Mond Vereinzelt Kleinschr; (poesiesprachl) wiederholt pl ‘M-en’ (s 1c, auch in 2 u 3). Bei ca 400 Archivbelegen Gebrauchsschwerpunkt in 1aα u β; öfter in mehr od weniger personifizierender Vorstellung. 1
einen Planeten umkreisender Himmelskörper a
der Erdtrabant α
mBez auf die (wahrgenommene) Bewegung am Himmel, den Phasenverlauf, auch auf die Leuchterscheinung, -intensität; öfter in Vbdgn wie ‘der M. geht auf, steigt hervor, wandelt’, ‘neuer, junger, wachsender, voller, abnehmender M.’ sowie ‘der M. scheint, leuchtet (hell)’ Der abnehmende
M. ging sehr klar über dem Dreykreuzberg [
bei Karlsbad] auf GWBB37,199,22 August 25.8.23 Der
M. schien hell durch die beruhigte Luft..die ganze Umgebung sichtbar und deutlich, fast wie am Tage GWB33,97,8 Camp der
M. behielt immer einen Schein um sich GWB30,52,26 ItR [
Genien:] Wandelt der
M. und bewegt sich der Stern,|Junge wie Alte sie schlafen so gern GWB16,338 Epimen 71 [
Bauernregel] Je näher das Christfest dem neuen M-e zu fällt, ein desto härteres Jahr soll hernach folgen; so es aber gegen den vollen und abnehmenden
M. kommt, je gelinder es sein soll GWB34
1,34,13u15 Rochusf 20,141,15 Wv I 13 B7,116,8 ChStein 7.11.[85] 25
1,284,8 Wj III 15 [
Zit in Pkt 1dγ] GWB25
1,116,13 Wj III 5 50,256 HermDor IX 9
uö β
(zugl) in stimmungsvoller Schilderung, vor allem im Hinblick auf Dämmer, Klarheit, Glanz u ähnliche Lichtwirkungen, auch den Einfluß auf die menschliche Seele; nur vereinzelt bei negativem Eindruck An den
M.|Füllest wieder Busch und Thal|Still mit Nebelglanz,|Lösest endlich auch einmal|Meine Seele ganz;|Breitest über mein Gefild|Lindernd deinen Blick,|Wie des Freundes Auge mild|Über mein Geschick.. GWB1,100 Titel An den
M. [An Luna GWB1,49 Titel].|Schwester von dem ersten Licht [
Sonne],|Bild der Zärtlichkeit in Trauer!|Nebel schwimmt mit Silberschauer|Um dein reizendes Gesicht.. GWB1,378 Titel Var [
von der Wartburg gesehen] In dem grausen linden Dämmer des M-s die tiefen Gründe, Wiesgen, Büsche, Wälder und Waldblösen, die Felsen Abgänge davor GWBB3,175,19 ChStein 13.9.77 drei Nächte vorher [
vor Goethes Weggang aus Rom] stand der volle
M. am klarsten Himmel, und ein Zauber, der sich dadurch über die ungeheure Stadt verbreitet, so oft empfunden, ward nun auf's eindringlichste fühlbar. Die großen Lichtmassen, klar, wie von einem milden Tage beleuchtet, mit ihren Gegensätzen von tiefen Schatten, durch Reflexe manchmal erhellt, zur Ahnung des Einzelnen, setzen uns in einen Zustand wie von einer andern einfachern größern Welt GWB32,336,3 ItR [
Mephisto:] Wie traurig steigt die unvollkommne Scheibe|Des rothen M-s mit später Gluth heran,|Und leuchtet schlecht, daß man bei jedem Schritte,|Vor einen Baum, vor einen Felsen rennt! GWB14,196 Faust I 3852 B44,221,17 August 24.7.28 B4,110,26 ChStein 28.10.79 1,242 Vs 156 RömEleg VII 1,68 Willk u Abschied 9
uö prononciert als Teil der kosmischen Ordnung [
