Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Sund m.
Sund m.
Sund m. ‘Meerenge’, ein Wort der küstenanwohnenden Germanen, das im 16. Jh. aus dem Nd. in die Literatursprache aufgenommen wird; mnd. sunt ‘Meerenge (der Ostsee)’, aengl. sund ‘das Schwimmen, Meer, Wasser’, engl. sound ‘Meerenge’, anord. sund ‘Schwimmen, Meerenge, Meer’, schwed. sund ‘Meerenge’. Man stellt germ. *s(w)um(m)da- als Ablautbildung zu dem unter schwimmen (s. d.) genannten Verb mit lautgesetzlichem Ausfall von w vor dunklem Vokal. Dagegen möchte Anord. 561 im Hinblick auf die Bedeutung ‘enger Zugang, Zwischenraum’ an anord. sundr ‘gesondert, auseinander’ (s. sonder) anknüpfen und deutet anord. sund etwa als ‘Stelle, wo ein Zusammenhang getrennt, unterbrochen ist’. Eine angenommene Verwandtschaft mit Schwund (s. d.) ist dagegen wenig wahrscheinlich.