gebrech,
gebrechen,
m. n. schaden, fehler, mangel u. ä., subst. verb. zu brechen,
gebrechen,
eigentlich ein bruchschaden (
s. II, 1);
in den formen liegt eine vermischung und verwirrung vor, die sich im sprachbewusztsein selbst vollzogen hat. II.
Der formen sind genau genommen drei oder vier, deren strenge scheidung aber nhd. nicht durchzuführen ist: der gebrech, der gebrechen (
eigentlich gebreche),
das gebrechen
und das gebrech. I@11) der
gebrech, I@1@aa)
nhd., im 15.
bis 17.
jahrh.: zu grosze fülle schaden thut, zu grosz gebrech ist
auch nicht gut.
Renner 49,
im mhd. texte gebrest
m. 9443; das der gebrech also abgeton wirdet. Michelsen
thür. rechtsd. 114; der gebrech ist am glauben. Luther 1, 66
a; derselbige gebrech. 6, 381
a; dieweil es ein gemeiner gebrech ist.
br. 2, 57; zu dem hangt der gebräch uns mänschen allen
an. Rompler 58; das ist ein groszer gebrech. Schuppius 19. 14
u. ö. I@1@bb)
ein echtes starkes gebrech
m. ist damit freilich nicht bewiesen, weil auch das schwache gebreche
damals seines -e
meist verlustig gieng. aber auch im acc.: es wird .. an predigern gebrech haben. Luther
tischr. 183
a; gebrech leiden H. Staden a, Opitz 1, 345.
wirklich beweisend wäre aber doch erst einen gebrech
oder des gebrechs
u. ä., weil der gestutzte nom. gebrech
in jenen vielgebrauchten wendungen immer auch sich als acc. eingeschlichen haben kann; noch Stieler 234
gibt unter der gebrech
auch gebrech haben,
carere, wie Henisch 1395,
also als m. I@1@cc)
mhd. ist zur zeit nur schwaches gebreche
m. bezeugt (
sieh Lexer 1, 759);
dennoch zweifle ich nicht an dem bestand auch eines starken gebrech,
das denn im vorigen mit versteckt sein wird; bestanden doch eben so neben einander gebrest
und gebreste
mit ganz gleicher bed. und gleichem ursprung (
s.gebresten).
ein mnd. beleg aus dem 14.
jh. ist zur hand (
bei Sch.
und L.
ist nur n. angesetzt, s. 4),
er beweist wol mit für das hochd.: den gebrek der sonebreve. Wigand
beitr. f. gesch. u. rechtsalt. 201,
zur bedeutung s. II, 3,
b. I@22)
das m. in schwacher form, der gebreche, der gebrechen. I@2@aa)
der reine nom., wie mhd., noch im 15.
jh.: gepreche, defectus. voc. 1482 l 7
b (geprech 8
a);
im 16.
jh. md., wo sich überhaupt das endungs-e
am besten gehalten hat: sagen, es sei mehr ein feil odder gepreche denn sunde. Luther
bei Dietz 2, 27
a (
zur sache s. III, 3,
e); wiltu beichten .. was dein gebreche ist.
Luther 6, 333
a.
flectiert: man hette ein groszen gebrechen am fuszvolk.
städtechron. 2, 328; unser gebrechen,
plur., das. I@2@bb)
gewöhnlich ist doch gebrechen
auch schon auf den nom. mit erstreckt (
neben gebrech): ein merklicher gebrechen.
städtechron. 2, 329, 11; ein grosz gebrechen was. 328, 21. 329, 7,
aus dem 15.
jh.; Pelagianer, so die erbsunde nicht wollen laszen sunde sein, sondern solle ein gebrechen odder feil sein. Luther
vom abendmal 1528 F 3
b; so ist eben das der gebrechen gewest zu Sodom.
über das 1.
buch Mose 1527 v 1
a (
Dietz 2, 27
b).
im acc.: do gedacht ich, hastu den gebrechen.
fastn. sp. 701, 23; und clag ir haimlich meinn geprechen. 771, 19; den gebrechen seiner hand. Opitz 2, 61; ihr geist ist allzukeusch, zu melden den gebrechen. Hoffmannswaldau
hochzeitpred. 22 (21).
noch im 18.
jahrh. anfangs der gebrechen Rädlein, Ludwig, Steinbach,
doch ist da das m. im n. untergegangen, s. 3. I@2@cc)
den übergang zum folgenden bilden formen, die dem m. und dem n. unter 3
zugleich angehören konnten; besonders der pl., der später wol mehr im gebrauch war als der sing.: wir haben an unsern mannen grosz geprechen, der wir nicht halp türn aus gesprechen.
fastn. sp. 769, 20,
nach dem gen. pl. der
ist es pl., grosz
für grosze (
wegen der bedeutung s. II, 3,
c); seine anliegen und gebrechen. Ayrer 382
c (1917, 7); weibern sind gebrechen sonsten nicht zu rechen (
anzurechnen), auszer wann sie fehlen und die manne zehlen. Logau 3, 235, 96 (
letzte zug.).
doch auch im sing. konnte man frühe schwanken, z. b.: wer sich .. gebrechens .. schemet. Luther 1, 247 (
s. III, 2,
b); Hermes ist der beste redner, weit und breit und um und um; ein gebrechen ist bedenklich: manchmal ist er silber-stumm. Logau 3, 5, 66; du fehltest nur aus weiblichem gebrechen.
Schiller 443
b. I@33) das gebrechen,
der inf. des zeitworts als subst. I@3@aa)
er ist in seinem auftreten schwer zu erkennen. die beiden mhd. beispiele bei Lexer
aus dem pass. K. 83, 83. 671, 8 (Köpke
s. 721
vermengt es mit gebreche
m.)
halt ich für nicht sicher, da z. b. in âne gebrechens ungemach (
s. unter 2,
a)
ohne das -s
der gen. nicht erkennbar wäre, hier also die verstärkung des schwachen gen. mit -s,
die im 15.
jh. schon entwickelt ist, wol auch schon im 14.
vorliegen könnte in ihrem ersten auftreten; ebenso: darnach klage, was dir gebrechens si. Homeyer
richtst. landr. s. 257
anm. (
var. din gebreke).
doch kann eben auf diesem wege die infin. form sich eingeschlichen haben. im folg. ist sie wahrscheinlicher als das subst.; in k. Wenzels münzgesetz vom j. 1385
ist die rede von irrsal,
gebresten und schaden, die von schedlichen münzen uf erstanden sind,
dann heiszt es: zuo wenden sulch groʒ gebrechen und schaden
u. s. w. Nürnb. chr. 1, 240, 22,
obwol immer auch sulche groʒe
gemeint sein kann. I@3@bb)
aus dem 16.