Chor der Elfen:] Nacht ist schon hereingesunken,|Schließt sich heilig Stern an Stern,|..Tiefsten Ruhens Glück besiegelnd|Herrscht des M-es volle Pracht GWB15
1,4 Faust II 4649 [
Lynkeus:] Zum Sehen geboren,|Zum Schauen bestellt,|Dem Thurme geschworen|Gefällt mir die Welt.|Ich blick' in die Ferne,|Ich seh' in der Näh|Den
M. und die Sterne,|Den Wald und das Reh GWB15
1,302 Faust II 11294 Wie ich durch die glühendsten Trähnen der Liebe,
M. und Welt schaute und mich alles seelenvoll umgab. Und in der Ferne die Waldhorn, und der Hochzeitgäste laute Freuden GWBB2,293,4 Gfin Stolbg 17.9.75 1,169 Der Fischer 18
uö prägnant im Kontext von Liebeserfahrung Ich denke dein, wenn mir der Sonne Schimmer|Vom Meere strahlt;|Ich denke dein, wenn sich des M-es Flimmer|In Quellen mahlt GWB1,58 Nähe des Geliebten 3 schwebt so licht dein liebes Bild|Dein süßes Bild mir vor.|..Mir ist es, denk' ich nur an dich,|Als in den
M. zu sehn;|Ein stiller Friede kommt auf mich,|Weiß nicht wie mir geschehn GWB1,99 Jägers Abendlied 14 Nacht! und so wär' es denn Nacht!|Nun überscheinst du [
die Geliebte] des M-es|Lieblichen, ladenden Glanz GWB1,59 Gegenwart 11 [
Schlittschuhlauf von Flavio u Hilarie] Der volle
M. stieg zu dem glühenden Sternenhimmel herauf und vollendete das Magische der Umgebung. Sie sahen sich wieder deutlich und suchten wechselseitig in den beschatteten Augen Erwiderung GWB24,331,28 Wj II 5 Mann v50Jahren B3,98,6 ChStein 23.8.76
uö im Zshg mit vom Mondlicht hervorgerufenen Gestaltwahrnehmungen, einmal zugl in Hinsicht auf Bildhaftigkeit, Idealität seines Wesens [
Faust:] steigt vor meinem Blick der reine
M.|Besänftigend herüber: schweben mir|Von Felsenwänden, aus dem feuchten Busch,|Der Vorwelt silberne Gestalten auf,|Und lindern der Betrachtung strenge Lust GWB14,163 Faust I 3235 Ich bin durch die neuen Wege gelaufen..Die Elfen sangen. Um Mitternacht wenn die Menschen erst schlafen|Dann scheinet uns der
M.|Dann leuchtet uns der Stern,|Wir wandlen und singen|Und tanzen erst gern.. GWBB4,314,20 ChStein [14./15.]10.80 Wenn von dem stillen Wasserspiegel-Plan|Ein Nebel hebt den flachen Teppich an,|Der
M., dem Wallen des Erscheins vereint|Als ein Gespenst Gespenster bildend scheint GWB3,99 Howards Ehrengedächtnis 25 AA100,8 Werth
1 II~Werth
2 uö(selten) ─
als Objekt von (empfindsamer) Dichtung; meist in iron Kontext [
Sora:] Ach! Wir haben auch zärtliche Herzen.. [
Mana:] Bringen Sie uns nicht auch neue Liedchen mit?..Kein Liedchen an den
M.? [
Merkulo:] O deren haben wir verschiedene..Du gedrechselte Laterne,|Überleuchtest alle Sterne,|Und an deiner kühlen Schnuppe|Trägst du der Sonne mildesten Glanz.. [
Sora:] O pfui! das ist gar nichts Empfindsames! GWB17,25,20 TriumphEmpfindsamk II [
Rosette, über den empfindsamen Poeten:] Er fühlet rechts und links|Die Schönheit der Natur.|Kein Baum darf unbewundert grünen oder blühn,|Kein Stern am Horizont herauf|Die Sonne sich nicht zeigen,|Und der
