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schüppe

mhd. bis sprichw. · 9 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

schüppe f.

Bd. 15, Sp. 2016
schüppe, f. schaufel, spaten; dafür auch weniger gut schippe, s. daselbst (sp. 206 f.). ein niederd.-mitteldeutsches wort, zu schupfen, schuppen und weiterhin zu schieben gehörig, vgl. Kluge5 338b. Weigand 2, 651; mnd. schuppe Schiller-Lübben 4, 152b; bacilla .. eyn ysen - schuffel .. schuppe offt schuffel. Dief. gl. 65a; idrilla eyn schuoppe 284c (vgl. Dief.-Wülcker 847); pala (i. instr. fodendi, ventilabrum) schuppe .. schup, schopp vel gabbel, schuffel 405c, spate vel schüppfe f. (i. q. wett. schëppe), wintschauffel, wann, schup. nov. gl. 276a; schuppe, pala, dicitur ventilabrum. hor. belg. 7, 33b (gemma von 1503); so auch nl.: schoppe vel schuppe, pala Kilian, jetzt schop, f. vgl. Franck 858. in der nhd. schriftsprache seit dem 15. jahrh. Weigand giebt an: clevisch schuppe 1475, im 15. jahrh. auch schopp. ferner: schöpp rutum Alb., schüpp rutum, ebenda, beidemale mit verweis auf fewer (also = feuerschaufel, s. unten); später geht die form schüppe durch. ganz vereinzelt findet sich das eigentlich hochd. pf: ligones, vomerculi, schüpffen. Apherdiani tyrocin. (1580) 122. — mundartlich auf mitteld. und nd. gebiete: die schüppen, schippen am Rhein und Mayn Schm. 2, 438 (in Weihers wird die eiserne schöpp von der hölzernen schuffel unterschieden); rhein.-hessisch schüppe, schüpp Kehrein 1, 369. Pfister 269; in Aachen schöp, f. (plur. schöpe) Müller-Weitz 220 f.; thür. schüppe, schibe Hertel sprachsch. 222; schles. schüppe Weinhold 88a; nd. schuppe. brem. wb. 4, 715 f., schüppen, schuppe Dähnert 416b, schüpp Danneil 189b (in der Ukermark schippe Gombert 2, 16). Mi 78a, schüppe Stürenburg 236b. ten Doornkaat Koolman 3, 161b. Schambach 187b. Woeste 234a. Frommann 2, 179, 32 (Stolberg), 5, 292 (Fallersleben s. unten), vgl. auch nd. korrespondenzbl. 11, 9. 11) schaufel: schüpp, schüppe, f. .. pala, v. schaufel Kramer dict. 2, 682b; auf die schüpp fassen. 682c; schuppe, et schippe, die, pala, rutrum, batillum Stieler 1780; schippe, bey einigen schüppe, pala, scaphium, s. schaufel. schippe, die unten beschlagen, pala ferro armata Frisch 2, 184b; sie dient zu mannigfaltigem gebrauche: schüpfe oder schüppe, flache eiserne schaufel mit starkem hölzernen stiel, um mist, sand und erde aufzuladen, gartenwege zu ebnen und von unkraut zu reinigen, auch um gräben zu heben. öconom. lex.2 2651. Jacobsson 4, 63; als feuerschaufel, batulus, ein schüpp, damit man die brenn oder kolen zu recht legt, oder ein schauffel, i. damit man grebt. Alb. dict. (vgl. oben); auf der ersten treppe zankten sich schippe und besen. Grimm märchen 168. Kramer 2, 682b giebt die zusammensetzungen feuer-, grab- ò schorr-, kehricht-, korn-, sand-, schantz-schüppe. besonders als werkzeug zum graben, grabscheit, spaten, doch meist von diesen geschieden: schuppe, schüppe, scaphium, instrumentum fossorum Wachter 1475; myt schuppen und spaden to graven. quelle bei Schiller-Lübben 4, 152a. beim beerdigen: es wird doch nicht besser, sagen die weisen, man schlegt denn mit der schaufel oder schüppen darnach. Mathesius Syrach 3, 31b; dann wird er gnug haben, wann man mit der schauffel nachschlägt, wann man jhm eine schüpe voll erden auffs maul wirfft (sarcophago contentus erit). Corvinus fons lat. 127b. in militärischer verwendung zu schanz- und befestigungsarbeiten, um die lockere erde wegzuschaffen, gräben und pfützen auszufüllen u. ä. Jacobsson 7, 279b: snel daden si in begaiden (verschaffen) beide schuppen unde spaden, den groissen grave van der baich in kurter stunt man sleichten saich. Hagen boich van Colne 976 (d. städtechr. 12, 49); der storm der wart dar an gericht, die züschleg und zeune würden schlicht, die teiche durchgestochen, hehr. hehr. ir schuppen und spaten herfür. das laidt mues sein gerochen. Soltau hist. volksl. 2, s. 248 (33, 7). auf die verwendung der schüppe zum graben des feldes deutet eine nicht ganz klare verwendung des wortes im mnd.: item wer enem sein land aufbawet (l. afbuwet) mit wetten ofte mit frevelmode, so manche voor (furche) ofte schuppe, so manche v marke. Grimm weisth. 3, 68, vgl. Schiller - Lübben a. a. o. 22) übertragen in der redensart einem die schüppe geben, einen korb geben, ihn abweisen: eine schüppe bekommen, ricevere una pala cioè la repulsa, la negativa. Kramer dict. 2, 682c; schüppe, .. it. ejectio, amotio. die schüppe bekommen, repulsam pati, rejici, repudiari Stieler 1780. die wendung geht also aus von der verwendung der schüppe, um kehricht und anderes bei seite zu schaffen, und das werkzeug steht an stelle der handlung: in einem husch ward ich ausgestochen, krigte die schüppe, muste von dannen wandern. Kandide s. 171; für die schüppe geben auch: es gibt sich keiner an, der für sie diente zu eim mann. sie sein ihr auch nicht alle eben, darf ihn wol von der schüppe geben. amantes amentes A 3. vielleicht erklärt sich hieraus auch die redensart einem die schüppe vorschlagen (ihn betrügen?): den du ausz hunger und kummer herausz gerissen, in einen erwünschten stand und zu grossen ehren gebracht hast, der wird dir im auszkehren die schüppe vorschlagen, und das pferd ausz dem stall reütten und sich als ein lotterbub erzeigen. Moscherosch christl. verm. 168. 33) eine andere bedeutung wird dagegen vorausgesetzt von der redensart auf der schüppe stehen, auf der kippe stehen, sich zum falle neigen (darf man dabei an schupfe 1 denken?): ja wenn auch das vaterland nicht so auff der schüppe stünde, erforderte die eigenschafft so widriger neigungen, dasz sie alle einem Cariovalda unterthänig würden. Lohenstein Armin. 1, 368a; ich selbst bescheide mich: dasz eine frau nicht nur ihren leib, sondern auch ihren willen, ja ihre eigene wolfahrt zu vergnügung ihres mannes aufzuopfern schuldig sey. ich glaube, sagte Atalanta: dasz sie bereit auf der schüppe stehe. sintemal sich Eriphyle nicht an der herrschafft über des Rhascuporis hertze vergnügen, sondern auch infel und priesterthum an sich reissen wird. 2, 101a; mancher sieht erbärmlich aus, welcher auff der schüppe stehet, und der andre macht sich breit, welchen dieser fall erhöhet. Chr. Weise cur. ged. von versen 45. vgl. auch das unter schippe a. a. o. angeführte. 44) im kartenspiel steht schüppe, schippe für das gleichbedeutende spaten, franz. pique: in den französ. spiel-charten nennt Apherdian. p. 122 die schuppen, ligones, vomerculos, schüpfen. Frisch 2, 184b. s. die angeführten idiotiken; meist in der pluralform schüppen; bei Hoffmann mundart in und um Fallersleben (Frommann 5, 292) ist daraus merkwürdigerweise ein masc. schüppen geworden: hat Fritz die karten lieb, das kind weisz insgemein was schüppen, rauten, kleeb', was pabst und könig seyn. Rachel sat. ged. 28 (4, 4). daher schuppenbuur pique bube, übertragen ein grober ungebildeter mensch. brem. wb. 4, 716; schüppedam, f. pique dame, verzwicktes frauenzimmer Kehrein nachtr. 50. 55) weitere besonderheiten zeigen einige mundarten: 5@aa) im hessischen schild, schirm an der mütze Kehrein 1, 369. Pfister 269. 5@bb) zum weinen verzogener mund Danneil 189b. Mi 78a. 5@cc) fingernagel, der lange nicht geschnitten ist Woeste 234a.
7166 Zeichen · 176 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    schueppe