jh. kann es im folgenden enthalten sein: da erbleichet sie ganz und sprach erschrockenlich, o bist du ein bavian, wo ist dan der schwanz? Esopus sprach: wurdest du einen bedorfen, dir wirt kein gebrechen daran sein. Steinhöwel
Aes. 1569 7
a,
das klingt verbal, wie es wird dir nicht daran gebrechen
nur in substantivische wendung umgesetzt, vgl. übrigens unter III, 1,
c. sicher im 17.
jh.: thue, als wissestu sein gebrechen nicht.
pers. baumg. 1, 5.
im 18.
jh. dringt es vor an stelle des m.: sobald einer ein gebrechen hat. Lichtenberg 1, 191.
während noch 1697 Stieler
neben einander zur auswahl stellt der gebrech
und das gebrechen (
nicht mehr der gebrechen),
stellt Steinbach 1, 203 das gebrechen
in den vordergrund, nur beiläufig der gebrech
mit anführend; und doch zwischen beiden setzten noch Rädlein
und Ludwig
nur das m. an, jener der gebrechen,
dieser der gebrech
oder gebrechen,
aber in den beispielen kommt bei Ludwig
das n. unbewuszt nach: ich habe eben dasselbe gebrechen an mir.
s. dazu auch über gebresten
n. unter gebrest I, 4. I@3@cc)
man sieht, wie die formen sich verwirrt hatten; die verwirrung ist nun gelöst durch den ausschlieszenden sieg des n., das schon bei Adelung
allein auftritt, sodasz ers selbst auf bibelstellen erstreckt, obwol er fürs m. die stelle aus Opitz 2, 61
in der anm. beibringt. doch gieng ihm darin schon Frisch 1, 131
b voraus, auch mit dem 132
a nachgebrachten grunde: »gebrechen
ist der infinitivus des impersonalis, gebrechen
für mangeln. daher ist es nicht recht, wenn einige gebrech
schreiben und gebrechen
in genere masculino gebrauchen«.
ganz ebenso gieng es mit gebresten. I@44) das gebrech,
in der bildung zu der gebrech
zurückkehrend. I@4@aa)
nhd. nur bei Klopstock: (
Satan du) der .. vor dem thron sie mit grimm schuldigte! sünden nicht nur, das gebrech, du feind! und der fehle staub nahmst
u. s. w. Mess. 20, 946 (1800
bd. 4, 231),
in den ausg. 1769. 1773. 1780 des gebrechs;
zur sache s. aus Luther
unter 2,
a. b, Jonas
unter II, 2,
b, die kurze form kannte er aus der ältern sprache, zum n. aber wird er durch die nd. mundart veranlaszt sein; vgl. auch gebrech leiden
unter 1,
b. I@4@bb)
als neutr. herscht es im nd. bereiche, mnd. gebrek, gebreck,
s. Schiller
u. Lübben 2, 23 (
als m. s. unter 1,
c), dit gebreck Lauremberg 2, 369. 1, 174
u. ö.; ebenso mnl. gebrec
n. Oudem. 2, 374,
nnl. gebrek,
pl. gebreken;
mnd. und mnl. übrigens auch gebreke (
jenes z. b. unter 3,
a a. e.).
auch nrh. gebrech
als n.: umb gebreches willen der koste .. umb dat gebrech zeverhuoden. Laurent
Aach. stadtrechn. 81, 29. 39; pulvers was do dair grois gebrech. Wierstraat 2275. I@4@cc)
ob nicht auch hd. einzeln gebrech
n. vorkam, wie mnd. auch das m.? so gehn ursprünglich auch hochd. nebeneinander der
und das gesang, geschrei, geheisz
u. a. (
s. sp. 1615);
vgl. das ahd. mhd. n. u. II, 1,
a, es kann nhd. mit in dem gebrech leiden
stecken unter 1,
b, im 16.
jahrh. aber erscheint wirklich das brech,
epilepsie (
s. II, 2,
c): man flucht auch bei dem brech, dasz dich das brech erstosz!
s. aus Albrecht
unter brech
m. n. I@55)
wie da brech
n. für gebrech,
gab es früher auch brech
m. und breche
m. (
s. d.),
hauptsächlich oberd., aber auch md., z. b. bei Joh. von Guben 25, 6 (
kurz vorher öfter gebrechen),
nrh.: umb dat si arm sint ind brech haint,
mangel haben. Laurent
a. a. o. 374, 38,
mnd. brek, breke Sch.
u. L. 1, 428
b,
nnd. Brem. wb. 1, 131.
ganz ebenso breste
gleich gebreste, bruch
gleich gebruch,
und brechen
gleich gebrechen. I@66)
neben gebrëch
mit dem vocal des praes. erscheint nämlich auch gebruch mit dem ursprünglichen vocal des part. praet. (
vgl. unter III, 2,
d),
und auch der dritte ablautsvocal, der des praet. sing. ist vertreten wenigstens nd. in gebrak n. mangel, bedürfnis, s. Rein. vos 6089, Sch.
u. L. 2, 22
b (
vgl. alts. gibrac
unter II, 1,
a),
und wieder auch brak
n. 1, 413
a.
auch hochd. erscheint der volle dreiklang des verbalen ablauts in dem gleichbedeutenden und stammverwandten brast
und brust, gebrust
gleich gebreste (
vergl. II, 1,
d).
auch mit dem vocal des plur. praet. nd. brâke
f. gebrechen, mangel u. ähnl., eigentlich bruch, z. b. deichbruch, s. Sch.
u. L. 1, 413
b (
z. b. unter III, 1,
b)
gleich dem hd., md. brâche
z. b. in êbrâche,
ehebruch Haupt 1, 392,
s. auch mnl. brake
f. unter II, 3,
a. IIII.
Als subst. zu eigentlichem brechen,
frangere. II@11)
Es ist ursprünglich einfaches subst. verb. zu brechen,
man musz zum verständnis des wortes vor allem das denken an gebrechen,
mangeln hintanhalten, das sich bei uns da in erste stelle drängt, wie schon lange in den wörterbüchern. II@1@aa)
ahd. ist bezeugt in andrer wendung des begriffes kipreh
u. ähnl. fragor, confragor Graff 3, 267,
d. h. das krachen, der klang des brechens; ebenso mhd. gebrech
und gebreche
m., auch lärm überhaupt, z. b. von den brechenden speeren, dem klirren der schwerter u. dgl. im kampfe: dô was gebrech und gebrech, dô Geori und der künic frech (
und ihre scharen) mit hurte ûf einander riten. Reinbot
h. Georg 5070;
noch nhd. davon eine spur in dem alem. bräch
unter brech
n., aus dem 15.
