme. – Lübben. 3. Auch der beste Wind kann's nicht …

  7. Spezial
    Wind

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Wind m. (-[e]s,-e) 1 vënt (vënc) m. 2 (Luftzug) aria (aries) f. , aier m. 3 ‹pop› (Blähung) vënc m.pl. , mené dl vënter …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit wind

1.894 Bildungen · 1.681 Erstglied · 196 Zweitglied · 17 Ableitungen

wind‑ als Erstglied (30 von 1.681)

Wind I

Idiotikon

Wind I Band 16, Spalte 500 Wind I 16,500

Wind II

Idiotikon

Wind II Band 16, Spalte 532 Wind II 16,532

Wind III

Idiotikon

Wind III Band 16, Spalte 533 Wind III 16,533

Windbalg

SHW

Wind-balg Band 6, Spalte 563-564

Windbauch

SHW

Wind-bauch Band 6, Spalte 563-564

Windbaum

SHW

Wind-baum Band 6, Spalte 563-564

Windberg

SHW

Wind-berg Band 6, Spalte 563-564

Windberge

SHW

Wind-berge Band 6, Spalte 563-564

Windbeutel

SHW

Wind-beutel Band 6, Spalte 565-566

Windbord

SHW

Wind-bord Band 6, Spalte 565-566

Windborden

SHW

Wind-borden Band 6, Spalte 565-566

Windbraut

SHW

Wind-braut Band 6, Spalte 565-566

Windbrett

SHW

Wind-brett Band 6, Spalte 565-566

Windbruch

SHW

Wind-bruch Band 6, Spalte 565-566

Windbug

SHW

Wind-bug Band 6, Spalte 565-566

Winddach

SHW

Wind-dach Band 6, Spalte 565-566

Winddiel

SHW

Wind-diel Band 6, Spalte 565-566

Winddorre

SHW

Wind-dorre Band 6, Spalte 565-566

Winddruck

SHW

Wind-druck Band 6, Spalte 565-566

winddürr

SHW

wind-dürr Band 6, Spalte 565-566

Winddürre

SHW

Wind-dürre Band 6, Spalte 565-566

Windei

SHW

Wind-ei Band 6, Spalte 567-568

wind als Zweitglied (30 von 196)

northrōniwind

KöblerAs

*northrōni·wind

*northrōniwind , st. M. (a) nhd. Nordwind ne. northwind (N.) Hw.: vgl. ahd. nordrōnowint*? (st. M. i); anfrk. northrōnowind E.: s. north*, w…

northôstrōniwind

KöblerAs

*northôstrōniwind , st. M. (a) Hw.: vgl. ahd. nordōstrōnowint* (st. M. i); anfrk. northōstrōnowind E.: s. north*, ōstrōni*, wind* Son.: nach…

norþanwind

KöblerAe

*norþanwind , st. M. (a) nhd. Nordwind Vw.: s. riht- E.: s. norþan, wind (1) L.: Hall/Meritt 282b, Lehnert 172a

swind?

KöblerAhd

*swind? , Adj. nhd. stark, kräftig, rasch ne. strong (Adj.), rapid (Adj.) Hw.: vgl. anfrk. *swīth?, as. *swīth Q.: ON, PN E.: germ. *swenþa-…

Fahrtwind

RDWB1

Fahrtwind m (Lakune) ветер в лицо или в лобовое стекло машины (ветер, возникающий при езде)

Gegenwind

RDWB1

Gegenwind m ~ von etw. kriegen idiom. - пронюхать перен. , разг. , почуять перен. , разг. , уловить в воздухе идиом.

abendwind

DWB

abend·wind

abendwind , m. nnl. avondwind, westwind oder auch ein sich abends hebender wind: die kühlen abendwinde schaden; blumen öfnen ihre brust laue…

Abtschwind

Wander

abt·schwind

Abtschwind In Abtschwind und Geiselwind viel Huren und Hexen sind. – Pistor., II, 4. Zwei Oerter in Franken am Steigerwalde. Das Sprichwort …

Allersēleⁿwind

Idiotikon

Allersēleⁿwind Band 16, Spalte 523 Allersēleⁿwind 16,523

Alpwind

Idiotikon

alp·wind

Alpwind Band 16, Spalte 514 Alpwind 16,514

Arbīswind

Idiotikon

Arbīswind Band 16, Spalte 522 Arbīswind 16,522

Aviȫnliwind

Idiotikon

Aviȫnliwind Band 16, Spalte 514 Aviȫnliwind 16,514

Bire(n)wind

Idiotikon

Bire(n)wind Band 16, Spalte 519 Bire(n)wind 16,519

Biswind

Wander

bis·wind

Biswind 1. Der Biswind 1 im Brachmonat windet Korn ins Land. ( Luzern. ) 1 ) Nordwind, genauer Nordostwind, von Bys, Bise, allem. Bisa, ital…

breitwind

DWB

breit·wind

breitwind , m. wind, der die segel füllt: mit breitwinde segeln.

