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gebrech

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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

gebrech m. n.

Bd. 4, Sp. 1839
gebrech, gebrechen, m. n. schaden, fehler, mangel u. ä., subst. verb. zu brechen, gebrechen, eigentlich ein bruchschaden (s. II, 1); in den formen liegt eine vermischung und verwirrung vor, die sich im sprachbewusztsein selbst vollzogen hat. II. Der formen sind genau genommen drei oder vier, deren strenge scheidung aber nhd. nicht durchzuführen ist: der gebrech, der gebrechen (eigentlich gebreche), das gebrechen und das gebrech. I@11) der gebrech, I@1@aa) nhd., im 15. bis 17. jahrh.: zu grosze fülle schaden thut, zu grosz gebrech ist auch nicht gut. Renner 49, im mhd. texte gebrest m. 9443; das der gebrech also abgeton wirdet. Michelsen thür. rechtsd. 114; der gebrech ist am glauben. Luther 1, 66a; derselbige gebrech. 6, 381a; dieweil es ein gemeiner gebrech ist. br. 2, 57; zu dem hangt der gebräch uns mänschen allen an. Rompler 58; das ist ein groszer gebrech. Schuppius 19. 14 u. ö. I@1@bb) ein echtes starkes gebrech m. ist damit freilich nicht bewiesen, weil auch das schwache gebreche damals seines -e meist verlustig gieng. aber auch im acc.: es wird .. an predigern gebrech haben. Luther tischr. 183a; gebrech leiden H. Staden a, Opitz 1, 345. wirklich beweisend wäre aber doch erst einen gebrech oder des gebrechs u. ä., weil der gestutzte nom. gebrech in jenen vielgebrauchten wendungen immer auch sich als acc. eingeschlichen haben kann; noch Stieler 234 gibt unter der gebrech auch gebrech haben, carere, wie Henisch 1395, also als m. I@1@cc) mhd. ist zur zeit nur schwaches gebreche m. bezeugt (sieh Lexer 1, 759); dennoch zweifle ich nicht an dem bestand auch eines starken gebrech, das denn im vorigen mit versteckt sein wird; bestanden doch eben so neben einander gebrest und gebreste mit ganz gleicher bed. und gleichem ursprung (s.gebresten). ein mnd. beleg aus dem 14. jh. ist zur hand (bei Sch. und L. ist nur n. angesetzt, s. 4), er beweist wol mit für das hochd.: den gebrek der sonebreve. Wigand beitr. f. gesch. u. rechtsalt. 201, zur bedeutung s. II, 3, b. I@22) das m. in schwacher form, der gebreche, der gebrechen. I@2@aa) der reine nom., wie mhd., noch im 15. jh.: gepreche, defectus. voc. 1482 l 7b (geprech 8a); im 16. jh. md., wo sich überhaupt das endungs-e am besten gehalten hat: sagen, es sei mehr ein feil odder gepreche denn sunde. Luther bei Dietz 2, 27a (zur sache s. III, 3, e); wiltu beichten .. was dein gebreche ist. Luther 6, 333a. flectiert: man hette ein groszen gebrechen am fuszvolk. städtechron. 2, 328; unser gebrechen, plur., das. I@2@bb) gewöhnlich ist doch gebrechen auch schon auf den nom. mit erstreckt (neben gebrech): ein merklicher gebrechen. städtechron. 2, 329, 11; ein grosz gebrechen was. 328, 21. 329, 7, aus dem 15. jh.; Pelagianer, so die erbsunde nicht wollen laszen sunde sein, sondern solle ein gebrechen odder feil sein. Luther vom abendmal 1528 F 3b; so ist eben das der gebrechen gewest zu Sodom. über das 1. buch Mose 1527 v 1a (Dietz 2, 27b). im acc.: do gedacht ich, hastu den gebrechen. fastn. sp. 701, 23; und clag ir haimlich meinn geprechen. 771, 19; den gebrechen seiner hand. Opitz 2, 61; ihr geist ist allzukeusch, zu melden den gebrechen. Hoffmannswaldau hochzeitpred. 22 (21). noch im 18. jahrh. anfangs der gebrechen Rädlein, Ludwig, Steinbach, doch ist da das m. im n. untergegangen, s. 3. I@2@cc) den übergang zum folgenden bilden formen, die dem m. und dem n. unter 3 zugleich angehören konnten; besonders der pl., der später wol mehr im gebrauch war als der sing.: wir haben an unsern mannen grosz geprechen, der wir nicht halp türn aus gesprechen. fastn. sp. 769, 20, nach dem gen. pl. der ist es pl., grosz für grosze (wegen der bedeutung s. II, 3, c); seine anliegen und gebrechen. Ayrer 382c (1917, 7); weibern sind gebrechen sonsten nicht zu rechen (anzurechnen), auszer wann sie fehlen und die manne zehlen. Logau 3, 235, 96 (letzte zug.). doch auch im sing. konnte man frühe schwanken, z. b.: wer sich .. gebrechens .. schemet. Luther 1, 247 (s. III, 2, b); Hermes ist der beste redner, weit und breit und um und um; ein gebrechen ist bedenklich: manchmal ist er silber-stumm. Logau 3, 5, 66; du fehltest nur aus weiblichem gebrechen. Schiller 443b. I@33) das gebrechen, der inf. des zeitworts als subst. I@3@aa) er ist in seinem auftreten schwer zu erkennen. die beiden mhd. beispiele bei Lexer aus dem pass. K. 83, 83. 671, 8 (Köpke s. 721 vermengt es mit gebreche m.) halt ich für nicht sicher, da z. b. in âne gebrechens ungemach (s. unter 2, a) ohne das -s der gen. nicht erkennbar wäre, hier also die verstärkung des schwachen gen. mit -s, die im 15. jh. schon entwickelt ist, wol auch schon im 14. vorliegen könnte in ihrem ersten auftreten; ebenso: darnach klage, was dir gebrechens si. Homeyer richtst. landr. s. 257 anm. (var. din gebreke). doch kann eben auf diesem wege die infin. form sich eingeschlichen haben. im folg. ist sie wahrscheinlicher als das subst.; in k. Wenzels münzgesetz vom j. 1385 ist die rede von irrsal, gebresten und schaden, die von schedlichen münzen uf erstanden sind, dann heiszt es: zuo wenden sulch groʒ gebrechen und schaden u. s. w. Nürnb. chr. 1, 240, 22, obwol immer auch sulche groʒe gemeint sein kann. I@3@bb) aus dem 16. jh. kann es im folgenden enthalten sein: da erbleichet sie ganz und sprach erschrockenlich, o bist du ein bavian, wo ist dan der schwanz? Esopus sprach: wurdest du einen bedorfen, dir wirt kein gebrechen daran sein. Steinhöwel Aes. 1569 7a, das klingt verbal, wie es wird dir nicht daran gebrechen nur in substantivische wendung umgesetzt, vgl. übrigens unter III, 1, c. sicher im 17. jh.: thue, als wissestu sein gebrechen nicht. pers. baumg. 1, 5. im 18. jh. dringt es vor an stelle des m.: sobald einer ein gebrechen hat. Lichtenberg 1, 191. während noch 1697 Stieler neben einander zur auswahl stellt der gebrech und das gebrechen (nicht mehr der gebrechen), stellt Steinbach 1, 203 das gebrechen in den vordergrund, nur beiläufig der gebrech mit anführend; und doch zwischen beiden setzten noch Rädlein und Ludwig nur das m. an, jener der gebrechen, dieser der gebrech oder gebrechen, aber in den beispielen kommt bei Ludwig das n. unbewuszt nach: ich habe eben dasselbe gebrechen an mir. s. dazu auch über gebresten n. unter gebrest I, 4. I@3@cc) man sieht, wie die formen sich verwirrt hatten; die verwirrung ist nun gelöst durch den ausschlieszenden sieg des n., das schon bei Adelung allein auftritt, sodasz ers selbst auf bibelstellen erstreckt, obwol er fürs m. die stelle aus Opitz 2, 61 in der anm. beibringt. doch gieng ihm darin schon Frisch 1, 131b voraus, auch mit dem 132a nachgebrachten grunde: »gebrechen ist der infinitivus des impersonalis, gebrechen für mangeln. daher ist es nicht recht, wenn einige gebrech schreiben und gebrechen in genere masculino gebrauchen«. ganz ebenso gieng es mit gebresten. I@44) das gebrech, in der bildung zu der gebrech zurückkehrend. I@4@aa) nhd. nur bei Klopstock: (Satan du) der .. vor dem thron sie mit grimm schuldigte! sünden nicht nur, das gebrech, du feind! und der fehle staub nahmst u. s. w. Mess. 20, 946 (1800 bd. 4, 231), in den ausg. 1769. 