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Ober

ahd. bis spez. · 19 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
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31 in 19 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Ober

Bd. 3, Sp. 556
Ober, das Beywort des vorigen Nebenwortes, welches, Einen Fall ausgenommen, in der adverbischen Form nicht üblich ist, und im Comparat. oberer, und im Superlat. oberste hat, was oben ist, im Gegensatze des unter. 1. Eigentlich, wo es nicht schlechthin von der Oberfläche der Erde oder ihrem Mittelpuncte mehr entfernet, als ein anderes Ding, bedeutet, welchen Begriff man durch hoch ausdruckt, sondern alle Mahl den von der Erdfläche oder dem Mittelpuncte der Erde am meisten entfernten Theil eines Dinges bezeichnet, im Gegensatze des unter. Die obere Fläche eines Dinges. Das obere Stock oder oberste Stock im Hause. Die obern Zimmer. Der obere oder oberste Theil. Der oberste Gipfel. Der obere Gang. Der obere Mühlstein, der oberste. Auf dem obersten Boden.[] Ingleichen von Ländern und Erdflächen, näher nach dem Gebirge und dem Ursprunge der Flüsse zu; im Gegensatze des nieder und unter. Das obere Deutschland. Der obere Teich. Das obere Thor. Am häufigsten in den Zusammensetzungen Ober-Sachsen, Ober-Baiern, Ober-Ungarn, Ober-Italien, Ober-Deutschland u. s. f. Man hält dieses Beywort eben so irrig für den Comparativ, dem der Positiv fehlet, als man bisher außer, hinter, vorder u. s. f. dafür gehalten hat, S. Hinter und Nieder, indem die dort angeführten Gründe auch von diesem Worte gelten. Mit mehrerm Grunde könnte man behaupten, daß es keinen Comparativ habe, oder vielmehr, daß der Comparativ, bey der heutigen eingeschränkten Bedeutung des Wortes, nicht gangbar sey. Ehedem, da es überhaupt hoch bedeutete, hatte es allerdings einen Comparativ, der noch bey dem Notker oberroro lautet. Jetzt, da man es nur von der von dem Mittelpuncte am meisten entfernten Fläche eines Dinges, oder von einem solchen Theile eines Ganzen gebraucht, im Gegensatze des unter, fällt der Comparativ der Natur der Sache nach, weg, und auch der Superlativ würde überflüssig seyn, wenn man ihn nicht, vermuthlich um des Nachdruckes willen, behalten hätte. Der obere Stock ist so viel wie der oberste. Indessen, da die obern Theile eines Dinges wieder ihre Stufen haben, so kann es seyn, daß der Comparativ um des Wohllautes willen oft in den Positiv zusammen gezogen wird. So finden unter den obern Zimmern eines Hauses doch immer noch oberste Zimmer Statt. Ober ist als ein Nebenwort so wenig üblich, als hinter, außer, vorder, u. s. f. denn dafür haben diese Wörter ihre eigenen Nebenwörter auf -en, hinten, außen, vornen, oben. Indessen wird doch der Superlativ im gemeinen Leben oft als ein Nebenwort gebraucht. Das unterste zu oberst kehren. Alleroberst auf dem Berge, oben auf dem höchsten Gipfel. Jetzt gingen sie zu oberst auf dem Hügel in die Laube, Geßn. 2. Figürlich. 1) Der Würde, dem Range nach; im Gegensatze des nieder und zuweilen auch des unter. Die obern Classen in einer Schule, die höhern, zum Unterschiede von den niedern oder untern. Die obere Gerichtbarkeit, im Gegensatze der niedern. Die obern Schulen, die höhern, im Gegensatze der untern. Die oberste Stelle haben. Wohin auch eine Menge Zusammensetzungen gehören, in welchen eine Person oder Sache der mit unter zusammen gesetzten entgegen gesetzet ist, S. eine Probe davon im folgenden. In vielen Gegenden ist in diesen Zusammensetzungen statt des Ober- auch der Superlativ Oberst-, ehedem Obrist-, üblich; der Oberjägermeister und Oberstjägermeister. Von der sittlichen Würde ist nicht ober sondern hoch und erhaben üblich. 2) Der Gewalt nach; gleichfalls im Gegensatze des unter. Die oberste Gewalt, die höchste. Der oberste Vergelter, Sir. 3, 34. Gott unser oberster Herr und Gebiether, Gell. Die Obern, d. i. die Vorgesetzten, Personen, welche uns zu befehlen haben. Den Obern gehorsam seyn. Er ist mein Oberer, mein Vorgesetzter. In der Deutschen Karte ist der Obere und zusammen gezogen der Ober, im Gegensatze des Untern, das was in der Französischen Karte die Dame ist. Der Oberste bedeutet eigentlich denjenigen, welcher unter mehrern die höchste Gewalt hat. Daher sind in der Deutschen Bibel die Obersten der Gemeine, die Obersten im Volke, die Obersten der Jüden u. s. f. die obrigkeitlichen Personen, die Vornehmsten, die Obern. Der Feldoberste, oder der Oberste über den reisigen Zeug, war bey der ehemahligen Kriegsverfassung der Deutschen das, was jetzt ein General von der Cavallerie ist. Jetzt ist bey den Kriegsheeren der Oberste der erste und vornehmste[] unter den Hauptleuten, der Vorgesetzte eines Regimentes, Franz. Colonel, wo dieses Wort mit der Oberdeutschen Versetzung des r zwar oft, aber deßwegen nicht minder fehlerhaft, Obriste geschrieben und gesprochen wird. Anm. Bey dem Ottfried obor, und im Superlativ oberosta, im Angels. ober, ufer, yfera, im Engl. over, upper, im Nieders. upper, im Schwed. öfver. Es ist von dem veralteten ob, oben, und der adjectivischen Endung -er gebildet, wie nieder von nied und -er, S. Nieder. Es war ehedem auch ein Vorwort, in welcher Gestalt es aber nunmehr bey uns über lautet, S. dieses Wort. In einigen Oberdeutschen Gegenden ist für über noch ober üblich; ober uns, über uns. Im Österreichischen bedeutet das Obers eigentlich das Oberste, den Milchrahm, die Sahne.
5129 Zeichen · 81 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    ober

