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Mōnd

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Adelung
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Mōnd

Bd. 3, Sp. 270
Der Mōnd, des -es, plur. die -e, (Oberd. des -en, plur. die -en,) Diminut. das Mȫndchen, derjenige Weltkörper, welcher nächst der Sonne am größten zu seyn scheinet, des Nachts, obgleich mit veränderlichem Lichte, leuchtet, und der Trabant oder Neben-Planet der Erde ist, welcher sich um sie, als seinen Haupt-Planeten beweget. 1. Eigentlich. Der Mond scheinet, wenn er des Nachts sichtbar ist. Er geht auf, geht unter. Der Mond nimmt zu, wenn die gegen uns gekehrte Seite nach und nach erleuchtet wird; im zunehmenden Monde. Er nimmt ab, wenn die erleuchtete Oberfläche nach und nach immer kleiner wird; im abnehmenden Monde, Nieders. im Wannen. Der Neumond oder neue Mond, wenn er seine finstere Seite zu uns kehret und nicht leuchtet; der Mond wird neu. Das erste Viertel des Mondes, wenn uns die Hälfte seiner Seite gegen Abend erleuchtet erscheinet. Der volle Mond oder Vollmond, wenn die ganze gegen uns gekehrte Seite erleuchtet ist; der Mond wird voll. Das letzte Viertel, wenn dessen gegen Morgen gekehrte Seite erleuchtet ist. Welche Abwechselungen seiner Gestalt und seines Lichtes, die auch Mondeswandelungen oder Mondesbrüche genannt werden, von seiner Stellung gegen die Sonne herrühren. In Ansehung derselben wird er im gemeinen Leben auch nur das Licht genannt. Das neue Licht, das volle Licht, im abnehmenden, im zunehmenden Lichte. Die Oberdeutsche Abänderung des Monden, plur. die Monden, welche in der Deutschen Bibel[] nicht selten ist, kommt auch noch zuweilen bey den Hochdeutschen Dichtern vor. In dem Gesicht des Monden, Gell. Wie süß und freundlich lacht Des Monden stille Pracht! Weiße. Im Oberdeutschen lautet alsdann auch die erste Endung oft der Monden, bey dem Opitz der Monde. In den folgenden Zusammensetzungen sind daher bald Monden- und abgekürzt Mond- bald aber auch Monds- üblich. In weiterer Bedeutung werden in der Astronomie auch wohl die Trabanten anderer Haupt-Planeten Monde genannt. 2. Figürlich. 1) Verschiedene Werkzeuge oder Körper, welche der Gestalt des Mondes im ersten oder letzten Viertel gleichen, sind unter dem Nahmen des halben Mondes oder nur des Mondes schlechthin bekannt. Dergleichen ist der halbe Mond im Festungsbaue, eine Art Außenwerke. Der Mond oder Monden der Weißgärber ist ein Schabeisen in Gestalt eines halben Mondes, welches inwendig hohl und auswendig erhaben ist, und wovon der Streichmonden und Schlichtmonden Arten sind. Indessen stehet es dahin, ob es in dieser Bedeutung nicht vielmehr unmittelbar von mahnen, ziehen, abstammet, und ein Werkzeug zum Ziehen, Streifen, oder Streichen bedeutet. 2) Bey den neuern Schriftstellern des Insecten-Reiches führet eine Art Nachtvögel, Phalaena Noctua Lunula Hufnag. den Nahmen des Möndchens. 3) Die Zeit von einem Neumonde zum andern, ein Monath; eine größten Theils veraltete Bedeutung, welche nur noch in der Deutschen Bibel und zuweilen auch noch in der höhern Schreibart der Hochdeutschen vorkommt, da es denn auch die Oberdeutsche Form der Mond oder Monden, des Monden, plur. die Monden behält. Einige neuere Schriftsteller, als der verstorbene Ritter Michaelis, behalten dieses Wort noch bey, einen Mondenmonath zu bezeichnen, dagegen sie unsern gewöhnlichern Sonnenmonath Monath schlechthin nennen. Anm. In der ersten eigentlichen Bedeutung bey dem Ulphilas Mana, im Isidor und bey dem Ottfried Mano, bey dem Notker Man, bey den Schwäbischen Dichtern Mane, noch jetzt in den gemeinen Oberdeutschen Mundarten Mahn, Mohn, Maun, im Nieders. Maane, Maand, (wo es zugleich wider die Analogie der übrigen Mundarten weiblichen Geschlechtes ist,) im Angels. Mona, im Engl. Moon, im Holländ. Maan, im Dän. Maane, im Schwed. Måne, im Griech. μηνη und nach der Dorischen Mundart μανα, im Lettischen Mienu. Die Lat. Mensis und menstruus haben eben dieses Stammwort zum Grunde. Aus obigem erhellet, daß dieses Wort eigentlich Man, Mon lautet, und daß das in Mond, luna, angehängte d allem Ansehen nach nur das d euphonicum ist, obgleich Mond, mensis, aus Monath zusammen gezogen zu seyn scheinet. In dem zusammen gesetzten Montag hat man diese alte Form noch behalten, da dieses Wort nach der heutigen Hochdeutschen eigentlich Mondtag heißen sollte. Was die Abstammung dieses Wortes betrifft, so leiten Wachter und andere Etymologen dasselbe von mahnen, erinnern, oder dem Hebr. manah, zählen, her, weil die abwechselnden Gestalten dieses Weltkörpers schon von den ältesten Zeiten her zu Eintheilung der Zeiten und Geschäfte gebraucht worden. Allein, wer siehet nicht, daß diese Ableitung zu gekünstelt, und dem einfältigen Gange der menschlichen Begriffe zu wenig angemessen ist? Über dieß mußte ja dieses Gestirn schon einen Nahmen haben, ehe man dasselbe auf solche Art benutzen konnte. Der Nahme desselben muß also in einer Eigenschaft gegründet seyn, welche einem jeden bey dem ersten Anblicke in die Augen fällt. Man könnte denselben daher mit mehrerm Rechte von man, manch, groß, magnus, herleiten, weil dieser Himmelskörper nächst der Sonne dem Augenscheine nach der größte ist; oder auch wegen seiner veränderlichen[] Gestalt von mahnen, so fern es als ein Frequentativum von mähen, movere, sich wandeln bedeutet haben kann. Allein am wahrscheinlichsten scheinet sein vorzügliches Licht der Grund der Benennung zu seyn, indem man Spuren genug hat, daß man, mon, ehedem hell, glänzend, und figürlich rein, schön, angenehm, bedeutet habe, wie aus den davon abstammenden mundus, rein, eigentlich hell, mane, Miene, gemahnen für scheinen im figürlichen Verstande, dem alten anmin, anmuthig, eigentlich schön, hell, glänzend, Minne, die Liebe, dem Isländ. men, schön, und andern mehr erhellet, welche insgesammt Abkömmlinge und Figuren von mähen, movere, und dessen Frequentativo mahnen sind; S. auch Miene. Das Lat. Luna, bey den Phrygiern im männlichen Geschlechte Lunus, leidet eine ähnliche Abstammung von dem alten lahn, lün, hell, wovon unser Lahn, Laune, Lenz und mit vorgesetzten Gaumen- und Blaselauten Glanz, Flinkern, Blinken u. a. m. herstammen; S. diese Wörter.
5987 Zeichen · 64 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Mōnd