1773. 1780 des gebrechs; zur sache s. aus Luther unter 2, a. b, Jonas unter II, 2, b, die kurze form kannte er aus der ältern sprache, zum n. aber wird er durch die nd. mundart veranlaszt sein; vgl. auch gebrech leiden unter 1, b. I@4@bb) als neutr. herscht es im nd. bereiche, mnd. gebrek, gebreck, s. Schiller u. Lübben 2, 23 (als m. s. unter 1, c), dit gebreck Lauremberg 2, 369. 1, 174 u. ö.; ebenso mnl. gebrec n. Oudem. 2, 374, nnl. gebrek, pl. gebreken; mnd. und mnl. übrigens auch gebreke (jenes z. b. unter 3, a a. e.). auch nrh. gebrech als n.: umb gebreches willen der koste .. umb dat gebrech zeverhuoden. Laurent Aach. stadtrechn. 81, 29. 39; pulvers was do dair grois gebrech. Wierstraat 2275. I@4@cc) ob nicht auch hd. einzeln gebrech n. vorkam, wie mnd. auch das m.? so gehn ursprünglich auch hochd. nebeneinander der und das gesang, geschrei, geheisz u. a. (s. sp. 1615); vgl. das ahd. mhd. n. u. II, 1, a, es kann nhd. mit in dem gebrech leiden stecken unter 1, b, im 16. jahrh. aber erscheint wirklich das brech, epilepsie (s. II, 2, c): man flucht auch bei dem brech, dasz dich das brech erstosz! s. aus Albrecht unter brech m. n. I@55) wie da brech n. für gebrech, gab es früher auch brech m. und breche m. (s. d.), hauptsächlich oberd., aber auch md., z. b. bei Joh. von Guben 25, 6 (kurz vorher öfter gebrechen), nrh.: umb dat si arm sint ind brech haint, mangel haben. Laurent a. a. o. 374, 38, mnd. brek, breke Sch. u. L. 1, 428b, nnd. Brem. wb. 1, 131. ganz ebenso breste gleich gebreste, bruch gleich gebruch, und brechen gleich gebrechen. I@66) neben gebrëch mit dem vocal des praes. erscheint nämlich auch gebruch mit dem ursprünglichen vocal des part. praet. (vgl. unter III, 2, d), und auch der dritte ablautsvocal, der des praet. sing. ist vertreten wenigstens nd. in gebrak n. mangel, bedürfnis, s. Rein. vos 6089, Sch. u. L. 2, 22b (vgl. alts. gibrac unter II, 1, a), und wieder auch brak n. 1, 413a. auch hochd. erscheint der volle dreiklang des verbalen ablauts in dem gleichbedeutenden und stammverwandten brast und brust, gebrust gleich gebreste (vergl. II, 1, d). auch mit dem vocal des plur. praet. nd. brâke f. gebrechen, mangel u. ähnl., eigentlich bruch, z. b. deichbruch, s. Sch. u. L. 1, 413b (z. b. unter III, 1, b) gleich dem hd., md. brâche z. b. in êbrâche, ehebruch Haupt 1, 392, s. auch mnl. brake f. unter II, 3, a. IIII. Als subst. zu eigentlichem brechen, frangere. II@11) Es ist ursprünglich einfaches subst. verb. zu brechen, man musz zum verständnis des wortes vor allem das denken an gebrechen, mangeln hintanhalten, das sich bei uns da in erste stelle drängt, wie schon lange in den wörterbüchern. II@1@aa) ahd. ist bezeugt in andrer wendung des begriffes kipreh u. ähnl. fragor, confragor Graff 3, 267, d. h. das krachen, der klang des brechens; ebenso mhd. gebrech und gebreche m., auch lärm überhaupt, z. b. von den brechenden speeren, dem klirren der schwerter u. dgl. im kampfe: dô was gebrech und gebrech, dô Geori und der künic frech (und ihre scharen) mit hurte ûf einander riten. Reinbot h. Georg 5070; noch nhd. davon eine spur in dem alem. bräch unter brech n., aus dem 15. jh. bei Dief. 245b aus einem rhein. voc., und zwar im cap. de carpentariis: fragor, ein brech (in einem andern oberd. pruch), d. h. ein bruch wie unter c? Mit anderm ablaut (wie brast unter d) md. bei Jeroschin gebrach und brach, wie alts. gibrac, lärm einer volksmenge, ags. gebräc neben gebrec n., z. b. von dem krachenden lärm der schilde im streite, altn. brak n., vgl. dazu gebrecht. II@1@bb) aber auch der begriff des brechens selber und auch des geschehenen bruches wohnte gewiss schon dem ahd. worte bei, wie dem lat. worte und dem ags. nach bângebrec, knochengebrech Grein 1, 75 (s. 2, a); so ist das stammverwandte ahd. kapruht fragor auch confractio, und pruh confractio, fragmen umgekehrt auch crepitus, s. Graff 3, 270. II@1@cc) auch unser wort bezeichnet ursprünglich einen geschehenen bruch, ein zerbrechen und den davon kommenden schaden (vgl. 5); das ist noch im 16. jh. zu erkennen, muszte der zeit noch im gefühl sein: ouch weret sake dat dusse brief gebreck hedde off krege, nait off lockerich worde (nasz oder löcherich würde). pachturk. von 1516 im arch. der reform. gemeinde zu Elberfeld, eine beschädigung die zugleich einen mangel und weiteren nachtheil mit sich bringt. ich zweifle nicht, dasz das ausgegangen ist von dem zerbrechen eines werkzeuges, z. b. eines bogens, der nun seine spannkraft verlor und einen oder ein gebrech hatte, gebrochen war; und es mag ganz früh auch auf den fall erstreckt worden sein, wo der bogen o. ä. nicht wirklich zer brochen, nur beschädigt war, mit der bekannten übertreibung des verdrusses, wie z. b. die kinder ein spielzeug enzwei nennen (der strang ist mir enzwei Schiller Tell 3, 1), auch wenn es nicht wirklich in zwei stücke gegangen ist, also ein fehler, etwas mangelndes überhaupt, das schaden bringt. II@1@dd) dieselbe entwickelung hat auch in anderer ablautsbildung (s. u. I, 6) bruch, gebruch gehabt, ebenso das stammverwandte brast m., eig. fragor, krachendes brechen, dann auch mangel, beschwerde, kummer, und wieder auch brust, gebrust m. neben gebreste. II@1@ee) die entstehung läszt sich auch am zeitwort noch erkennen, in einem dienstvertrage des Straszburger rates mit einem armbruster Erlin vom j. 1275 übernimmt dieser auszer der jährlichen lieferung fünf neuer krepfiger armbrust (vgl.krapfe 2, d) auch die verpflichtung: er sol uns ouch unsere armbrust (pl. n.), swaʒ ie drane bristet, wider machen mit der stette kost. Stöbers Alsatia 1875 s. 265, was alles etwa dran bricht, zerbricht, oder auch gebricht, d. h. schadhaft, mangelhaft wird, beide begriffe sind da noch einer. dazu der gebreste, sicher auch gebreche, z. b. an einem schwerte, sowol die bruchstelle, scharte, als auch das ausgebrochene stück, bruchstück: nu ersach sie den gebresten dâ, si begunde an die scharten lange und sêre warten (blicken) .. 'ich wæne, ich den gebresten hân, der hie inne solte stân' .. nu fuogte (paszte) diu lücke und daʒ vertâne (verlorene) stücke .. Trist. 