M. beschäftigt ihn nun gar|Vom ersten Viertel bis zum letzten GWB12,232 UnglHausgenossen 172 40,299,7 Üb:Hebel,Ged
uö(selten) γ
in religiösem, mythischem, magischem, astrologischem, märchenhaftem od phantastischem Zshg: im Hinblick auf (pan- od monotheistische) Schöpfungsvorstellungen [
Mahomet:] Hebe, liebendes Herz, dem Erschaffenden dich!|Sey mein Herr du, mein Gott! Du allliebender, du|Der die Sonne, den
M. und die Stern|Schuf, Erde und Himmel und mich GWB39,189 MahometFragm 19 der Eine [
Gott],|Der die Sonn' erschuf, den
M. auch,|Und der Sterne Gluth uns wölbte GWB6,267 Div Siebenschläfer 17 16,37 JahrmPlund
2 586
uö(selten) als göttliches Wesen (Gestirnsgottheit), auch als Instanz von Gebet, Schwur, Zeugenschaft Sey geseegnet o
M.! Führer du des Gestirns,|Sey mein Herr du, mein Gott! Du beleuchtest den Weeg.|Lass! Lass nicht in der Finsterniss|Mich irren mit irrendem Volck.. GWB39,189,9 MahometFragm [
Sirenen:] Wir sind gewohnt,|Wo es auch thront [
das Göttliche],|In Sonn' und
M.|Hinzubeten, es lohnt GWB15
1,163 Faust II 8208 12,156 ScherzLR 802
uö(selten) als auf irdisches Geschehen, insbes auf das menschliche Schicksal Einfluß nehmende Macht; auch mBez auf Goethes Geburt Am 28sten August 1749, Mittags mit dem Glockenschlage zwölf, kam ich in Frankfurt am Main auf die Welt. Die Constellation war glücklich; die Sonne stand im Zeichen der Jungfrau, und culminirte für den Tag; Jupiter und Venus blickten sie freundlich an, Mercur nicht widerwärtig..nur der
M., der so eben voll ward, übte die Kraft seines Gegenscheins um so mehr, als zugleich seine Planetenstunde eingetreten war. Er widersetzte sich daher meiner Geburt, die nicht eher erfolgen konnte, als bis diese Stunde vorübergegangen GWB26,11,7 DuW 1 würde..eine Geburt die gerade in die Zeit des Vollmondes fiele für höchst glücklich anzusehen sein: denn der
M. erscheint nun nicht mehr als Widersacher den günstigen Einfluß der Sonne hemmend..sondern als ein freundlich milder nachhelfender Beistand, als Lucina, als Hebamme GWBN5
1,301,7 EntoptFarb 32 15
2,33 Faust II 6326
uö(selten) bei der Vorstellung eines irdisch bewirkten Verharrens auf der kosmischen Bahn (Sinnbild des schönen, überzeitlichen Augenblicks) od eines Zur-Erde-Heranziehens M. im Zenith verharrend. [
Sirenen, flötend u singend:] Haben sonst bei nächtigem Grauen|Dich thessalische Zauberfrauen|Frevelhaft herabgezogen
1),|Blicke ruhig von dem Bogen|Deiner Nacht auf Zitterwogen|Mildeblitzend Glanzgewimmel|Und erleuchte das Getümmel|Das sich aus den Wogen hebt.|Dir zu jedem Dienst erbötig,|Schöne Luna, sei uns gnädig! GWB15
1,156 Faust II Regiebem vor 8034 Sie haben sonst von Liedern gehört, mit denen man den
M. herunter zieht GWB13
1,62,21 Was wir bringen [1802]
uö im Motiv von Mondreise, -aufenthalt; einmal scherzh bei eigenständiger Fortentwicklung von Voltaires Erzählung ‘Der Weiße u der Schwarze’; auch redensartl ‘Mann im M.’2) (als iron Bild; in Überschneidung mit 1aε); einmal ‘im M. sein’ [
