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mond

nhd. bis spez. · 16 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Herder
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Eintrag · Herder (Konv.-Lex., 1854–57)

Mond

Bd. 4, Sp. 221
Mond, der Trabant od. Nebenplanet der Erde, um die er sich in einer Ellipse von Westen nach Osten innerhalb 27 Tagen bewegt, zugleich mit ihr um die Sonne. Seine mittlere Entfernung von der Erde beträgt 51800 Ml., die größte 54600 Ml., die kleinste 48900; er ist uns 400mal näher als die Sonne. Durchmesser des M.es 468 Ml., der Umfang 1470 Ml., sein körperlicher Inhalt beinahe 50mal kleiner als der der Erde. Die Bewegung des M.es ist eine dreifache: um die Erde, mit dieser um die Sonne u. zugleich um seine Achse. Die wahre periodische od. siderische Umlaufszeit des M.es um die Erde d.h. die Zeit, in der er wieder zu demselben Fixsterne zurückkehrt. beträgt 271/3 Tage, dann hat er einen vollen Kreis von 360° zurückgelegt. Um ein Bedeutendes länger ist seine synodische Umlaufszeit um die Erde d.h. die Zeit von seiner Conjunction (s. d.) mit der Sonne bis wieder zur nächsten Conjunction (von einem Neumond zum andern). Da nämlich die Erde inzwischen um ungefähr 20° in ihrer Bahn fortgerückt ist, so muß der M. nach Vollendung seines siderischen Umlaufs noch einen Bogen von 20° zurücklegen, um wieder in gerader Linie zwischen Erde und Sonne (Conjunction) zu stehen. Dazu braucht er etwas mehr als 2 Tage, u. der synodische Umlauf beträgt somit 291/2 Tage. — Die Drehung des M.es um seine Achse geschieht genau in derselben Zeit, in der er seinen siderischen Umlauf macht, also in 271/3 Tagen. Daher kommt es, daß der M. uns immer dieselbe Seite zukehrt. Indeß ist die Gränzlinie zwischen der sichtbaren und unsichtbaren Hälfte des M.es keine vollkommen gleichbleibende, sondern eine schwankende (Libration des M. es). Es hat dies seinen Grund hauptsächlich darin, daß seine Bewegung um die Erde eine etwas ungleichförmige ist, während seine Achsendrehung gleichförmig bleibt, wodurch es geschieht, daß man bald an dieser, bald an der anderen Seite des M.es einen kleinen Streifen der sonst unsichtbaren Seite zu Gesicht bekommt. 3/7 seiner Oberfläche sind stets der Erde zugekehrt, 3/7 stets von ihr abgewendet, das letzte Siebentel ist bald sichtbar, bald unsichtbar. Die Ebene der M. bahn macht mit der Ekliptik einen Winkel von 5°; die 2 Durchschnittspunkte der M. bahn und Ekliptik nennt man die Knoten: aufsteigender Knoten (☊), von dem der M. nordwärts geht, absteigender Knoten (☋), von dem der M. südwärts geht. Die beide Knoten verbindende Linie (die Knotenlinie) ist veränderlich und durchwandert innerhalb 181/2 Jahren den ganzen Thierkreis. Fällt diese Knotenlinie in die Richtung von der Sonne zur Erde, oder wenigstens ihr nahe, so tritt der M. bei seiner Opposition mit der Sonne (also zur Zeit des Vollmondes) in den Schatten der Erde u. wird verfinstert. Die M. finsterniß ist entweder total, wenn der ganze M., od. partial, wenn nur ein Theil von ihm überschattet wird. Nach Umlauf von 181/2 Jahren kehren diese Finsternisse in gleicher Ordnung wieder. Die verschiedenen Lichtgestalten des M.es (M.phasen) haben ihren Grund in seiner wechselnden Stellung zur Sonne. Steht er gerade zwischen der Erde u. Sonne (Conjunction), so ist seine uns zugekehrte Seite dunkel, der M. unsichtbar (Neu-M.), und geht mit der Sonne auf und unter. Hat er sich nach 7 Tagen um 90° weiter von der Sonne nach Osten entfernt, so wird uns die Hälfte seiner erleuchteten (westl.) Seite sichtbar als halb erleuchtete Scheibe (erstes Viertel) und er geht dann um Mittag auf, um Mitternacht unter. Nachdem er in den nächsten 7 Tagen sich um weitere 90° fortbewegt hat, so kommt er wieder in gerade Linie mit Erde und Sonne, aber so, daß hier die Erde zwischen M. und Sonne steht (Opposition); alsdann kehrt er uns seine ganze erleuchtete Seite zu (Vollmond) u. geht mit Untergang der Sonne auf, mit Sonnenaufgang unter. Nach Verlauf von weiteren 7 Tagen steht er von der Sonne wieder 90°, aber westlich, entfernt, wir sehen dann wieder die Hälfte der erleuchteten (hier aber östl.) Seite als halb erleuchtete Scheibe (letztes Viertel), und der M. geht um Mitternacht auf, um Mittag unter. Vom Neumond bis Vollmond ist zunehmender. vom Vollmond bis Neumond abnehmender M. Der M. ist ein völlig starrer Körper, wenigstens hält man es für ausgemacht, daß er keine Atmosphäre u. kein Wasser habe. Seine Oberfläche zeigt schon dem bloßen Auge viele dunklere Flecken von verschiedener Größe, die man, ohne ihre Natur zu kennen, Meere genannt hat. Die helleren Partien sind ausgezeichnet durch zahlreiche Gebirge von eigenthümlicher Form und zum Theil sehr bedeutender Höhe. Die meisten sind Ringgebirge, die einen kreisrunden Wall darstellen u. eine vertiefte Ebene einschließen; aus der Mitte dieser Ebene erhebt sich meist wieder ein einzelner Bergkegel. Ringgebirge von sehr weiter Ausdehnung heißen Wallebenen. Außerdem unterscheidet man noch Rillen od. Bergadern, Bergkegel, Krater und Gruben. Die beste Zeichnung der M.oberfläche ist die M.charte von Mädler und Beer.
4893 Zeichen · 81 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Mōnd