10076 ff. (253, 38 ff.); s. darüber weiter unter dem zeitwort gebrechen 2. II@22) Auch die bedeutung leibesschaden, dann krankheit, seuche, erklärt sich unmittelbar aus wirklichem, nicht bildlichem brechen, gebrechen. II@2@aa) von schwerer verwundung deutlich in dem ags. bângebrec Andr. 1442, wo nach dem entsprechenden bân gebrocen v. 1473 verwundung mit knochenverletzung oder bruch gemeint sein musz, der ausdruck aus dem kampfleben im epos auf den märtyrer übertragen; vgl. altfries. im rechtsleben bênes breke u. ähnl. bei bestimmung von wunden Richthofen 669a. wie nun das ags. gebrec auch die bed. krankheit überhaupt entwickelt hat (s. b), so wird auch umgekehrt jene erste bedeutung dem hochd. nicht gefehlt haben. Als ein nachklang davon in mhd. zeit erscheint folgendes, von Christi lîcham, der hier gegessen werde und doch zugleich ganz und vollenkumen, alles gebrechen gar entnumen sitzet êwelîche in sînes vater rîche. pass. H. 208, 11, aller verstümmelung entrückt, so dasz doch kein theilchen fehlt, 'ganz', s. dazu sp. 1287 fg. ganz gleich unverwundet, unverstümmelt, noch das nhd. gliedganz, ganzbeinig entspricht als gegensatz jenem ags. bângebrec, bân gebrocen, unmittelbar aber beinbrüchige wunden I, 1385. ähnlich von dem sonnenbeschienenen eichbaume, der mit hieben bedeckt wird, die doch den sonnenschein nicht verletzen, als bild von Christi kreuzestode: der liechten sunnen glaste, die gotheit (Christi) ich meine, bleib lûter unde reine, âne gebrechens ungemach. pass. K. 83, 83. II@2@bb) übertragen auf krankheit überhaupt, wie auch krank (s. d. I, c) urspr. durch verwundung gelähmt bedeutete, und schade eigentlich eine lähmende wunde ist. so schon ags. (s. u. c), also gewiss auch ahd.; nhd.: und ich lag auch in groszer krankhait, und hett den gebrechen an zwaien enden, an dem hals und an dem bain bei den gemächten. Zink Augsb. chr. 137, 8; darzu so legt ich mich selb auch nider, und hett den geprechen an zwaien stetten. 164, 14, wobei der bestimmte artikel bemerkenswert, wol eine seuche, s. c, β; wenn die sophisten schreiben, was erbsünde sei .. reden sie unter anderm davon, als sei es ein gebrech am leib .. ob derselbige gebrech aus vergiftung des verboten apfels im paradis .. erst ankomen sei. J. Jonas bei Luther 6, 381, vgl. Luther unter I, 2, a. b; viel seucht und krankheit, sonderlich die breune, welcher gebrechen ihr (der krieger) gar viel zu Adams mutter fordert. Kirchhof mil. disc. 202; der aussatz ist anderst nichts denn ein allgemeiner krebs oder ein giftiger gebrechen. Uffenbach 2, 24 u. ö.; disen gebrechen kanstu also erkennen. Seuter 337; ich dingete daselbst (in Baden im Aargau) eine lustige stube und kammer, deren sich .. die badgäste zugebrauchen pflegen, welches gemeiniglich reiche Schweizer sein, die mehr hinziehen sich zu erlustiren und zuprangen, als einiger (d. h. irgend welcher) gebrechen halber zu baden. Simpl. 2, 13 Kurz (5, 3); ich musz euch auch sagen die gebrechen meines unglückseligen leibes, ich habe die franzosen. Schuppius 488. II@2@cc) auch vorzugsweise von bestimmten krankheiten, seuchen, wenn sie vorzugsweise von sich reden machen; s. ebenso krankt, kränkte, kränke, d. h. krankheit, von der fallenden sucht, auch von pest IV, 2041. II@2@c@aα) als volksmäszig gibt Adelung, wol nach Frisch 1, 131b, das schwere gebrechen für epilepsie, fallende sucht; glossare des 15. 16. jahrh. geben aber auch für frenesis fallende sucht Dief. 247a und ein ags. pl. gebräcseóc für phreneticus Ettm. 317. zu Adelungs angabe stimmend schon im 16. jh.: zum vierden wird gemelter star den menschen verursacht durch den schweren gebrechen, fallende sucht. Bartisch augendienst Dresd. 1583 s. 86. dasselbe ist wol das brech u. I, 4, c, obwol dem gewährsmann Albrecht selber die bed. dunkel war. II@2@c@bβ) von einer seuche, der pest: einig personen sind am gebrechen gestorben. Schmid schwäb. wb. 93 aus Ulmer acten vom j. 1530, der aus Ulm ein brechhaus, aus Bamberg ein gebrechenhaus, krankenhaus, pesthaus beibringt; lues, prechen, gemainer prechen, pest, an dem prechen sterben, s. Schmeller 1, 246; der brechen, pestilentia. Schönsl. H 5b, vgl. unter breche m.; mein man der ist tot an dem brechen. H. Sachs IV, 3, 64. II@2@c@gγ) bemerkenswert ist auch ags. gibrec pituita, reuma Mones anz. 7, 147 fg., Dief. 439a. 497b, und noch nnd. breeken (n.?) husten und schnupfen Dähnert 54b, mnl. brake f., reuma Dief. 497b, vgl.braeke nausea, vomitus Kil.; das mnl. wort (zur form s. unter I, 6) galt auch sonst gleich gebrek, mangel, vergehen, s. Oudem. 1, 802 fg.; also rheumatische leiden als eine besonders häufige krankheit der nördlichen länder. II@2@dd) noch jetzt spricht man von leiblichen, körperlichen oder leibesgebrechen, körpergebrechen; ich habe eben dasselbe gebrechen an mir, distemper. Ludwig 701; heimliche gebrechen. ders.; er hat ein gebrechen an den augen, vitio quodam oculorum laborat. Steinb. 1, 203; natürliche gebrechen, damna naturae. das.; das alter hat mancherlei gebrechen. Adelung; vgl. gebrechlich. II@2@ee) es mischt sich aber da ein andrer begriff ein oder tritt in den vordergrund: schade, mangel, der der brauchbarkeit eintrag thut, d. h. es mischte sich mit der bedeutung unter III, 3; nur in diesem sinne werden jetzt krankheiten als gebrechen bezeichnet, doch auch schon im 16. 17. jh.: so es (die ehescheidung) doch Moses nur so fern erleubet, wenn er (der mann) eine unlust odder gebrechen an ir fünde. Luther bei Dietz 2, 27a; so hat der herr kein hörendes ohr. das ist ein groszer gebrech. Schuppius 19; doch knüpft sich das wieder zugleich an den ausgangspunkt der bedeutung an, indem nach Adelungs richtiger bemerkung insbesondere 'unvollkommenheiten des leibes', leibesschäden im engeren sinne so heiszen: »ein mensch hat ein gebrechen an sich, wenn er einäugig, blind, buckelig, lahm ist, einen bruch hat u. s. f.«; gebrechen des leibs, deformitas corporis. Aler 850a. s. auch bildlich unter III, 3, d. e. II@33) Zu wirklichem ursprünglichem brechen gehört es auch in einer eigenen und wieder mehrseitigen entwickelung im rechts- und gemeindeleben. II@3@aa) noch im 17. jh. gebrechen n. auch gleich verbrechen: vergib einem missethäter, der seine schuld bekennet, und thue als wissestu sein gebrechen nicht. Olearius pers. baumg. 