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Schaufel

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Adelung
Anchors
15 in 13 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Schaufel

Bd. 3, Sp. 1384
Die Schaufel, plur. die -n, Diminut. das Schäufelchen, Oberd. Schäuflein, ein Wort, welches so wohl den Begriff der Fläche, der Breite, als auch den Begriff der Tiefe, des hohlen Raumes hat, mit welchen beyden sich gemeiniglich der Begriff des Schöpfens, Auffassens und Fortschiebens verbindet. 1) Mit dem Begriffe des hohlen Raumes ist die Schaufel ein flach vertieftes Behältniß an einem Stiele, andere Körper damit aufzufassen und fortzuschaffen, eine Art eines großen Löffels; im Tatian Scuuala, in einigen Hochdeutschen Gegenden die Schuffe, im Nieders. Schufel und Schüppe, im Angels. Scofl, im Engl. Shovel und Scoop, im Schwed. Skofvel und Skyffel, im Pohln. Szufla. Dahin gehöret die Backschaufel, die Kornschaufel, die Wurfschaufel, die Ladeschaufel, die Feuerschaufel u. s. f. Schaufeln, von Erz, 2 Mos. 27, 2. 2) Oft verlieret sich der Begriff des hohlen Raumes, so daß der Begriff des Fortschiebens oder Fortschaffens allein übrig bleibt. Die Malzschaufel ist ein flaches Bret an einem schief stehenden Stiele. Die Schaufel an einem Ruder ist der flache dünnere Theil am Ende, womit das Fahrzeug im Wasser gleichsam fortgeschoben wird. An einem Wasserrade sind die Schaufeln die Breter zwischen den Kränzen, worauf das Aufschlagewasser fällt und das Rad in Bewegung setzet. 3) Oft verlieret sich auch dieser Begriff, und es bleibt nur die breite ebene Fläche übrig. So nennet man die breiten, dünnen, spitzig zulaufenden Theile an den beyden Ankerarmen, welche bey andern die Fliegen und Flunken heißen, auch die Schaufeln. Die breiten Äste an den Geweihen der Dammhirsche, Elendthiere u. s. f. welche anstatt zackig zu seyn, sich auf eine breite Fläche endigen, heißen[] gleichfalls Schaufeln, welchen Nahmen auch die zwey vordersten Zähne in dem Munde des Hirsches führen, weil sie breiter sind, als die übrigen. Unser Scheibe ist mit dieser Bedeutung verwandt. In einigen Oberdeutschen Gegenden wird der Schämel ein Trittschäufelein genannt, wo vermuthlich auch die Bedeutung eines Bretes die herrschende ist, und schon Raban Maurus nennet das Bret, welches auf der Thürschwelle befestiget wird, Düfcufle, richtiger Dülfcufle. Anm. Die Endsylbe ist hier kein Merkmahl eines Diminutivi, sondern die Ableitungssylbe -el, welche ein Werkzeug, ein Subject, bedeutet. Die Stammsylbe schauf gehöret zu schaffen, schieben, schöpfen u. s. f. so daß die Schaufel eigentlich ein Werkzeug zum Auffassen, Fortschieben u. s. f. oder so fern der Begriff des hohlen Raumes der herrschende ist, ein tiefes, hohles Ding bedeutet, in welchem Falle es mit Schaff, Scheffel, Schaube u. s. f. verwandt ist. Ohne Zischlaut gehöret auch das Oberdeutsche Gauffel, die flache und hohle Hand dahin. Die dritte Bedeutung eines in die Breite ausgedehnten Dinges fleißet gleichfalls von schaffen her, so fern es auch eine Bewegung und Ausdehnung nach allen Richtungen bedeutet hat.
2867 Zeichen · 41 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schaufel

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Die Schaufel , plur. die -n, Diminut. das Schäufelchen, Oberd. Schäuflein, ein Wort, welches so wohl den Begriff der Flä…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Schaufel

    Goethe-Wörterbuch

    Schaufel Kleinschr B2,203,17 Werkzeug, Gerät zum (breitflächigen) Aufnehmen u Bewegen lockeren, auch flüssigen Materials…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schaufel

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Schaufel ( Schippe, Schüppe ), spatenförmiges Werkzeug aus Holz oder Eisen zum Aufnehmen und Fortschaffen loser, auch fl…

  4. modern
    Dialekt
    Schaufelf.

    Lothringisches Wb. · +5 Parallelbelege

    Schaufel [šaufəl, Pl. –ən, Demin. šaifəltχən D. Si. ] f. 1. kleine Sehaufel. — 2. Kelle. s. a. Schufel.

  5. Sprichwörter
    Schaufel

    Wander (Sprichwörter)

    Schaufel 1. Die Schaufel, die dem Pferde sein Grab gräbt, wird's auch seinem Herrn graben. Dem Tode kann keiner entgehen…

  6. Spezial
    Schaufel

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Schau|fel f. (-,-n) 1 (Schippe) badí badis) m. 2 (Schaufel voll) badí (badis) m. 3 (Wurfschaufel) vëntora (-res) f. 4 (O…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schaufel

67 Bildungen · 51 Erstglied · 15 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von schaufel 2 Komponenten

schau+fel

schaufel setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schaufel‑ als Erstglied (30 von 51)

schaufelband

DWB

schaufel·band

schaufelband , n. 1) mhd. schûvelbant, band von eichenholz zu einer radschaufel: fur ein eichen schauffelpant zu dem segrat oder einem malra…

schaufelbbeite

DWB

schaufelbbeite , f. im mühlenwesen die von der dicke des wasserstrahles abhängige breite der schaufeln des wasserrades. Jacobsson 3, 554 b .