unterwegs in Thüringen] ist die grösste Gabe für die ich den Göttern dancke dass ich durch die Schnelligkeit und Manigfaltigkeit der Gedancken einen solchen heitern Tag in Millionen Theile spalten..kan. Gleich ienem angenehmen Mirza reis ich auf die berühmte Messe von Kabul, nichts ist zu gros oder zu klein wornach ich mich nicht umsehe..und wenn ich mein Geld ausgegeben habe mich in die Prinzess von Caschemire verliebe, und erst noch die Hauptreisen bevorstehn, durch Wüsten, Wälder Bergzinnen und von dannen in den
M. GWBB4,289,7 ChStein 12.9.80 Hätte doch der Mensch über den Mann im
M., oder den weißen Bär geschrieben! das war sein Beruf! GWB37,279,1 FGA Die erleuchteten Zeiten [Merck/G] 32,393 ItR Plp [
Zit in Pkt 1eβ] δ
in naturwiss Betrachtung; wiederholt in Hinsicht auf die Autonomie der Erde gegenüber lunarer Einflußnahme Tycho Brahe bemerckte daß der
M. in der Conjunction um den fünften Theil kleiner erschien als in der Opposition GWBN5
2,22,8 FlD Plp Dem neuen Vulkan im M-e werde sogleich nachspüren. So eben lasse zu Meyers vortrefflicher Mondcharte die Namen der sämmtlichen Flecken beyschreiben, wodurch denn die Örtlichkeit schnell ausgemittelt werden kann GWBB35,223,8 CarlAug 3.1.22 K wir wagten den
M., die Mitplaneten und ihre Monde, zuletzt die gegeneinander unbeweglichen Gestirne als mitwirkend [
an den Witterungsphänomenen] zu betrachten..dergleichen Einwirkungen aber lehnen wir ab GWBN12,76,25 Witterungslehre 1825 wie denn nicht nur das Einwirken entfernter Planeten [
auf den Barometerstand] beseitigt wird, ja sogar das des nahen M-es problematisch erscheint..wir suchen..also die Ursachen der Barometer-Veränderungen nicht außerhalb, sondern innerhalb des Erdballes GWBN12,60,28 BaromSchwankungen Gespr(FfA II 12,237,35u37) Eckerm 11.4.27 [
Zit s v Mondwechsel] GWB53,447,13 Aus Notizb N12,213 Instrukt meteorolBeob [wohl Schrön]
uö mehrf als (Goethes) Objekt teleskopischer Beobachtung; einmal im bildhaften Ausdruck Diese Woche bin ich..meist bis Mitternacht aufgeblieben, um den
M. zu erwarten den ich durch das Auchische Teleskop [
im Garten an der Ilm] mit vielem Interesse betrachte. Es ist eine sehr angenehme Empfindung einen so bedeutenden Gegenstand, von dem man vor kurzer Zeit so gut als gar nichts gewußt, um so viel näher..kennen zu lernen. Das schöne Schröterische Werk, die Selenotopographie, ist freylich eine Anleitung GWBB14,161,5 Schiller 21.8.99 Um 7 Uhr, da der
M. aufgeht, sind Sie zu einer astronomischen Partie eingeladen, den
M. und den Saturn zu betrachten, denn es finden sich heute Abend drey Teleskope in meinem Hause GWBB15,25,13f Schiller 11.2.00 Einige Vorbereitungen, die Bedeckung des Aldebarans [
Stern im Sternbild des Stiers] vom M-e zu beobachten GWBT4,353,13 v 16.12.12 Das [
Knebelsche] Teleskop folgt hierbey. Es war eine Zeit, wo man den