1, 5; vgl. aus dem 16. jahrh. unter III, 4, a. Schmeller 1, 247 belegt es als rechtsausdruck, auch halsgebrechen, criminalverbrechen; vgl. gebrecher gleich verbrecher. da ist gebrechen, was einer verbrochen oder gebrochen hat, wie es auch hiesz (ver brechen ist ja nur verstärktes brechen oder gebrechen), z. b.: ainen manen darnach, als der siechmeister gebrochen het, einen monat nach dem vergehen des siechmeisters Schm. 1, 246; s. dazu brechen I, 14, gebrechen 1, b. Das wichtigste brechen dieser art in alter zeit ist das vride brechen und alles wird daran völlig begreiflich, wenn von vride die bed. zaun, gehege als grenze und schutz des eigenthums die urbedeutung ist, wie J. Grimm oben sp. 187 vermutungsweise fragt, wo auch noch von frid zerbrechen im alten sinne, den zaun eines andern gewaltsam beschädigen, die rede ist; s. auch sp. 1394 z. b. frid geben, einen schützenden zaun unterhalten. das brechen des vrides (vgl.de sepe rupta unter etter und ags. edorbryce zaunbruch, einbruch Grein 1, 138) als der rechtsgrenze ward von selbst zum brechen des rechtes, und davon aus gieng dann der bruch des gesetzes, einer verbrieften oder mündlichen zusage u. s. w., und brechen überhaupt als rechtsverletzung aller art. mnd. auch brak n. (s. dazu I, 6), 'dat brak unde unrecht' Sch. u. L. 1, 413a, mnl. auch brake f., einen op der braken vinden, in flagranti Rein. 6308, eigentlich gewiss über dem 'einbrechen', vgl. bei Kil. braeke fractura, braeke doen vom ausbrechen des gefangenen. II@3@bb) daher gebrech auch für bruch eines rechtes, einer ordnung, verpflichtung u. ä., hauptsächlich nd., md., auch nl. entwickelt: und scholen den gebrek der sonebreve wandeln mit bote des rechten. P. Wigand beitr. 201, das verlangt das kloster Corvey von den bürgern von Höxter, welche die verbriefte sühne, den vergleich und frieden mit dem kloster gebrochen haben und den gebrech nun mit busze gut machen sollen. aus Erfurt um 1500, aber nach älterer quelle, von einem verstosz gegen die wasserordnung wegen benutzung des flusses in der stadt zum schaden der nachbarn o. ä.: so sendet das ampt die anewisere .. und gebieten so bald widder abe (die ordnungswidrigkeit alsbald abzustellen), und wo es dan aber nicht abgeton wird, so phendet man .. bis also lange das der gebrech also (in der verlangten weise) abgeton wirdet. Michelsen rechtsd. 114, namhaft gemacht ist vorher beispielsweise gebuw (verbauung) ader inschötten ader sust feile in den wassern, also auch milder fehl genannt, verfehlen des rechten, zugleich aber störender umstand, schaden für die nachbarn, welcher begriff auch auf gebrech übergieng. mnl. gebrek als bruch eines gebots s. Oudem. 2, 374; ebenda aus der nl. übers. des Sachsenspiegels: wie (wer) een mans rijpe koren snyet .. hi blijft sonder gebrec, des (wenn nur) hi niet af en voere van den lande, im nd. entspricht he ne missedut nicht III, 37, 4 (vgl. übrigens dazu u. gebrechen 1, c); da gewinnt gebrec vergehen zugleich eine neue begriffsseite: schuld die einer auf sich ladet, anlasz zur klage beim richter und sonst, aber auch busze als folge davon. II@3@cc) denn eine ganz neue wendung nimmt der begriff auf seite des beschädigten. II@3@c@aα) als schaden, der einem geschieht oder geschehen ist (vgl.abbruch im rechtssinne noch heute) und den er rechtlich verfolgt gegen den gebrecher, vridebrecher u. ä., über den er sich zu beschweren hat u. ä.; daher gebrechen, gebrech haben (vergl. sein gebrech nachher): aff sach were, das ein scholtis von Nassaw einich gebrech het in dem gericht (vorzubringen), so sal ein scholtis macht han dem (vorsitzenden) vogt zu sagen, dat he him den scheffen (d. h. die zum gericht versammelten sch.) mane umb sein gebrech .. were sach dat ein scholtis von Riferscheit einich gebrech het von seinen luden, so sall he dat einem scholtissen van Nassaw in sein oir runen u. s. w. weisth. 2, 554, beide sind nämlich zugleich beisitzer des gerichts; weiber klagen vor dem richter: herr der official, wir müszen euch clagen .. wir haben an unsern mannen grosz geprechen. fastn. sp. 769, 20. der geschädigte klagt sein gebrechen: ik môt ju klagen mîn gebrek, dar in ik habbe lange gestekt. Höfer verl. sohn 221; dar nâ clage wat dîn gebrek is. Homeyer richtst. landr. s. 257, mit var. md. was dir gebrechens si, auch was dir wir wirret, was dir not si, am lehrreichsten aber: was dir gebrochen ist (s. unter dem zeitwort gebrechen 2, b); auf heut hab wir ein verhörstag, das jederman wol klagen mag seine anliegen und gebrechen. darauf wöll wir guts urtel sprechen nach der strengen gerechtigkeit. Ayrer 382c (1917, 7). noch jetzt nd. sîn brek spreken u. ä.: he kan sin brek nig spreken, seine not nicht vortragen Brem. wb. 1, 131; nordfries. du mutst din gibrek spreegh, muszt deine sache vertheidigen, sagen was dir gebricht. Johansen 7, deutlich noch wie vor gericht. II@3@c@bβ) man sieht da den begriff aus sich selbst weiter gedeihen zu dem von klage, beschwerde, und so tritt es auch noch deutlicher auf: auf .. furbrachte gebrechen und antwort, ferner beider teil inrede und nachrede. Haltaus 598, vom j. 1480 aus Nordhausen, deutlich klage, denn antwort hiesz die rede des verklagten; es handelt sich dabei um beilegung einer zwietracht durch den schiedsrichter, wie im folgenden (vgl.γ): so dann soliche zusprüche (ansprüche), schel, irniss und gebrech, antwurt, in- und gegenrede gnugsam von uns verhört. Michelsen rechtsd. 407, aus Erfurt 15. jahrh., wie schult (d. h. beschuldigung) und antwurt 414; auch Schmeller 1, 247 gibt es als beschwerde, gravamen, als canzleiwort, z. b.: herzog Christophs gebrechen, wider herzog Albrecht gebraucht, eingelegt, überantwortet. Krenner landtagshandl. 9, 79; in Würzburg bestand ehedem ein regierungs-gebrechenamt. von der thätigkeit des advocaten: gebrechen fürtragen, procurirn, agere causam pro aliquo, advocationem praestare. Henisch 1395, 33. der ursprung des begriffes ist wie eben bei beschwerde, eigentlich was mich beschwert, dann was ich als solches beim richter oder sonst anbringe, vorbringe, ausgebe. II@3@c@gγ) und noch anders; weil nämlich die beschwerde und klage des einen meist gleiches vom andern theile hervorruft, findet sich besonders der plur. für streitigkeiten zwischen zwei gegnern, aegenseitige beschwerden, dann mishellung, zwietracht, die beizulegen ist durch einen schiedsrichter: es ist ze merken, daʒ meins herren von Salzburg und des von Cili rete umb ir baider gebrechen freuntlich uberain komen sind mit baider herschaft wissen und willen ze Pettau also .. österr. weisth. 1, 334, 17; wir (die schiedsleute) .. bekennen .. als von sollicher schelung, zweitrechte und gebrechen wegen, die .. langezite gein einander haben gehabt u. s. w. Leipz. urk. 1, 139. Michelsen rechtsd. aus Thüringen 397 ff. bringt eine reihe schiedssprüche und vergleiche des Erfurter rates von 1482-92, da erscheint oft z. b.: das sie (die ratsabgeordneten) zwischen Caspar Sifurte (d. h. Sîfrit) und Jorgen Messersmed der gebrechen, so sie irer hüser halben (als nachbarn) unter einander gehabt, fruntlich geteidingt und sie solicher irer gebrechen gutlich vereint und bericht haben. 