jh. bei Dief. 245
b aus einem rhein. voc., und zwar im cap. de carpentariis: fragor, ein brech (
in einem andern oberd. pruch),
d. h. ein bruch wie unter c? Mit anderm ablaut (
wie brast
unter d)
md. bei Jeroschin gebrach
und brach,
wie alts. gibrac,
lärm einer volksmenge, ags. gebräc
neben gebrec
n., z. b. von dem krachenden lärm der schilde im streite, altn. brak
n., vgl. dazu gebrecht. II@1@bb)
aber auch der begriff des brechens selber und auch des geschehenen bruches wohnte gewiss schon dem ahd. worte bei, wie dem lat. worte und dem ags. nach bângebrec,
knochengebrech Grein 1, 75 (
s. 2,
a);
so ist das stammverwandte ahd. kapruht
fragor auch confractio, und pruh
confractio, fragmen umgekehrt auch crepitus, s. Graff 3, 270. II@1@cc)
auch unser wort bezeichnet ursprünglich einen geschehenen bruch, ein zerbrechen und den davon kommenden schaden (
vgl. 5);
das ist noch im 16.
jh. zu erkennen, muszte der zeit noch im gefühl sein: ouch weret sake dat dusse brief gebreck hedde off krege, nait off lockerich worde (
nasz oder löcherich würde).
pachturk. von 1516
im arch. der reform. gemeinde zu Elberfeld, eine beschädigung die zugleich einen mangel und weiteren nachtheil mit sich bringt. ich zweifle nicht, dasz das ausgegangen ist von dem zerbrechen eines werkzeuges, z. b. eines bogens, der nun seine spannkraft verlor und einen oder ein gebrech
hatte, gebrochen
war; und es mag ganz früh auch auf den fall erstreckt worden sein, wo der bogen o. ä. nicht wirklich zer brochen, nur beschädigt war, mit der bekannten übertreibung des verdrusses, wie z. b. die kinder ein spielzeug enzwei
nennen (der strang ist mir enzwei Schiller
Tell 3, 1),
auch wenn es nicht wirklich in zwei stücke gegangen ist, also ein fehler, etwas mangelndes überhaupt, das schaden bringt. II@1@dd)
dieselbe entwickelung hat auch in anderer ablautsbildung (
s. u. I, 6) bruch, gebruch
gehabt, ebenso das stammverwandte brast
m., eig. fragor, krachendes brechen, dann auch mangel, beschwerde, kummer, und wieder auch brust, gebrust
m. neben gebreste. II@1@ee)
die entstehung läszt sich auch am zeitwort noch erkennen, in einem dienstvertrage des Straszburger rates mit einem armbruster Erlin vom j. 1275
übernimmt dieser auszer der jährlichen lieferung fünf neuer krepfiger armbrust (
vgl.krapfe 2,
d)
auch die verpflichtung: er sol uns ouch unsere armbrust (
pl. n.), swaʒ ie drane
bristet, wider machen mit der stette kost. Stöbers
Alsatia 1875
s. 265,
was alles etwa dran bricht, zerbricht, oder auch gebricht, d. h. schadhaft, mangelhaft wird, beide begriffe sind da noch einer. dazu der gebreste,
sicher auch gebreche,
z. b. an einem schwerte, sowol die bruchstelle, scharte, als auch das ausgebrochene stück, bruchstück: nu ersach sie den gebresten dâ, si begunde an die scharten lange und sêre warten (
blicken) .. 'ich wæne, ich den gebresten hân, der hie inne solte stân' .. nu fuogte (
paszte) diu lücke und daʒ vertâne (
verlorene) stücke ..
Trist. 10076
ff. (253, 38
ff.);
s. darüber weiter unter dem zeitwort gebrechen 2. II@22)
Auch die bedeutung leibesschaden, dann krankheit, seuche, erklärt sich unmittelbar aus wirklichem, nicht bildlichem brechen, gebrechen. II@2@aa)
von schwerer verwundung deutlich in dem ags. bângebrec
Andr. 1442,
wo nach dem entsprechenden bân gebrocen
v. 1473
verwundung mit knochenverletzung oder bruch gemeint sein musz, der ausdruck aus dem kampfleben im epos auf den märtyrer übertragen; vgl. altfries. im rechtsleben bênes breke
u. ähnl. bei bestimmung von wunden Richthofen 669
a.
wie nun das ags. gebrec
auch die bed. krankheit überhaupt entwickelt hat (
s. b),
so wird auch umgekehrt jene erste bedeutung dem hochd. nicht gefehlt haben. Als ein nachklang davon in mhd. zeit erscheint folgendes, von Christi lîcham,
der hier gegessen werde und doch zugleich ganz und vollenkumen, alles gebrechen gar entnumen sitzet êwelîche in sînes vater rîche.
pass. H. 208, 11,
aller verstümmelung entrückt, so dasz doch kein theilchen fehlt, '
ganz',
s. dazu sp. 1287
fg. ganz
gleich unverwundet, unverstümmelt, noch das nhd. gliedganz, ganzbeinig
entspricht als gegensatz jenem ags. bângebrec, bân gebrocen,
unmittelbar aber beinbrüchige wunden I, 1385.
ähnlich von dem sonnenbeschienenen eichbaume, der mit hieben bedeckt wird, die doch den sonnenschein nicht verletzen, als bild von Christi kreuzestode: der liechten sunnen glaste, die gotheit (
Christi) ich meine, bleib lûter unde reine, âne gebrechens ungemach.
pass. K. 83, 83. II@2@bb)
übertragen auf krankheit überhaupt, wie auch krank (
s. d. I,
c)
urspr. durch verwundung gelähmt bedeutete, und schade
eigentlich eine lähmende wunde ist. so schon ags. (
s. u. c),
also gewiss auch ahd.; nhd.: und ich lag auch in groszer krankhait, und hett den gebrechen an zwaien enden, an dem hals und an dem bain bei den gemächten. Zink
Augsb. chr. 137, 8; darzu so legt ich mich selb auch nider, und hett den geprechen an zwaien stetten. 164, 14,
wobei der bestimmte artikel bemerkenswert, wol eine seuche, s. c, β; wenn die sophisten schreiben, was erbsünde sei .. reden sie unter anderm davon, als sei es ein gebrech am leib .. ob derselbige gebrech aus vergiftung des verboten apfels im paradis .. erst ankomen sei. J. Jonas
bei Luther 6, 381,
vgl. Luther
unter I, 2,
a. b; viel seucht und krankheit, sonderlich die breune, welcher gebrechen ihr (
der krieger) gar viel zu Adams mutter fordert. Kirchhof
mil. disc. 202; der aussatz ist anderst nichts denn ein allgemeiner krebs oder ein giftiger gebrechen. Uffenbach 2, 24
u. ö.; disen gebrechen kanstu also erkennen. Seuter 337; ich dingete daselbst (
in Baden im Aargau) eine lustige stube und kammer, deren sich .. die badgäste zugebrauchen pflegen, welches gemeiniglich reiche Schweizer sein, die mehr hinziehen sich zu erlustiren und zuprangen, als einiger (
d. h. irgend welcher) gebrechen halber zu baden.
