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Ober

ahd. bis spez. · 19 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Campe
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31 in 19 Wb.
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Ober adj

Bd. 3, Sp. 531a
Ober, — ste. 1) adj. Oben seiend, oben befindlich; in Gegensatz von unter. Die obere Seite, die von der Erde am meisten entfernte, die nach dem Himmel zu gerichtete. Die obere Fläche, der obere Theil eines Dinges. Das obere Stockwerk, das oben über dem Erdgeschosse befindliche. Die obern Zimmer, die im obern Stockwerke. Das oberste Stockwerk, das oben über allen übrigen ist. Das Oberste, das ganz oben Befindliche. Das Oberste von der Milch, der Rahm oder die Sahne; im Österreichischen und Fränkischen ≠ das Obers. So auch von Erdflächen und Ländern, vom Mittelpunkte der Erde weiter entfernt, als andere daran grenzende oder damit zusammenhangende, näher nach dem Gebirge und dem Ursprunge der Flüsse zu; in Gegensatz von Nieder. Der obere Theil des Berges. Das obere Deutschland. Die obere See. Die obere Stadt. Besonders in Zusammensetzungen. Oberdeutschland, Obersachsen, Oberungarn, Oberelsaß, Oberitalien, der Oberrhein  Der zweite Grad oder erste Steigerungsgrad ist wegen der unangenehmen Häufung der r nicht gebräuchlich, und man begnügt sich entweder mit dem ersten Grade ober, oder man druckt ihn auf andere Art aus. So sagt man nicht die oberen Stufen die zwischen denen, die schon höher liegen als die untersten, und zwischen den obersten befindlichen zu bezeichnen, sondern die obern Stufen, wo dieses obern sowol der zusammengezogene erste Steigerungsgrad als auch der Untergrad sein kann. Andere haben ober selbst für den ersten Steigerungsgrad eines im untern Grade unbekannten Wortes gehalten, welches eben so irrig wäre, als wenn man äußer, hinter, nieder, vorder,  für erste Steigerungsgrade halten wollte. Als Umstandwort kömmt es nur im zweiten oder höchsten Steigerungsgrade vor. Das Unterste zu oberst kehren. »Jetzt gingen sie zu oberst auf dem Hügel in die Laube.« Geßner. Uneigentlich. (1) Eine höhere Würde, höhern Rang habend; in Gegensatz von nieder und unter. Die obern Stände. Die obern Schulen, die hohen. Die obern Klassen in einer Schule, die ersten, in welchen den kenntnißreichern Schülern höhere Sprachkenntniß und Wissenschaft gelehrt wird, als in den untern oder niedern Klassen. Die oberste Stelle einnehmen. Die obere Gerichtbarkeit. S. Nieder. Die obern Götter, die vornehmsten, mächtigsten, welche den Rang über niedere Götter und Halbgötter haben. Diese Bedeutung hat das Ober in vielen Zusammensetzungen, welche zum Theil auch mit dem zweiten Steigerungsgrade Oberst gebildet werden, z. B. Oberamt, Oberaufseher, Oberbefehl, Oberhofmeister, Oberjägermeister und Oberstjägermeister  * * Die oberste Nacht, die Nacht vor dem Dreikönigstage; der oberste Tag, der Tag der Erscheinung Kristi. (2) Eine größere Gewalt habend, über alle Andere gesetzt; in Gegensatz von unter. Die oberste Gewalt, die höchste. »Der oberste Vergelter.« Sir. 3, 34. »Gott unser oberster Herr und Gebieter.« Gellert. Die obern Befehlshaber. Die Obern gebraucht man auch allein für Personen, welche über Andere gesetzt oder einer Sache vorgesetzt sind, und darüber zu befehlen haben. Mit Bewilligung der Obern. Den Obern Gehorsam leisten. Ih bin nicht sein Oberer. Ein Oberer. I weiterer Bedeutung überhaupt für, über Andere erhobene mächtige Wesen. So werden die Götter auch die Obern genannt. Doch wenn die Oberen dies anschaun, wenn Mächte der Götter Etwas noch sind — — Voß. I Kartenspiele ist der Obere, oder gewöhnlicher der Ober, — s, Mz. gl. das Bild eines Mannes auf einer Karte, welcher dem Range und der Gewalt nach auf den König folgt, und der Karte, auf welcher er stehet, Macht ertheilet, alle unter ihr stehende Karten zu stechen. Die Obersten der Gemeine, im Volke  die Vornehmsten, obrigkeitliche Personen, welche die höchste Gewalt haben. Der Oberste über den reisigen Zeug, oder der Feldoberste war ehemahls ein Oberanführer bei der Reiterei (General von der Cavalerie). Jetzt ist der Oberste der erste und Vornehmste unter den Hauptleuten, der Vorgesetzte einer ganzen Schaar (Colonel), wo es häufig genug aber fehlerhaft Obriste geschrieben wird. 2) ≠ Als Verhältnißwort, in manchen O. D. Gegenden für, über. Ober uns
4082 Zeichen · 61 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    ober

    Althochdeutsches Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    ober s. ubar.