404; in den gebrechen, so sie eins hofes halben unter einander gehabt. das.; sachen (streitpunkte, ansprüche) und gebrechen zwüschen Andres Schulzen .. und Ilsen Steins (d. h. Ilse, frau oder witwe eines Stein). 406, auch s. 408 u. ö. als beginn des ergangnen schiedsspruches; alle gebrechen, die entstehen möchten, vertragen, controversias componere. Frisch 1, 131b aus Hortleder 973. II@3@c@dδ) aber auch im sing., noch deutlicher in den begriff zerwürfnis übergehend (vgl. mnd. wb. 2, 23a): nachdem zwischen ern Hansen Hunolt an einem und ern Günther Salvelt anders teils ettlicher unwille, zweitracht und gebrech erwachsen waren. Miceelsen 407; das aller unwille, zweitracht und derhalben entstanden gebrech ganz abe und tod sin sollen. 408; auch schel, gebrech und entstandener (fehlt ein wort) zwüschen u. s. w. 409, mnd. allen unwillen, gebreck unde schel Sch. u. L. 2, 23b. da kehrt der begriff zugleich eine neue seite heraus: üble verhältnisse in der gemeinde, notstand, gestörter rechtszustand u ähnl. II@3@dd) so ist von gebrechen im politischen und gemeindeleben lange die rede, besonders im plur.: misstände, übelstände, not, die man klag- und beschwerdeweise vorbringt, für die auf landtagen, reichstagen u. ä. abhülfe gesucht wird: daʒ sind die gebrechen, die uns anligend sein ('nahe gehn', uns drücken) und uns deuht, daʒ allen steten und uns éin notturft wer, wie man solch sach fürkem u. s. w., so beginnt eine zusammenstellung von beschwerden der stadt Nürnberg vom j. 1388 chron. 1, 164, zugleich klagen gegen die fürstlichen nachbarn u. ä.; wenn von gemainer notdurft oder geprechen wegen des landes icht bote ze tuen sein (anordnungen zu treffen). österr. weisth. 1, 53, v. j. 1435; nach dem wir als erwelter römischer keiser .. zu herzen gefaszt die embörungen und gebrechen, so sich allenthalben im reich eh lenger eh mer erzeigen. reichstagsabschied v. 1518, reichsordn. 1539 86b, nachher mängel und gebrechen im heiligen reich, ausgeführter mängel und gebrechen rechtens, einigkeit und fridens. 87a, d. h. zugleich zu der bed. unter III (s. besonders dort 3, e), als subst. verb. zu es gebricht am recht u. s. w. noch im 18. jahrh.: sprich! wird ein weiser blosz viel volks zusammen raffen, und sich dem staat entziehn, nachdem er ihn geschaffen? er selbst belebt und schützt gesetze, die er gab, räumt hindernisse weg, und stellt gebrechen ab. Uz 2, 95. Adelung gibt als beispiel die landesgebrechen heilen, also wie krankheiten gedacht. II@3@ee) ein landsprechen m., landesgebrechen heiszt aber auch eine landplage, calamitas publica, wie hagelschaden, unergibigkeit, brand, seuche, s. Schmeller 1, 246 aus den mon. boica; umb die groʒen prechen, die got über die welt lieʒ gaun. Augsb. chr. 1, 63, 23; doch tritt da mehr die bedeutung not heraus (s. III, 2, c) oder auch schade (s. c, vgl. 5) an dem doch niemand schuld ist, man sieht wie leicht sich der begriff von einer seite zur andern wendet. II@44) Auch die bedeutung unter III mischt sich vielfach mit der unter II, wie sie ja aus dieser entstanden ist (s. unter 1, c). zwischen beiden schwebend ist z. b. folg. gebrech: es geschicht, das gott einen menschen die vergebung der schuld nicht leszt befinden (empfinden), und bleibt das zappeln und unruge des gewissens nach dem sacrament wie vor. hie ist weislich zu handeln, denn der gebrech ist am glauben. Luther 1, 66a, d. h. in diesem falle musz der beichtvater weise verfahren, denn der schade, den er heilen, die schadhafte stelle, wo er helfen soll, ist am glauben, aber zugleich mit: es gebricht am glauben, ist mangel am glauben. II@55) gleich schade, nachtheil auch sonst, z. b. in einer Nürnberger zusammenstellung der lehren, die für die stadt aus schlimmen erfahrungen im markgrafenkriege zu gewinnen waren: item man hette ein groszen gebrechen am fuszvolk, daʒ die nit gehorsam sein wolten. chron. 2, 328, 4; item mer ain bruch (s. I, 6), daʒ man und frawen, die da freunt oder gönner hetten unter unseren feinten, den teglich unser gebrechen durch prief zu wissen teten. 328, 10, unsere schwachen stellen oder punkte, unsere schwächen; item ein grosz geprechen was: als sich der krieg anhub, do was ein merklich wein in der stat, da liesz man ain ieden schenken, sodasz später daran mangel (gebruch) entstand. 328, 21, s. auch die weitere aufzählung s. 329, es sind mängel, übelstände, aber wesentlich aufgefaszt als nachtheile mit denen man zu kämpfen hatte, als hemmende schäden in der einrichtung, und auch das läszt sich noch ununterbrochen zurückleiten auf den gebrechen, schaden am bogen, an der armbrust 1, c. e, der nun auch dem schützen zum schaden wird. überhaupt scheint das wort im kampfleben seine eigene entwickelung gehabt zu haben; z. b. gebreche in der schlacht, schaden, unheil, niederlage u. ähnl.: (die jungen sollen) gerne volgin den aldin und nicht do wedir sprechin, darmede si den sig behaldin und bewarin (verhüten) groʒin gebrechin. Rothe rittersp. 3048. bemerkenswert den gebrechen gewinnen, gänzliches ende, z. b. von ritterkraft, der das alter ein ende macht: lobistu danne sin ritin und stechin .. eʒ gewinnet wole den gebrechin, wan die krefte en numme zirin. das. 2035; s. ebenso den gebresten unter gebreste II, 4, c. IIIIII. Als subst. zu dem bildlichen gebrechen, mangeln. III@11, III@1@aa) wie deutlich das subst. noch im 17. jh. zu es gebricht mir gehörig gefühlt wurde, auch in der masc. form, zeigt z. b. folgendes, in einem hochzeitgedichte: nun sie kömpt die edle braut .. Rom hat schöners nicht geschaut .. und Apelles hätt' erkand den gebrechen seiner hand. Opitz 2, 61, auch Apelles hätte an seiner kunst verzweifelt, um sie zu malen, hätte erkannt, wie es dazu auch seiner hand an kunst gebrach. über das jetzige verhältnis des sprachgefühls zu dem worte, und wie weit es sich von jenem entfernt hat, s. unter 3, e. III@1@bb) das fehlende, mangelhafte wird durch an bezeichnet, wie es heiszt mir gebricht es an etwas; mhd. z. b.: den kummir (d. i. not), den gebrechin, den in êrstin vristin di brûdre und andir cristin zu Prûʒin in dem lande lidin manchirhande an cleidrin, tranke, spîse. Jeroschin 39b. auch nhd., wie bei mangel noch jetzt: wir haben an unsern mannen grosz geprechen. fastn. sp. 769, 20, sie lassen es uns an sich fehlen; es wird nit allein an gelehrten, sondern auch an predigern gebrech haben. Luther tischr. 183a; der geprech an gelt und gut. bei Dietz 2, 27a. III@1@cc) früher auch mit gen. (wie gleichfalls das zeitwort), den doch ohnehin das subst. nach sich zieht: von des schulteiszen gebrechen. Kulm. recht II, 18, als überschr., d. h. was zu geschehen hat, wenn der schultheisz 'nicht da ist' bei der gerichtssitzung; dat die (vereinbarungen wegen des landfriedens) umb gebreches willen der koste nit also .. gehalden wurden, as dem gemeinen lande noit was. Laurent Aach. stadtrechn. 