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Stören

mhd. bis spez. · 15 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
19 in 15 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Stören

Bd. 4, Sp. 407
Stören, verb. regul. welches in doppelter Gestalt üblich ist. I. Als ein Neutrum mit dem Hülfswort haben, wo es, 1. Eigentlich eine Onomatopöie ist, eine gewisse dem Laute dieses Zeitwortes angemesene Art des Geräusches zu bezeichnen. In dieser Bedeutung ist es zwar längst veraltet, allein es finden sich doch noch häufige Spuren davon. Bey dem Ulphilas ist staurran, murren, brummen, welches ein Intensivum davon ist. Frisch führet verschiedene Stellen aus ältern Schriften an, woraus erhellet, daß Storing, Storling, Storin, Lärmen, heftiges Geräusch bedeutet habe. Dahin gehöret auch unser Sturm, und ohne Zischlaut turnieren, Lärmen machen, das alte Thor, der Donner und andere mehr. 2. In weiterer Bedeutung wurde es nachmals gebraucht, verschiedene Handlungen zu bezeichnen, welche mit diesem oder doch einem ähnlichen Laute verbunden sind. Daher das griechische σορειν, zu Boden werfen, welches noch in unserm zerstören, und in den Intensivis sternere und stürzen zum Grunde liegt. Ehedem wurde storen auch für treiben gebraucht; die Winde storen die Wolken zusammen, bey dem Frisch. Daß es vor Zeiten auch für gehen, wandern gebraucht worden, erhellet auch aus dem noch Oberdeutschen Intensivo sterzen, störzen, im Lande herum wandern, daher ein Landstreicher daselbst ein Landstörzer heißt, S. Sterze und Sterzen. 3. Jetzt gebrauchen wir es in dieser Form nur noch in der Bedeutung, auf ungebührliche oder unordentliche Art in etwas herum fahren. Alles herum stören, unordentlich herum werfen, um etwas darin zu suchen. Unter den Büchern herum stören. In alten Schriften stören, verächtlich für suchen. In ein Wespennest stören. Genug, wer Wespen stört, kriegt Beulen ins Gesicht, Can. wo es auf eine ungewöhnlichere Art active gebraucht wird. In der Nase, in den Zähnen stören. Intensiva und Frequentativa davon sind in dieser Bedeutung die in den gemeinen Sprecharten üblichen stirlen, störlen, sturlen, storgen u. s. f. So auch Aufstören,[] Ausstören u. s. f. 4. Hierher gehöret auch die bey den Handwerkern übliche Bedeutung, wo stören so viel ist, als in dasselbe pfuschen, ein Pfuscher seyn, nicht in der folgenden Bedeutung, als wenn es eigentlich hieße, die guten Ordnungen des Handwerkes, dessen Vorrechte stören, sondern ohne Zweifel von stören, so fern es ehedem auch herum gehen, wanden bedeutete, und das Stammwort von dem schon gedachten sterzen ist. Daß diese Ableitung die wahrscheinlichste ist, erhellet aus dem bey dem Pictorius befindlichen Hauptworte Stör, welches er durch die Arbeit eines Handwerkers außer dem Hause erkläret; auf die Stör gehen, außer dem Hause arbeiten, eigentlich auf die Wanderschaft gehen. Weil die Pfuscher gemeiniglich im Lande herum wankern, oder doch außer ihrem Hause arbeiten, so hat daher das Zeitwort stören die Bedeutung des Pfuschens bekommen. Daher der Störer, im Oberd. Störger, ein Pfuscher, in der Schweiz Schübler; die Störerey, in den gemeinen Sprecharten die Pfuscherey. II. Als ein Activum. 1. Die Fortdauer einer Sache auf eine unerlaubte, oder doch unangenehme Art unterbrechen; eine Figur der vorigen Bedeutung. Den Frieden, die öffentliche Ruhe stören. Das gute Vernehmen einer Familie stören. Stören sie meine Freude nicht. Kein Hauch störte die Heiterkeit der Lust. Ich sann dem Zweifel nach, der meine Ruhe stört, Gell. Jemanden stören, ihn auf eine unangenehme Art in einer Handlung unterbrechen. Lassen sie sich nicht stören. Hier stört mich alles. Das Geräusch störte mich im Nachdenken. Jemanden in der Arbeit, in der Ruhe, in dem Schlafe, im Studieren, in der Andacht stören. 2 * Vernichten, den Zusammenhang aller Theile eines Dinges gewaltsam unterbrechen, in welcher Bedeutung es veraltet ist, seitdem das zusammen gesetzte zerstören dafür üblicher geworden. Indessen gebraucht Notker noch storen für zerstören. Daher das Stören, und in der thätigen Bedeutung auch wohl die Störung. Anm. Bey dem Notker sturan und storen, im Angels. styran, für rühren, bewegen, im Engl. stirr, im Ißländ. sturla, im Schwed. förstöra, im Lat. ohne Zischlaut, turbare, alle in der ersten thätigen Bedeutung. Im Engl. ist stir anreizen, anstören.
4122 Zeichen · 63 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    stœrenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +3 Parallelbelege

    stœren swv. BMZ md. stôren ; prät. stôrte: auseinanderstreuen, zerstreuen. absol. Barl. Diem. arzb., tr. den hort st. Ba…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    stö̂renswv.