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer)

    schueppe s. schuope.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    ¹schüppef.

    Mittelniederdeutsches Wb.

    1 schüppe , f. , Werkzeug zum Graben und Schaufeln (Korn), Spaten, Schaufel; Schaufel Erde.

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schüppe

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    * Die Schüppe , ein im Niederdeutschen für Schaufel übliches Wort, S. dasselbe, und von der R. A. die Schüppe bekommen, …

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schüppe

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Schüppe , s. Schaufel .

  5. modern
    Dialekt
    Schüppe

    Rheinisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Schüppe das Wort ist allg., u. zwar Rhfrk šip, –e-, Mosfrk -e-, –ø- ; Pl. -bə(n) ; sonst šøp, Pl. -pə(n) [ Siegld , OAlt…

  6. Sprichwörter
    Schüppe

    Wander (Sprichwörter)

    Schüppe 1. Einem die Schüppe geben. Holl. : Iemand den schop geven. ( Harrebomée, II, 259 a . ) 2. Hä rüch no der Schöpp…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schueppe

96 Bildungen · 94 Erstglied · 1 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von schueppe 2 Komponenten

schu+eppe

schueppe setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schueppe‑ als Erstglied (30 von 94)

Schüppeaf

WWB

Schüppe-af Mann, der nicht beachtet wird und dem man gerne Untaten anhängt, die er auf sich nehmen soll ( Arn Hg).