81, 29, weil es an den dazu aufzubringenden kosten, geldern gebrach. mit oberd. preche für gebreche, gen. prechen: (bestätigt) mit .. meines herrn N. N. aigen anhangendem insigel prechenhalb des meinen. Schm. 1, 246 aus mon. boica 2, 247, vom j. 1438, d. i.: wegen mangels des meinen, weil mir des meinen gebrach (s. ebenso gebrestenhalb unter gebreste II, 4, b); es blib vil korns auf dem veld unabgeschnitten .. prechenhalb der leut. Augsb. chron. 2, 26, 28; noch nl. z. b. bij gebrek van beter, in ermangelung eines besseren. eigen folgendes: das wir victalia gebrech leiden musten. H. Staden a, victalia doch wol als gen. gefühlt? vgl. nd. hunger unde brake der vitallie H. Korner 215d (Sch. u. L. 1, 413b). aber auch mit von, das den gen. umschreibt: gebrech von gelte, difficultas nummaria Henisch 1395, gebrech vom gelde Stieler 234, nl. ghebreck van gelde Kil. III@1@dd) bemerkenswert ist die fügung mir ist gebrechen an etwas, s. Steinhöwel unter I, 3, b, vielleicht im anschlusz an die mhd. wendung mir ist gebrochen, mir gebricht (s.gebrechen 2, c); doch hiesz es schon ahd. mir ist bresta mit gen., ich habe mangel Otfr. II, 8, 14; vgl. auch unter 3, c, α was dir gebrechens sî und in gleichem sinne was dir nôt sî. jenes gebrechen kann übrigens auch aus gebrechend gekürzt sein, sodasz es zum zeitwort gehören würde; so heiszt es mir wirt gebrechen, eigentlich gebrechend: wirt aber im gebrechen an sîme geweren. Kulm. recht V, 43, 2 s. 171, doch auch wieder mir wird bruch; s. dazu gebrechenheit. gewöhnlich heiszt es gebrechen oder gebrech leiden, haben, wie bei mangel, not. III@22) Von äuszerem mangel im engeren sinne, not. III@2@aa) schon in mhd. zeit bloszes gebreche schlechtweg von mangel an lebensunterhalt, wie jetzt mangel schlechtweg: Julianus die list dô vant, daʒ man in hin zur wûste versente, dâ er mûste (für mhd. müeste) von gebrechen ligen tôt. pass. H. 359, 17; gebreche ist von in gewant, wand si getrûwe vrûnt haben, die ir holden alhie laben mit schôner gâbe alle zît. pass. K. 581, 84; daʒ si dô solden sterben .. alsus in des gebrechen wê (ausgesetzt auf einer öden insel). 36, 31. auch von wassermangel, auf einem klosterberge: den andern ir gebreche riet, daʒ si im (dem heiligen) klageten als ê. 221, 80, vgl. z. 65. auch mit nôt verbunden (vgl. 2, c): wand er die nôtdurft (was er bedurfte) im bôt, daʒ in gebreche unde nôt nicht in der grûben slûge (mhd. slüege) tôt. 218, 10. auch von armut schlechthin, s. unter I, 5 nrh. brech hain, vgl. unter I, 1, a aus dem Renner grosze fülle und grosz gebrech, überflusz und mangel. III@2@bb) so noch nhd. von armut, dürftigkeit, not: wer sich armut, gebrechens, verachtung (d. h. niedrigsten standes) seiner eltern schemet. Luther 1, 247; reichthum schadt niemand, armut und gebrechen machen auch nicht selig. Henisch 1395. so noch im 17. 18. jh. gebrech leiden, mangel haben, not leiden: sie (die tugend) leidet nie gebrech, hat niemals auch zu viel, entlehut von andern nichts, ist selber ihr genügen. Opitz 1, 345; gebrech, gebrechen, penuria, indigentia, egestas Stieler 234, gebrech, nothdurft, inopia Aler 850a, noch 1716 bei Ludwig 701 gebrechen leiden, to be poor or indigent, jetzt gänzlich vergessen, doch noch in mundarten, z. b. in der Altmark gebräk, not, unglück Danneil 262a (auch gebrest so II, 4, d), wie nl. gebrek, z. b. het nijpendste gebrek, die drückendste not. III@2@cc) es erscheint auch als völlig in den begriff von not übergetreten, z. b. Joh. Rothe braucht für hungers not des hungirs gebreche rittersp. 3765 (nicht im reim); vergl. auch landesgebrechen als allgemeine not unter II, 3, e, dann einem seinen gebrechen klagen u. ä., z. b. dem richter, wie eben auch seine not, s. II, 3, c, α, oder der geliebten (dem beichtvater, s. 4, b), wo denn der begriff des anliegens zugleich hervortritt (vgl. sp. 1845 und gebrechen 4, e): und clag ir haimlich meinn geprechen, als lang, pis sie mir ja wirt sprechen. fastn. sp. 771, 19. III@2@dd) und noch ein begriff, der bei not auch entwickelt wurde, zeigt sich, das brauchen, bedürfen, in folg. stelle erkennbar und gewiss noch oft zu finden (vgl. so das zeitwort 4, d), wie noch nl. iets gebrek hebben, etwas brauchen; eine frau bittet einen heiligen wegen eines durch den wolf geraubten schweines: 'hilf mir, swaʒ du gehelfen macht, daʒ mir eʒ werde wider brâcht, wand ich sîn gebrechen habe'. dô wart ein michel lachen drabe u. s. w. pass. K. 170, 89, es könnte wieder auch heiszen wand mir sîn nôt ist, eigentlich es fehlt mir, ich bedarf seiner. zur stützung der noch nicht beobachteten bedeutung, die doch nl. noch lebendig ist, sei gleich hier ein gleichbedeutendes gebruch angeführt (vgl. I, 6): ein hungeriger fuchse het vil gepruchse, das im zurann an seiner speis. M. Beheim bei Schmeller2 1, 337, brauchte viel, sodasz es ihm immer an speise fehlte; die auffassung als gebrûch dort verbietet der reim wie die mundart des dichters, das unechte -e aber (vgl. dazu sp. 1603 ge- mit falschem e) ist wie sonst bei ihm in reimworten, z. b. sprichte Wiener 329, 2, iste 238, 23. und ebenso nd. gebrak (s. I, 6): erer vrûntschop hebbe ik nên gebrak, it is dat alderslimmeste pak. Rein. vos 6089. III@33) Mangel überhaupt, auch fehler, schadhaftigkeit u. ähnl.; in vocc. des 15. 16. jh. wird defectus erklärt mit gebreche, gebrech, gebruch, gebrest u. ä. Dief. 169c; z. b. III@3@aa) mangel am bedarf, an nötigen mitteln, s. geprech an gelt und gut Luther unter 1, a, an predigern das., gebrech der koste 1, b. noch bei Ludwig 701 gebrechen an geld, an lebensmitteln, was doch Adelung nur noch als oberd. kennt. älter nl. z. b. broots gebreck hebben, jetzt broodsgebrek hebben, hunger leiden. III@3@bb) gebrech, was fehlt am rechten masze u. ähnl., wofür man heute nur defect, manco glaubt brauchen zu können; z. b. wenn der köhler dem bergmann die kohlen zumiszt: so da ain (an) der maszen gebrechs were, sall der bergman ain dem gelde so vil zuruck halden .. bis ime der bruch verglichen. zeitschr. d. Berg. geschichtsv. 11, 169, der blosze gen. für etwas gebrechs. auch sonst gebrech an dem, was einem gebührt: (haben erfahren) das ir und andere ritterschaft in dem heil. röm. reich .. getrungen werdet und das ir unser (des kaisers) abwesung halb an schutz und schirm groszen gebrechen gehabt. Flersh. chron. 