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schaufel

nhd. bis spez. · 13 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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15 in 13 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

schaufel f.

Bd. 14, Sp. 2339
schaufel, f. pala, ahd. scûvila, scûvala, scûvela, scûfla ventilabrum, pala (Graff 6, 459), mhd. schûvele, schûvel, schûfele, schûfel, mnl. schuyffel, schoeffel Kilian; mit anderer lautstufe ags. scofl (engl. shovel), nld. schoffel, mnd. schuffel neben schufel Schiller-Lübben 4, 145a; vgl.schüfel brem. wb. 4, 703 neben schüffel Schambach 186b. Dähnert 416a. ableitung von dem verbum schieben (s. d.), als gerät zum fort- oder weiterschieben gefaszt; nach dem besonderen gebrauch und der dadurch bedingten eigenthümlichen form unterschieden in korn-, wurf-, lade-, mehl-, malz-, mist-, feuer-, kohlenschaufel u. s. w. 11) im eigentlichen sinne: die erde man da wît enbrach mit schûfeln, howen und mit spâten, daʒ si doch nindert in zu staten vunden eines waʒʒers trân (vgl. zu trân Bech in der Germ. 8, 474). pass. 663, 37 Köpke; die acht aygenschafft des schiffes ist ain schaufel oder schüssel, damit man auswürfft das wasser aus dem schif, also in dem christenlichen schif ist auch ain schaufel, ... damit man auswürfft die wasser der sünd, wo sy herkommend. Keisersberg schiff d. penitenz 20c; item ist der ansleg gros, so sol man die wegen meren mit pulver, hauszpfeilen, feurpfeilen, feurkugeln, pavesen, maurhacken, laitern, hawen, schaufeln, und exte und püchsenstein. d. städtechr. 2, 291, 20; mache auch aschentöpfe, schaufeln, becken, krewel, kolpfannen, alle sein gerete soltu von ertz machen. 2 Mos. 27, 3; und fürt jn mit disen worten zuo einem holen baum und sprach: gang heim und hol bickel, schaufflen und hauwen, damit du jn (den schatz) auszgrabst. Wickram rollw. 60, 22 Kurz; wenn nun ein moraldiscurs oder sonst eine disciplin soll tractiret werden, so stehen die kerlen mit ihrem bettelsäckischen latein, und können ihre schauffeln, querle, mistgabeln und ofenkrücken nicht anbringen. Weise erzn. 82 neudruck; wollt ihr euch mit der schaufel und haue um einen bissen trocken brod abquälen? Schiller räuber 1, 2 schausp.; die weisheit läszt die schaufel sinken (beim landbau), und wischt den schweisz vom angesicht. werke 1, 247; besonders schaufel des totengräbers: die neygung die du hast von art von Adam und von Eva von der erbsünd, dise neygung nimpt dir nyeman ab denn die schuffel, das ist wan du gestirbest und begraben würst. Keisersberg bilg. 101b; und ist das alles kein aufhören noch abnemen, bis man uns mit der schaufel nachschlegt, da mus es (das leben) doch auffhören. Luther 5, 13b; mögen sie zusehen, wie die schaufel des totengräbers den schädel Yorks so unsanft streichelt. Schiller 2, 351; wan schûfel unde houwe, als ich die wârheit schouwe, die gênt der nôt ein ende ûʒ disem armen ellende. Martina 328, 31; und der schaufeln ton verstummet, stille wirds im gotteshause. Platen 13a. in vergleichen: diejenigen knochen, mit welchen sie (die schlüsselbeine) sich hinterwärts verbinden, haben die form zweyer schaufeln. Göthe 35, 382; ir munt was als ein schaffel, ir zene wol spannen lanc, ir füeʒe als ein schûvel: vil unsælic was ir ganc. Wolfdietrich A 473. 