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Güte

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Adelung
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Güte

Bd. 2, Sp. 860
Die Güte, plur. car. das Abstractum des Bey- und Nebenwortes gut. 1. Absolute, das Verhältniß der innern Beschaffenheit einer Sache gegen die Absicht des Subjectes, und gegen ihre Bestimmung oder ihren Endzweck. Die Güte eines Zeuges, einer Waare untersuchen. Die Güte des Weines erforschen. Sind alle diese Wahrheiten von gleicher Güte? Auch im moralischen Verstande, das Verhältniß einer Sache gegen ihre sittliche Bestimmung, gegen das Gesetz. Die Handlungen sind von verschiedener Güte. 2. In engerer Bedeutung, das gehörige Verhältniß eines Dinges gegen die Absicht und das Verlangen des Subjectes, und gegen den Endzweck und die Bestimmung einer Sache. 1) In der eigentlichsten Bedeutung des Beywortes, die Eigenschaft einer Sache, da sie den Sinnen angenehm ist, angenehme Empfindungen erwecket. Die Güte alles Fleisches ist wie eine Blume auf dem Felde, Es. 40, 6, d. i. dessen Annehmlichkeit, Reitz. In dieser Bedeutung ist es im Hochdeutschen veraltet, außer daß man es in der vertraulichen Sprechart zuweilen im Concreto gebraucht; sich eine Güte thun, sich gütlich thun, sich angenehme Empfindungen verschaffen. 2) In weiterer Bedeutung. (a) Überhaupt, die Eigenschaft einer Sache, da sie der Absicht eines andern, ihrer Bestimmung, ihrem Endzwecke gemäß ist; die Vollkommenheit, wenn diese Eigenschaft in einem hohen Grade vorhanden ist, ungeachtet Güte und Vollkommenheit von den Philosophen gemeiniglich als gleichbedeutend angenommen werden. An diesem Tuche, an dieser Waare wird die Güte nicht bezahlet. Die Güte eines Landes. Die Güte eines Pferdes bestehet darin u. s. f. Die Güte eines Hirsches, dessen gehörige feiste Beschaffenheit. Auch im moralischen Verstande, das gehörige Verhältniß einer Sache gegen das Gesetz, ihre Übereinstimmung mit dem Gesetze. (b) In einigen engern Bedeutungen des Wortes gut. (α) Die Reinigkeit, der unverfälschte Zustand eines Körpers. Die Güte des Goldes, des Silbers. (β) Die Übereinstimmung mit den Regeln der Kunst, oder mit dem Objecte. Die poetische Güte, die Ähnlichkeit eines poetischen Bildes mit dem Urbilde. Die Güte eines Gemähldes, die Richtigkeit der Verhältnisse in der Zeichnung. (γ) Noch mehr im moralischen Verstande. (1) Die natürliche Beschaffenheit des Gemüthes, da es nicht zum Zorne, sondern zur Gelindigkeit, Sanftmuth, Geduld u. s. f. geneigt ist. Die Güte ist eben so oft eine Schwäche, als eine Tugend. Er ist die Güte selbst. (2) Glimpf, Gelindigkeit, freundschaftliches Verfahren, im Gegensatze des Ernstes, des Zwanges und des gerichtlichen Verfahrens. Ernst und Güte bey jemanden versuchen. Den Weg der Güte versuchen. Sage mir es in der Güte, im Guten. Der Güte pflegen, in der Gerichtssprache, einen gütlichen Vergleich zu treffen suchen. Die Creditores sind zur Pflegung der Güte eingeladen worden. (3) Die Neigung und Bereitwilligkeit andern Gutes zu thun; die Gütigkeit. Die Erde ist voll der Güte des Herren, Ps. 33, 5. Nein, ich kann ihre Güte nicht ausstehen. Ingleichen, deren Erweisung. Sie überhäufen mich mit Güte. Auch in der gesellschaftlichen Höflichkeit ist es, so wie Gütigkeit,[] sehr üblich. Haben sie die Güte, und lassen sie mich melden. Anm. Bey dem Ottfried Guati, so wohl von der Vollkommenheit eines Dinges, als auch im moralischen Verstande für Gnade.
3260 Zeichen · 55 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Güte

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Die Güte , plur. car. das Abstractum des Bey- und Nebenwortes gut. 1. Absolute, das Verhältniß der innern Beschaffenheit…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Güte

    Goethe-Wörterbuch

    Güte einmal Kleinschr; von reichl 700 Belegen Mehrzahl in 4i; bemerkenswert breites Spektrum in Bed 4 von einem relig ve…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Güte

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Güte , die auf starker Entwickelung der sympathetischen Gefühle beruhende Neigung, andern Gutes zu erweisen, als Gegente…

  4. modern
    Dialekt
    Gütef.

    Pfälzisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Güte f. : nach dem Schd., z. T. auch in der Form mit nicht apokopiertem Endungs-e. Du meine Giete (gīdə)! [ KU-Kaulb KL-…

  5. Sprichwörter
    Güte

    Wander (Sprichwörter)

    Güte 1. Auch Güte platzt und hat ein Ende. Frz. : Bonté change si on la point. ( Leroux, II, 186. ) 2. Auf der Güte Mitt…

  6. Spezial
    Güte

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Gü|te f. (-) 1 bunté f. 2 cualité f. ▬ die Güte haben avëi la bunté; ester tan bun (da).

