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Saum

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Campe
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Saum Der

Bd. 4, Sp. 46a
Der Saum, — es, Mz. Säume; Vw. das Säumchen, O. D. Säumlein, ein Wort, welches in weitester Bedeutung eine Ausdehnung und Bewegung nach allen oder nach mehrern Seiten bezeichnet, besonders einer solchen, welche einen gewissen Laut, den man durch Saum, Sam auch bezeichnet, voraussetzt. 1) Eine Ausdehnung überhaupt, den Begriff einer Masse mit dem Nebenbegriffe der Schwere bezeichnet Saum im Handel und Wandel vieler O. D. Gegenden wo es ein Name eines Maßes, eines Gewichtes ist; wahrscheinlich ursprünglich so viel von einer Waare, als man auf ein gewisses Saum= oder Lastthier laden kann oder zu laden pflegt. So ist nach Mahler der Saum eine solche Last, als ein Roß tragen kann. I einigen O. D. Gegenden ist der Saum, ein Maß zu flüssigen Dingen, welches zuweilen einen halben Eimer beträgt. I Basel hält der Saum drei Ohm oder 96 alte oder 120 neue Port: in Bern 4 Eimer oder Brenten oder 100 Maß, und vier Saum machen daselbst ein Faß, 6 Saum aber ein Landfaß. I Zürich hält der Saum 1½ Eimer. I Österreich ist der Saum ein Handelsgewicht, welches 275 Pfund, in Botzen aber 400 Pfund wiegt. Besonders werden die wollenen Tücher fast durch ganz Deutschland nach Säumen gerechnet, wo dann der Saum in Wien, Nürnberg, Ulm, Frankfurt am Main, Berlin, in Sachsen, Schlesien  allemahl 22 Tücher oder Stücke Tuch, jedes von 32 Ellen beträgt. I Braunschweigschen heißt ein solcher Saum ein Stück. Auf dem Harze ist der Saum ein Kohlenmaß, welches so viel Kohlen hält, daß ein Pferd zwei solche Maß Kohlen tragen kann. Steht ein Zahlwort vor Saum, so bleibt es wie andre Wörter dieser Art in der Mehrzahl unverändert. S. Saumthier. Uneigentlich, ein Hinderniß, das aufhält, wie schwere, lästige Dinge zu thun pflegen. Daher säumen, Säumniß  2) Eine Ausdehnung in die Länge, was aber nur in engerer Bedeutung von dem Ende der Ausdehnung eines Dinges, von dem Rande gebraucht wird. So wird es Jer. 13, 22: »Deine Säume sind dir aufgedeckt,« von dem Rande der Kleidungsstücke gebraucht. So ist der Saum an den gestrickten Garnen eine Schnur oder ein starker Faden, welcher durch die Maschen am Rande des Garnes gezogen wird. An den Segeln nennt man die Seile oder Taue, welche zur Verstärkung der Segel längs dem Rande derselben befestiget werden, Säume. Am Pferdehufe ist der Saum der Streifen, welcher oben um den Huf zwischen dem Horne und Fleische herumgehet; auch der Preis, die Krone. So wird Saum in der höhern Schreibart oft für Rand, das Äußerste eines Dinges überhaupt gebraucht. »Ein goldener Saum verliert sich am Ende der Flügel (des Schmetterlinges) ins Grüne.« Geßner. »Hier steh ich an dem Saum einer Felsenwand, und seh' ins niedere Thal.« Ders. Auf einem perlenhellen Wagen Wird der Monarch der Wasserwelt Hoch auf dem Saum der Flut getragen. Ramler. I der Naturbeschreibung wird auch der am Rande sich herumziehende Theil einer Fläche, welcher das Mittelfeld einschließt, der Saum (Limbus) genannt. Bei den Schnecken ist der Saum (Limbus) die Gegend der Oberseite oder der Inenseite der Schale, welche innerhalb des Randes sich herumzieht. I der Pflanzenlehre ist der Saum (Limbus) der Obertheil oder Oberrand der einblattigen Blumenkrone. Iliger. I engerer Bedeutung ist der Saum ein um gebogener oder umgeschlagener Rand. So machen die Näherinnen und Schneider einen Saum, wenn sie den Rand eines Stückes Zeug umschlagen und fest nähen. Ein breiter Saum wird er genannt, wenn das Ende zweimahl niedergebogen und der inwendige Rand des Buges niedergenähet wird. Bei den Hufschmieden ist der Saum der umgeschlagene Rand an einem Pferdehufe Auf den Blechhämmern wird die zusammengeschlagene Seite der Stürzlein oder geschmiedeten Eisenplatten ebenfalls der Saum genannt. I N. D. lautet dies Wort Soom. 3) Das Säumchen, in der Naturbeschreibung der Name einiger Trompeten= oder Posaunenschnekken. Das doppelte Säumchen im mittelländischen Meere ; ein Schwanzhorn (Buccinum decussatum L); auch flache gestrickte Sturmhaube. Das geflochtene oder gefaltete Säumchen (Buccinum erinaceus L.) im Amerikanischen und Idischen Meere, ein Zackenhorn; auch der Iel.
4087 Zeichen · 50 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    4. Saum