22) übertragen als masz, soviel eine schaufel faszt: vier bretter, einem kasten gleich, verwahrn mich und viel quehlen. sechs schauffeln erd', o sanffte ruh! scharn mich und auch viel sorgen zu. A. Gryphius 2, 33; sie starb und ich folgte ihrer leiche, und stand an dem grabe, wie sie den sarg hinunter lieszen, und die seile schnurrend unter ihm weg und wieder herauf schnellten, dann die erste schaufel hinunterschollerte und die ängstliche lade einen dumpfen ton wiedergab. Göthe 16, 179; bei der nassen aufbereitung werden auch öfters die einzelnen partieen der am herde befindlichen mehle oder zeuge, wie selbe mit einer schaufel abgefaszt werden, schlechtweg schaufeln genannt. Scheuchenstuel 206. 33) gegenstände, die die form einer schaufel haben oder ihr ähnlich sind, z. b. planta pedis, auch der vorderfusz. Schm. 2, 384. schäufelein heiszen täfelchen aus apothekermaterialien. ebenda; im hennebergischen oft ein ungewöhnlich groszer nagel am finger oder fuszzehe. Spiess 208. besonders häufig im technischen sinne; 3@aa) beim ruder der breite, flache theil desselben, das blatt. Campe. 3@bb) beim anker die platten, an jedem ende der beiden ankerarme angeschweiszten stücken eisen von fast dreieckiger form. Jacobsson 3, 555a. 3@cc) beim mühlrad die in die quere in den radbogen eingesteckten bretter. ebenda: item leten vragen her Wilhelm Westphael decken und andere vorgenante heren van eres capittels und kerken to Paderborn wegen, wat rechtes se hedden in Tudorper holtmarke? schufelen to eren mollen und breddere to eren standen und bodden. Grimm weisth. 3, 92; was aber schadens an der strosz, schragen oder gattern, dorein das segplat gespant ist, in den nechsten acht jaren .. geschee, das soll ein paumeister machen lassen und auch dasselb segrat die nechsten acht jare mit schauffeln und panten vorsehen on der müllner koste. Tucher baumeisterb. 122, 21; tausend kandirte figuren hängen von tröpfenden schaufeln (am mühlrad), schärfer blasen die rauheren reife den eisigen puder über die wälder und einzelnen bäume. Zachariä tagesz. 121. 3@dd) in der weidmannssprache der theil am geweih des dam- und elenhirsches, der der stange des edelhirsches entspricht. Behlen lex. der jagd- u. forstk. 5, 467: weidmännisch wird hiervon, wie von roth-hirschen gesprochen, auszer dasz das gehörn schauffeln, und nicht eine krone hat. Döbel jägerpr. 1, 20b; ebenso beim damhirsch. 21b; das gehörn des damhirsches bestehet aus dem augensprossen, dem eisprüssel und der schaufel; so heiszet der obere theil der stange, der oft zwei hände breit und ganz flach ist; der rand dieser schaufel ist auf der kante ausgezackt, wodurch viele enden entstehen, die aber weder so lang noch so rund sind wie bei dem edelhirsch gehörne. Heppe jagdlust (1783) 1, 163. 3@ee) schaufel zum aufladen oder fortwerfen der erde bei der schanzarbeit, ferner zum walzen und ebenen des ballastes bei den schiffen. Eggers kriegslex. 2, 761. 44) im niederd. hat schüffel die übertragene bedeutung einer abschlägigen antwort, eines korbes, den ein mädchen den brautwerbern giebt, gemäsz der in Dithmarsen bestehenden alten sitte, im falle einer weigerung von seiten des mädchens, eine schaufel bei der hausthüre aufzustellen. daher eenen de schüffel geven, einem den korb geben Schütze 4, 76; de schüfel krigen, eine abschlägige antwort erhalten. brem. wb. 6, 292; mnd. de schuffel bekomen Schiller-Lübben 4, 145a.
6467 Zeichen · 95 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schaufel