schaufelbein

DWB

schaufel·bein

schaufelbein , n. 1) das dritte paar beine bei den bienen, weil in diesen eine höhlung sich befindet, in welche sie das blumenmehl packen. 2…

schaufelblatt

DWB

schaufel·blatt

schaufelblatt , n. 1) ein schaufelförmiges blatt. Campe. 2) im mühlenbau ein am togzapfen angebrachtes stück eisen. Jacobsson 3, 554 b .

schaufelbohrer

DWB

schaufel·bohrer

schaufelbohrer , m. im bergbau ein groszer hohler bohrer von schaufelartiger gestalt, womit die röhren zu den kunst- und wasserwerken ausgeb…

schaufelbügel

DWB

schaufel·buegel

schaufelbügel , m. : ein aar vor Tayget schwang über mir die flügel, indesz mein türkisch ross mit blankem schaufelbügel aus einem marmorkna…

schaufelbürger

DWB

schaufel·buerger

schaufelbürger , m. , gleichbedeutend mit pfahlbürger, ursprünglich wol ein mit der schaufel arbeitender tagelöhner. Campe. die pfahlbürger …

Schaufelbürger

DRW

schaufel·bürger

Schaufelbürger, m. im Umkreis einer Stadt wohnende und (mehr oder minder eingeschränkt) an deren Bürgerrecht teilhabende Person bdv.: Pfahlb…

schaufelente

DWB

schaufel·ente

schaufelente , f. name der moderente, bergente ( anas marila ) Nemnich. Behlen lex. d. jagd- u. forstk. 5, 467 .

Schaufelgeld

DRW

schaufel·geld

Schaufelgeld, n. I Geldreichung an die Bierbrauer soll der brauermeister bey jedem brauen weder vor sich noch seine knechte einiges schuͤrtz…

schaufelhirsch

DWB

schaufel·hirsch

schaufelhirsch , m. hirsch, der ein in eine breite tafel verwachsenes geweih hat. Oken 7, 1294 ; tannen- und damhirsch wegen des starken sch…

schaufelhose

DWB

schaufel·hose

schaufelhose , f. in der bergmannssprache eine hose, d. h. ein fasz mit süszem wasser, worin man die heiszen salzschaufeln abkühlt. Jacobsso…

Schaufelig

Campe

Schaufelig , adj . u. adv . Schaufeln habend, mit Schaufeln versehen.

schaufelkunst

DWB

schaufel·kunst

schaufelkunst , f. eine art wasserkunst, einen teich vermittelst umgetriebener schaufeln auszuschöpfen Campe, schaufelwerk Jacobsson 3, 555 …

Schaufelkäfer

Herder

schaufel·käfer

Schaufelkäfer (Cychrus) , Gattung Käfer aus der Abtheilung der Pentameren, mit eiförmig gewölbtem Körper, der schmale Kopf rüsselförmig verl…

Schaufelmeister

DRW

schaufel·meister

Schaufelmeister, m. für die Straßenreinigung zuständ. Stadtbediensteter scheifelmaister 1542 ZSchwabNeuburg 46 (1926) 60

schaufelmorchel

DWB

schaufel·morchel

schaufelmorchel , f. spatularia, benannt nach der schaufelförmigen, am stil herablaufenden keule. Oken 3, 123 , als unterart gelbliche schau…

schaufel als Zweitglied (15 von 15)

Gießschaufel

Adelung

giess·schaufel

Die Gießschaufel , plur. die -n, in der Haushaltung, ein Gefäß in Gestalt einer Schaufel, flüssige Körper damit auszuschöpfen.

grabschaufel

DWB

grab·schaufel

grabschaufel , f. , mit graben, vb., komponiert. nur vereinzelt mit fugenvokal grabeschupfel (15./16. jh. ) Diefenbach gl. 244 c ; grabe-sch…

H_s;rdschaufel

Adelung

Die H_s;rdschaufel , plur. die -n, in den hohen Öfen, eine eiserne Schaufel, den Herd damit rein zu halten.

kornschaufel

DWB

korn·schaufel

kornschaufel , f. furcillae. Maaler 249 c , breite schaufel zum umstechen des getreides ( vgl. kornrührer ) Adelung.

ladeschaufel

DWB

lade·schaufel

ladeschaufel , ladschaufel , f. schaufelförmiges gerät zum laden von kanonen, feuerwerkkörpern und minen: jedes ( geschütz ) mit seiner zuge…

Lschschaufel

Adelung

Die L—schschaufel , plur. die -n, in dem Hüttenbaue, eine Schaufel, womit die Lösche, d. i. der Kohlenstaub, auf den Herd getragen wird.

ofenschaufel

DWB

ofenschau·fel

ofenschaufel , f. misellus, ovenschufel Dief. nov. gloss. 254 a (15. jahrh. ); ofenschaufel, infurnibulum Stieler 1782 .

schöpfschaufel

DWB

schoepf·schaufel

schöpfschaufel , f. schaufel mit hohem seitenrande, um wasser aus einem raume zu schöpfen Adelung. Jacobsson 4, 37 b .

schürschaufel

DWB

schuer·schaufel

schürschaufel , f. feuerschaufel Schröer 289 a , besonders im hüttenwesen eine breite schaufel damit die ofen - brüche aus dem ofen genommen…

worfschaufel

DWB

worf·schaufel

worfschaufel , f. , dasselbe wie worfelschaufel ( s. d. ). worffschufel (15. jh. ) Diefenbach gloss. 98 c ; 222 c s. vv. captiva, faga; wurf…

wurfschaufel

DWB

wurf·schaufel

wurfschaufel , f. 1 1) kurzstielige holzschaufel zum worfeln des getreides; ahd. uuorphscûuala Tatian 13, 24 S.; ventilabrvm wo r fscvfela, …

Ableitungen von schaufel (1 von 1)