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4. Heide

mhd. bis spez. · 21 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
40 in 21 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

4. Heide

Bd. 2, Sp. 1063
4. Der Heide, des -n, plur. die -n, Fämin. die Heidinn, plur. die -en, eine Person, welche außer der Erkenntniß des wahren Gottes lebet, ein Ungläubiger in weitern Verstande; daher im alten Testamente alle Völker außer den Juden, heut zu Tage aber alle außer den Juden, Christen und Türken, Heiden genannt werden, ob man gleich in den mittlern Zeiten auch die Türken mit zu den Heiden zu zählen pflegte. In einigen Gegenden sind sie Zigeuner unter dem Nahmen der Heiden in engerer Bedeutung bekannt. Auch ein noch ungetauftes Kind wird im gemeinen Leben häufig ein Heide genannt, weil es noch nicht auf eine sichtbare Art in die Gemeinschaft des wahren Gottes aufgenommen ist. S. Heidenhaut und Heidenhaar. Anm. Man hat von diesem dunkeln Worte allerley Ableitungen versucht. Schilter leitet es von Heide, Hain, ein Wald, her, weil die abgöttischen Deutschen ihren Götzendienst vornehmlich in den Wäldern zu verrichten pflegten; Gudmund Andreä von dem alten Schwed. Heid, Reichthum, weil sie diesen als das höchste Gut verehret; Wachter von αθεος; Frisch und andere von εθνη, εθνικος, welche Ableitung dadurch einigen Schein erhält, daß in dem Angelsächsischen Gesetze das Griech. εθνη ausdrücklich durch Haethne gegeben wird, anderer Versuche zu geschweigen. Allein, wenn man die alte Schreibart dieses Wortes und dessen Gestalt in den verwandten Sprachen betrachtet, so wird man auf eine weit wahrscheinlichere Spur gerathen. Bey dem Ottfried heißt der Heide Heithiner, in den Monseeischen Glossen Heidaner, bey dem Notker, in dem Schwabenspiegel, bey den Schwäbischen Dichtern und fast bey allen Schriftstellern des mittlern Zeitalters, und selbst noch jetzt im Oberdeutschen der Heiden, im Engl. Heathen, im Holländ. Heyden, im Dän. und Schwed. Hedning, im Isländ. Heidin, im Goth. bey dem Ulphilas Haithns. Diese Endung -ner, -ning und verkürzt -n, beweiset deutlich, daß unser Heide eigentlich ein abgeleitetes Wort ist, welches von Heide, das Feld, das Land, im Gegensatze der Stadt (S. 3. Heide,) gerade auf eben die Art gebildet worden, wie das spätere Lat. Paganus von Pagus. Es ist bekannt, daß, als Constantin und dessen Söhne die Götzendiener aus den Städten verbanneten, sich diese auf das Land und in die Dörfer, in Pagos, begaben, und daselbst ihren Götzendienst in der Stille fortsetzten, daher sie von den Lateinischen Christen gegen das Ende des vierten Jahrhundertes Pagani genannt wurden. Als die Deutschen sich zur christlichen Religion bekannten, übersetzten sie nebst vielen andern christlichen Kunstwörtern auch dieses wörtlich, und nannten einen Götzendiener einen Heidener, einen Bewohner des flachen Landes, woraus mit der Zeit der Heiden, und noch kürzer der Heide geworden. Hieraus erhellet zugleich, woher das n in den übrigen Endungen außer der ersten kommt. In den mittlern Zeiten wurden in Schweden die Adeligen Hedin genannt; allein dieses Wort hat allem Ansehen nach einen andern Ursprung, und stammet mit unserm Adel vermuthlich von Aet, Geschlecht, her, so wie das mittlere Lat. Gentilis, von Gens, in eben dieser Bedeutung gebraucht wurde. Gottsched, der alle gleichlautende Wörter von verschiedener Bedeutung auch durch die Schreibart unterschieden wissen wollte, schrieb Hayde, ein Wald, Heide, ein unfruchtbares Stück Land, und Heyd, paganus; allein zum Unglücke war er in Ableitung[] der Wörter, die doch hier den Ton angeben sollte, fast alle Mahl unglücklich, daher diese und andere Neuerungen auch nur bey einigen wenigen seiner nächsten Anhänger Beyfall gefunden haben.
3532 Zeichen · 32 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    HEIDEstf. st. swf.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +6 Parallelbelege