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Die Schaufel , plur. die -n, Diminut. das Schäufelchen, Oberd. Schäuflein, ein Wort, welches so wohl den Begriff der Flä…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Schaufel

    Goethe-Wörterbuch

    Schaufel Kleinschr B2,203,17 Werkzeug, Gerät zum (breitflächigen) Aufnehmen u Bewegen lockeren, auch flüssigen Materials…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schaufel

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Schaufel ( Schippe, Schüppe ), spatenförmiges Werkzeug aus Holz oder Eisen zum Aufnehmen und Fortschaffen loser, auch fl…

  4. modern
    Dialekt
    Schaufelf.

    Lothringisches Wb. · +5 Parallelbelege

    Schaufel [šaufəl, Pl. –ən, Demin. šaifəltχən D. Si. ] f. 1. kleine Sehaufel. — 2. Kelle. s. a. Schufel.

  5. Sprichwörter
    Schaufel

    Wander (Sprichwörter)

    Schaufel 1. Die Schaufel, die dem Pferde sein Grab gräbt, wird's auch seinem Herrn graben. Dem Tode kann keiner entgehen…

  6. Spezial
    Schaufel

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Schau|fel f. (-,-n) 1 (Schippe) badí badis) m. 2 (Schaufel voll) badí (badis) m. 3 (Wurfschaufel) vëntora (-res) f. 4 (O…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schaufel

67 Bildungen · 51 Erstglied · 15 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von schaufel 2 Komponenten

schau+fel

schaufel setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schaufel‑ als Erstglied (30 von 51)

schaufelband

DWB

schaufel·band

schaufelband , n. 1) mhd. schûvelbant, band von eichenholz zu einer radschaufel: fur ein eichen schauffelpant zu dem segrat oder einem malra…

schaufelbbeite

DWB

schaufelbbeite , f. im mühlenwesen die von der dicke des wasserstrahles abhängige breite der schaufeln des wasserrades. Jacobsson 3, 554 b .

schaufelbein

DWB

schaufel·bein

schaufelbein , n. 1) das dritte paar beine bei den bienen, weil in diesen eine höhlung sich befindet, in welche sie das blumenmehl packen. 2…

schaufelblatt

DWB

schaufel·blatt

schaufelblatt , n. 1) ein schaufelförmiges blatt. Campe. 2) im mühlenbau ein am togzapfen angebrachtes stück eisen. Jacobsson 3, 554 b .

schaufelbohrer

DWB

schaufel·bohrer

schaufelbohrer , m. im bergbau ein groszer hohler bohrer von schaufelartiger gestalt, womit die röhren zu den kunst- und wasserwerken ausgeb…

schaufelbügel

DWB

schaufel·buegel

schaufelbügel , m. : ein aar vor Tayget schwang über mir die flügel, indesz mein türkisch ross mit blankem schaufelbügel aus einem marmorkna…

schaufelbürger

DWB

schaufel·buerger

schaufelbürger , m. , gleichbedeutend mit pfahlbürger, ursprünglich wol ein mit der schaufel arbeitender tagelöhner. Campe. die pfahlbürger …

Schaufelbürger

DRW

schaufel·bürger

Schaufelbürger, m. im Umkreis einer Stadt wohnende und (mehr oder minder eingeschränkt) an deren Bürgerrecht teilhabende Person bdv.: Pfahlb…

schaufelente

DWB

schaufel·ente

schaufelente , f. name der moderente, bergente ( anas marila ) Nemnich. Behlen lex. d. jagd- u. forstk. 5, 467 .