Bërgwind

Idiotikon

Bërgwind Band 16, Spalte 519 Bërgwind 16,519

Bërnwind

Idiotikon

Bërnwind Band 16, Spalte 520 Bërnwind 16,520

Bīswind

Idiotikon

Bīswind Band 16, Spalte 520 Bīswind 16,520

Chirsiwind

Idiotikon

Chirsiwind Band 16, Spalte 518 Chirsiwind 16,518

Chūtiwind

Idiotikon

Chūtiwind Band 16, Spalte 518 Chūtiwind 16,518

Deterfeter (Blähung, Wind)

Wander

Deterfeter (Blähung, Wind) Deterfeter (Blähung, Wind). En Deterfeter gan laten. – Eichwald, 307.

Drëckwind

Idiotikon

Drëckwind Band 16, Spalte 526 Drëckwind 16,526

Dur(ch)wind

Idiotikon

Dur(ch)wind Band 16, Spalte 526 Dur(ch)wind 16,526

Entwërchenswind

Idiotikon

Entwërchenswind Band 16, Spalte 527 Entwërchenswind 16,527

fahrwind

DWB

fahr·wind

fahrwind , m. ventus secundus, οὖρος , bei den Griechen meistens von Zeus, bei unsern vorfahren von Wuotan erregt, daher Wunschwind ( mythol…

Ableitungen von wind (17 von 17)

bewinde

BMZ

bewinde stv. bewinde, umwickele. 1. eigentlich. a. als daʒ würmel ( der seidenwurm ) sich bewindet H. zeitschr. 8,280. — mit beiden orten vo…

bewinden

DWB

bewinden , involvere, umwinden, bewickeln: daʒ die milich glîte ûf ein biuteltuoch, dar in bewint sie. von guter speise 10; so wint daʒ blat…

entwinde

BMZ

entwinde stv. entwinde, winde los. wænest dich entwinden mir Walth. 60,1. der burdin er sich dô intwant entledigte Jerosch. 39. d.

entwinden

DWB

entwinden , nnl. ontwinden, entzwingen. 1 1) extorquere, aus der hand winden: wiszt, Eckhof war es, der dem tiefen Britten, dem leichten Gal…

erwinde

BMZ

erwinde swv. I. wende mich zurück, ab, gehe nur bis auf einen gewissen punkt. 1. von dingen. a. von den siechen mûste erwinden alle ir pînlî…

erwinden

DWB

erwinden , ein früher sehr geläufiges wort, dessen entfaltung der von erwerben ähnelt. nemlich das einfache goth. vindan, ahd. wintan, ags. …

gewind

DWB

gewind , gewinde I , zu wind, ventus gehörig, bildungen, von denen die eine als verstärkte form, die andere als collectivbildung angesproche…

gewinde

DWB

gewinde , gewind II , n. , verbalsubstantiv zu winden ( torquere, volvere ) mit einer reihe von gebrauchsformen, die sich bald mittelbar, ba…

gewinden

DWB

gewinden I , verstärktes winden zu wind ( ventus ) s. d.; es was auch so kalt und gewindet so vil, dasz in etwa vil tagen niemant gewandlen …

unwind

DWB

unwind , m. : wind mit un IV B kein richtiger wind, nimia ventorum segnities Stieler 2464 ; vgl. unwindig windstill: schön jagdwetter heut. …

verwinde

BMZ

verwinde swv. 1. winde, mache zu, bedecke; wickele ein. gân wir fur einen foulen hunt. wir verwinten die nase ioch den munt Karaj. 31,6. dâ …

verwinden

DWB

verwinden , schw. v. , zu wind, witterung ( s. teil 14, 2, 249): verwinden, vom wilde, wenn es irgend eine sache riecht, durch den geruch wa…

verwindlich

DWB

verwindlich , adj. , tolerabilis Stieler stammb. 2545 ; reparabilis Steinbach 2, 1046 ; pommerisch verwindlik, heilbar Dähnert 529 . —

verwindung

DWB

verwindung , f. , zum st. verb. verwinden. 1 1) überwindung: Diefenbach 618 b ; verwindung, victoire Hulsius-Ravellus (1616) 361 ; Rädlein (…

winde

DWB

winde , st. f., nur im sing., rothwelsch für ' thür, thor, stadtthor ' Kluge rotwelsch 1, 232. 315. 332 ; ' haus ' 415; daher die winde best…

zerwinden

DWB

zerwinden , verb. , verdrehen, durch winden entstellen, zerbrechen: ein grosze brücken ... gar zerdrehet und zerwunden als eine weide theatr…