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Der Mōnd , des -es, plur. die -e, (Oberd. des -en, plur. die -en,) Diminut. das Mȫndchen, derjenige Weltkörper, welcher …

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Mond

    Goethe-Wörterbuch

    Mond Vereinzelt Kleinschr; (poesiesprachl) wiederholt pl ‘M-en’ (s 1c, auch in 2 u 3). Bei ca 400 Archivbelegen Gebrauch…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Mond

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Mond , der Trabant od. Nebenplanet der Erde, um die er sich in einer Ellipse von Westen nach Osten innerhalb 27 Tagen be…

  4. modern
    Dialekt
    Mon(d)

    Elsässisches Wb. · +6 Parallelbelege

    Mon(d) [Món O., auch Mónt Horbg. ; Mânt Dollern ; Myùn M. ; M Geisp. ; Mónt Str. u. vorwiegend neben Món U.; Mônət Wh. …

  5. Sprichwörter
    Mond

    Wander (Sprichwörter)

    Mond 1. Bei abnehmendem Monde ist's böse Zaunlatwergen einnehmen. – Fischart, Prakt., in Kloster, VIII, 623. 2. Bei roth…

  6. Spezial
    Mond

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Mond m. (-[e]s,-e) 1 (Himmelskörper) löna f. 2 ‹fig› (wirklichkeitsferner Ort) löna f. ▬ der Mond nimmt zu la löna se fe…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit mond

455 Bildungen · 383 Erstglied · 69 Zweitglied · 3 Ableitungen

mond‑ als Erstglied (30 von 383)

Mondachat

SHW

Mond-achat Band 4, Spalte 743-744

mondblind

SHW

mond-blind Band 4, Spalte 743-744

Mondhannes

SHW

Mond-hannes Band 4, Spalte 743-744

mondhell

SHW

mond-hell Band 4, Spalte 743-744

Mondkalb

SHW

Mond-kalb Band 4, Spalte 743-744

Mondlicht

SHW

Mond-licht Band 4, Spalte 743-744

Mondnacht

SHW

Mond-nacht Band 4, Spalte 743-744

Mondnarr

SHW

Mond-narr Band 4, Spalte 743-744

Mondrand

SHW

Mond-rand Band 4, Spalte 743-744

Mondschein

SHW

Mond-schein Band 4, Spalte 743-744

Mondsichel

SHW

Mond-sichel Band 4, Spalte 743-744

mondabend

DWB

monda·bend

mondabend , m. vom monde erhellter abend: er bat sie .. in den mondabend hinauszugehen. J. Paul ...

môndach

MNWB

mond·ach

+° môndach , m. , Montag (Zs. Hamb. Gesch. 6, 567; Ub. Bielef. 596; Ub. Obernkirchen 177; Kieler Denkelb. 32). Vgl. 2 mândach.

mondän

Pfeifer_etym

mon·daen

mondän Adj. ‘auffallend elegant, im (oft vermeintlichen) Stil der großen Welt’. Afrz. frz. mondain ‘weltlich’ (im Gegensatz zu ‘geistlich, k…