Simpl. 2, 13
Kurz (5, 3); ich musz euch auch sagen die gebrechen meines unglückseligen leibes, ich habe die franzosen. Schuppius 488. II@2@cc)
auch vorzugsweise von bestimmten krankheiten, seuchen, wenn sie vorzugsweise von sich reden machen; s. ebenso krankt, kränkte, kränke,
d. h. krankheit, von der fallenden sucht, auch von pest IV, 2041. II@2@c@aα)
als volksmäszig gibt Adelung,
wol nach Frisch 1, 131
b, das schwere gebrechen
für epilepsie, fallende sucht; glossare des 15. 16.
jahrh. geben aber auch für frenesis fallende sucht Dief. 247
a und ein ags. pl. gebräcseóc
für phreneticus Ettm. 317.
zu Adelungs
angabe stimmend schon im 16.
jh.: zum vierden wird gemelter star den menschen verursacht durch den schweren gebrechen, fallende sucht. Bartisch
augendienst Dresd. 1583
s. 86.
dasselbe ist wol das brech
u. I, 4,
c, obwol dem gewährsmann Albrecht
selber die bed. dunkel war. II@2@c@bβ)
von einer seuche, der pest: einig personen sind am gebrechen gestorben. Schmid
schwäb. wb. 93
aus Ulmer acten vom j. 1530,
der aus Ulm ein brechhaus,
aus Bamberg ein gebrechenhaus,
krankenhaus, pesthaus beibringt; lues, prechen, gemainer prechen,
pest, an dem prechen sterben,
s. Schmeller 1, 246; der brechen,
pestilentia. Schönsl. H 5
b,
vgl. unter breche
m.; mein man der ist tot an dem brechen. H. Sachs IV, 3, 64. II@2@c@gγ)
bemerkenswert ist auch ags. gibrec
pituita, reuma Mones
anz. 7, 147
fg., Dief. 439
a. 497
b,
und noch nnd. breeken (
n.?)
husten und schnupfen Dähnert 54
b,
mnl. brake
f., reuma Dief. 497
b,
vgl.braeke
nausea, vomitus Kil.;
das mnl. wort (
zur form s. unter I, 6)
galt auch sonst gleich gebrek,
mangel, vergehen, s. Oudem. 1, 802
fg.; also rheumatische leiden als eine besonders häufige krankheit der nördlichen länder. II@2@dd)
noch jetzt spricht man von leiblichen, körperlichen
oder leibesgebrechen, körpergebrechen; ich habe eben dasselbe gebrechen an mir,
distemper. Ludwig 701; heimliche gebrechen.
ders.; er hat ein gebrechen an den augen,
vitio quodam oculorum laborat. Steinb. 1, 203; natürliche gebrechen,
damna naturae. das.; das alter hat mancherlei gebrechen. Adelung;
vgl. gebrechlich. II@2@ee)
es mischt sich aber da ein andrer begriff ein oder tritt in den vordergrund: schade, mangel, der der brauchbarkeit eintrag thut, d. h. es mischte sich mit der bedeutung unter III, 3;
nur in diesem sinne werden jetzt krankheiten als gebrechen
bezeichnet, doch auch schon im 16. 17.
jh.: so es (
die ehescheidung) doch Moses nur so fern erleubet, wenn er (
der mann) eine unlust odder gebrechen an ir fünde. Luther
bei Dietz 2, 27
a; so hat der herr kein hörendes ohr. das ist ein groszer gebrech. Schuppius 19;
doch knüpft sich das wieder zugleich an den ausgangspunkt der bedeutung an, indem nach Adelungs
richtiger bemerkung insbesondere '
unvollkommenheiten des leibes',
leibesschäden im engeren sinne so heiszen: »ein mensch hat ein gebrechen an sich,
wenn er einäugig, blind, buckelig, lahm ist, einen bruch hat u. s. f.«; gebrechen des leibs,
deformitas corporis. Aler 850
a.
s. auch bildlich unter III, 3,
d. e. II@33)
Zu wirklichem ursprünglichem brechen
gehört es auch in einer eigenen und wieder mehrseitigen entwickelung im rechts- und gemeindeleben. II@3@aa)
noch im 17.
jh. gebrechen
n. auch gleich verbrechen: vergib einem missethäter, der seine schuld bekennet, und thue als wissestu sein gebrechen nicht. Olearius
pers. baumg. 1, 5;
vgl. aus dem 16.
jahrh. unter III, 4,
a. Schmeller 1, 247
belegt es als rechtsausdruck, auch halsgebrechen,
criminalverbrechen; vgl. gebrecher gleich verbrecher.
da ist gebrechen,
was einer verbrochen oder gebrochen
hat, wie es auch hiesz (
ver brechen
ist ja nur verstärktes brechen
oder gebrechen),
z. b.: ainen manen darnach, als der siechmeister gebrochen het,
einen monat nach dem vergehen des siechmeisters Schm. 1, 246;
s. dazu brechen I, 14, gebrechen 1,
b. Das wichtigste brechen
dieser art in alter zeit ist das vride brechen und alles wird daran völlig begreiflich, wenn von vride
die bed. zaun, gehege als grenze und schutz des eigenthums die urbedeutung ist, wie J. Grimm
oben sp. 187
vermutungsweise fragt, wo auch noch von frid zerbrechen
im alten sinne, den zaun eines andern gewaltsam beschädigen, die rede ist; s. auch sp. 1394
z. b. frid geben,
einen schützenden zaun unterhalten. das brechen
des vrides (
vgl.de sepe rupta
unter etter
und ags. edorbryce
zaunbruch, einbruch Grein 1, 138)
als der rechtsgrenze ward von selbst zum brechen des rechtes, und davon aus gieng dann der bruch des gesetzes, einer verbrieften oder mündlichen zusage u. s. w., und brechen
überhaupt als rechtsverletzung aller art. mnd. auch brak
n. (
s. dazu I, 6), 'dat brak unde unrecht' Sch.
