Schüppe
das Wort ist allg., u. zwar Rhfrk
šip, –e-, Mosfrk
-e-, –ø-; Pl.
-bə(n); sonst
šøp, Pl.
-pə(n) [Siegld, OAltk
šebə Sg. u. Pl.; Berg
šøpə, Pl.
-pən; MülhRuhr
šypə, Pl.
-pən; Kemp-Stdt, Geld unterscheidet
šup »Kohlenschaufel« von
-ø- »Spaten«; Klev-Gaesdonk
-u- »Holzschaufel für Getreide« von
-ø- »eiserne Schaufel«;
s. auch -ō:- »Getreideschaufel« von
-ø- »Spaten« im SNfrk bei
Schupe]; Demin.
šibχə(n), šøpχə(n) –pkə f.: 1. die ursprüngl. Bed. ist »Schaufel« in verschiedener Form u. zu verschiedenen Zwecken; mit schaufelartigem, ovalförmigem eisernen Blatt u. mit gebogenem langem Holzstiel zum Schaufeln von Erde, Sand, Mörtel, Getreide, Kohlen udgl., Wurfschaufel,
Sand-, Speis-, Frucht-, Grumbire- u.
Rummelensch. mit seitl. aufstehenden Rändern u. kurzem, gradem, schräg stehendem Stiel als Kohlenschaufel zur Entnahme der Kohlen aus dem K.kasten,
Kohlensch., u. zur Aufnahme des Stubenkehrichts,
Drecksch. u. zum Schöpfen von Mehl, Reis udgl.,
Mehlsch.; en Sch. (voll) Sand udgl.;
hef met der Sch. den Dreck of Rhfrk, Mosfrk (wo hier
Schaufel für »Wurfschaufel« daneben steht, ist
Sch. die kleine Sch. im Kohlenkasten, für Mehl udgl.; wo
Schaufel nicht vorkommt, unterscheidet man wohl
de gross u.
de klän Sch.) die einzige Bed. lrhn. im
N. bis einschl. SMalm, Daun, Aden, rrhn. bis einschl. Westerw (mit Ausn. von kurköln. Neuw), Siegld; im Rip u. Nfrk, wo
Sch. auch den »Spaten« bezeichnet, hat
Sch. wie Rhfrk, Mosfrk auch die Bed. Schaufel in allen Arten wie oben, also
Sand-, Spis-, Froch-, Röpe-, Knolle-, Knorre-, Kolle-, Drecksch. (Holzschaufel zum Umsetzen u. Einsacken des Getreides NRip, SNfrk hier u.
Schō:p;
s. Schupe u. o.
Schup bei Schuppe); gilt es aber, diese Schaufel vom Spaten zu unterscheiden, so nennt man die
Sch. »Schaufel«
Schūfel, Rum-, Schūfel-, Schuffel-, Trogsch., de platte, breit, holl (hohle)
Sch. u. die o. angegebenen Artbezeichnungen, die
Sch. »Spaten«
Graf-, Stechschöpp. — Früher hat man mit der
Sch. (noch von alten Leuten in Malm, Monsch) oder der Gabel den Gartenboden umgegraben, bis schliesslich vom Handel der Spaten eingeführt wurde; dieser heisst Rhfrk, Mosfrk
Spat, Spot, mit dem
gegrawen wird; im Rip, Nfrk heisst er
Sch., von der
Sch. »Schaufel« sich nicht nur durch das rechteckige, scharfe Blatt, sondern auch durch den graden Stiel unterscheidend; mit dieser
Sch., auch
Graf-, Garde-, Stechsch., gräft oder
sticht oder
mach man den Boden
öm (ech moss noch (met der Sch.) em Garde steche gohn); im Klevld nennt man das Graben mit der
Sch. špāiən, aber das Subst. »Spaten« fehlt; man kann aber hier die
Sch. »Spaten« durch
Spajschöpp von der
Sch. »Schaufel« unterscheiden. Auch das spatenähnliche Gerät zum Abteilen des Schwarzbrotteiges nennt man
Sch. oder
Degsch. — RA.:
De hät (mäckt) en Mull wie en Sch. aufgeworfener Mund SNfrk, Dür-Weisw, Trier-Schweich.
De es esu voll (bezecht)
wie en Sch. Dür-Hastenr, Kemp, Geld.