    Althochdeutsches Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    ober s. ubar.

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    ober

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +8 Parallelbelege

    ober in mitteldeutschen quellen öfter für über, z. b. myst. 76,23. 101, 21. 203,12. vgl. stat. d. d. ord., glossar u. a.…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Ober

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Ober , das Beywort des vorigen Nebenwortes, welches, Einen Fall ausgenommen, in der adverbischen Form nicht üblich ist, …

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    ober

    Goethe-Wörterbuch

    ober Präp mit Dat: oberhalb (von etw), über etw; auch: höher bzw weiter oben befindlich, an topographisch höher gelegene…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Ober

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Ober und Unter ( Wenzel ), Figuren der deutschen Spielkarte (s. d.).

  6. modern
    Dialekt
    ober

    Bayerisches Wörterbuch · +9 Parallelbelege

    ober Band 1, Spalte 1,38f.

  7. Spezial
    ober

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    ober praep. (oberhalb, über) sura.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit ober

1.964 Bildungen · 1.916 Erstglied · 41 Zweitglied · 7 Ableitungen

ober‑ als Erstglied (30 von 1.916)

ober thecto

KöblerAhd

ober thecto , ? nhd. ? ne. ? Q.: Gl (10. Jh.) E.: Bedeutung und Herkunft ungeklärt L.: Karg-Gasterstädt/Frings 7, 31 (ober thecto)

Oberanzug

SHW

Ober-anzug Band 4, Spalte 1041-1042

Oberarm

SHW

Ober-arm Band 4, Spalte 1041-1042

Oberau

SHW

Ober-au Band 4, Spalte 1041-1042

Oberbaiaß

SHW

Ober-baiaß Band 4, Spalte 1041-1042

Oberballes

SHW

Ober-balles Band 4, Spalte 1041-1042

Oberbarnes

SHW

Ober-barnes Band 4, Spalte 1041-1042

Oberbaum

SHW

Ober-baum Band 4, Spalte 1041-1042

Oberbein

SHW

Ober-bein Band 4, Spalte 1041-1042

Oberbertes

SHW

Ober-bertes Band 4, Spalte 1041-1042

Oberbett

SHW

Ober-bett Band 4, Spalte 1041-1042

Oberbitze

SHW

Ober-bitze Band 4, Spalte 1041-1042

Oberboden

SHW

Ober-boden Band 4, Spalte 1041-1042

Oberbruch

SHW

Ober-bruch Band 4, Spalte 1041-1042

Oberbrunnen

SHW

Ober-brunnen Band 4, Spalte 1041-1042

Oberbrücke

SHW

Ober-brücke Band 4, Spalte 1041-1042

Oberbulle

SHW

Ober-bulle Band 4, Spalte 1041-1042

Oberbusch

SHW

Ober-busch Band 4, Spalte 1041-1042

Oberbutzen

SHW

Ober-butzen Band 4, Spalte 1041-1042

Oberbuxe

SHW

Ober-buxe Band 4, Spalte 1041-1042

Oberbärnes

SHW

Ober-bärnes Band 4, Spalte 1041-1042

Oberbühl

SHW

Ober-bühl Band 4, Spalte 1041-1042

Oberdorf

SHW

Ober-dorf Band 4, Spalte 1041-1042

ober als Zweitglied (30 von 41)

Auslober

DRW

aus·lober

Auslober promissor oder auslober 1669 Wigand,Minden II 314 Faksimile

Bleyzinnober

Adelung

bley·zinnober

Der Bleyzinnober , des -s, plur. inus. ein Zinnober, welchen man erhält, wenn man Bleybutter destilliret hat, und das Feuer noch einige Stun…

Chober

Idiotikon

Chober Band 3, Spalte 110 Chober 3,110

forsthuober

Lexer

forst-huober stm. Gr.w. 2,80. 6,563.

