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Mutwille

nhd. bis spez. · 5 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
5 in 5 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Mutwille

Mutwille

Mut m. ‘Kühnheit, Unerschrockenheit’, ahd. muot ‘Kraft des Denkens, Seele, Herz, Gemütszustand, Gesinnung, Gefühl, Absicht, Neigung’ (8. Jh.), mhd. muot, asächs. mōd, mnd. mōt, můt, mnl. moet, nl. moed, afries. aengl. mōd, engl. mood ‘Stimmung, Laune’, anord. mōðr ‘Zorn, aufgeregter Sinn’, schwed. mod ‘Mut, Beherztheit’, got. mōþs ‘Zorn’ (germ. *mōþa-). Vielleicht sind vergleichbar griech. mṓsthai (μῶσθαι) ‘streben, trachten, verlangen’, lat. mōs ‘zur Regel gewordener Wille, Sitte, Brauch’ (s. Moral), so daß auf eine Wurzel ie. *mē-, *mō-, *mə- ‘heftigen und kräftigen Willens sein, heftig streben’ zurückgegangen werden kann. Mut bezeichnet ursprünglich die inneren Triebkräfte, Gemütszustände, Erregungen und Empfindungen des Gefühls im Gegensatz zum Verstand. Vom 16. Jh. an setzt sich die verengte Bedeutung ‘kühne und unerschrockene Haltung gegenüber Wagnis und Gefahr’ durch. Dazu mit negierendem un- (s. d.) Unmut m. ‘Ärger, Mißstimmung’, ahd. unmuot n. ‘Betrübnis’ (um 1000), mhd. unmuot m. ‘Mißstimmung, Zorn’, mnd. unmōt n. m., aengl. unmōd n. mutig Adj. ‘tapfer, kühn’, mhd. muotec, muotic ‘beherzt, kühn’, asächs. mōdag ‘zornig, aufgeregt’, aengl. mōdig ‘aufgeregt, mutig’, got. mōdags ‘zornig’. muten Vb. ‘etw. begehren, verlangen, seinen Sinn auf etw. richten’, ahd. muoten (9. Jh.), muotōn (um 1000), mhd. muoten; seit etwa 1800 als Simplex ungebräuchlich. vermuten Vb. ‘annehmen, für wahrscheinlich halten’ (16. Jh.), mnd. vormōden; vermutlich Adj. ‘wahrscheinlich’ (16. Jh.); Vermutung f. ‘Annahme’ (16. Jh.). zumuten Vb. ‘unbilligerweise etw. von jmdm. verlangen’, mhd. zuomuoten; Zumutung f. (15. Jh.). mutmaßen Vb. ‘annehmen, für wahrscheinlich halten’, spätmhd. muotmāʒen ‘abschätzen’, zu spätmhd. muotmāʒe ‘Teilung nach Angemessenheit, Abschätzung’; mutmaßlich Adj. ‘der Annahme gemäß’ (18. Jh.). Mutwille m. ‘Absicht’, ahd. muotwillo ‘eigener freier Entschluß’ (8. Jh.), mhd. muotwille; mutwillig Adj. ‘absichtlich, leichtfertig’, mhd. muotwillec ‘dem eigenen (guten oder bösen) Willen folgend’. Übermut m. ‘Ausgelassenheit, Anmaßung, Überheblichkeit’, ahd. ubarmuot (um 1000), mhd. übermuot ‘stolzer, hochfahrender Sinn’; übermütig Adj. ‘ausgelassen, leichtsinnig, fröhlich’, ahd. ubarmuotīg (8. Jh.), mhd. übermüetec ‘stolz, hochfahrend gesinnt, heldenmütig’.
2292 Zeichen · 95 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    mutwillem.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +2 Parallelbelege

    mutwille , m. , ahd. muotwillo, mhd. muotwille, in mehreren bedeutungen, die sich aus dem allgemeinen begriffe eines zu …

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Mutwille

    Goethe-Wörterbuch

    Mutwille -th-, vereinzelt -n, mehrf apokopiert zu ‘Muthwill’ 1 als Einstellung, Gesinnung, Charakter a Vorsatz, Absicht,…

  3. Spezial
    Mutwille

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Mut|wil|le m. (-ns) 1 (Boshaftigkeit) cativeria (-ries) f. 2 (Absicht) intenziun (-s) f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit mutwille

5 Bildungen · 4 Erstglied · 1 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von mutwille

mutwillen + -e

mutwille leitet sich vom Lemma mutwillen ab mit Suffix -e, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

Zerlegung von mutwille 2 Komponenten

mut+wille

mutwille setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

mutwille‑ als Erstglied (4 von 4)

mutwillen

FWB

1. ›nach Maßstäben der gültigen Moral und Ordnung lose, lasziv, unzüchtig, lasterhaft leben; randalieren; sich gegen Sitte, Gewohnheit, Rech…

mutwillens

DRW

mut·willens

mutwillens, adv. I wie mutwillig (I) die panden, ghepeyndt of moitwillens ghegheven 1426/40 KleveStR. Art. 207. ebd. Art. 130. II wie mutwil…

Mutwillensstrafe

Meyers

mutwillens·strafe

Mutwillensstrafe ( Frivolitätsstrafe ), in Österreich eine Strafe von 10–2000 Kronen, die der Verwaltungsgerichtshof gegen Parteien und dere…

mutwillentlich

DRW

mut·willentlich

mutwillentlich, adv. wie mutwillig (II) fraͤvenlich und můtwillentlich 14./15. Jh. ZürichOffn. I 389 Faksimile

mutwille als Zweitglied (1 von 1)

Nachtmutwille

DRW

nacht·mutwille

Nachtmutwille, m. zu Mutwille (VI 1) nächtliche Ruhestörung als Straftat 1491 BernStR. I 254 falls neben dem blossen nacht-muthwillen noch a…