lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

Güte

nhd. bis spez. · 12 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
14 in 12 Wb.
Sprachstufen
6 von 16
Verweise rein
47
Verweise raus
67

Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Güte

Güte

gut Adj., ahd. (8. Jh.), mhd. guot, asächs. aengl. gōd, mnd. gōt, engl. good, mnl. goet, nl. goed, afries. god, anord. gōðr, schwed. dän. god, got. gōþs (germ. *gōda-) gehört ablautend zu der unter Gatte (s. d.) dargestellten Wurzel ie. *ghadh- ‘vereinigen, eng verbunden sein, zusammenpassen’ (vgl. auch aind. gádhyaḥ ‘was man gerne festhält, was einem paßt’, aslaw. godьnъ ‘gefällig, geeignet’ sowie ahd. gigat ‘passend’). Als Ausgangsbedeutung von germ. *gōda- wird danach etwa ‘passend, geeignet’ anzusetzen sein. Das Wort zeigt, teils schon in sehr früher Zeit, eine reiche Bedeutungsentwicklung, die, von ‘passend’ ausgehend, zunächst zu ‘für einen Zweck geeignet, tauglich, brauchbar’, in spezifischer Anwendung auf Personen ‘tüchtig, geschickt’ führt. Aus dem Begriff des Geeignetseins für einen bestimmten Zweck entwickelt sich gut zum Wertbegriff im Sinne von ‘wertvoll, kostbar, hochwertig, qualitativ einwandfrei’ (bei Sachen), ‘vornehm, edel, angesehen, ehrlich’ (auf Personen oder deren Verhältnisse bezogen), ferner zum Ausdruck des Wohlgefallens, der Freude, die jemand an einer Sache oder einem Zustand hat, wird also zu ‘angenehm, bequem, vorteilhaft, erfreulich, fein, schön’. Aus ‘passend, geeignet’ entwickelt sich auch, gleichfalls schon in ältester Zeit, die Bedeutung ‘geneigt, wohlmeinend, freundlich, gefällig, gütig’; in allgemeiner ethischer Verwendung steht gut im Sinne von ‘rechtschaffen, tugendhaft, anständig’. gut wird auch zur Bezeichnung von Mengen- oder Maßangaben im Sinne von ‘richtig, ordentlich’ verwendet, woraus sich ‘reichlich, beträchtlich’ (eine gute Stunde, gute acht Tage) ergibt; schließlich kann gut als Mittel der Steigerung etwa im Sinne von ‘tüchtig, gehörig, völlig’ (ich habe gute Lust, in gutem Einvernehmen) gebraucht werden. – Gut n. ‘Besitz, Vermögen, versandfertige Ware, Ladung, Material, Stoff für einen bestimmten Arbeitsprozeß (Saat-, Steingut), größerer landwirtschaftlicher Betrieb’, ahd. guot ‘Gutes, Vermögen, Besitz’ (8. Jh.), mhd. guot, auch ‘Landgut’, asächs. aengl. gōd, anord. gott, Substantivierungen des Adjektivs. Güte f. ‘hilfreiche, großherzige Gesinnung, Nachsicht, Freundlichkeit, gute Beschaffenheit, Qualität (einer Ware)’, ahd. guotī (9. Jh.), mhd. güete, asächs. gōdi. vergüten Vb. ‘entschädigen, zurückerstatten, die Güte, Beschaffenheit verbessern’, spätmhd. vergüeten ‘entschädigen, auf Zinsen anlegen’; dazu Vergütung f. (18. Jh.). begütert Adj. ‘mit Gütern, Reichtum ausgestattet, reich, wohlhabend’ (16. Jh.). gütig Adj. ‘voller Güte, hilfreich und verzeihend’, mhd. güetec. begütigen Vb. ‘gut zureden, besänftigen, beschwichtigen’ (15. Jh.). gütlich Adj. ‘in gutem Einvernehmen, ohne Streit, friedlich’, ahd. guotlīh ‘gut, heilbringend, segensreich’ (8. Jh.), mhd. guotlich, güetlich ‘gut, gütig, freundlich’. Gutachten n. ‘ausführlich begründete Stellungnahme eines Sachverständigen’ (Anfang 16. Jh.), substantivierte Zusammenrückung aus etw. für gut achten. Gutdünken n. ‘eigenes, persönliches Ermessen’, spätmhd. guotdunken, Substantivbildung aus Verbindungen wie eʒ dunket mich guot. Guthaben n. ‘worauf man Anspruch hat, zur Verfügung stehendes (gespartes) Geld, geldliche Forderung an jmdn.’ (um 1800), Substantivierung aus etw. gut haben (heute guthaben) ‘etw. zu fordern haben’. – gutheißen Vb. ‘für gut befinden, billigen’ (16. Jh.), Zusammenrückung aus etw. gut heißen. gutmütig Adj. ‘von guter Gemütsart, nicht streitsüchtig, leicht zu beeindrucken, mitleidig’ (15. Jh.). Gutschein m. ‘Schein über ein Guthaben in Waren oder Geld’ (19. Jh.), Verdeutschung für Bon (s. d.). gutwillig Adj. ‘guten Willen zeigend, gefügig’, ahd. guotwillīg (um 1000), mhd. guotwillic.
3666 Zeichen · 102 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Güte