u. L. 1, 413
a,
mnl. auch brake
f., einen op der braken vinden,
in flagranti Rein. 6308,
eigentlich gewiss über dem '
einbrechen',
vgl. bei Kil. braeke
fractura, braeke doen
vom ausbrechen des gefangenen. II@3@bb)
daher gebrech
auch für bruch
eines rechtes, einer ordnung, verpflichtung u. ä., hauptsächlich nd., md., auch nl. entwickelt: und scholen den gebrek der sonebreve wandeln mit bote des rechten. P. Wigand
beitr. 201,
das verlangt das kloster Corvey von den bürgern von Höxter, welche die verbriefte sühne, den vergleich und frieden mit dem kloster gebrochen haben und den gebrech
nun mit busze gut machen sollen. aus Erfurt um 1500,
aber nach älterer quelle, von einem verstosz gegen die wasserordnung wegen benutzung des flusses in der stadt zum schaden der nachbarn o. ä.: so sendet das ampt die anewisere .. und gebieten so bald widder abe (
die ordnungswidrigkeit alsbald abzustellen), und wo es dan aber nicht abgeton wird, so phendet man .. bis also lange das der gebrech also (
in der verlangten weise) abgeton wirdet. Michelsen
rechtsd. 114,
namhaft gemacht ist vorher beispielsweise gebuw (
verbauung) ader inschötten ader sust
feile in den wassern,
also auch milder fehl
genannt, verfehlen des rechten, zugleich aber störender umstand, schaden für die nachbarn, welcher begriff auch auf gebrech
übergieng. mnl. gebrek
als bruch eines gebots s. Oudem. 2, 374;
ebenda aus der nl. übers. des Sachsenspiegels: wie (
wer) een mans rijpe koren snyet .. hi blijft sonder gebrec, des (
wenn nur) hi niet af en voere van den lande,
im nd. entspricht he ne missedut nicht III, 37, 4 (
vgl. übrigens dazu u. gebrechen 1,
c);
da gewinnt gebrec
vergehen zugleich eine neue begriffsseite: schuld die einer auf sich ladet, anlasz zur klage beim richter und sonst, aber auch busze als folge davon. II@3@cc)
denn eine ganz neue wendung nimmt der begriff auf seite des beschädigten. II@3@c@aα)
als schaden, der einem geschieht oder geschehen ist (
vgl.abbruch im rechtssinne noch heute)
und den er rechtlich verfolgt gegen den gebrecher, vridebrecher
u. ä., über den er sich zu beschweren hat u. ä.; daher gebrechen, gebrech haben (
vergl. sein gebrech
nachher): aff sach were, das ein scholtis von Nassaw einich gebrech het in dem gericht (
vorzubringen), so sal ein scholtis macht han dem (
vorsitzenden) vogt zu sagen, dat he him den scheffen (
d. h. die zum gericht versammelten sch.) mane umb
sein gebrech .. were sach dat ein scholtis von Riferscheit einich gebrech het von seinen luden, so sall he dat einem scholtissen van Nassaw in sein oir runen
u. s. w. weisth. 2, 554,
beide sind nämlich zugleich beisitzer des gerichts; weiber klagen vor dem richter: herr der official, wir müszen euch clagen .. wir haben an unsern mannen grosz geprechen.
fastn. sp. 769, 20.
der geschädigte klagt sein gebrechen: ik môt ju klagen mîn gebrek, dar in ik habbe lange gestekt. Höfer
verl. sohn 221; dar nâ clage wat dîn gebrek is. Homeyer
richtst. landr. s. 257,
mit var. md. was dir gebrechens si,
auch was dir wir wirret, was dir not si,
am lehrreichsten aber: was dir gebrochen ist (
s. unter dem zeitwort gebrechen 2,
b); auf heut hab wir ein verhörstag, das jederman wol klagen mag seine
anliegen und
gebrechen. darauf wöll wir guts urtel sprechen nach der strengen gerechtigkeit. Ayrer 382
c (1917, 7).
noch jetzt nd. sîn brek spreken
u. ä.: he kan sin brek nig spreken,
seine not nicht vortragen Brem. wb. 1, 131;
nordfries. du mutst din gibrek spreegh,
muszt deine sache vertheidigen, sagen was dir gebricht. Johansen 7,
deutlich noch wie vor gericht. II@3@c@bβ)
man sieht da den begriff aus sich selbst weiter gedeihen zu dem von klage, beschwerde, und so tritt es auch noch deutlicher auf: auf .. furbrachte gebrechen und antwort, ferner beider teil inrede und nachrede. Haltaus 598,
vom j. 1480
aus Nordhausen, deutlich klage, denn antwort
hiesz die rede des verklagten; es handelt sich dabei um beilegung einer zwietracht durch den schiedsrichter, wie im folgenden (
vgl.γ): so dann soliche zusprüche (
ansprüche), schel, irniss und gebrech, antwurt, in- und gegenrede gnugsam von uns verhört. Michelsen
rechtsd. 407,
aus Erfurt 15.
jahrh., wie schult (
d. h. beschuldigung) und antwurt 414;
auch Schmeller 1, 247
gibt es als beschwerde, gravamen, als canzleiwort, z. b.: herzog Christophs gebrechen, wider herzog Albrecht gebraucht, eingelegt, überantwortet. Krenner
landtagshandl. 9, 79;
in Würzburg bestand ehedem ein regierungs-gebrechenamt.
von der thätigkeit des advocaten: gebrechen fürtragen,
procurirn, agere causam pro aliquo, advocationem praestare. Henisch 1395, 33.
der ursprung des begriffes ist wie eben bei beschwerde,
eigentlich was mich beschwert, dann was ich als solches beim richter oder sonst anbringe, vorbringe, ausgebe. II@3@c@gγ)
und noch anders; weil nämlich die beschwerde und klage des einen meist gleiches vom andern theile hervorruft, findet sich besonders der plur. für streitigkeiten zwischen zwei gegnern, aegenseitige beschwerden, dann mishellung, zwietracht, die beizulegen ist durch einen schiedsrichter: es ist ze merken, daʒ meins herren von Salzburg und des von Cili rete umb ir baider gebrechen freuntlich uberain komen sind mit baider herschaft wissen und willen ze Pettau also ..
österr. weisth. 1, 334, 17; wir (
die schiedsleute) .. bekennen .. als von sollicher schelung, zweitrechte und gebrechen wegen, die .. langezite gein einander haben gehabt
u. s. w. Leipz. urk. 1, 139. Michelsen
rechtsd. aus Thüringen 397
ff. bringt eine reihe schiedssprüche und vergleiche des Erfurter rates von 1482-92,
da erscheint oft z. b.: das sie (
die ratsabgeordneten) zwischen Caspar Sifurte (
d. h. Sîfrit) und Jorgen Messersmed der gebrechen, so sie irer hüser halben (
als nachbarn) unter einander gehabt, fruntlich geteidingt und sie solicher irer gebrechen gutlich vereint und bericht haben. 404; in den gebrechen, so sie eins hofes halben unter einander gehabt.