M. nur empfinden wollte, jetzt will man ihn sehen. Ich wünsche, daß es recht viel Neugierige geben möge damit wir die schönen Damen nach und nach in unser Observatorium locken GWBB15,54,12 Schiller 10.4.00 B15,46,19 Knebel 2.4.00 T11,81,3 v 6.7.27
uö ε
im (vergleichenden od redensartlichen) Bild; einmal ‘den M. anbellen’ (vgl s v anbellen) Es ist eine sehr angenehme Empfindung, wenn sich eine neue [
Liebes-]Leidenschaft in uns zu regen anfängt, ehe die alte noch ganz verklungen ist. So sieht man bei untergehender Sonne gern auf der entgegengesetzten Seite den
M. aufgehn und erfreut sich an dem Doppelglanze der beiden Himmelslichter GWB28,184,14 DuW 13 Jemand sagte: „Was bemüht ihr euch um den Homer? Ihr versteht ihn doch nicht.” Darauf antwortet' ich: Versteh ich doch auch Sonne,
M. und Sterne nicht, aber sie gehen über meinem Haupt hin und ich erkenne mich in ihnen, indem ich sie sehe und ihren regelmäßigen wunderbaren Gang betrachte, und denke dabei, ob auch wohl etwas aus mir werden könnte GWB42
2,248,3 MuR(1037) [
Leonore, über die Przin:] ihre Neigung zu dem werthen Manne [
Tasso]|Ist ihren andern Leidenschaften gleich.|Sie leuchten, wie der stille Schein des M-s|Dem Wandrer spärlich auf dem Pfad zu Nacht;|Sie wärmen nicht, und gießen keine Lust|Noch Lebensfreud' umher GWB10,184 Tasso 1956 [
Tasso zu Leonore, über sich:] Wenn einen Freund, den du einst reich geglaubt,|Auf einmal du als einen Bettler fändest?|..Der stille
M., der dich bei Nacht erfreut,|Dein Auge, dein Gemüth mit seinem Schein|Unwiderstehlich lockt, er schwebt am Tage|Ein unbedeutend blasses Wölkchen hin.|Ich bin vom Glanz des Tages überschienen,|Ihr kennet mich, ich kenne mich nicht mehr GWB10,196 ebd 2257 Ihm [
Schiller] schwollen der Geschichte Fluth auf Fluthen,|Verspülend, was getadelt, was gelobt,|..Nun sank der
M. und, zu erneuter Wonne,|Vom klaren Berg herüber stieg die Sonne.|Nun glühte seine Wange roth und röther|Von jener Jugend, die uns nie entfliegt GWB16,166 EpilSchillersGlocke 47 T4,276,22 v 2.5.12 2,83 Das Göttliche 19 1,267 Alexis u Dora 48 28,211,14 DuW 13 B40,412,4 Nees [Dez 25] K
uö mBez auf Goethe selbst Sie sind immer gleich und ich wie der
M. in seinen Veränderungen sich auch gleich GWBB3,126,3 ChStein 2.12.[76] [
bezüglich Rückreise von Karlsbad in mehreren Etappen] bin ich, ungeachtet mancher Lockungen nach Osten, Norden und Süden, ungeachtet meines Wunsches Sie in Westen zu besuchen, wieder auf meinem alten Flecke [
in Weimar], und mache, bey aller Veränderlichkeit, wie der
M. doch immer wieder das alte Gesicht GWBB21,390,14 Reinhard 7.10.10 ζ
(wiederholt iron) in symbolischer Verwendung: für etw Wertvolles, (scheinbar) Ewiges, auch Zeitlich-Wiederkehrendes; neben ‘Sonne’ bzw ‘Sterne’ [
Mephisto, der Faust neuen Schmuck für Gretchen beschaffen soll:] So ein verliebter Thor verpufft|Euch Sonne,
M. und alle Sterne|Zum Zeitvertreib dem Liebchen in die Luft GWB14,140 Faust I 2863~Urfaust 718 [