Schüppegalge

WWB

schueppe·galge

Schüppe-galge m. 1. Person, die es versteht, sich immer im letzten Augenblick aus der Affäre zu ziehen ( Det Is ). — 2. falscher Kerl ( Höx …

Schüppelchen

RhWB

schueppel·chen

Schüppelchen šypəlχən, Pl. -χər WMosfrk in Prüm-Mützenich n.: verächtl. ein nur halb mit Heu oder Stroh beladener Wagen.

schüppeln

DWB

schuepp·eln

schüppeln , verb. , schieben, rollen, wälzen, rollend fortbewegen, fortrollen lassen, frequentativbildung zu schieben, vgl. auch schippeln (…

schüppelweise

DWB

schueppel·weise

schüppelweise , adv. haufenweise ( s. schüppel 2), oberdeutsch: die engl fliegn schüppelweis. kärnt. weihnachtslied bei Lexer 303 .

Schüppenachter

PfWB

schueppen·achter

Schüppen-achter m. : 'die Spielkarte Pik mit der Ziffer 8', Schippeachdeʳ [LU-Opp, verbr.]. Südhess. V 823 . —

Schüppenäs

WWB

schueppe·naes

Schüppen-äs n. [verstr.] Pik-Ass im Kartenspiel. — Ra.: Up Schüppenäß sitten in gespannter Erwartung verharren ( Bek Al ). Hä luet op Schüpp…

Schüppenas

PfWB

schueppe·nas

Schüppen-as f. u. n. : 'die Spielkarte Pikas', -as [ GH-Kand , mancherorts]; vgl. Aß , Schüppensau . Ich ruf die Sch. [ LU-Opp ]. RA.: Die h…

Schüppenauge

RhWB

schueppen·auge

Schüppenauge Schleid-Ahrhütte , Köln-Dünnwald Gleuel ; ferner NRip. Nfrk n.: Öse in der Schüppe.

Schüppenband

RhWB

schueppen·band

Schüppen-band (s. S.) Bernk-Neumag , Sieg-ODollend m.: runder Türbeschlag, der sich um die Angel bewegt.

schüppenbauer

DWB

schueppen·bauer

schüppenbauer , m. piquebube, fante di pali Kramer dict. 2, 682 c ; nd. schüppenbuur, auch bildlich von einem groben, ungehobelten menschen …

Schüppenblume

RhWB

schueppen·blume

Schüppen-blume -blō:m Sieg-Rhönd f.: Hirtentäschelkraut, capsella bursa pastoris, dessen Schötchen Düvelsschöppe heissen.

Schüppenboªr

WWB

Schüppen-boªr n. breiter, flacher Bohrer zum Aushöhlen von Holz (Werkzeug des Böttchers) ( WmWb ).

Schüppenbrett

RhWB

schueppen·brett

Schüppen-brett špbręt Grevbr-Kelzenbg , Kref-Ossum n.: 1. Verschliessbrett am Vorder- u. Hinterende des Wagenkastens, Schützbrett. — 2. übe…

Schüppenbrokke

WWB

Schüppen-brokke Rasenstück mit einigen Fingerdick Torf; im Ofen verbrannt ( Bor Ba).

Schüppenbube

PfWB

schueppen·bube

Schüppen-bube m. : 'die Spielkarte Pikbube', Schippebub [ Müller Luscht un Lewe 130, mancherorts]. Südhess. V 824 . —

Schüppenbūr

WWB

schueppen·bur

Schüppen-būr m. [verstr.] 1. Pik-Bube im Kartenspiel. — 2. Frau mit zu weiten Ärmeln oder zu breiter Schultergarnitur ( Dor Hö).

Schüppendame

PfWB

schueppen·dame

Schüppen-dame f. : 'die Spielkarte Pikdame', -dam [ RO-Dielkch , mancherorts]. Südhess. V 824 . —

Schüppendöll

RhWB

schueppen·doell

Schüppen-döll -- Neuss-Strabg , Kref-Linn m.: runde nach unten keilförmige Öse der Schüppe, in die der Stiel hineingefügt ist.

Schüppenelf(t)er

PfWB

schueppen·elfter

Schüppen-elf(t)er m. : 'fiktive Spielkarte Pik mit der Ziffer 11', in der RA.: Der macht e G'sicht wie e Schippeelfdeʳ [Pirmas], e Gesicht w…

schueppe als Zweitglied (1 von 1)

Ableitungen von schueppe (1 von 1)