15, 13, mangel, abgang. III@3@cc) bemerkenswert von sonnenfinsternis: gepreche der sunnen, eclipsis. voc. 1482 l 8a, in andern vocc. gebroch, auch gebrest Dief. 194a, vgl. eclipsari gebrechen das., und eclipsis sunnenbruch, monbruch nov. gl. 143b, wo die sonne mangelt oder wo es der sonne mangelt, wo sie ganz oder zum theil fehlt, d. h. mit der doppelheit der bed., die auch das zeitwort hat (s. dort 2, d). in der letztern auffassung schlieszt es sich übrigens zugleich wieder an die ursprüngliche bed. an, bruchschade, abgebrochnes stück, etwas das zum ganzen fehlt, und ebenso im folg. nachklingend. III@3@dd) fehler, fehlerhafte eigenschaft oder stelle, 'jede unvollkommenheit' Adelung; körperlich z. b.: die gebrechen des leibes mit schminke verbergen. Steinbach 1, 203; die gebrechen des alters, wenn die kräfte zu fehlen anfangen. bildlich z. b. jede tugend hat ihre schwachheiten und gebrechen Adelung. der voc. 1482 erklärt cilla, d. i. Scylla mit geprechen im mere, periculum maris l 7b, gefährliche, gleichsam schadhafte stelle, es war vermutlich ein schifferausdruck. III@3@ee) an menschlichen einrichtungen, schöpfungen, in diesem sinne bis heute: das ist ein groszer mangel und gebrech unter den Lutheranern, dasz die theologi gemeiniglich nicht recht erzogen werden. Schuppius 14; da die beiden republiken Sparta und Athen die hauptrollen in der griechischen geschichte spielen, so ist es ein anziehendes geschäft, ihre verschiedenen staatsverfassungen neben einander zu stellen und ihre vorzüge und gebrechen gegen einander abzuwägen. Schiller 1024b; wie willkommen soll mir also die zurechtweisung sein, welche mir über die gebrechen meiner dichtung die augen öfnet. vorw. zum Dom Karlos, krit. ausg. V, 2, 25; zu diesen unglücklichen gebrechen der despotie fügt sich unvermeidlich ein anderes. Göthe 6, 206. doch versteht mans jetzt schärfer als es ursprünglich gemeint ist, noch bei Schiller, man spricht jetzt wesentlich von schweren, unheilbaren gebrechen, an denen z. b. ein staat leidet, weil man dabei dunkel an krankheiten oder schäden denkt, die 'gebrechlich', unbrauchbar machen (s. II, 2, e), während ursprünglich jeder, auch der geringste fehler so heiszen konnte (vgl. gebrechlein). III@3@ff) besonders auch ein fehler von natur, womit sichs allerdings zugleich an die bed. des körperlichen gebrechens schon früher anschlieszt: und habe doch der mensch an ihm nicht solchen gebrechen, der sündlich sei. Melanchthon apol. s. 45, corp. doctr. chr. 1560, man unterschied von früher her so zwischen sünde mit eigner schuld und gebrechen, die mehr oder ganz schuld der natur seien (s. besonders Zwingli unter gebrest II, 6, a), vgl. u. I, 2, a mehr ein feil (fehler) odder gepreche denn sunde, auch das. unter b und Klopstock u. I, 4, a und zu der philos. vorstellung überhaupt unter gebrechlich 2, a. ähnlich oder gleich auch folg.: nu haben wir ja die gnade, das wir teglich und on unterlasz können zu im komen .. aber an uns ist der gebrechen, das wir nicht so können das wort (so wir hören oder predigen) also ansehen und halten, das es nicht des menschen, sondern gottes sei. Luther 6, 128a, an uns liegt der fehler, an der natürlichen menschlichen schwäche; gott hat nicht ohn ursach bei dieses gebot gesetzt das wort gedenk. dann er hat wol gewust der menschen gebrechen. wann man schon alle sontag davon redet, so vergessen es doch die leut leichtlich. Schuppius 210. und trefflich so noch im alten sinne bei Schiller: du fehltest nur aus weiblichem gebrechen, dem selgen geiste folgen nicht die schwächen der sterblichkeit in die verklärung nach. M. Stuart 5, 7. III@3@gg) es heiszt sprichwörtlich: gebrech findt man nur bei leuten. Henisch 1395, bei den menschen, bei Rädlein 326a der gebrechen ist in den menschen; die leut (menschen) nicht ohn gebrechen sind, wie man kein fisch ohn graden (gräten) find. Henisch; niemand ist ohn gebrech oder mangel. das.; wir sehen unser aigen gebrechen nicht. das.; niemand hört sein gebrechen gern. Aler 850a; das greift allerdings zugleich ins folg. über, am entschiedensten der erste spruch, wo doch als gegensatz gemeint ist, dasz die natur immer vollkommen sei. III@44) doch auch sittlicher fehler, mit eigner schuld. III@4@aa) allerdings noch oft mit dem vorigen verflieszend: der dir alle deine sünde vergibt und heilet alle deine gebrechen. ps. 103, 3, mit var. krankheit, d. h. schwachheit; so musz disser geprech gewislich sund sein. Luther bei Dietz 2, 27a, d. h. eben mehr als gebrech, doch vergl. suntlich gebrech, defectus Melber f 2a und unter b; (Christus) hat alle meine mängel und gebrechen erstattet und übergetragen. Schuppius 459; du (gott) wollest ja nicht rechen so grosze schuld, aus gnad und huld verzeih uns den gebrechen. Rist himl. l. 2, 122; und geboren wurde der jungfrau sohn, die gebrechen der erde zu heilen. Schiller 51a (die vier weltalter). im Teuth. 39a auch gebreck nota, diffamia, infamia, labes, d. h. mangel, fleck an der ehre, am leumund, ebenso nd. bei Lauremberg für schande 2, 369 u. ö. III@4@bb) dem beichtvater beichtet man seine gebrechen: mündliche peicht .. dadurch ain mensch sein sündig geprechen aufthuet. Berthold teutsche theol. 73, 1, also völlig gleich sünde (wie nl. gebrek auch ausdrücklich als sünde bei Halma 182b), wenn nicht vergehen gemeint ist, wie es 71, 4 verprechen genannt wird, also zu II, 3, a; des bichtent helpet nicht enen drek, de nicht en bichtet sin egene gebrek. Rein. vos 4076; wiltu beichten, so musztu mir neher komen, das ich dich hören kan, was dein gebreche ist. Döner bei Luther 6, 333a, zugleich überhaupt: was dir fehlt, wol auch: was dein anliegen ist, es könnte auch heiszen was dir gebricht; vgl. u. 2, c seinen gebrechen klagen der geliebten, auch wat dîn gebrek is, dem richter gegenüber II, 3, c. III@4@cc) aber auch entschieden in sittlicher auffassung, obwol gleichfalls milder als sünde, mehr als fehler, wie Aler (jesuit) erklärt gebrechen, fehl, error, menda, erratum 850a: so ist eben das der gebrechen gewest zu Sodom .. das iedermann allein auf sich trachtet und zu sich scharret. Luther bei Dietz 2, 27b; den gebrechen hat gott an uns allen gesehn, das wir falsche zeugen sind. schr. 4, 529b; alle gebrechen musten in ihren augen eine tugend sein, also dasz sie einen hoffärtigen Spanier anders nicht als ehrbar, einen unverschämten Welschen freundlich, einen leichtsinnigen Franzosen beherzt, einen springerischen Engelländer hurtig und einen versoffenen Deutschen lustig und vertraulich zu nennen pflegten. Opitz 2, 258; weil meine brust von allen gebrechen rein ist, so fürchte ich mich auch vor keinem verleumbder. Olearius pers. baumg. 1, 6; der stolz ist ein gemeines gebrechen glücklicher leute. Adelung nach Frisch 1, 131b; ich mag lieber in meinem kreise fehler und gebrechen so lange dulden, bis ich die entgegengesetzte tugend gebieten kann, als dasz ich den fehler los würde und nichts rechtes an seiner stelle sähe. Göthe 17, 401. vgl. dazu das zeitwort 4, g.
47080 Zeichen · 1181 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    gebrëchstn.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +7 Parallelbelege