Jery:] Ich bin verliebt!.. [
Thomas:] Dein Zustand ist so gefährlich nicht. Ihr armen Tröpfe, wenn es euch das erstemal anwandelt, meint ihr gleich, Sonne,
M. und Sterne müßten untergehn GWB12,12,13 JeryBätely 6,181 Deinem Blick mich zu bequemen 11
uö(selten) für etw (im Vergl zur Sonne) Minderwertiges, Zweitrangiges, auch für etw Weltfernes, Abwegiges [
Graf:] Was sind die Haupttugenden der Weiber? [
erstes Mädchen:] Geduld und Gehorsam. [
Graf:] Was ist ihr Sinnbild? [
zweites Mädchen:] Der
M. [
Graf:] Warum? [
Marquise:] Weil er sie erinnert, daß sie kein eigen Licht haben, sondern daß sie allen Glanz vom Manne erhalten GWB17,129,2 GrCoph I 2 [
Mephisto zu Faust:] Erräth man wohl wornach du strebtest?|Es war gewiß erhaben kühn.|Der du dem
M. um so viel näher schwebtest,|Dich zog wohl deine Sucht dahin? [
Faust:] Mit nichten! dieser Erdenkreis|Gewährt noch Raum zu großen Thaten GWB15
1,250 Faust II 10179
uö(selten) η
als bildkünstlerisches Motiv, auch als Bühnen- od Kostümelement; einmal ‘silberner M.’ als Allegorie des ‘silbernen Zeitalters’ [
Phorkyas:] Die Sieben dort vor Theben trugen Bildnerein|Ein jeder auf seinem Schilde, reich bedeutungsvoll.|Da sah man
M. und Stern' am nächtigen Himmelsraum,|Auch Göttin, Held und Leiter, Schwerter, Fackeln auch,|Und was Bedrängliches guten Städten grimmig droht GWB15
1,200 Faust II 9034 Was alles zarte schöne Seelen rührt,|Ward treu von ihm [
Mieding] nachahmend ausgeführt:|Des Rasens Grün, des Wassers Silberfall,|..Der Laube Schatten und des M-es Licht GWB16,136 MiedingsTod 91 (..die Wasserfälle [
der künstlichen Natur des Merkulo] fangen an zu rauschen, die Vögel zu singen, der
M. zu scheinen.) [
Prinz:] Dich ehr' ich, heiliges Licht,|Reiner hoher Gefühle Freund!|Du, der du mir|Der Liebe stockende Schmerzen|Im Busen auf zu sanften Thränen lösest!.. GWB17,30,15 TriumphEmpfindsamk III Regiebem Das goldne [
Zeit-]Alter. Weiß und Gold, simpel im griechischen Geschmack. Sonne auf dem Haupte..Das silberne..zum Hauptschmuck einen silbernen
M. GWB16,440 Maskenz Aufz vierZeitalter Progr 49
2,49,1 Externsteine 17,338 TriumphEmpfindsamk Regiebem Var
uö θ
metonym für Mondlicht, Mondschein [
von der Wartburg beobachtet] wie die nackten Felsspitzen im M-e röthen und die lieblichen Auen und Thäler ferner hinunter GWBB3,175,24 ChStein 13.9.77 Nachts halb eilf der Mondschein war so göttlich ich lief noch ins Wasser. Auf der Wiese im
M. [und
M. GWBB3,84,8] GWBB(Petersen 1
1,32) ChStein 2.7.76 Wenn der
M. [
moon] ist auf der Welle,|Wenn der Glühwurm ist im Gras,|Und ein Scheinlicht auf dem Grabe,|Irres Licht auf dem Morast GWB3,201 ByronManfr,Bannfluch 1 15
2,215 Faust II Schema
uö(selten) b
pl für die Trabanten des Jupiter, die Jupitermonde (vgl 1dβ) berief ihn [
Wilhelm] der Astronom..und ließ ihn eben dieses Gestirn [
den Jupiter] durch ein vollkommenes Fernrohr in bedeutender Größe, begleitet von seinen M-en [Planeten