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    ober

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +8 Parallelbelege

    ober in mitteldeutschen quellen öfter für über, z. b. myst. 76,23. 101, 21. 203,12. vgl. stat. d. d. ord., glossar u. a.…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Ober

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Ober , das Beywort des vorigen Nebenwortes, welches, Einen Fall ausgenommen, in der adverbischen Form nicht üblich ist, …

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    ober

    Goethe-Wörterbuch

    ober Präp mit Dat: oberhalb (von etw), über etw; auch: höher bzw weiter oben befindlich, an topographisch höher gelegene…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Ober

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Ober und Unter ( Wenzel ), Figuren der deutschen Spielkarte (s. d.).

  6. modern
    Dialekt
    ober

    Bayerisches Wörterbuch · +9 Parallelbelege

    ober Band 1, Spalte 1,38f.

  7. Spezial
    ober

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    ober praep. (oberhalb, über) sura.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit ober

1.964 Bildungen · 1.916 Erstglied · 41 Zweitglied · 7 Ableitungen

ober‑ als Erstglied (30 von 1.916)

ober thecto

KöblerAhd

ober thecto , ? nhd. ? ne. ? Q.: Gl (10. Jh.) E.: Bedeutung und Herkunft ungeklärt L.: Karg-Gasterstädt/Frings 7, 31 (ober thecto)

Oberanzug

SHW

Ober-anzug Band 4, Spalte 1041-1042

Oberarm

SHW

Ober-arm Band 4, Spalte 1041-1042

Oberau

SHW

Ober-au Band 4, Spalte 1041-1042

Oberbaiaß

SHW

Ober-baiaß Band 4, Spalte 1041-1042

Oberballes

SHW

Ober-balles Band 4, Spalte 1041-1042

Oberbarnes

SHW

Ober-barnes Band 4, Spalte 1041-1042

Oberbaum

SHW

Ober-baum Band 4, Spalte 1041-1042

Oberbein

SHW

Ober-bein Band 4, Spalte 1041-1042

Oberbertes

SHW

Ober-bertes Band 4, Spalte 1041-1042

Oberbett

SHW

Ober-bett Band 4, Spalte 1041-1042

Oberbitze

SHW

Ober-bitze Band 4, Spalte 1041-1042

Oberboden

SHW

Ober-boden Band 4, Spalte 1041-1042

Oberbruch

SHW

Ober-bruch Band 4, Spalte 1041-1042

Oberbrunnen

SHW

Ober-brunnen Band 4, Spalte 1041-1042

Oberbrücke

SHW

Ober-brücke Band 4, Spalte 1041-1042

Oberbulle

SHW

Ober-bulle Band 4, Spalte 1041-1042

Oberbusch

SHW

Ober-busch Band 4, Spalte 1041-1042

Oberbutzen

SHW

Ober-butzen Band 4, Spalte 1041-1042

Oberbuxe

SHW

Ober-buxe Band 4, Spalte 1041-1042

Oberbärnes

SHW

Ober-bärnes Band 4, Spalte 1041-1042

Oberbühl

SHW

Ober-bühl Band 4, Spalte 1041-1042

Oberdorf

SHW

Ober-dorf Band 4, Spalte 1041-1042

ober als Zweitglied (30 von 41)

Auslober

DRW

aus·lober

Auslober promissor oder auslober 1669 Wigand,Minden II 314 Faksimile

Bleyzinnober

Adelung

bley·zinnober

Der Bleyzinnober , des -s, plur. inus. ein Zinnober, welchen man erhält, wenn man Bleybutter destilliret hat, und das Feuer noch einige Stun…

Chober

Idiotikon

Chober Band 3, Spalte 110 Chober 3,110

forsthuober

Lexer

forst-huober stm. Gr.w. 2,80. 6,563.