Schaufelgeld

DRW

schaufel·geld

Schaufelgeld, n. I Geldreichung an die Bierbrauer soll der brauermeister bey jedem brauen weder vor sich noch seine knechte einiges schuͤrtz…

schaufelhirsch

DWB

schaufel·hirsch

schaufelhirsch , m. hirsch, der ein in eine breite tafel verwachsenes geweih hat. Oken 7, 1294 ; tannen- und damhirsch wegen des starken sch…

schaufelhose

DWB

schaufel·hose

schaufelhose , f. in der bergmannssprache eine hose, d. h. ein fasz mit süszem wasser, worin man die heiszen salzschaufeln abkühlt. Jacobsso…

Schaufelig

Campe

Schaufelig , adj . u. adv . Schaufeln habend, mit Schaufeln versehen.

schaufelkunst

DWB

schaufel·kunst

schaufelkunst , f. eine art wasserkunst, einen teich vermittelst umgetriebener schaufeln auszuschöpfen Campe, schaufelwerk Jacobsson 3, 555 …

Schaufelkäfer

Herder

schaufel·käfer

Schaufelkäfer (Cychrus) , Gattung Käfer aus der Abtheilung der Pentameren, mit eiförmig gewölbtem Körper, der schmale Kopf rüsselförmig verl…

Schaufelmeister

DRW

schaufel·meister

Schaufelmeister, m. für die Straßenreinigung zuständ. Stadtbediensteter scheifelmaister 1542 ZSchwabNeuburg 46 (1926) 60

schaufelmorchel

DWB

schaufel·morchel

schaufelmorchel , f. spatularia, benannt nach der schaufelförmigen, am stil herablaufenden keule. Oken 3, 123 , als unterart gelbliche schau…

schaufel als Zweitglied (15 von 15)

Gießschaufel

Adelung

giess·schaufel

Die Gießschaufel , plur. die -n, in der Haushaltung, ein Gefäß in Gestalt einer Schaufel, flüssige Körper damit auszuschöpfen.

grabschaufel

DWB

grab·schaufel

grabschaufel , f. , mit graben, vb., komponiert. nur vereinzelt mit fugenvokal grabeschupfel (15./16. jh. ) Diefenbach gl. 244 c ; grabe-sch…

H_s;rdschaufel

Adelung

Die H_s;rdschaufel , plur. die -n, in den hohen Öfen, eine eiserne Schaufel, den Herd damit rein zu halten.

kornschaufel

DWB

korn·schaufel

kornschaufel , f. furcillae. Maaler 249 c , breite schaufel zum umstechen des getreides ( vgl. kornrührer ) Adelung.

ladeschaufel

DWB

lade·schaufel

ladeschaufel , ladschaufel , f. schaufelförmiges gerät zum laden von kanonen, feuerwerkkörpern und minen: jedes ( geschütz ) mit seiner zuge…

Lschschaufel

Adelung

Die L—schschaufel , plur. die -n, in dem Hüttenbaue, eine Schaufel, womit die Lösche, d. i. der Kohlenstaub, auf den Herd getragen wird.

ofenschaufel

DWB

ofenschau·fel

ofenschaufel , f. misellus, ovenschufel Dief. nov. gloss. 254 a (15. jahrh. ); ofenschaufel, infurnibulum Stieler 1782 .

schöpfschaufel

DWB

schoepf·schaufel

schöpfschaufel , f. schaufel mit hohem seitenrande, um wasser aus einem raume zu schöpfen Adelung. Jacobsson 4, 37 b .

schürschaufel

DWB

schuer·schaufel

schürschaufel , f. feuerschaufel Schröer 289 a , besonders im hüttenwesen eine breite schaufel damit die ofen - brüche aus dem ofen genommen…

worfschaufel

DWB

worf·schaufel

worfschaufel , f. , dasselbe wie worfelschaufel ( s. d. ). worffschufel (15. jh. ) Diefenbach gloss. 98 c ; 222 c s. vv. captiva, faga; wurf…

wurfschaufel

DWB

wurf·schaufel

wurfschaufel , f. 1 1) kurzstielige holzschaufel zum worfeln des getreides; ahd. uuorphscûuala Tatian 13, 24 S.; ventilabrvm wo r fscvfela, …

Ableitungen von schaufel (1 von 1)