    HEIDE stf. 1. ebenes, unbebautes land, worauf gras und wilde blumen, auch wol einzelne bäume wachsen. goth. haiþi gr. ἀγ…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    heideF.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +4 Parallelbelege

    heide , F. Vw.: s. hēde

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    4. Heide

    Adelung (1793–1801) · +12 Parallelbelege

    4. Der Heide , des -n, plur. die -n, Fämin. die Heidinn, plur. die -en, eine Person, welche außer der Erkenntniß des wah…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Heide

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    1 Heide mask, außer in Pkt c meist pl; (in frühen Br u Labores juv) selten -y- u -ai-; ca die Hälfte der gut 70 Belege i…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Heide

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +3 Parallelbelege

    Heide , s. Ericaceae .

  6. modern
    Dialekt
    heide

    Elsässisches Wb. · +6 Parallelbelege

    heide [haitə Katzent. Zinsw. ] Interj. der Freude: h. noch emol! auch der Überraschung, wenn man fällt, anstösst, oder e…

  7. Spezial
    Heide2

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    Hei|de 2 f. (-,-n) ‹bot› (Heidekraut) lisöra (-fes) f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit heide

885 Bildungen · 780 Erstglied · 105 Zweitglied · 0 Ableitungen

heide‑ als Erstglied (30 von 780)

