Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
spicken
spicken
spicken Vb. ‘mageres Fleisch mit Speckstreifen durchziehen’. Frühnhd. spicken (15. Jh.), mnd. specken, spicken, nd. spicken, nl. spekken sind von den unter Speck (s. d.) behandelten Substantiven abgeleitet. Die anfängliche Verwendung ‘mit etw. anfüllen’, auch ‘fett machen, mästen’ (15. Jh.) wird bald erweitert, z. B. ‘Reden, Schriftstücke mit Zitaten anfüllen’ (16. Jh.), ein gespickter (‘gefüllter’) (Geld)beutel (um 1700), ‘jmdn. bestechen’ (17. Jh.), nd. sik spicken ‘sich bereichern’ (um 1800). Daraus (wenn nicht entlehnt aus lat. specere, spicere ‘sehen’, cōnspicere ‘hin-, anschauen’ oder als Intensivbildung zu spähen, s. d., aufzufassen, wie zücken zu ziehen) entwickelt sich schülersprachliches spicken ‘abgucken, abschreiben’ (Anfang 18. Jh.), vgl. nachspicken (2. Hälfte 17. Jh.), abspicken (Ende 17. Jh.), Spicker ‘Abschreiber’ (Anfang 17. Jh.), Spickzettel ‘Zettel, von dem heimlich abgeschrieben wird’ (19. Jh.). – Spicknadel f. ‘Nadel, mit der Speckstreifen durch Fleisch gezogen werden’ (16. Jh.).