    Mittelniederdeutsches Wb.

    stö̂ren , swv. , c. A. r. hindern, verhindern, unterbinden; unterbrechen, stören; zerstören , vernichten, dat lant s.; c…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Stören

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Stören , verb. regul. welches in doppelter Gestalt üblich ist. I. Als ein Neutrum mit dem Hülfswort haben, wo es, 1. Eig…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    stören

    Goethe-Wörterbuch

    stören [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Stören

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Stören , verdampfende Salzlösungen umrühren, um die Bildung großer Kristalle zu verhindern. Die beim S. entstehenden kle…

  6. modern
    Dialekt
    stören

    Elsässisches Wb. · +2 Parallelbelege

    störe n [térə Mü. Obhergh. Su. Co. Dü. K. Z. ; têrə Str. Wh. ] 1. zanken. S i e hon mitnander g e stört Wh. 2. refl. ‘…

  7. Sprichwörter
    Stören

    Wander (Sprichwörter)

    Stören 1. Nach dem Stören brennen die Kohlen heller. 2. Störe keine Wespen und Hornissen.

  8. Spezial
    stören

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    stö|ren I vb.tr. 1 (aus der Ruhe herausreißen) desturbé (destürba) 2 (ablenken) desturbé (destürba), desconzentré (-rëia…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit stoeren

21 Bildungen · 5 Erstglied · 10 Zweitglied · 6 Ableitungen

Zerlegung von stoeren 2 Komponenten

sto+eren

stoeren setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

stoeren‑ als Erstglied (5 von 5)

störenfeind

DWB

stoeren·feind

störenfeind , m. , eigentlich ' wehr dem feind ' u. ä., doch im folgenden eine miszverstandene umformung des folgenden: werden sie darüber u…

störenfried

DWB

stoeren·fried

störenfried , m. , ' der friedensstörer, unruhstifter ' u. s. w., imperat. bildung ( zu 1 stören, verb. 2, a, α ), in der form störfriede be…

störenfriedisch

DWB

stoerenfried·isch

störenfriedisch , adj. zum vorigen: hat nicht Luther ... ein grewlichs störnfridisch schelmstuck begangen Nas antipap. eins und hundert 5, 3…

störente

DWB

stoer·ente

störente , f. , die grosze wildente ' anas boschas fera ' zu oben : 1 stören, verb. 1 ' stochern, wühlen ', weil sie im schlamme mit dem sch…

stoeren als Zweitglied (10 von 10)

anstören

DWB

anst·oeren

anstören , excitare, irritare: feuer anstören, anlegen, ein wespennest anstören; ein pferd anstören, anspornen. Stieler 2173 . heute wenig i…

aufstören

DWB

auf·stoeren

aufstören , irritare, excitare, turbare: ein wespennest aufstören; aus dem schlaf oder traum aufstören; aufgestört durch eigene stimm und de…

ausstören

DWB

aus·stoeren

ausstören , perturbare, investigare: alles ausstören; alle ecken der welt ausstören. Petr. 57 b .

durchstören

DWB

durch·stoeren

durchstören , durchsuchen, durchforschen, gewöhnlich schnell, unruhig, unordentlich, neugierig, wie durchstöbern, durchstochern 2, meist unt…

erstören

DWB

erst·oeren

erstören , 1 1) turbare, destruere, demoliri, concutere, evertere. ahd. arstôrran, irstôran ( Graff 6, 708 ). mhd. erstœren: dër walt und di…

ōverstö̂ren

MNWB

overst·oeren

° ōverstö̂ren , swv. : c. A. r. etw. zerstören, verwüsten , hê ō.-ede und verbrande alle der lant dê mit dēme sȫne wêren (Sächs. Wchr. 185).

Upstören

Wander

Upstören He isset won upgestüret wett, als de Katte up den Senp. – Facet., 414.

verstören

DWB

verst·oeren

verstören , verb. in älterer zeit gehen zwei formen neben einander her ( vgl. Schmeller 2, 779 f. ): mhd. verstœren, verstôren neben verstür…

vorstören

DWB

vorst·oeren

vorstören , verb. : vor-, für- et herfürstören, in lucem protrahere, educere, obtuta eruere Stieler 2173 ; allerlei alte sachen unter dem sc…

zerstören

DWB

zers·toeren

zerstören , verb. , ahd. zistôrran, mhd. zerstœren, mnd. tostren, mnld. testoren, woneben ein ablautender stamm mit * -ü-, -ö- ' auseinande…

Ableitungen von stoeren (6 von 6)

bestœren

Lexer

be-stœren swv. BMZ zerstören Eracl.

entstören

Pfeifer_etym

stören Vb. ‘den ruhigen Fortgang hindern, belästigen, nicht in einen Zusammenhang hineinpassen’. Ahd. stōren ‘zerstören’ (9. Jh., irstōren, …

erstören

DWB

erstören , 1 1) turbare, destruere, demoliri, concutere, evertere. ahd. arstôrran, irstôran ( Graff 6, 708 ). mhd. erstœren: dër walt und di…

verstören

DWB

verstören , verb. in älterer zeit gehen zwei formen neben einander her ( vgl. Schmeller 2, 779 f. ): mhd. verstœren, verstôren neben verstür…

zerstören

DWB

zerstören , verb. , ahd. zistôrran, mhd. zerstœren, mnd. tostren, mnld. testoren, woneben ein ablautender stamm mit * -ü-, -ö- ' auseinande…