das.; sachen (
streitpunkte, ansprüche) und gebrechen zwüschen Andres Schulzen .. und Ilsen Steins (
d. h. Ilse, frau oder witwe eines Stein). 406,
auch s. 408
u. ö. als beginn des ergangnen schiedsspruches; alle gebrechen, die entstehen möchten, vertragen,
controversias componere. Frisch 1, 131
b aus Hortleder 973. II@3@c@dδ)
aber auch im sing., noch deutlicher in den begriff zerwürfnis übergehend (
vgl. mnd. wb. 2, 23
a): nachdem zwischen ern Hansen Hunolt an einem und ern Günther Salvelt anders teils ettlicher unwille, zweitracht und gebrech erwachsen waren. Miceelsen 407; das aller unwille, zweitracht und derhalben entstanden gebrech ganz abe und tod sin sollen. 408;
auch schel, gebrech und entstandener (
fehlt ein wort) zwüschen
u. s. w. 409,
mnd. allen unwillen, gebreck unde schel Sch.
u. L. 2, 23
b.
da kehrt der begriff zugleich eine neue seite heraus: üble verhältnisse in der gemeinde, notstand, gestörter rechtszustand u ähnl. II@3@dd)
so ist von gebrechen
im politischen und gemeindeleben lange die rede, besonders im plur.: misstände, übelstände, not, die man klag- und beschwerdeweise vorbringt, für die auf landtagen, reichstagen u. ä. abhülfe gesucht wird: daʒ sind die gebrechen, die uns anligend sein ('
nahe gehn',
uns drücken) und uns deuht, daʒ allen steten und uns éin notturft wer, wie man solch sach fürkem
u. s. w., so beginnt eine zusammenstellung von beschwerden der stadt Nürnberg vom j. 138
8 chron. 1, 164,
zugleich klagen gegen die fürstlichen nachbarn u. ä.; wenn von gemainer notdurft oder geprechen wegen des landes icht bote ze tuen sein (
anordnungen zu treffen).
österr. weisth. 1, 53,
v. j. 1435; nach dem wir als erwelter römischer keiser .. zu herzen gefaszt die embörungen und gebrechen, so sich allenthalben im reich eh lenger eh mer erzeigen.
reichstagsabschied v. 1518,
reichsordn. 1539 86
b,
nachher mängel und gebrechen im heiligen reich,
ausgeführter mängel und gebrechen rechtens, einigkeit und fridens. 87
a,
d. h. zugleich zu der bed. unter III (
s. besonders dort 3,
e),
als subst. verb. zu es gebricht am recht
u. s. w. noch im 18.
jahrh.: sprich! wird ein weiser blosz viel volks zusammen raffen, und sich dem staat entziehn, nachdem er ihn geschaffen? er selbst belebt und schützt gesetze, die er gab, räumt hindernisse weg, und stellt gebrechen ab. Uz 2, 95. Adelung
gibt als beispiel die landesgebrechen heilen,
also wie krankheiten gedacht. II@3@ee)
ein landsprechen
m., landesgebrechen heiszt aber auch eine landplage, calamitas publica, wie hagelschaden, unergibigkeit, brand, seuche, s. Schmeller 1, 246
aus den mon. boica; umb die groʒen prechen, die got über die welt lieʒ gaun.
Augsb. chr. 1, 63, 23;
doch tritt da mehr die bedeutung not heraus (
s. III, 2,
c)
oder auch schade (
s. c, vgl. 5)
an dem doch niemand schuld ist, man sieht wie leicht sich der begriff von einer seite zur andern wendet. II@44)
Auch die bedeutung unter III
mischt sich vielfach mit der unter II,
wie sie ja aus dieser entstanden ist (
s. unter 1,
c).
zwischen beiden schwebend ist z. b. folg. gebrech: es geschicht, das gott einen menschen die vergebung der schuld nicht leszt befinden (
empfinden), und bleibt das zappeln und unruge des gewissens nach dem sacrament wie vor. hie ist weislich zu handeln, denn der gebrech ist am glauben. Luther 1, 66
a,
d. h. in diesem falle musz der beichtvater weise verfahren, denn der schade, den er heilen, die schadhafte stelle, wo er helfen soll, ist am glauben, aber zugleich mit: es gebricht am glauben, ist mangel am glauben. II@55)
gleich schade, nachtheil auch sonst, z. b. in einer Nürnberger zusammenstellung der lehren, die für die stadt aus schlimmen erfahrungen im markgrafenkriege zu gewinnen waren: item man hette ein groszen gebrechen am fuszvolk, daʒ die nit gehorsam sein wolten.
chron. 2, 328, 4; item mer ain bruch (
s. I, 6), daʒ man und frawen, die da freunt oder gönner hetten unter unseren feinten, den teglich unser gebrechen durch prief zu wissen teten. 328, 10,
unsere schwachen stellen oder punkte, unsere schwächen; item ein grosz geprechen was: als sich der krieg anhub, do was ein merklich wein in der stat, da liesz man ain ieden schenken,
sodasz später daran mangel (gebruch)
entstand. 328, 21,
s. auch die weitere aufzählung s. 329,
es sind mängel, übelstände, aber wesentlich aufgefaszt als nachtheile mit denen man zu kämpfen hatte, als hemmende schäden in der einrichtung, und auch das läszt sich noch ununterbrochen zurückleiten auf den gebrechen,
schaden am bogen, an der armbrust 1,
c. e, der nun auch dem schützen zum schaden wird. überhaupt scheint das wort im kampfleben seine eigene entwickelung gehabt zu haben; z. b. gebreche
in der schlacht, schaden, unheil, niederlage u. ähnl.: (
die jungen sollen) gerne volgin den aldin und nicht do wedir sprechin, darmede si den sig behaldin und bewarin (
verhüten) groʒin gebrechin. Rothe
rittersp. 3048.
bemerkenswert den gebrechen gewinnen,
gänzliches ende, z. b. von ritterkraft, der das alter ein ende macht: lobistu danne sin ritin und stechin .. eʒ gewinnet wole den gebrechin, wan die krefte en numme zirin.
das. 2035;
s. ebenso den gebresten
unter gebreste II, 4,
c. IIIIII.
Als subst. zu dem bildlichen gebrechen,
mangeln. III@11, III@1@aa)
wie deutlich das subst. noch im 17.
jh. zu es gebricht mir
gehörig gefühlt wurde, auch in der masc. form, zeigt z. b. folgendes, in einem hochzeitgedichte: nun sie kömpt die edle braut .. Rom hat schöners nicht geschaut .. und Apelles hätt' erkand den gebrechen seiner hand. Opitz 2, 61,
auch Apelles hätte an seiner kunst verzweifelt, um sie zu malen, hätte erkannt, wie es
dazu auch seiner hand an kunst gebrach.
