Eintrag · Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke)
SNUOR stf.
a. schnur zum umhängen des schildes. ich wil den sanges schilt sô rüeren, daʒ manʒ schouwen sol an al sînen snüeren Frl. 108,11.
b. helmschnur. den helm er mit den snüeren eben ze sehne ruote Parz. 260,14. 443,22.
c. schnur an kleidungsstücken. mîne rocke vûlent in den snüeren gar sô daʒ ich ir ein niht ûf gebinden tar MS. H. 3,292. b. einen mantel legt an sich der wol gevar, mit offenre snüere Parz. 228,11. der mantel wære âne snuor das. 306, 17. dô trûgk man mentele âne snûre H. zeitschr. 8,319. — der huot was niwe, diu snuor niht alt Parz. 313,12. von den snüeren ist daʒ hâr reit innerthalp der hûben Nith. 18,6.
d. haarschnur. troj. s. 178. d. vil schône was ir houbet gezieret. man sach ir goldes eine snuor zeinem schapel ûfe ligen. diu was über al gerigen vol edeles gesteines Engelh. 3010.
e. bogenschnur. ê daʒ der snelle phîl her dan von der senewen snüere gesnurrete troj. s. 40. d.
f. saite an musikalischen instrumenten. die snüere müeʒen brechen wol swâ der edel klenket gîgendœne MS. H. 3,452. a. er hiet ûf iuwer seiten snuor mit drîvaltigem swanz gemachet ein sô süeʒen tanz mit iuwer selbes liden Ottoc. 8. vgl. Wackernagel lit. 250,8.
g. zeltschnur. ein gezelt vil breit gedenet mit den snuoren Diemer 81,7. disse zeltes snüere wâren sîdîn garwe Er. 8920. der plân was sô breit daʒ sich die snüere stracten dran (an dem zelte) Parz. 61,17. der snüere ein teil was ûʒ getret das. 133,1. die küngîn an die snüere reit das. 82,30. 723,26. Segramors im durch die snüere lief, zer poulûns tür dranger în das. 285, 14. sprungen her ûʒ für die snüere W. Tit. 156,1. wir solten wol gedingen dort in ir snüeren in ihrem lager ringen Parz. 356,14. ich heiʒe fürder gên daʒ volc ûʒ den snüeren das. 713,7. — dar umbe (um das zelt) gezogen was aldâ ein snuor vil schône gel unt blâ, geflohten dêswâr meisterlîch. von siden was si koste rîch, den wîten rinc si gar umb vie frauend. 480,28
h. seil des seiltänzers. ich kan wunder an der snüere MS. 1,89. a.
i. schnur, woran die puppenspieler ihre puppen bewegen. nu komt, ir spilliute — rihtet zuo den snüeren die taterman wachtelm. 143. vgl. Wackernagel lit. 299, 7.
k. messschnur. lineolus sumerl. 10,72. der gêt die rihte für sich zuo dem himelrîche als ein snuor ân alleʒ irresal Bert. 170,23. er sitzet eben als ein snûr Erlös. 6254. die rihte, alsam an einer snuor, der schifman fuor H. Trist. 4093. ûwer hâr daʒ slichtet in die snûre daʒ berichtet Ludw. kreuzf. 4039. die arbeit ist geslichtet und nâch der snûr gerichtet Albr. 131. b. der wirt der kan des hûses reht wol meʒʒen nâch der snüere MS. 2,227. b. er vare eht für sich zuo dem himelrîche als eht nâch einer snuor Bert. 170,26. daʒ pfert zeltet nâch den snüeren MS. H. 3,186. a. nâch ungeleicher snuor Wolk. 12,4,4. — alsô lange er umme fûr und verzerte von der snûr von dem grundstocke seines vermögens, so dass er nicht bloss die einkünfte angriff Marleg. 20,32. vgl. Frisch 2,217. b. — wie der himel geehset ist, siben planêten kraft, der heiʒen snüere (linie?) meʒ, swâ si donre unt wint hin vüerent MS. 2, 173. a.