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Der Mōnd , des -es, plur. die -e, (Oberd. des -en, plur. die -en,) Diminut. das Mȫndchen, derjenige Weltkörper, welcher …

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Mond

    Goethe-Wörterbuch

    Mond Vereinzelt Kleinschr; (poesiesprachl) wiederholt pl ‘M-en’ (s 1c, auch in 2 u 3). Bei ca 400 Archivbelegen Gebrauch…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Mond

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Mond , der Trabant od. Nebenplanet der Erde, um die er sich in einer Ellipse von Westen nach Osten innerhalb 27 Tagen be…

  4. modern
    Dialekt
    Mon(d)

    Elsässisches Wb. · +6 Parallelbelege

    Mon(d) [Món O., auch Mónt Horbg. ; Mânt Dollern ; Myùn M. ; M Geisp. ; Mónt Str. u. vorwiegend neben Món U.; Mônət Wh. …

  5. Sprichwörter
    Mond

    Wander (Sprichwörter)

    Mond 1. Bei abnehmendem Monde ist's böse Zaunlatwergen einnehmen. – Fischart, Prakt., in Kloster, VIII, 623. 2. Bei roth…

  6. Spezial
    Mond

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Mond m. (-[e]s,-e) 1 (Himmelskörper) löna f. 2 ‹fig› (wirklichkeitsferner Ort) löna f. ▬ der Mond nimmt zu la löna se fe…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit mond

398 Bildungen · 383 Erstglied · 12 Zweitglied · 3 Ableitungen

mond‑ als Erstglied (30 von 383)