He mack mich so lahm äs en Sch. er wird mir lästig Heinsb-Millen.
De Sch. on de Wöusch (Wisch)
on dan no'm Böusch! so beiern die Glocken Eusk-Dirmerzh.
Ruchel, Speis (Mörtel),
Sch.! Fluch zum Ausdr. der Wut Saargeb.
Da's Sch. wie Still das bleibt sich gleich Köln-Stdt.
Dem sall ech ens wise (weisen, zeigen),
wie de Sch. en der Stiel steckt! ihm die Wahrheit sagen Heinsb-Erpen.
Sch. on Heiel (Langhacke)
bezahlen och das mit Sch. u. Hacke gemachte Grab macht manche Schuldforderung hinfällig Prüm-Ihren.
En Sch. en en Hack en ene Bahnekapp en nen Henkelmann (Essgerät)
voll Rissepapp (Reisbrei)
! Spottvers gegen die Eisenbahner Klev.
Für den es de Sch. noch ze schad er ist für nichts zu gebrauchen, ist gemein Schleid-Hellenth.
Der hat sich de Fingere verbrennt an de Arwet, wäll em de Sch. gliehdig (glühend)
wor is iwwer'm Schippe Saargeb.
De glase Sch. es vor de Faulenzer Saarbr-Sulzb.
Sch.ə setze durch Hämmern dem Spaten die hohle Form geben Sieg.
Min Sch. ös müəd, ek mott se no Hus dragen antwortet ein Mann, der mit dem Spaten auf der Schulter an einem Grabenden vorbeikommt, auf das Verlangen, er solle helfen Mörs-Schwafh.
Wer angern en Kul (Grube)
grave wellt, mott en Sch. han MGladb.
De drett Frau brengk Sch. on Hau wer zum dritten Mal heiratet, wird von der dritten Frau begraben Schleid, Eusk, Köln.
De (die Frau)
hät de Hau on och de Sch. das Regiment im Hause Bergh-Blatzh.
Den hät ock de Sch. metgebrach der unbeliebte Beamte (Geistlicher, Lehrer) bleibt am Orte u. wird hier begraben Mörs.
Zint Gertrud mutt de Sch. (Spaten)
erut der Garten muss umgegraben werden, —
kömmt de Sch. on de Plog erut, — steckt me de Sch. en de Erd, — dräht de Sch. en de Gard Nfrk, Rip verbr. (
s. Gertrud).
Wammer e Sch. Dreck uf em Maul hon (begraben sind),
dann hommer genug Simm, Allg.;
e kret och nemmen (nur)
drei Sch.ən Bodem mat im Tode sind alle gleich Bitb, Mosfrk; wer allzuviel auf Besitz, auf Grund u. Boden versessen ist,
dem moss den Här (Pastor)
e paar Sch.ən mih gen, well en ömmer esu vill op de Sach gehalen hot Bitb; bei einem solchen sagte ein Nachbar, in dem er noch eine Schaufel Erde auf das gefüllte Grab warf:
dä, häs de noch en Sch., nur wiərsch de wahl genog han! Schleid-Glehn.
En hot en Sch. voll kriet ist getadelt worden (wie ein Schaf, das der Schäfer durch einen Schaufelwurf voll Erde zur Einordnung mahnt) Wittl-Meerf.
Du hes dem Bur de Sch. gestohlen Hirtentäschelkraut, capsella bursa pastoris Ess-Kettwig, Rees-Brünen.
Se schmite Sch. on Hock (Hacke)
derniər geben es auf, weiter zu streben, werfen die Flinte ins Korn Kemp, Mfrk;
se schmisse (werpe) de Sch. en de Dreck Rip.
De Sch. afkratze zur Beichte gehen Rip, MGladb, Geld; bezahlen uWupp.
De Sch. afgevve sich ruppig benehmen Bo-Wesseling.
De hät geərn ene lange Still an der Sch. er arbeitet nicht gern MülhRh-Dünnwald.
Su vell os dat net, dat mer et op en Sch. hollt das ist sehr wenig;
den soll mer net op en Sch. holle so gemein ist er, dass man ihn nicht beachtet Schleid;
de Wört kann me nit op de Sch. nehme so unflätig sind sie Ruhr, Allg.;
got Sache hüre (gehören)
net op de Sch. anständige Leute behandelt man auch a. Schleid-Hellenth.