G(e)stober

Idiotikon

G(e)stober Band 10, Spalte 1099 G(e)stober -ö- 10,1099

gelober

DWB

gelo·ber

gelober , m. promissor, sponsor, stipulator Stieler 1170 , glober, gluber voc. 1482 l ij a , gelober, geluber sponsor, stipulator. ii ij b ,…

Grober

Wander

gro·ber

Grober 1. Bei den groben wirdt man grob, bei den höfflichen erlangt man lob. – Henisch, 1749, 9; Petri, II, 42; Lehmann, 810, 19. Dän. : Hos…

Heu(w)schober

Idiotikon

Heu(w)schober Band 8, Spalte 82 Heu(w)schober 8,82 o.

heuschober

DWB

heu·schober

heuschober , m. aufgeschichteter haufe heus auf der wiese, heufeime: clibanus, cumulus feni heuschober Dief. 127 b ; mit einem anblick wolte…

houbethuober

Lexer

houbet-huober stm. haupt-, oberhuber Gr.w. 4,116. vgl. hôchhuober.

huober

KöblerMhd

huo·ber

huober , st. M. Vw.: s. huobære

höuschober

KöblerMhd

höuschober , st. M. nhd. Heuschober Hw.: s. höuschoche E.: s. höuwe, schober W.: nhd. Heuschober, M., Heuschober, DW 10, 1291 L.: Lexer 93c …

hōchhuober

KöblerMhd

hōchhuober , st. M. Vw.: s. hōchhuobære*

inhuober

Lexer

in-huober stm. gegens. zu ûʒhuober Gr.w. 5, 626.

Jakober

Idiotikon

jako·ber

Jakober Band 1, Spalte 370 Jakober 1,370

Kabober

Idiotikon

Kabober Band 3, Spalte 100 Kabober 3,100

līnwober

KöblerMhd

līnwober , st. M. Vw.: s. līnwebære

melzuober

KöblerMhd

mel·zuober

melzuober , st. M. nhd. Mehlzuber E.: s. mel, zuober W.: nhd. Mehlzuber, M., Mehlzuber, DW- L.: Lexer 137c (melzuober)

Mitgelober

DRW

mit·gelober

Mitgelober, m. zu Gelober (I) wer mit anderen eine rechtliche Verpflichtung eingeht, Gesamtschuldner vgl. Mitlober [Geldschuld:] unde seczin…

Mitlober

Campe

mit·lober

Der Mitlober , — s, Mz . gl. der zugleich mit Andern etwas lobt. Ehemahls, der zugleich mit Andern etwas gelobet, verspricht. Haltaus.

october

DWB

october , oktober , m. der zehnte monat im jahre, entlehnt aus lat. october ( d. i. der achte monat des altröm. kalenders ). mhd. october un…

prober

DWB

pro·ber

prober , m. , mnd. prover, einer der etwas probt, untersucht Stieler 1483 ; ein instrument zum untersuchen, um wie viel ein flüssiger körper…

schober

DWB

scho·ber

schober , m. 1 1) aufgeschichteter haufen, besonders von heu, stroh, korn, wol eine ableitung zu schieben, wie auch schaub, also das zusamme…

Spießglaszinnober

Adelung

spiessglas·zinnober

Der Spießglaszinnober , des -s, plur. inusit. eben daselbst, eine schwärzliche Masse, welche sich in der Destillation der Spießglasbutter su…

Ableitungen von ober (7 von 7)

beoberen

KöblerMhd

beoberen , sw. V. nhd. erübrigen, gewinnen E.: s. be, oberen W.: nhd. DW- L.: Lexer 14c (beoberen)

eroberen

Lexer

er-oberen swv. tr. übertreffen, überwinden. die angriff erobern und aufhalten Uschb. 4 ; erübrigen, etlich gelt, das sie von erobert hetten …

eroberlich

DWB

eroberlich , expugnabilis, bezwinglich.

eroberung

DWB

eroberung , f. expugnatio, occupatio, fr. conquête. Dasypodius 198 c . Maaler 115 d ; grosze eroberungen befestigten sein reich; sie macht v…

geobere

BMZ

geobere , gobere swv. dasselbe was ich obere. des mohten si niht goberen (: koberen) W. Wh. 33,30.

geoberen

Lexer

ge-oberen , goberen swv. BMZ einem geob., über ihn die oberhand gewinnen Chr. 5. 90,1 ; tr. Wwh.

obere

DWB

obere , m. , s. ober A, I, 4.

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „ober". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 9. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/ober/adelung
MLA
Cotta, Marcel. „ober". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/ober/adelung. Abgerufen 9. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „ober". lautwandel.de. Zugegriffen 9. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/ober/adelung.
BibTeX
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  author       = {Cotta, Marcel},
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