    Adelung (1793–1801) · +7 Parallelbelege

    4. Der Saum , des -es, plur. die Säume, in manchen Gegenden auch Saume, ein Wort, welches zunächst den Begriff der Masse…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Saum

    Goethe-Wörterbuch

    Saum Mehrzahl der über 150 Belege im Bereich der Farbenlehre (Pkt 3) 1) 1 Einfassung, Umrandung, mBez auf Kleidungsstück…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Saum

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Saum , Rand, Einfassung; schweiz. Hohlmaß = 100 Maß = 150 Litres; österr. Handelsgewicht = 4.76 Zollctr.; in Schlesien 2…

  4. modern
    Dialekt
    Saum

    Rheinisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Saum das Wort ist allg., u. zwar Rhfrk sām, Pl. -E-, auch SSaarl , Merz , Saarbg-Kanzem Kastel Nohn Taben Wavern Wehinge…

  5. Sprichwörter
    Saum

    Wander (Sprichwörter)

    Saum 1. Man kann vom Saum wol aufs Webe schliessen. Lat. : E fimbria de texto judico. ( Tappius, 85 b ; Erasmus, 155. ) …

  6. Spezial
    Saum

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Saum m. (-[e]s, Säume) 1 (eingenähter Stoffrand) cujidöra (-res) f. 2 (Besatz) ur (urs) m. , alzëta (-tes) f. 3 (Rand) u…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit saum

189 Bildungen · 173 Erstglied · 13 Zweitglied · 3 Ableitungen

saum‑ als Erstglied (30 von 173)

Saum I

Idiotikon

Saum I Band 7, Spalte 943 Saum I 7,943

Saum II

Idiotikon

Saum II Band 7, Spalte 944 Saum II 7,944

Saumband

SHW

Saum-band Band 5, Spalte 113-114

Saumeiche

SHW

Saum-eiche Band 5, Spalte 113-114

saumselig

SHW

saum-selig Band 5, Spalte 115-116

Saumsiedel

SHW

Saum-siedel Band 5, Spalte 115-116

Saumsieder

SHW

Saum-sieder Band 5, Spalte 115-116

Saumstich

SHW

Saum-stich Band 5, Spalte 115-116

Saumtier

SHW

Saum-tier Band 5, Spalte 115-116

Saumärg

RhWB

Sau-märg -mę·r.χ Schleid-Ripsd , Bo-Witterschlick n.: verächtl. schmutziges Weib.

saumäßig

PfWB

sauma·essig

sau-mäßig Adj. : 1. 'sehr schlecht, miserabel', saumäßich (saumEsiχ, -mēsiχ) [mancherorts], -meeßisch [ Henn Mda.-Int. 64]; vgl. saumiserabe…

saumäszig

DWB

saum·aeszig

saumäszig , adj. nach art einer sau, in vulgärer rede als verstärkender zusatz Schöpf 582 : eine saumäszige hitze u. ähnl.