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Die Güte , plur. car. das Abstractum des Bey- und Nebenwortes gut. 1. Absolute, das Verhältniß der innern Beschaffenheit…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Güte

    Goethe-Wörterbuch

    Güte einmal Kleinschr; von reichl 700 Belegen Mehrzahl in 4i; bemerkenswert breites Spektrum in Bed 4 von einem relig ve…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Güte

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Güte , die auf starker Entwickelung der sympathetischen Gefühle beruhende Neigung, andern Gutes zu erweisen, als Gegente…

  4. modern
    Dialekt
    Gütef.

    Pfälzisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Güte f. : nach dem Schd., z. T. auch in der Form mit nicht apokopiertem Endungs-e. Du meine Giete (gīdə)! [ KU-Kaulb KL-…

  5. Sprichwörter
    Güte

    Wander (Sprichwörter)

    Güte 1. Auch Güte platzt und hat ein Ende. Frz. : Bonté change si on la point. ( Leroux, II, 186. ) 2. Auf der Güte Mitt…

  6. Spezial
    Güte

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Gü|te f. (-) 1 bunté f. 2 cualité f. ▬ die Güte haben avëi la bunté; ester tan bun (da).

Verweisungsnetz

86 Knoten, 92 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 4 Hub 2 Kompositum 72 Sackgasse 8

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit guete

135 Bildungen · 131 Erstglied · 2 Zweitglied · 2 Ableitungen

guete‑ als Erstglied (30 von 131)

Guete(n)swīler

Idiotikon

Guete(n)swīler Band 1, Spalte 369 Guete(n)swīler 1,369

Guete(n)tagchuss

Idiotikon

Guete(n)tagchuss Band 3, Spalte 527 Guete(n)tagchuss 3,527

Gǖtebēr

WWB

guet·eber

Gǖte-bēr m. 1. „Schleifkanne“ ( Enr HOLT-HAUS). — 2. „Biereinschenker, der die → Bēr-gǖte führt“ (WOEN).

Guetedel

ElsWB

guet·edel

Guetedel [Kỳətètl Ingenh. ] weisse Süsstraube; Syn. Rischli.

Gǖteke

WWB

guet·eke

Gǖteke Göutke Wassergießer zum Bleichen ( Isl Hd).

güteklasse

DWB

guete·klasse

güteklasse , f. , zu güte 1 b: die deutschen spinnereien bezeichnen ihre güteklassen mit buchstaben Lueger 5, 411 .