über das jetzige verhältnis des sprachgefühls zu dem worte, und wie weit es sich von jenem entfernt hat, s. unter 3,
e. III@1@bb)
das fehlende, mangelhafte wird durch an
bezeichnet, wie es heiszt mir gebricht es an etwas;
mhd. z. b.: den kummir (
d. i. not), den gebrechin, den in êrstin vristin di brûdre und andir cristin zu Prûʒin in dem lande lidin manchirhande an cleidrin, tranke, spîse. Jeroschin 39
b.
auch nhd., wie bei mangel
noch jetzt: wir haben an unsern mannen grosz geprechen.
fastn. sp. 769, 20,
sie lassen es uns an sich fehlen; es wird nit allein an gelehrten, sondern auch an predigern gebrech haben. Luther
tischr. 183
a; der geprech an gelt und gut.
bei Dietz 2, 27
a. III@1@cc)
früher auch mit gen. (
wie gleichfalls das zeitwort),
den doch ohnehin das subst. nach sich zieht: von des schulteiszen gebrechen.
Kulm. recht II, 18,
als überschr., d. h. was zu geschehen hat, wenn der schultheisz '
nicht da ist'
bei der gerichtssitzung; dat die (
vereinbarungen wegen des landfriedens) umb gebreches willen der koste nit also .. gehalden wurden, as dem gemeinen lande noit was. Laurent
Aach. stadtrechn. 81, 29,
weil es an den dazu aufzubringenden kosten, geldern gebrach. mit oberd. preche
für gebreche,
gen. prechen: (
bestätigt) mit .. meines herrn
N. N. aigen anhangendem insigel
prechenhalb des meinen. Schm. 1, 246
aus mon. boica 2, 247,
vom j. 1438,
d. i.: wegen mangels des meinen, weil mir des meinen gebrach (
s. ebenso gebrestenhalb
unter gebreste II, 4,
b); es blib vil korns auf dem veld unabgeschnitten .. prechenhalb der leut.
Augsb. chron. 2, 26, 28;
noch nl. z. b. bij gebrek van beter,
in ermangelung eines besseren. eigen folgendes: das wir victalia gebrech leiden musten. H. Staden a, victalia
doch wol als gen. gefühlt? vgl. nd. hunger unde brake der vitallie H. Korner 215
d (Sch.
u. L. 1, 413
b).
aber auch mit von,
das den gen. umschreibt: gebrech von gelte,
difficultas nummaria Henisch 1395, gebrech vom gelde Stieler 234,
nl. ghebreck van gelde Kil. III@1@dd)
bemerkenswert ist die fügung mir ist gebrechen an etwas,
s. Steinhöwel
unter I, 3,
b, vielleicht im anschlusz an die mhd. wendung mir ist gebrochen,
mir gebricht (
s.gebrechen 2,
c);
doch hiesz es schon ahd. mir ist bresta
mit gen., ich habe mangel Otfr. II, 8, 14;
vgl. auch unter 3,
c, α was dir gebrechens sî
und in gleichem sinne was dir nôt sî.
jenes gebrechen
kann übrigens auch aus gebrechend
gekürzt sein, sodasz es zum zeitwort gehören würde; so heiszt es mir wirt gebrechen,
eigentlich gebrechend: wirt aber im gebrechen an sîme geweren.
Kulm. recht V, 43, 2
s. 171,
doch auch wieder mir wird bruch;
s. dazu gebrechenheit.
gewöhnlich heiszt es gebrechen
oder gebrech leiden, haben,
wie bei mangel, not. III@22)
Von äuszerem mangel im engeren sinne, not. III@2@aa)
schon in mhd. zeit bloszes gebreche
schlechtweg von mangel an lebensunterhalt, wie jetzt mangel
schlechtweg: Julianus die list dô vant, daʒ man in hin zur wûste versente, dâ er mûste (
für mhd. müeste) von gebrechen ligen tôt.
pass. H. 359, 17; gebreche ist von in gewant, wand si getrûwe vrûnt haben, die ir holden alhie laben mit schôner gâbe alle zît.
pass. K. 581, 84; daʒ si dô solden sterben .. alsus in des gebrechen wê (
ausgesetzt auf einer öden insel). 36, 31.
auch von wassermangel, auf einem klosterberge: den andern ir gebreche riet, daʒ si im (
dem heiligen) klageten als ê. 221, 80,
vgl. z. 65.
auch mit nôt
verbunden (
vgl. 2,
c): wand er die nôtdurft (
was er bedurfte) im bôt, daʒ in gebreche unde nôt nicht in der grûben slûge (
mhd. slüege) tôt. 218, 10.
auch von armut schlechthin, s. unter I, 5
nrh. brech hain,
vgl. unter I, 1,
a aus dem Renner grosze fülle
und grosz gebrech,
überflusz und mangel. III@2@bb)
so noch nhd. von armut, dürftigkeit, not: wer sich armut, gebrechens, verachtung (
d. h. niedrigsten standes) seiner eltern schemet. Luther 1, 247; reichthum schadt niemand, armut und gebrechen machen auch nicht selig. Henisch 1395.
so noch im 17. 18.
jh. gebrech leiden,
mangel haben, not leiden: sie (
die tugend) leidet nie gebrech, hat niemals auch zu viel, entlehut von andern nichts, ist selber ihr genü
gen. Opitz 1, 345; gebrech, gebrechen,
penuria, indigentia, egestas Stieler 234, gebrech,
nothdurft, inopia Aler 850
a,
noch 1716
bei Ludwig 701 gebrechen leiden,
to be poor or indigent, jetzt gänzlich vergessen, doch noch in mundarten, z. b. in der Altmark gebräk,
not, unglück Danneil 262
a (
auch gebrest
so II, 4,
d),
wie nl. gebrek,
z. b. het nijpendste gebrek,
die drückendste not. III@2@cc)
es erscheint auch als völlig in den begriff von not übergetreten, z. b. Joh. Rothe
braucht für hungers not des hungirs gebreche
rittersp. 3765 (
nicht im reim);
vergl. auch landesgebrechen
als allgemeine not unter II, 3,
e, dann einem seinen gebrechen klagen
u. ä., z. b. dem richter, wie eben auch seine not,
s. II, 3,
c, α,
oder der geliebten (
dem beichtvater, s. 4,
b),
wo denn der begriff des anliegens zugleich hervortritt (
vgl. sp. 1845
und gebrechen 4,
e): und clag ir haimlich meinn geprechen, als lang, pis sie mir ja wirt sprechen.
fastn. sp. 771, 19. III@2@dd)
und noch ein begriff, der bei not
auch entwickelt wurde, zeigt sich, das brauchen, bedürfen, in folg. stelle erkennbar und gewiss noch oft zu finden (
vgl. so das zeitwort 4,
d),
wie noch nl. iets gebrek hebben,
etwas brauchen; eine frau bittet einen heiligen wegen eines durch den wolf geraubten schweines: 'hilf mir, swaʒ du gehelfen macht, daʒ mir eʒ werde wider brâcht, wand ich sîn gebrechen habe'. dô wart ein michel lachen drabe
u. s. w. pass. K. 170, 89,
es könnte wieder auch heiszen wand mir sîn nôt ist,
eigentlich es fehlt mir, ich bedarf seiner. zur stützung der noch nicht beobachteten bedeutung, die doch nl. noch lebendig ist, sei gleich hier ein gleichbedeutendes gebruch angeführt (
vgl. I, 6): ein hungeriger fuchse het vil gepruchse, das im zurann an seiner speis.