Saumätteschen

RhWB

Sau-mättes-chen -mędəsχə Koch-Stdt n.: Zaunkönig.

saumagen

DWB

saum·agen

saumagen , m. 1 1) eigentlich der magen einer sau: wir thaten wie erfahrene leut, die aller mägen gelegenheit erkanndten, und wol wuszten, d…

Saumagengrundbirne

PfWB

saumagen·grundbirne

Saumagen-grundbirne f. : 'klein gewürfelt geschnittene Kartoffel zur Zubereitung von Saumagen 2', nur Pl. Saumaaegrumbeere, -maache-, -mage-…

Saumagenhaube

PfWB

saumagen·haube

Saumagen-haube f. : 'veraltete Frauenhaube', Saumaaehaub [ KU-Wolfst ], Saumaa- [KL-Fischb ( Kleeberger 124) Schandein Sprachsch. 80]; vgl. …

Saumagenkattun

PfWB

saumagen·kattun

Saumagen-kattun m. : 'Kattun, aus dem man die Saumagen 3 genannten Hauben fertigte', Saumaachekattun [ NW-Meckh ].

Saumagerei

RhWB

Sau-magerei Sieg , MülhRh f.: verächtl. Schmutz, unsittliches Verhalten, Zoterei.

saumagieren

DWB

sauma·gieren

saumagieren , verb. , scherzhafte bildung ( vgl. saumagen 2, a ): auff hochzeiten, mezigerkeuffen, unnd fürnemlich bey dem kottfleisch, da g…

Saumagkappe

RhWB

Sau-magkappe sǫumākap Saarbr f.: eine Art Haube.

Saumaise

Meyers

sauma·ise

Saumaise (spr. ßomäs'), Claude de , s. Salmasius .

Saumalk

RhWB

saum·alk

Sau-malk -malək Koch , Daun , Prüm-Steffeln ; zę·i.- Daun-Strohn m. f.: Kohlgänsedistel, sonchus oleraceus.

saumandel

DWB

sau·mandel

saumandel , f. die knollige platterbse, lathyrus tuberosus, auch erdnusz, erdmandel, saubrod. Nemnich.

Saumark

RhWB

saum·ark

Sau-mark -marək Aden-Nürbg ; -męrək Schleid-Lommersd , Monsch-Witzerath ; zø·y.męrəck MüEif ; -męrəkəl Schleid-Sötenich ; zø·y.smęrək Rheinb…

saum als Zweitglied (13 von 13)

Holsaum

Idiotikon

hol·saum

Holsaum Band 7, Spalte 943 Holsaum 7,943

Löchlisaum

Idiotikon

Löchlisaum Band 7, Spalte 943 Löchlisaum 7,943

quersaum

DWB

quer·saum

quersaum , m. ein der quere, der breite nach gehender saum Adelung.

Roßsaum

DRW

roß·saum

Roßsaum, m. wie Roßlast zwilich, loden ... tücher ..., geit ain rössam viii gr. um 1420 QZollwTirol 71 von ainem röszsämb stachel 12 ₰ 1493 …

Schindelsaum

DRW

schindel·saum

Schindelsaum, m. zu 1Saum (II) Saumlast von Schindeln (II) vgl. Ölsaum [Zolltarif:] von ainem schintel sauom acht perner 1314 QZollwTirol 60

Wī(n)saum

Idiotikon

Wī(n)saum Band 7, Spalte 949 Wī(n)saum 7,949

Ölsaum

DRW

Ölsaum, m. eine Saumlast Öl von ainem rosse von L. sol man geben ain zwainziger, von einem oelsauom ain schillinch berner 1314 QZollwTirol 6…

Ableitungen von saum (3 von 3)

Saume

RhWB

Saume zu mhd. soum m. Last eines Saumtieres, Last als Mass f.: 1. sām, Pl. -mə langgestreckter Heuhaufen (es sind deren zwei), auf die das f…

Versaum

RhWB

Ver-saum -zūm Kemp Sg. t. m.: das Versäumen, Nachlässigkeit; dat kömmp dor V.

versaumen

DWB

versaumen , n. , subst. infin. des vorigen: ist das nicht ein grobes versaumens an unserem herren, dasz er soviel gelitten hat und nicht das…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „saum". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 9. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/saum/campe?formid=S01416
MLA
Cotta, Marcel. „saum". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/saum/campe?formid=S01416. Abgerufen 9. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „saum". lautwandel.de. Zugegriffen 9. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/saum/campe?formid=S01416.
BibTeX
@misc{lautwandel_saum_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
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  urldate      = {2026-05-09},
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