Mondäuger

RhWB

Mond-äuger Mettm , Heinsb-Millen m.: -blinder.

mond als Zweitglied (30 von 69)

Ɉupitersmond

Campe

Der Ɉupitersmond , des — es, Mz. die — e , einer der Monde oder Begleitsterne des Jupiters, welche sich um denselben auf eine ähnliche Art b…

blütenmond

DWB

blueten·mond

blütenmond , m. da das fräulein mit dem funfzehnten jahre ihres lebens in den blütenmond der weiblichen schönheitsepoche eintrat. Musaeus 74…

Brachmond

Pfeifer_etym

brach·mond

Brache f. ‘unbestellter Acker’, auch ‘Zeit des Unbebautseins’. Ahd. brāhha ‘Umbrechen, erstes Pflügen des Ackers’ (Hs. 12. Jh.), mhd. brāche…

Christmond

Wander

christ·mond

Christmond Wenn der Christmond bricht, so ist's eine miserable Gschicht'. Weil der Winter in der Regel dann ein unbeständiger ist. [Zusätze …

Drummond

Herder

drum·mond

Drummond (Drömmönd), altes schottisches Geschlecht, Grafen von Perth. James D., geb. 1648, Minister Jakobs II., wurde bei dessen Sturze gefa…

Egmond

Herder

Egmond , niederländ. hochadeliges Geschlecht von den Grafen von Geldern abstammend; der berühmteste ist: Lamoral Graf v. E., Fürst von Gavre…

fastelmond

DWB

fastelmond , m. mensis jejunii: gott hat uns gestiftet den fastelmond der Sarazenen ( den ramazan ). Luther 8, 27 a .

gemond

DWB

gemond , lunatus, geformiert als ein mohn ( mond ). Henisch 1488 .

gerstenmond

DWB

gersten·mond

gerstenmond , m. der monat der gerstenernte, september Henisch 1522 . vgl. DWB gerstmonat .

glücksmond

DWB

glucks·mond

glücksmond , m. , bildlich: ob gleich sein glücksmond im abnehmen begriffen Er. Francisci traursaal 3 (1677) 522 ; mein freudenmond nimmt zu…

halbmond

DWB

halb·mond

halbmond , m. 1 1) semiformis luna, erstes oder letztes viertel des mondes, im gegensatz zu vollmond. 2 2) übertragen auf dinge von der form…

Hartmond

LothWB

hart·mond

Hart-mond m. D. Si. der Monat Januar. — lux. 168; baier. 1, 1168; hess. 152; ahd. hertimânôt. Wurzel hart der hart gefrorne Schnee DWB Gr. W…

hausmond

DWB

haus·mond

hausmond , m. bild für die ehegattin: hauszmon. Garg. 72 a . vergl. DWB haussonne .

herbstmond

DWB

herbst·mond

herbstmond , m. für september. voc. inc. theut. i 4 a ; ( Schulz ) almanach der belletr. (1782) b 5 a . vergl. oben herbstmonat 2.

Heumond

Campe

heu·mond

Heumond , des — es, Mz. die — e , der siebente Monat im Jahre, in welchen gewöhnlich die Heuernte fällt; im gemeinen Leben, der Julius .

honigmond

DWB

honig·mond

honigmond , m. wie honigmonat: junge gatten, die ... mit nicht genugsamen gütern versehen, in diese zustände sich einlassen, mögen ja sich k…

jammermond

DWB

jammer·mond

jammermond , m. monat des elends: bald hab ich sie überstanden meine jammermonde. Schubart ged. 1, 63 .

kirschmond

DWB

kirsch·mond

kirschmond , m. als monatsname, doch wol für den junius, im Peter Lewe (16. jh. ), als nun eingienge der kirschmond, ein kirschbaum bei dem …

Knautenmond

RhWB

knaute·n·mond

Knauten-mond -ūtəm:nt Sieg-Hänschd ; -m:l Sieg-Süchterschd n.: der Strich, auf den der Verlierer im Klickersp. de Knut hale moss, worauf v…

maienmond

DWB

maien·mond

maienmond , m. der monat mai: der schöne maienmond begann, und alles wurde froh. Hölty 14 ; o der schöne maienmond! herlich schöner maienmon…

Maimond

Campe

mai·mond

Maimond , — es, Mz. — e , der Monat Mai. Der schöne Maienmond . Hölty.

Ableitungen von mond (3 von 3)

gemond

DWB

gemond , lunatus, geformiert als ein mohn ( mond ). Henisch 1488 .

gemonde

DWB

gemonde , n. handbreite, s. DWB gemünde .

mônde

Lexer

mônde s. mânde.