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit guete

135 Bildungen · 131 Erstglied · 2 Zweitglied · 2 Ableitungen

guete‑ als Erstglied (30 von 131)

Guete(n)swīler

Idiotikon

Guete(n)swīler Band 1, Spalte 369 Guete(n)swīler 1,369

Guete(n)tagchuss

Idiotikon

Guete(n)tagchuss Band 3, Spalte 527 Guete(n)tagchuss 3,527

Gǖtebēr

WWB

guet·eber

Gǖte-bēr m. 1. „Schleifkanne“ ( Enr HOLT-HAUS). — 2. „Biereinschenker, der die → Bēr-gǖte führt“ (WOEN).

Guetedel

ElsWB

guet·edel

Guetedel [Kỳətètl Ingenh. ] weisse Süsstraube; Syn. Rischli.

Gǖteke

WWB

guet·eke

Gǖteke Göutke Wassergießer zum Bleichen ( Isl Hd).

güteklasse

DWB

guete·klasse

güteklasse , f. , zu güte 1 b: die deutschen spinnereien bezeichnen ihre güteklassen mit buchstaben Lueger 5, 411 .

Guetel

Idiotikon

Guetel N. Band 2, Spalte 555 Guetel N. 2,555

Gütelcher

Wander

guetel·cher

Gütelcher Alle Gütelcher sen bös, alle Schöncher mies (hässlich). – Tendlau, 958. Dem Namen entspricht nicht stets das Wesen. [Zusätze und E…

Guetele

ElsWB

guet·ele

Guetele n. gekochtes Obst, bes. Zwetschgen ( U. Schlëckel) Mü. Stöber Mäder . — Schweiz. 2, 554.

gueteleⁿ

Idiotikon

gueteleⁿ Band 2, Spalte 555 gueteleⁿ 2,555

Gueteli

Idiotikon

guet·eli

Gueteli Band 2, Spalte 554 Gueteli 2,554

Guetelibapīr

Idiotikon

Guetelibapīr Band 4, Spalte 1416 Guetelibapīr 4,1416

Gueteliteig

Idiotikon

Gueteliteig Band 12, Spalte 1112 Gueteliteig 12,1112

güteln

DWB

guet·eln

güteln , guteln , vb.; ableitung von gut IV A 1 im sinne ' freundlich tun, liebkosen ': kan die deutsche sprache schnauben, schnarchen, polt…

gütemasz

DWB

gütemasz , n. , zu güte 1 b: als gütemasz für das material dienen beim schlagversuch die beziehungen zwischen formänderung und ... schlagarb…

Gütenbach

Meyers

gueten·bach

Gütenbach , Dorf und Luftkurort im bad. Kreis Villingen, Amt Triberg, im Schwarzwald im schönen Simonswalder Tal, 868 m ü. M., hat eine altk…

gueter Ding

Idiotikon

gueter Ding Band 13, Spalte 498 gueter Ding 13,498 M.

Güterabschätzung

Meyers

gueter·abschaetzung

Güterabschätzung ( Taxation, Anschlag, Wertanschlag, Bonitierung ), die Wertschätzung von Landgütern oder einzelnen Grundstücken durch Priva…

güterabtretung

DWB

gueter·abtretung

güterabtretung , f. , römisch-rechtlicher terminus ( lat. cessio bonorum ), übergabe des eigentums ( vgl. gut , n., B 1) an die gläubiger be…

güteranschlag

DWB

gueter·anschlag

güteranschlag , m. , zu gut, n., B 3, vgl. güteranschlag œstimatio bonorum Stieler stammb. (1691) 1819 : ein solcher güteranschlag nun ist e…

güterarbeit

DWB

gueter·arbeit

güterarbeit , f. , arbeit auf dem ländlichen besitztum, vgl. güeterarbeit Staub-Tobler 1, 423 : wir hatten ein recht gutes jahr und konnten …

güterbahnhof

DWB

gueter·bahnhof

güterbahnhof , m. , bahnhof für den frachtverkehr der eisenbahn ( vgl. gut , n., B 1 g α ): es entstehen so personenbahnhöfe, güter- und ran…

güterballen

DWB

gueter·ballen

güterballen , m. , aus frachtgütern in form eines ballens zusammengepackte last: und sein folgenden tag darnach Thomassen, ... so damals für…

guete als Zweitglied (2 von 2)

Herzensgüte

RDWB1

Herzensgüte f aus ~ - по доброте душевной идиом.

ungüte

DWB

ungüte , f. , mangel an güte ( s. d. ) u. ihr gth. mhd. ungüete ( amhd. unguote) unfreundlichkeit, härte, bosheit, schlechtigkeit, grausamke…

Ableitungen von guete (2 von 2)

ungüte

DWB

ungüte , f. , mangel an güte ( s. d. ) u. ihr gth. mhd. ungüete ( amhd. unguote) unfreundlichkeit, härte, bosheit, schlechtigkeit, grausamke…

urgüte

DWB

urgüte , f. (ur- C 4 a und c) Heinse 9, 321 Sch.

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APA
Cotta, M. (2026). „guete". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 17. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/guete/adelung
MLA
Cotta, Marcel. „guete". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/guete/adelung. Abgerufen 17. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „guete". lautwandel.de. Zugegriffen 17. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/guete/adelung.
BibTeX
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