Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
lode swM.
2 bildl. ‘Haarsträhne’
1 ‘grober (meist gewalkter) Wollstoff, Loden’ sarcíles: lodin de lana Gl 3:663,45; lodix: lode ebd. 3:621,44; mich riuwet mîn lode und mîn korn, / [...]. / und læget ir von hunger tôt, / ich gibe iu nimmer umb einen grûz Helmbr 1754. 390; vnd die loden von der alten woll sol man wurchen vnerschozzen [ohne Durchschuss] UrkCorp (WMU) 614AB,17,16; wer auch ainvoltigeu tuech, sapt [Leinwand] oder loden versneiden wil StRBrünn 388; ez sol auch nieman dehainen loden ungezaichent kaufen noch verkaufen noch von hinnen niht fuͤren NüP 93 u.ö. – als Bezeichnung für eine bestimmte Tuchmenge (im Ballen [vgl. WMU S. 1152] oder nach Längen bzw. Gewicht [vgl. StRMünch Glr.z.St.]): so ist auh der gewander reht, daz kain lodwaeber noh niemen der gewant erziuget bi der ellen niht verkaufen sol wan bi ganzen loden StRAugsb 42,3. 32,1; di div selben tuͦch wurchent, di mvgen si verchovffen bi dem loden oder bi der ellen, swem si wellent UrkCorp (WMU) 614AB,34,33; wir wellen: so man den loden von dem webaer trag, daz er hab 84 pfunt [...]. und sol man hundert ellen ze dem loden wurchen StRMünch 218,12 u.ö. 2 bildl. ‘Haarsträhne’ so lanc was im sin har, / daz sie ez mit grozen loden / sahen uf die erden im zoden [in Zotten herabhängen] Pass I/II (HSW) 32117; sine cleider waren wit, / wizer wan der nuwe sne, / des houbtis lodin clerer me / danne die wize wollen Daniel 5798
MWB 3,3 1244,23; Bearbeiter: Diehl