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glücken

nhd. bis spez. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
11 in 10 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

glücken

glücken

Glück n. ‘zufälliges, überraschendes Zusammentreffen günstiger Umstände, Schicksal, Gemütszustand innerer Befriedigung’, mhd. g(e)lücke, mnd. (ge)lükke, mnl. (ghe)lucke, (ge)luc, nl. geluk; entlehnt aus dem Mnd. sind afries. lukk, mengl. luk(e), engl. luck, anord. lukka, lykka, schwed. lycka. Mhd. g(e)lücke ist erstmals in der frühhöfischen Dichtung (1160) bezeugt und verbreitet sich mit der höfisch-ritterlichen Kultur vom Rhein aus über das dt. Sprachgebiet. Es bedeutet anfangs ‘Schicksal, Geschick, Ausgang eines Geschehens oder einer Angelegenheit (sowohl zum Guten als auch zum Bösen)’ und tritt als Schicksalsbegriff in Konkurrenz mit mhd. sælde und heil (s. selig und Heil), den älteren Ausdrücken für ‘Segen, Heil, Glück’. Aus dem engeren Gebrauch im Sinne von ‘günstiger Verlauf oder Ausgang eines Geschehens, günstiges Geschick’ entwickelt sich Glück zur Bezeichnung des wünschenswerten ‘Zustandes starker innerer Befriedigung und Freude’. Im 14. Jh. nimmt Glück auch die Bedeutung von ‘Beruf, Lebensunterhalt’ an. Die Herkunft des erst relativ spät auftretenden Wortes ist nicht geklärt. Verschiedene, jedoch sämtlich nicht befriedigende Herleitungsversuche sind zusammengestellt in ¹DWB 4, 1, 5, 226 f. glücken Vb. ‘gelingen, nach Wunsch ablaufen’, mhd. g(e)lücken, zum Substantiv gebildet; im Mhd. nur selten, erst in nhd. Zeit sich ausbreitend. beglücken Vb. ‘glücklich machen, erfreuen’ (Anfang 17. Jh.). glücklich Adj. ‘vom Glück begünstigt, erfolgreich, zufrieden, vorteilhaft, günstig’, mhd. gelückelich ‘vom Zufall, vom Schicksal abhängig, günstig’. Unglück n. ‘verhängnisvolles Ereignis, schweres Mißgeschick, Schicksalsschlag, Pech’, mhd. ung(e)lücke. unglücklich Adj. ‘traurig, niedergeschlagen, bedrückt, verhängnisvoll’ (15. Jh.). verunglücken Vb. ‘einen Unfall erleiden, mißlingen, mißraten’ (17. Jh.). glückselig Adj. ‘sehr glücklich, überglücklich’, mhd. gelücksælec. Glückseligkeit f., spätmhd. gelücksælecheit. Glückskind n. ‘vom Glück Begünstigter, wem alles gelingt’ (16. Jh.), vielleicht nach lat. fortunae filius. Glückspilz m. zunächst im Sinne von ‘Emporkömmling, Parvenü’ (2. Hälfte 18. Jh.), eigentlich ‘wer wie ein Pilz plötzlich aus dem Nichts aufschießt’ (vielleicht unter Einfluß von engl. mushroom, das sowohl ‘Pilz’ wie auch ‘Emporkömmling’ bedeutet); von der 2. Hälfte des 19. Jhs. an gleichbed. mit Glückskind. Glücksrad n. Sinnbild für die Veränderlichkeit des Glücks, auch ‘das sich drehende Rad bei Verlosungen und bestimmten Glücksspielen’, mhd. des gelückes rat, auch gelückrat, später glükrad (14. Jh.), seit dem 17. Jh. Glücksrad, seltener Glückrad. Glücksritter m. ‘wer sich in seinem Handeln sorglos auf sein Glück verläßt’, auch abschätzig ‘Abenteurer’ (2. Hälfte 18. Jh.), zunächst auf mittelalterliche Verhältnisse bezogen ‘Ritter, der auf Glück auszieht’.
2819 Zeichen · 80 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Glücken

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Glücken , verb reg. neutr. welches das Hülfswort haben, bey manchen auch seyn erfordert, aber nur unpersönlich gebraucht…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    glücken

    Goethe-Wörterbuch

    glücken selten -k-, einmal -kk- 37,16 Annette Ziblis 53 ; vereinzelt (PartPrät) subst; gelegentl mit ‘haben’ 1 in neutra…

  3. modern
    Dialekt
    glücken

    Mecklenburgisches Wb. · +2 Parallelbelege

    glücken glücken; Rda.: wenn 't glücken sall, kalwt 'n Oß Ro Dob ; ungebräuchlich, jedoch scheint die Form tau 'n Glücken…

  4. Sprichwörter
    Glücken

    Wander (Sprichwörter)

    Glücken 1. Allzu grosses Glücken muss in sich ersticken. 2. Dem einen glückt, was Hunderten misglückt. 3. Em glückt alle…

  5. Spezial
    glücken

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    glü|cken vb.intr. 1 (gelingen) garaté (gareta), jí bun 2 (unpersönlich gebraucht) ester bun, garaté (gareta).

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gluecken

9 Bildungen · 2 Erstglied · 3 Zweitglied · 4 Ableitungen

Zerlegung von gluecken 2 Komponenten

glu+ecken

gluecken setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

gluecken‑ als Erstglied (2 von 2)

glückentwöhnt

DWB

glückentwöhnt , part. adj. : die lang ersehnte freude ... hatte die glückentwöhnten menschen tödtlich erschöpft M. v. Ebner-Eschenbach (1893…

glückenwurzel

DWB

gluecken·wurzel

glückenwurzel , f. , pflanzenname, archangelica officinalis; der erste bestandteil glücken- ist aus angelica umgedeutet, s. Marzell wb. d. d…

gluecken als Zweitglied (3 von 3)

beglücken

DWB

beg·luecken

beglücken , fortunare, beare: meine frau beglückte mich mit einem jungen sohne; dieser könig beglückt sein volk; wenn der himmel meinen wuns…

Míßglücken

Adelung

miss·gluecken

Míßglücken , verb. reg. neutr. welches das Hülfswort seyn erfordert, und der Gegensatz von glücken ist, nicht glücken, übel glücken; mißling…

verunglücken

DWB

ver·ungluecken

verunglücken , v. , seit dem 17. jahrh. belegt und gebucht ( Schöpper d 8 c , Schottel 648 ), älter im nd.: Schiller-Lübben 5, 480 . mundart…

Ableitungen von gluecken (4 von 4)

beglücken

DWB

beglücken , fortunare, beare: meine frau beglückte mich mit einem jungen sohne; dieser könig beglückt sein volk; wenn der himmel meinen wuns…

entglücken

DWB

entglücken , affligere, perdere, gegensatz von beglücken : wie dein gerechter zorn entglücket des aufgeblasnen feinds gemüt. Weckherlin 368 …

Míßglücken

Adelung

Míßglücken , verb. reg. neutr. welches das Hülfswort seyn erfordert, und der Gegensatz von glücken ist, nicht glücken, übel glücken; mißling…

unglücken

DWB

unglücken , verb. , nicht glücken ( s. d. ). unpersönlich mhd. ungelücken, mnd. ungelucken. improsperari unglucken gemma g. (1508) m 3 b ; v…