Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
heide stswF.
1.1 allg.
1.2 in Vergleichen, mit Bezug auf den Blumenschmuck und die leuchtende Farbenpracht der Heide
1.3 als Kampfplatz
2 ‘Heidekraut’
3 ‘Wald’ (vgl. MNDWB 1,252f. und DWB 4,2,798)
1 ‘ebenes, unbebautes, wildbewachsenes Land, Heide’ 1.1 allg.: ich sach vil liehte varwe hân / die heide und al den grüenen walt. / die sint nu beide worden val MF:Rugge 1:1,2; diu heide was von bluomen gar / rôt, wîz, weitvar, / brûn, grüen und gel, / swarz, mervar, wolkenhel, / tûsenvêch, trûbeblâ, / stahelbleich, îsengrâ, / purpurbrûn, sîtval UvZLanz (K) 4749; nûst diu heide wol bekleidet mit vil wunnenclîchen kleiden: / rôsen sint ir besten kleit KLD:GvN 26: 1,1; under der linden / an der heide, / dâ unser zweier bette was Walth 39,12. – mit Adj.-Attr.: liehtiu ~ Walth 119,16; Parz 516,22; Tannh 15,4; SM:JvW 1: 1,6; grüeniu ~ waz dar umbe, valwet grüene heide? MF:Reinm 18: 1,3; KLD:GvN 45: 1,1; rôtiu ~ Walth 122,33; breitiu ~ SAlex 2617; dannen kêrt er zestunt / an ein breite heide UvZLanz (K) 453; KLD:UvL 9: 1,3; KLD:Kzl 13: 2,15; wîtiu ~ Alph 583; Pass III 226,29; Seuse 371,2; wildiu ~ Aneg 1868; Wig 4865; WernhMl 234; wüestiu ~ SAlex 4125. – in formelhaften Verbindungen mit Bewegungsverben: über walt und über ~ kêren, walt und ~ varn, rîten u.ä.: sus kêrten si [...] / allez gegen der wilde hin / über walt und über heide / vil nâch zwô tageweide Tr 16681; sie vuoren ungevertes dar / manige tageweide / walt und wilde heide / gar mit arbeitlîchen siten RvEBarl 15936; er rayd wald und hayde / recht untz an den vierden tag HvNstAp 9881; Orend 3681; von Bêheim kunic Ottacker / über heid und über acker / den vînden er nâch stapht Ottok 11047; von dannen geleite er daz her, der wîgant / über holz und über heide / siben langer tageweide Orend 2401. – bildl.: [Maria] du vridestat, du fröidental, / du spilndiu, blüendiu heide Sigeher M 48; des fürsten milte ûz œsterrîche / [...]. / erst [= er ist ] ein schœne wol gezieret heide, / dar abe man bluomen brichet wunder Walth 21,4; LobGesMar 89,4; Frl 14:29,3; [ meister, ] die uf der künste heide / gebrochen han und brechen noch vil rosen speher fünde ebd. 5:116G,5 1.2 in Vergleichen, mit Bezug auf den Blumenschmuck und die leuchtende Farbenpracht der Heide: ir tohter, diu sô liehten schîn / gap daz ich die heide / mit ir manigem underscheide, / des si noch phliget und ouch dô phlac, / gein ir niht gelîchen mac Wh 200,13; si gelîchent mich der heide, / diu ê stuont bluomen vol / und nû der âne lît / diu kalte winterzît SM:Gl 1: 1,3; swie vil der meie uns brâhte ie / vremder bluomen underscheit: / manec storje dort geblüemet reit, / gelîch gevar der heide Wh 20,9; Kreuzf 1806; bî Ehmereizes kursît / der heide glanz in des meien zît / mit touwe behenket / an prîse wære verkrenket: / sô clâr was er gemachet, / daz die bluomen wæren verswachet Wh 364,22. 1.3 als Kampfplatz: getunget [mit Blut und Leichen] wart di heide. / dâ vielen di veige SAlex 4710; des strîtes an der heide, / des wart ouch dâ vergezzen niet UvZLanz (K) 3498; dar umbe wolde er in bestân / eine ûf der heide Wig 2942; Tannh 5,57; MorantGalie 4100; im Bild eines Liebeskrieges: er [der Liebende] mac lîhte waenen, daz ich sîn erbeite an einer heide, / dâ wir uns beide / versuochen aller unser maht, / ich bringe in lîhte sigehaft, / ê denne uns ieman scheide MF:Reinm 67: 4,2 2 ‘Heidekraut’ owe [...], / daz da wassen sol daz gras, / da die schone Troyge was, / busche vnde heide Herb 1741. 10576; gras, love ind heyde / bant hey zo samen beyde KarlGalie 9794 3 ‘Wald’ (vgl. MNDWB 1,252f. und DWB 4,2,798): doch sint drî heide binnen deme lande zu Sachsen, dâ den wilden tieren vrede geworcht ist bî kunges banne [...]; daz heizen banvorste. daz eine ist die heide zu Koyne; daz andere der Harcz; daz dirte die Magetheide SSp (W) 2:61,2
MWB 2 1251,17; Bearbeiter: Tao