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verspicken

nhd. bis Dial. · 3 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

verspicken verb.

Bd. 25, Sp. 1407
verspicken, verb. zwei verschiedene worte sind zu unterscheiden. II. zu speck gehörig: I@11) mit speck durchziehen, unterspicken; Campe verzeichnet 'überall bespicken' als niedrig und landschaftlich. den braten spicken ist allerdings üblicher zu sagen als verspicken; auch unterspicken wird in derselben bedeutung gebraucht. entsprechende wendungen der technischen sprache sind: die suppe mit salz versetzen, den wein verschneiden oder verstechen mit einer anderen sorte, ein huhn versaucen und spicken (Mörike 3, 233 Hesse). über derartige bildungen, denen vermuthlich das goth. präfix fair- zugrunde liegt, und ihre berührung mit unter-compositis vgl. Leopold germ. abh. 27, 163 f., 169, 171 und progr. (Breslau 1910) 13. I@22) durch spicken verbrauchen Campe; zum spicken verwenden: die sau musz ich mit eicheln mästen, mit meinem schweisz den amts-hauptmann. ha! schade, dasz ich meinen gästen sein fett nicht auch verspicken kann Pfeffel poet. versuche 1, 167 (seufzer eines dorfwirths). IIII. in den übrigen fällen scheint es mit schweiz. speck 'holzsplitter', specken 'splittern, klein spalten' (vgl. th. 10, 1, sp. 2038, 2042) verwandt zu sein. die grundbedeutung ist wohl 'stechen, stoszen, werfen'. zu vergleichen ist das in Tirol gebräuchliche knabenspiel (th. 10, 1, sp. 2042): jeder der knaben hat einen vorne zugespitzten ... stab. der erste wirft seinen stab in den erdboden, dasz er steckt. der zweite versucht seinen stab ebenfalls in den boden zu schleudern, jedoch so, dasz er zugleich den stock des andern herauswirft ... dieser stab selbst heiszt specker, das spiel specken Hintner Deferegger dialekt 209. es ist nur oberdeutsch belegt: verspicka wegschnellen Tobler Appenzeller sprachschatz 186b; elsäss. verspicken bewerfen; die buewen v. die fënster ganz mit stein Martin-Lienhart 2, 536b. das bei Stalder 2, 383 verzeichnete schweiz. verspicken 'verklagen' läszt sich nach dem beispiel von sticheln, ein schnippchen schlagen (zu stechen, schnippen) wohl aus derselben anschauung entwickeln. vgl. verspiken.
2065 Zeichen · 41 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Verspickenv., trs

    Campe (1807–1813) · +1 Parallelbeleg

    Verspicken , v. trs . 1) Durch Spicken verbrauchen. Allen Speck verspicken . Ha! Schade, daß ich meinen Gästen Sein Fett…

  2. modern
    Dialekt
    verspicken

    Elsässisches Wb.

    verspicke n bewerfen M. Di e Buewe n v. di e Fënster ganz mit Stein NHof . ‘

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit verspicken

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Ableitung von verspicken

ver- + spicken

verspicken leitet sich vom Lemma spicken ab mit Präfix ver-.

Zerlegung von verspicken 2 Komponenten

vers+picken

verspicken setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

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