Var], als ein himmlisches Wunder anschauen GWB24,182,23 Wj I 10 c
bei nicht näherer Zuordnung zu einem bestimmten Planeten; pl; gewöhnlich neben ‘Sonnen, (Mit-)Planeten, Sternen’ ua wozu dient alle der Aufwand von Sonnen und Planeten und M-en, von Sternen und Milchstraßen..wenn sich nicht zuletzt ein glücklicher Mensch unbewußt seines Daseins erfreut? GWB46,22,14 Winckelm N12,76,26 Witterungslehre 1825 [
Zit in Pkt 1aδ] GWB28,70,2 DuW 11
uö(selten) im Bild von Zeiten-, Schicksalslauf; auch in Berührung mit Bed 2 bzw 3 [
Genien, Epimenides zum Ruhelager geleitend:] Laß nun den Sonnen, den M-en den Lauf,|Kommen wir zeitig und wecken dich auf GWB16,340 Epimen 116 [
nach der Hochzeit] Da gingen andre Sonnen|Und andre M-en auf,|Da war die Welt gewonnen|Für unsern Lebenslauf GWB1,113 Die glücklGatten 22 d
mBez auf die Figur der Makarie: als (die kosmische Realerscheinung gewissermaßen doppelndes) geistiges, seelisches Phänomen, als Teil einer ideellen ‘Armillarsphäre’ (sd); im Übergang zu e α
als geistige Entsprechung des Erdtrabanten; ‘zwei M-e’ (in Überschneidung mit 1a) Sie [
Makarie] erinnert sich von Klein auf ihr inneres Selbst als von leuchtendem Wesen durchdrungen, von einem Licht erhellt, welchem sogar das hellste Sonnenlicht nichts anhaben konnte. Oft sah sie zwei Sonnen, eine innere nämlich, und eine außen am Himmel, zwei M-e, wovon der äußere in seiner Größe bei allen Phasen sich gleich blieb, der innere sich immer mehr und mehr verminderte [der innere große an Größe zunehmend, und ein äußerer
Var] GWB25
1,281,3 Wj III 15 β
als ideelles Äquivalent der Jupitermonde hatte sie [
Makarie] eine Zeit lang diesen Planeten [
Jupiter]..mit Staunen in seiner ungeheuren Herrlichkeit betrachtet, und das Spiel seiner M-e um ihn her geschaut GWB25
1,284,5 Wj III 15 γ
in bildlichem Gebrauch: mBez auf die seelisch modifiziert wahrgenommene Gestalt des (‘Glücksgestirns’) Jupiter; ‘abnehmender M.’ wohl in Anspielung auf in dem angebrochenen (bürgerlichen) Zeitalter eintretende Glücks- u Sinnverluste hatte sie..ihn [
das ‘Glücksgestirn’ Jupiter] auf die wunderseltsamste Weise als abnehmenden
M. gesehen, und zwar umgewendet wie uns der wachsende Mond erscheint. Daraus wurde geschlossen, daß sie ihn von der Seite sehe.. GWB25
1,284,7 Wj III 15 e
übertr bzw metaphor α
‘halber M.’: zur Kennzeichnung von etw der Form eines Halbmondes Ähnlichem; auch in metonym Gebrauch Ich meine den großen Wasserspiegel, der dießseits von dem eigentlichen Venedig im halben
M. umfaßt wird GWB30,103,22 ItR die Wolken..machten von einem Berge zum andern einen großen halben
M. über das Thal GWB19,277,21 BrSchweiz II sie [
Infusionstiere] haben eine dunckle Seite so daß man sie erst wie schwarze halbe m-e bemerckt GWBN7,292 InfusTiere Der russische Zug zieht nun hinter diesem halben M-e [
vom romantischen Maskenzug gebildetes Halbrund] weg GWB16,468,6 Doppelaufz 1810 Bem 33,145,10 Camp
uö β