Heide I

SHW

Heide I Band 3, Spalte 213-214

Heide II

SHW

Heide II Band 3, Spalte 215-216

Heide(n) I

Idiotikon

Heide(n) I Band 2, Spalte 990 Heide(n) I 2,990

Heide(n) II

Idiotikon

Heide(n) II Band 2, Spalte 991 Heide(n) II 2,991

Heide(n)arbeit

Idiotikon

Heide(n)arbeit Band 1, Spalte 423 Heide(n)arbeit 1,423

Heide(n)batzeⁿ

Idiotikon

Heide(n)batzeⁿ Band 4, Spalte 1970 Heide(n)batzeⁿ 4,1970

Heide(n)benz

Idiotikon

Heide(n)benz Band 4, Spalte 1410 Heide(n)benz 4,1410

Heide(n)beri

Idiotikon

Heide(n)beri Band 4, Spalte 1465 Heide(n)beri 4,1465

heide(n)beriblāw

Idiotikon

heide(n)beriblāw Band 5, Spalte 244 heide(n)beriblāw 5,244

Heide(n)besti

Idiotikon

Heide(n)besti Band 4, Spalte 1793 Heide(n)besti 4,1793

Heide(n)blatteⁿ

Idiotikon

Heide(n)blatteⁿ Band 5, Spalte 198 Heide(n)blatteⁿ 5,198

Heide(n)block

Idiotikon

Heide(n)block Band 5, Spalte 13 Heide(n)block 5,13

Heide(n)blātereⁿ

Idiotikon

Heide(n)blātereⁿ Band 5, Spalte 206 Heide(n)blātereⁿ 5,206

Heide(n)brugg

Idiotikon

Heide(n)brugg Band 5, Spalte 545 Heide(n)brugg 5,545

Heide(n)brōt

Idiotikon

Heide(n)brōt Band 5, Spalte 961 Heide(n)brōt 5,961

Heide(n)buck

Idiotikon

Heide(n)buck Band 4, Spalte 1141 Heide(n)buck 4,1141

Heide(n)burg N

Idiotikon

Heide(n)burg N. Band 4, Spalte 1578 Heide(n)burg N. 4,1578

Heide(n)bīel

Idiotikon

Heide(n)bīel Band 4, Spalte 913 Heide(n)bīel 4,913

Heide(n)chammer

Idiotikon

Heide(n)chammer Band 3, Spalte 251 Heide(n)chammer 3,251

Heide(n)chetzer

Idiotikon

Heide(n)chetzer Band 3, Spalte 596 Heide(n)chetzer 3,596

Heide(n)chilcheⁿ

Idiotikon

Heide(n)chilcheⁿ Band 3, Spalte 234 Heide(n)chilcheⁿ 3,234

Heide(n)chol(l)i

Idiotikon

Heide(n)chol(l)i Band 3, Spalte 209 Heide(n)chol(l)i 3,209 o.

Heide(n)chrūt

Idiotikon

Heide(n)chrūt Band 3, Spalte 894 Heide(n)chrūt 3,894

Heide(n)chuchi N

Idiotikon

Heide(n)chuchi N. Band 3, Spalte 130 Heide(n)chuchi N. 3,130

heide als Zweitglied (30 von 105)

swīkheide?

KöblerAnfrk

*swīkheide? , st. F. (i) Vw.: s. *swīkheid?

Scheide

RDWB1

Scheide f ножны (напр., для меча, для сабли) anat. промежность, влагалище чехол, футляр граница (напр., водная), межа

abescheide

MWB

abe·scheide

abescheide stF. (wie abescheidunge 3) ‘Wegabzweigung, Kreuzung’ bore uf dine hende zu im umme dy selin dinir cleinin, di do hungirs vorterbi…

abscheide

KöblerMhd

abscheide , F. Vw.: s. abescheide

benodicheide

KöblerMnd

benodicheide , F. Vw.: s. benȫdichhēt*

berntheide

KöblerMnd

berntheide , Sb. Vw.: s. berntheit*

bescheide

Lexer

be-scheide stf. auseinandersetzung Karlm. 101,49 ; bedingung mit der beschaid Mz. 1, 415 ( 1389 ) auch sw. mit der bescheiden Mw. 294 ( 1335…

beutenheide

DWB

beuten·heide

beutenheide , f. silva in qua propter examina silvestrium apum alvearia in arboribus suspensa sunt. Frisch führt die beutenheide bei Storkau…

biswīkheide

KöblerAnfrk

biswīkheide , st. F. (i) Vw.: s. biswīkheid*

blattscheide

DWB

blatt·scheide

blattscheide , f. vagina folii: die krone der blätter hebt sich aus einer grünen den stamm fortsetzenden blattscheide.

buochheide

AWB

buoch·heide

buochheide mhd. ( st. sw. ) f. buch-heide: nom. sg. Gl 3,44, 49 ( Paul. 106, 13. Jh. ). Heidekraut, Besenheide, Calluna vulgaris L.: myrica …

dakhêide

MNWB

dak·heide

dakhêide , f. , Heideplaggen, rechteckige Stücke zur Befestigung des Strohs am First.

degenscheide

DWB

degen·scheide

degenscheide , f. vagina ensis. so oder erbsenschote heiszt eine schnecke nautilus legumen.

endeschêⁱde

MNWB

ende·scheide

endeschêⁱde , (ē) , f. , Grenzscheide (vgl. ende ), ende unde e., binnen allen ēren e.-n belēgen.

entscheide

BMZ

ent·scheide

entscheide stv. 1. scheide aus einander, sondere, unterscheide. redelich ist daʒ, daʒ ein iclîch ding entscheidet und ordinet alsô iʒ ist: d…

fuchsscheide

DWB

fuchs·scheide

fuchsscheide , f. drei lange flache oben in eine spitze zusammengehende hölzer, den fuchsbalg darüber auszuspannen und so zu trocknen. bei d…