G(e)stober

Idiotikon

G(e)stober Band 10, Spalte 1099 G(e)stober -ö- 10,1099

gelober

DWB

gelo·ber

gelober , m. promissor, sponsor, stipulator Stieler 1170 , glober, gluber voc. 1482 l ij a , gelober, geluber sponsor, stipulator. ii ij b ,…

Grober

Wander

gro·ber

Grober 1. Bei den groben wirdt man grob, bei den höfflichen erlangt man lob. – Henisch, 1749, 9; Petri, II, 42; Lehmann, 810, 19. Dän. : Hos…

Heu(w)schober

Idiotikon

Heu(w)schober Band 8, Spalte 82 Heu(w)schober 8,82 o.

heuschober

DWB

heu·schober

heuschober , m. aufgeschichteter haufe heus auf der wiese, heufeime: clibanus, cumulus feni heuschober Dief. 127 b ; mit einem anblick wolte…

houbethuober

Lexer

houbet-huober stm. haupt-, oberhuber Gr.w. 4,116. vgl. hôchhuober.

huober

KöblerMhd

huo·ber

huober , st. M. Vw.: s. huobære

höuschober

KöblerMhd

höuschober , st. M. nhd. Heuschober Hw.: s. höuschoche E.: s. höuwe, schober W.: nhd. Heuschober, M., Heuschober, DW 10, 1291 L.: Lexer 93c …

hōchhuober

KöblerMhd

hōchhuober , st. M. Vw.: s. hōchhuobære*

inhuober

Lexer

in-huober stm. gegens. zu ûʒhuober Gr.w. 5, 626.

Jakober

Idiotikon

jako·ber

Jakober Band 1, Spalte 370 Jakober 1,370

Kabober

Idiotikon

Kabober Band 3, Spalte 100 Kabober 3,100

līnwober

KöblerMhd

līnwober , st. M. Vw.: s. līnwebære

melzuober

KöblerMhd

mel·zuober

melzuober , st. M. nhd. Mehlzuber E.: s. mel, zuober W.: nhd. Mehlzuber, M., Mehlzuber, DW- L.: Lexer 137c (melzuober)

Mitgelober

DRW

mit·gelober

Mitgelober, m. zu Gelober (I) wer mit anderen eine rechtliche Verpflichtung eingeht, Gesamtschuldner vgl. Mitlober [Geldschuld:] unde seczin…

Mitlober

Campe

mit·lober

Der Mitlober , — s, Mz . gl. der zugleich mit Andern etwas lobt. Ehemahls, der zugleich mit Andern etwas gelobet, verspricht. Haltaus.

october

DWB

october , oktober , m. der zehnte monat im jahre, entlehnt aus lat. october ( d. i. der achte monat des altröm. kalenders ). mhd. october un…

prober

DWB

pro·ber

prober , m. , mnd. prover, einer der etwas probt, untersucht Stieler 1483 ; ein instrument zum untersuchen, um wie viel ein flüssiger körper…

schober

DWB

scho·ber

schober , m. 1 1) aufgeschichteter haufen, besonders von heu, stroh, korn, wol eine ableitung zu schieben, wie auch schaub, also das zusamme…

Spießglaszinnober

Adelung

spiessglas·zinnober

Der Spießglaszinnober , des -s, plur. inusit. eben daselbst, eine schwärzliche Masse, welche sich in der Destillation der Spießglasbutter su…

Ableitungen von ober (7 von 7)

beoberen

KöblerMhd

beoberen , sw. V. nhd. erübrigen, gewinnen E.: s. be, oberen W.: nhd. DW- L.: Lexer 14c (beoberen)

eroberen

Lexer

er-oberen swv. tr. übertreffen, überwinden. die angriff erobern und aufhalten Uschb. 4 ; erübrigen, etlich gelt, das sie von erobert hetten …

eroberlich

DWB

eroberlich , expugnabilis, bezwinglich.

eroberung

DWB

eroberung , f. expugnatio, occupatio, fr. conquête. Dasypodius 198 c . Maaler 115 d ; grosze eroberungen befestigten sein reich; sie macht v…

geobere

BMZ

geobere , gobere swv. dasselbe was ich obere. des mohten si niht goberen (: koberen) W. Wh. 33,30.

geoberen

Lexer

ge-oberen , goberen swv. BMZ einem geob., über ihn die oberhand gewinnen Chr. 5. 90,1 ; tr. Wwh.

obere

DWB

obere , m. , s. ober A, I, 4.

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „ober". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 9. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/ober/campe
MLA
Cotta, Marcel. „ober". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/ober/campe. Abgerufen 9. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „ober". lautwandel.de. Zugegriffen 9. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/ober/campe.
BibTeX
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