Wat den geft, hämm ek ock liewer op de Sch. as in de Hand (
d. h. seinen Kot) von einem Geizigen, der nicht gern etwas gibt Klev, Wittl-Eschf.
Alles op en Sch. lade alles mit einem Griffe tun Schleid-Hellenth.
De hat ene Nommer op de Sch. (von der Dudegräver) er lebt nicht lange mehr Aach-Merkst Würselen, —
och all (schon)
dattiəhn (13)
N.ə op de Sch. Heinsb-Erpen.
De konn noch gut op de Sch. sprönge ist noch rüstig;
do hett et (heisst es)
op de Sch. spr. tüchtig zugreifen Kemp, Kref;
ech spreng mi ganz Leəve op de Sch.! Zornesausr. Kref-Linn.
In de Sch. beissen den Einstand geben, vom jungen Schlepper, der seinem Hauer im Wirtshaus traktiert Saargeb.
Der hört meddsən in der Sch. op der Bau- oder Erdarbeiter hört auf mit der Arbeit, wenn es Mittag ist, selbst wenn er eine Arbeit noch zu Ende führen könnte oder gar müsste Gummb-Berghsn.
Met Sch. on Hau arbede (wirke, schaffe) wirkliche körperliche Arbeit verrichten Rip, Allg.;
wennsde neist lehre willst, da kannsde ach (auch)
met Hack on Sch. gehn Rhfrk, Allg.
Ze Lieg son se, et wär Krieg; ze Lahr s. se, et wär net wahr; ze Macke kommen se schonn met Sch. on Hacke Ortslitanei über diese Dörfer der uMos.
Komm mit, k. m., mit Hack un Sch.! Ruf der Eule Hunsr.
Dau kriescht ach (auch)
noch emol met ener Sch. voll genug (Erde)
! zum Habsüchtigen, der doch auch einmal begraben wird Saarbr.
Wat de Man mot Wonen (Wagen)
erobrengt, kan de Frau mot Sch.ən erausschmeissen Prüm-Ihren.
De kann et Geld möt der Sch. erömwerfe so reich ist er Sieg.
Et hänke (so viele)
Äppel am Bam wie met der Sch. dron geworf Goar-Weiler;
der Wöngert (Weinberg)
hengk wie möt der Sch. dran (an den Abhang)
geworfe so steil Sieg-Rhö
nd. Du häs en met de platte Sch. krige! bist närrisch Jül.
Vörsechteg met de Sch., dor es enne neue Stel drin! zum unwillig Arbeitenden Mörs-Rheinbg.
De rückt (riecht)
noə de Sch. (des Totengräbers) er stirbt bald, macht es nicht mehr lange SNfrk, Allg.;
de stenkt no de Sch. Aach-Merkst, Emmerich;
he süht ut na de Sch. Kemp-SHubert.
De Arwet geht (em) von de Sch. eweg geht flott voran Simm. Der schlecht, armselig Aussehende
es dem Duədegräəver (Deivel) van de Sch. gespronge Jül, Heinsb, Kemp, Kref, Düss. — Rätsel.
Ek schnej (schneide)
diep in de Grond, ek mak de Mann gesond, den met mej ömgeht gern on döck (oft);
ek bön sin Brot on bön sin Glöck; ennen höltere Stel on iser Blatt, mak ek sin Frau in Kender satt; roje, r., wat es dat? der Spaten
(Schöpp) Mörs-Rheinbg. — 2. übertr. a. sachl. α. Geräte. αα. der Stab des Schäfers mit Schaufel Eif. — ββ. Gerät zum Mörtelrühren Waldbr, Gummb [
šupə Müllenb]. — γγ.
Schöppke kleines, spatenförmiges Messer, zum Glattschneiden des Hohlraumes am Holzschuh SNfrk. — δδ.
Scheppchen Pflugstab, zum Reinigen des Streichbrettes am Pflug Trier-Mehring;
Schöpp Kemp;
Plugschöpp Klev-Calcar. — εε.