    ge-brëch stn. BMZ gekrach, lärm Geo. Serv. Msh. (3,280 b ). Neidh. 81,33. Heinr. 3538. 44. — ahd. kaprëh zu brëhen od. b…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Gebrếch

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Gebrếch , -er, -ste, adj. et adv. im gemeinen Leben, besonders im Bergbaue, mürbe, aber doch weniger als zerbrechlich. E…

  3. modern
    Dialekt
    Gebrech

    Bayerisches Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    Gebrech Band 3, Spalte 3,158f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gebrech

42 Bildungen · 36 Erstglied · 3 Zweitglied · 3 Ableitungen

Ableitung von gebrech

ge- + brech

gebrech leitet sich vom Lemma brech ab mit Präfix ge-.

Zerlegung von gebrech 2 Komponenten

geb+rech

gebrech setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

gebrech‑ als Erstglied (30 von 36)

gebrech(en)haft

FWB

1. ›mit Mängeln behaftet, schad-, fehlerhaft‹; 2. ›mit einem körperlichen Gebrechen versehen, gebrechlich, krank‹

gebrechafticheit

KöblerMhd

gebrechafticheit , st. F. Vw.: s. gebrechhafticheit*

gebrechen

FWB

1. ›Mangel, Fehler, Missstand, Schaden‹; 2. ›Krankheit, Gebrechen, Leiden, (körperliche, geistige, charakterliche) Schwäche‹; 3. ›Streit, St…

gebrechenamt

DWB

gebrechen·amt

gebrechenamt , n. eine behörde z. b. im alten Würzburg, regierungs-gebrechenamt Schmeller 1, 247 , für anzubringende beschwerden? s. gebrech…

gebrechenhaus

DWB

gebrechen·haus

gebrechenhaus , n. siechenhaus für pestkranke, z. b. in Bamberg im 16. jh., s. unter gebrechen sp. 1843 ( β ); brechhaus, loemodochium, locu…

gebrechenheit

DWB

gebrechen·heit

gebrechenheit , f. gebrechlichkeit. Henisch 1395, 22 , zu gebrechen gleich gebrechend sp. 1847 ( δ ). ebenso gebrestenheit.

gebrecher

DWB

geb·recher

gebrecher , m. brecher, übertreter: ein misbraucher und gebrecher des gebotts gottes. Paracelsus 2, 288 c , s. gebrechen 1, b sp. 1850.

Gebrecherlechkät

LothWB

Ge-brecherlechkät (Gebrechliheit) f. Zerbrechlichkeit. — lux. 128 ebenso.

gebrecherlich

PfWB

gebrech·erlich

ge-brecherlich Adj. : = gebrechlich , gebrecheʳlich [ KU-A'glan ]. Rhein. I 951 ; Lothr. 186 .

gebrechhaft

DWB

gebrech·haft

gebrechhaft , mit gebrechen behaftet, mangelhaft: gebrechhafte und gekürzte worte. notariatsordn. von 1512 § 17. vgl. brechhaft , bresthaft …

gebrechhaftic

KöblerMhd

gebrechhaftic , Adj. nhd. „mangelhaft“ Hw.: vgl. mnd. gebrēkhaftich Q.: MHDBDB (Ende 15. Jh.) E.: s. gebrech, gebreche, haftic W.: nhd. (ält…

gebrechhafticheit

KöblerMhd

gebrechhaftic·heit

gebrechhafticheit , st. F. nhd. Mangel (M.), Mangelhaftigkeit, Schwäche Q.: EckhI (vor 1326) (FB gebrechafticheit) E.: s. gebreche W.: nhd. …

gebrechhaftig

DWB

gebrech·haftig

gebrechhaftig , defectuosus, auch gebrechenhaftig, prechenhaftig, in vocc. Dief. 169 c , geprechenhaftig voc. 1482 l 8 a .

gebrechig

DWB

gebrechig , egens, indigens. Henisch 1395 , zu gebrech III; deficiens, mancus. das., zu gebrech II, 2, e; er hat es aber wol nur aus Kilian …

gebrechlein

DWB

gebrech·lein

gebrechlein , n. kleiner gebrechen, fehler: am leib hab ich ein kleines gebrechlein ubirkummen. Luther briefe 2, 88 , genauer geprechlin ( D…

gebrechlich

DWB

gebrech·lich

gebrechlich , das gewöhnliche adj. zu gebrechen ( vergl. gebrechig, gebrechhaft), schon mhd. gebrechelich, gebrechlich ( s. 2, a ), nl. gebr…

gebrechlich

FWB

1. ›mit Mängeln behaftet, schadhaft, fehlerhaft‹; 2. ›anfällig, schwach, gebrechlich; vergänglich‹

gebrechlichheit

KöblerMhd

gebrechlich·heit

gebrechlichheit , st. F. nhd. Gebrechlichkeit, Schwäche, Unvollkommenheit, Mangelhaftigkeit Vw.: s. un-* Hw.: vgl. mnl. gebrekelijcheit, mnd…

gebrechlichkeit

DWB

gebrechlich·keit

gebrechlichkeit , f. subst. zum vorigen, mhd. gebrechlicheit, mnd. breklichkeit, nl. gebrekkelijkheid. 1 1) fragilitas Henisch 1395 , Stiele…

gebrechlichkeit

FWB

1. ›Streit, Zwiespalt‹; 2. ›Gebrechlichkeit, Schwachheit; Vergänglichkeit‹

gebrechlīcheit

KöblerMhd

gebrechlīcheit , st. F. Vw.: s. gebrechlichheit*

gebrech als Zweitglied (3 von 3)

Nachbargebrech

DRW

nachbar·gebrech

Nachbargebrech, m.? n.? der Verstoß gegen das Nachbarrecht, insb. die Grenzverletzung vgl. nachbarlich (IV 1) de ernanten geschworen anerben…

Ableitungen von gebrech (3 von 3)

gebreche

DWB

gebreche , adj. s. unter gebräche.

ungebrechlich

KöblerMhd

ungebrechlich , Adj. nhd. „ungebrechlich“, fehlerlos ÜG.: lat. indeficiens Gl Hw.: vgl. mnl. ongebrekelijc, mnd. *ungebrēkelīk? Q.: Parad (1…

urgebrechen

DWB

urgebrechen ( ursünde ) Schleiermacher I 3, 386. vgl. grundgebrechen. —

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APA
Cotta, M. (2026). „gebrech". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 20. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/gebrech/dwb?formid=G02962
MLA
Cotta, Marcel. „gebrech". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/gebrech/dwb?formid=G02962. Abgerufen 20. May 2026.
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Cotta, Marcel. „gebrech". lautwandel.de. Zugegriffen 20. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/gebrech/dwb?formid=G02962.
BibTeX
@misc{lautwandel_gebrech_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
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  year         = {2026},
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  urldate      = {2026-05-20},
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