für die (aus der Perspektive des Mondes wahrgenommene) Erde Ich habe ein Paar Landschaften componirt als wenn man im Mond wäre und die Erde als ein ungeheurer aufgehender
M. die Gegend erleuchtete GWB32,393 ItR Plp γ
für eine Person (auch mBez auf Goethe selbst); einmal als Kosename [
Suleika:] Die Sonne kommt! Ein Prachterscheinen!|Der Sichelmond umklammert sie.|Wer konnte solch ein Paar vereinen?|Dieß Räthsel wie erklärt sich's? wie?.. [
Hatem:] sei's ein Bild von unsrer Wonne!|Schon seh' ich wieder mich und dich,|Du nennst mich, Liebchen, deine Sonne,|Komm, süßer
M., umklammre mich! GWB6,154 Vs 12 DivSuleika Herder, Herder, bleiben Sie mir, was Sie mir sind. Bin ich bestimmt, Ihr Planet zu sein, so will ichs sein, es gern, es treu sein. Ein freundlicher
M. der Erde.. GWBB1,264,13 Herder [etwa Okt 71 Korr DjG2,116] f
mBez auf das heraldische Zeichen des Halbmonds: für die Türkei; auch (neben ‘Kreuz’) in erweitertem Sinne für die islamische Welt; einmal ‘halber M.’ An den serbischen Gedichten haben wir ein wichtiges Fundament, um die östliche Poesie kennen zu lernen, weiter aufzubauen und anzuknüpfen, und der Kampf mit dem halben M-e, der dort doch das eigentliche Thema bleibt, ist ja noch nicht geendet GWBB40,302,19 Iken 23.2.26 K [
Psyllen u Marsen:] Wir leise Geschäftigen scheuen|Weder Adler noch geflügelten Leuen,|Weder Kreuz noch
M.,|Wie es oben wohnt und thront,|Sich wechselnd wegt und regt,|Sich vertreibt und todtschlägt,|Saaten und Städte niederlegt GWB15
1,171 Faust II 8372 2
poetisch für Planet; pl hyperbol als Sinnbild der irdischen (Schreckens-)Sphäre [
Unsichtbares Chor:] Sterne versanken und M-en in Blut.|Aber nun wittert und lichtet es gut:|Sonne sie nahet dem himmlischen Thron,|Lieber, sie kommen und wecken dich schon GWB16,368 Epimen 687 3
die Zeit des Mondumlaufs, Monat; überwiegend als poetischer Ausdruck; pl; auch neben ‘Tagen’, ‘Wochen’, ‘Jahren’ od ‘Sonnen’ weiterhin im Mai, wenn's glückt,|Hat dich wieder ein Mädchen berückt.|Und das beschäftigt dich so sehr,|Zählst Tage, Wochen und M-e nicht mehr GWB3,148 Jahraus,jahrein 12 [
Mephisto zum Baccalaureus:] Seit manchen M-en, einigen Sonnen [
Jahren]|Erfahrungsfülle habt ihr wohl gewonnen GWB15
1,97 Faust II 6756 erscheint im Giebel das Haupt der Luna, um die M-en zu bezeichnen GWB49
2,43,11 Igeler Monument [G/Meyer] [
Pfarrer:] wenn das Volk in glücklichen Tagen dahin lebt,|Von der Erde sich nährend, die weit und breit sich aufthut|Und die erwünschten Gaben in Jahren und M-en erneuert GWB50,230 HermDor V 212 der vierte Tag nach dem ersten Viertel des M-es GWBN12,15,12 Wolkengest 16,250 Maskenz 1818 Prol 33
uö → GWB
Halb- GWB
Honig- GWB
Neben- GWB
Neu- GWB
Sichel- GWB
Sommer- GWB
Sonne- GWB
Voll- GWB
Wonne- Syn zu 1
Licht Luna zu 1aθ Mondlicht Mondschein zu 2 Planet zu 3 mensis Monat 1) vgl Lukan, Pharsalia VI 499ff2) zu dem volkstümlichen Vorstellungshintergrund s Hwb dtAbergl 6,510ff s v Mond Michael SchilarM.S.