Guetel

Idiotikon

Guetel N. Band 2, Spalte 555 Guetel N. 2,555

Gütelcher

Wander

guetel·cher

Gütelcher Alle Gütelcher sen bös, alle Schöncher mies (hässlich). – Tendlau, 958. Dem Namen entspricht nicht stets das Wesen. [Zusätze und E…

Guetele

ElsWB

guet·ele

Guetele n. gekochtes Obst, bes. Zwetschgen ( U. Schlëckel) Mü. Stöber Mäder . — Schweiz. 2, 554.

gueteleⁿ

Idiotikon

gueteleⁿ Band 2, Spalte 555 gueteleⁿ 2,555

Gueteli

Idiotikon

guet·eli

Gueteli Band 2, Spalte 554 Gueteli 2,554

Guetelibapīr

Idiotikon

Guetelibapīr Band 4, Spalte 1416 Guetelibapīr 4,1416

Gueteliteig

Idiotikon

Gueteliteig Band 12, Spalte 1112 Gueteliteig 12,1112

güteln

DWB

guet·eln

güteln , guteln , vb.; ableitung von gut IV A 1 im sinne ' freundlich tun, liebkosen ': kan die deutsche sprache schnauben, schnarchen, polt…

gütemasz

DWB

gütemasz , n. , zu güte 1 b: als gütemasz für das material dienen beim schlagversuch die beziehungen zwischen formänderung und ... schlagarb…

Gütenbach

Meyers

gueten·bach

Gütenbach , Dorf und Luftkurort im bad. Kreis Villingen, Amt Triberg, im Schwarzwald im schönen Simonswalder Tal, 868 m ü. M., hat eine altk…

gueter Ding

Idiotikon

gueter Ding Band 13, Spalte 498 gueter Ding 13,498 M.

Güterabschätzung

Meyers

gueter·abschaetzung

Güterabschätzung ( Taxation, Anschlag, Wertanschlag, Bonitierung ), die Wertschätzung von Landgütern oder einzelnen Grundstücken durch Priva…

güterabtretung

DWB

gueter·abtretung

güterabtretung , f. , römisch-rechtlicher terminus ( lat. cessio bonorum ), übergabe des eigentums ( vgl. gut , n., B 1) an die gläubiger be…

güteranschlag

DWB

gueter·anschlag

güteranschlag , m. , zu gut, n., B 3, vgl. güteranschlag œstimatio bonorum Stieler stammb. (1691) 1819 : ein solcher güteranschlag nun ist e…

güterarbeit

DWB

gueter·arbeit

güterarbeit , f. , arbeit auf dem ländlichen besitztum, vgl. güeterarbeit Staub-Tobler 1, 423 : wir hatten ein recht gutes jahr und konnten …

güterbahnhof

DWB

gueter·bahnhof

güterbahnhof , m. , bahnhof für den frachtverkehr der eisenbahn ( vgl. gut , n., B 1 g α ): es entstehen so personenbahnhöfe, güter- und ran…

güterballen

DWB

gueter·ballen

güterballen , m. , aus frachtgütern in form eines ballens zusammengepackte last: und sein folgenden tag darnach Thomassen, ... so damals für…

guete als Zweitglied (2 von 2)

Herzensgüte

RDWB1

Herzensgüte f aus ~ - по доброте душевной идиом.

ungüte

DWB

ungüte , f. , mangel an güte ( s. d. ) u. ihr gth. mhd. ungüete ( amhd. unguote) unfreundlichkeit, härte, bosheit, schlechtigkeit, grausamke…

Ableitungen von guete (2 von 2)

ungüte

DWB

ungüte , f. , mangel an güte ( s. d. ) u. ihr gth. mhd. ungüete ( amhd. unguote) unfreundlichkeit, härte, bosheit, schlechtigkeit, grausamke…

urgüte

DWB

urgüte , f. (ur- C 4 a und c) Heinse 9, 321 Sch.

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „guete". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 17. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/guete/pfeifer_etym
MLA
Cotta, Marcel. „guete". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/guete/pfeifer_etym. Abgerufen 17. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „guete". lautwandel.de. Zugegriffen 17. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/guete/pfeifer_etym.
BibTeX
@misc{lautwandel_guete_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„guete"},
  year         = {2026},
  howpublished = {lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern},
  url          = {https://lautwandel.de/lemma/guete/pfeifer_etym},
  urldate      = {2026-05-17},
}