Mondachat

SHW

Mond-achat Band 4, Spalte 743-744

mondblind

SHW

mond-blind Band 4, Spalte 743-744

Mondhannes

SHW

Mond-hannes Band 4, Spalte 743-744

mondhell

SHW

mond-hell Band 4, Spalte 743-744

Mondkalb

SHW

Mond-kalb Band 4, Spalte 743-744

Mondlicht

SHW

Mond-licht Band 4, Spalte 743-744

Mondnacht

SHW

Mond-nacht Band 4, Spalte 743-744

Mondnarr

SHW

Mond-narr Band 4, Spalte 743-744

Mondrand

SHW

Mond-rand Band 4, Spalte 743-744

Mondschein

SHW

Mond-schein Band 4, Spalte 743-744

Mondsichel

SHW

Mond-sichel Band 4, Spalte 743-744

mondabend

DWB

monda·bend

mondabend , m. vom monde erhellter abend: er bat sie .. in den mondabend hinauszugehen. J. Paul ...

môndach

MNWB

mond·ach

+° môndach , m. , Montag (Zs. Hamb. Gesch. 6, 567; Ub. Bielef. 596; Ub. Obernkirchen 177; Kieler Denkelb. 32). Vgl. 2 mândach.

mondän

Pfeifer_etym

mon·daen

mondän Adj. ‘auffallend elegant, im (oft vermeintlichen) Stil der großen Welt’. Afrz. frz. mondain ‘weltlich’ (im Gegensatz zu ‘geistlich, k…

Mondäuger

RhWB

Mond-äuger Mettm , Heinsb-Millen m.: -blinder.

mond als Zweitglied (12 von 12)

Christmond

Wander

christ·mond

Christmond Wenn der Christmond bricht, so ist's eine miserable Gschicht'. Weil der Winter in der Regel dann ein unbeständiger ist. [Zusätze …

Hartmond

Wander

hart·mond

Hartmond Im Hartmond (Januar) besser ein Wolf auf dem Mist als eine Mücke. ( Nassau. ) – Kehrein, VIII, 110.

herbstmond

DWB

herbst·mond

herbstmond , m. für september. voc. inc. theut. i 4 a ; ( Schulz ) almanach der belletr. (1782) b 5 a . vergl. oben herbstmonat 2.

Heumond

Campe

heu·mond

Heumond , des — es, Mz. die — e , der siebente Monat im Jahre, in welchen gewöhnlich die Heuernte fällt; im gemeinen Leben, der Julius .

Maimond

Campe

mai·mond

Maimond , — es, Mz. — e , der Monat Mai. Der schöne Maienmond . Hölty.

N_s;benmōnd

Adelung

Der N_s;benmōnd , des -es, plur. die -e, das von den Lichtstrahlen reflectirte Bild des Mondes in der mit Dünsten angefüllten Luft; Parasele…

neumond

DWB

neu·mond

neumond , m. novilunium ( s. neu I, 5, b, γ und neulicht): newmon Dief. 383 c . Denzler 212 a . Weckherlin 609 ; neumond Stieler 1289 ; blas…

schlichtmond

DWB

schlicht·mond

schlichtmond , m. bei den gerbern eine runde eisenscheibe, die mit einem loch versehen ist und eine scharfe schneide hat. durch das loch gre…

Septembermond

Wander

september·mond

Septembermond Warmer und trockner Septembermond mit reifen Früchten reichlich lohnt. It. : Un Settembre caldo e asciutto maturar fa ogni fru…

vollmond

DWB

voll·mond

vollmond , m. , s. voll 2 c, sp. 532; ahd. volmâni, n. plenilunium Graff 2, 795 ; mhd. volmæne, vollemâne mhd. wb. 2, 1, 55 a ; Lexer 3, 450…

Wonnemond

Campe

wonne·mond

Wonnemond , — es, Mz. — e , eine alte, von Karl dem Großen herrührende Benennung des Maies, weil in den südlichen Gegenden dieser Monat, in …

Ableitungen von mond (3 von 3)

gemond

DWB

gemond , lunatus, geformiert als ein mohn ( mond ). Henisch 1488 .

gemonde

DWB

gemonde , n. handbreite, s. gemünde .

mônde

Lexer

mônde s. mânde.

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APA
Cotta, M. (2026). „mond". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 9. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/mond/adelung?formid=M01977
MLA
Cotta, Marcel. „mond". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/mond/adelung?formid=M01977. Abgerufen 9. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „mond". lautwandel.de. Zugegriffen 9. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/mond/adelung?formid=M01977.
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