Schöppche hölzerner Schieber an der Häckselbank, zum Nachstossen des Strohes Monsch. — ζζ. kleines Handnetz an einer Gabel, vom Lande oder vom Nachen aus gehandhabt u. wie eine Schaufel unter die am Ufer stehenden Weidensträucher gestossen; zwei Männer stochern zu beiden Seiten des Netzes mit Stangen, dass die unter den Sträuchern sitzenden Fische, bes. kleinere Hechte, in die
Sch. schiessen Mos in Trier, Bernk. — β. Schirm der Mütze, Hutkrempe Rhfrk, Mosfrk, Siegld;
en Schippchen verächtl. schäbiger, alter Hut Bernk-Dhron;
s. auch
Schüpe. — γ. grobe Schuhnägel Wermelsk. — δ.
Schöppkes Lämmerwölkchen Düss-Stdt. — ε. steinlose Narrenzwetsche Gummb-Berghsn (u.
šȳpə, s. Schüpe). — ζ. Körperteile. αα. Pl. verächtl. lange Fingernägel;
de hät Sch.ə, do kann e sing Urgrossmutter (Bestemotter) met usgrave, — do kann he de Gart met ömmache Rip, Elbf, Trier-Stdt;
s. auch
Schüpe. — ββ. verächtl. breite, plumpe Hand Eup-Raeren. — γγ. Pl. verächtl. breite Schneidezähne,
Sch.ən wie en Perd Waldbr-Wildbg. — δδ. Schulterblatt bei geschlachtetem Schwein, Knochen im Vorderschinken Monsch-Rollesbr, MGladb. — εε. verächtl. aufgeworfener Mund als Zeichen des Schmollens u. des Weinenwollens, bes. von Kindern;
en Sch. (mehr kosend
en Sch.chen)
machen Allg., wo nicht Schüpe —
ziehe Hunsr, —
trecken SNfrk, —
opsette Nfrk, Rip, —
packe Neuw, Sieg, —
schneire (schneiden) Birkf;
Sch.ə mache Aden-Virnebg, Köln-Stdt;
den hat Sch.ə fäl (feil) Wittl-Cröv;
was e Sch.! Saarbr, Allg.
Dat Kand micht en Sch., mer kennt en Daler Menz (Münze)
drop zehlen! WBitb, —
mer k. Pannekuche druf backe Goar-OWesel, —
mer k. de Kaffistollert (Kaffeekanne)
druf stelle Neuw-OBieber, —
et kennt sich en Häscher (Bettler)
mat der Hot (Rückentragkorb)
drop setzen Trier-Schleidw. Einem Kinde, das die Unterlippe hängen lässt u. diese vorschiebt, wenn es weinen will, ruft man zu:
Mach en Stiel drun (dran)! Trier-Schleidw. — η. Pl. t. Pique in der franz. Spielkarte mit dem Bild der eisernen Spitze, in der deutschen Karte mit dem Zeichen der Schüppe, des Spatens;
der hät all de Sch.ə; Sch.ə es (sen) Tromp; Sch.ə opkarte, — opspille Rip, Allg. RA.:
Bei dem es Sch.ə Truff (Trumpf) er schmollt, macht ein verdriessliches Gesicht Bergh-Elsd.
Sch.ə sin got för on (in)
't Döppe viele Sch. hat man gern im Kartensp. Malm-Weywertz.
Mei Schatz hat mir Sch.ə gespillt hat mich verlassen Prüm-Leidenborn.
Der kart Sch.ə op schmollt, macht ein verdriessliches Gesicht Bo-Kessenich.
Änem Sch.ə winken ihm zu verstehen geben, dass man mit seinem Plan, Vorschlag oder Vorgehen nicht einverstanden ist Nahe, Hunsr, Mos, Bitb, May, Bergh-Hüchelhv, Sol (schmollen).
Dem han ech Sch.ə gewise abgelehnt Prüm-Reuth;
et hot Sch.ə gewiesen es ist ungünstig ausgefallen, es ist schief gegangen,
z. B. bei einer Erbteilung Saarbg-Greimerath, Wittl-Binsf, Prüm-Mürlenb; es sah regnerisch aus, u. der Regen blieb doch aus Bernk-Monzel.
De wis Sch.ə macht ein unfreundliches Gesicht Sieg-Ägid, Köln-Stdt.
Wo bes de met den Sch.ən bliewen? Du bedrüs, du b. (betrügst)
! um Kartenspieler zu verhöhnen Gummb-Berghsn. — b. persönl. α. verächtl. habgieriger Mensch Bo-Witterschlick. — β. der Schuppenfisch Plötze Monsch-Stdt Rohren. — γ.
en lecker Sch.kə kleines Mädchen Meiderich.