M. Beheim
bei Schmeller
2 1, 337,
brauchte viel, sodasz es ihm immer an speise fehlte; die auffassung als gebrûch
dort verbietet der reim wie die mundart des dichters, das unechte -e
aber (
vgl. dazu sp. 1603 ge-
mit falschem e)
ist wie sonst bei ihm in reimworten, z. b. sprichte
Wiener 329, 2, iste 238, 23.
und ebenso nd. gebrak (
s. I, 6): erer vrûntschop hebbe ik nên gebrak, it is dat alderslimmeste pak.
Rein. vos 6089. III@33)
Mangel überhaupt, auch fehler, schadhaftigkeit u. ähnl.; in vocc. des 15. 16.
jh. wird defectus
erklärt mit gebreche, gebrech, gebruch, gebrest
u. ä. Dief. 169
c;
z. b. III@3@aa)
mangel am bedarf, an nötigen mitteln, s. geprech an gelt und gut Luther
unter 1,
a, an predigern
das., gebrech der koste 1,
b. noch bei Ludwig 701 gebrechen an geld, an lebensmitteln,
was doch Adelung
nur noch als oberd. kennt. älter nl. z. b. broots gebreck hebben,
jetzt broodsgebrek hebben,
hunger leiden. III@3@bb) gebrech,
was fehlt am rechten masze u. ähnl., wofür man heute nur defect, manco
glaubt brauchen zu können; z. b. wenn der köhler dem bergmann die kohlen zumiszt: so da ain (
an) der maszen gebrechs were, sall der bergman ain dem gelde so vil zuruck halden .. bis ime der bruch verglichen.
zeitschr. d. Berg. geschichtsv. 11, 169,
der blosze gen. für etwas gebrechs.
auch sonst gebrech
an dem, was einem gebührt: (
haben erfahren) das ir und andere ritterschaft in dem heil. rö
m. reich .. getrungen werdet und das ir unser (
des kaisers) abwesung halb an schutz und schirm groszen gebrechen gehabt.
Flersh. chron. 15, 13,
mangel, abgang. III@3@cc)
bemerkenswert von sonnenfinsternis: gepreche der sunnen,
eclipsis. voc. 1482 l 8
a,
in andern vocc. gebroch,
auch gebrest Dief. 194
a,
vgl. eclipsari gebrechen
das., und eclipsis sunnenbruch, monbruch
nov. gl. 143
b,
wo die sonne mangelt oder wo es der sonne mangelt, wo sie ganz oder zum theil fehlt, d. h. mit der doppelheit der bed., die auch das zeitwort hat (
s. dort 2,
d).
in der letztern auffassung schlieszt es sich übrigens zugleich wieder an die ursprüngliche bed. an, bruchschade, abgebrochnes stück, etwas das zum ganzen fehlt, und ebenso im folg. nachklingend. III@3@dd)
fehler, fehlerhafte eigenschaft oder stelle, '
jede unvollkommenheit' Adelung;
körperlich z. b.: die gebrechen des leibes mit schminke verbergen. Steinbach 1, 203; die gebrechen des alters,
wenn die kräfte zu fehlen anfangen. bildlich z. b. jede tugend hat ihre schwachheiten und gebrechen Adelung.
der voc. 1482
erklärt cilla,
d. i. Scylla mit geprechen im mere,
periculum maris l 7
b,
gefährliche, gleichsam schadhafte stelle, es war vermutlich ein schifferausdruck. III@3@ee)
an menschlichen einrichtungen, schöpfungen, in diesem sinne bis heute: das ist ein groszer mangel und gebrech unter den Lutheranern, dasz die theologi gemeiniglich nicht recht erzogen werden. Schuppius 14; da die beiden republiken Sparta und Athen die hauptrollen in der griechischen geschichte spielen, so ist es ein anziehendes geschäft, ihre verschiedenen staatsverfassungen neben einander zu stellen und ihre vorzüge und gebrechen gegen einander abzuwä
gen. Schiller 1024
b; wie willkommen soll mir also die zurechtweisung sein, welche mir über die gebrechen meiner dichtung die augen öfnet.
vorw. zum Dom Karlos, krit. ausg. V, 2, 25; zu diesen unglücklichen gebrechen der despotie fügt sich unvermeidlich ein anderes. Göthe 6, 206.
doch versteht mans jetzt schärfer als es ursprünglich gemeint ist, noch bei Schiller,
man spricht jetzt wesentlich von schweren, unheilbaren gebrechen,
an denen z. b. ein staat leidet,
weil man dabei dunkel an krankheiten oder schäden denkt, die '
gebrechlich',
unbrauchbar machen (
s. II, 2,
e),
während ursprünglich jeder, auch der geringste fehler so heiszen konnte (
vgl. gebrechlein). III@3@ff)
besonders auch ein fehler von natur, womit sichs allerdings zugleich an die bed. des körperlichen gebrechens
schon früher anschlieszt: und habe doch der mensch an ihm nicht solchen gebrechen, der sündlich sei. Melanchthon
apol. s. 45,
corp. doctr. chr. 1560,
man unterschied von früher her so zwischen sünde mit eigner schuld und gebrechen,
die mehr oder ganz schuld der natur seien (
s. besonders Zwingli
unter gebrest II, 6,
a),
vgl. u. I, 2,
a mehr ein feil (
fehler) odder gepreche denn sunde,
auch das. unter b und Klopstock
u. I, 4,
a und zu der philos. vorstellung überhaupt unter gebrechlich 2,
a. ähnlich oder gleich auch folg.: nu haben wir ja die gnade, das wir teglich und on unterlasz können zu im komen .. aber an uns ist der gebrechen, das wir nicht so können das wort (so wir hören oder predigen) also ansehen und halten, das es nicht des menschen, sondern gottes sei. Luther 6, 128
a,
an uns liegt der fehler, an der natürlichen menschlichen schwäche; gott hat nicht ohn ursach bei dieses gebot gesetzt das wort gedenk. dann er hat wol gewust der menschen gebrechen. wann man schon alle sontag davon redet, so vergessen es doch die leut leichtlich. Schuppius 210.
und trefflich so noch im alten sinne bei Schiller: du fehltest nur aus weiblichem gebrechen, dem selgen geiste folgen nicht die schwächen der sterblichkeit in die verklärung nach.
M. Stuart 5, 7. III@3@gg)
es heiszt sprichwörtlich: gebrech findt man nur bei leuten. Henisch 1395,
bei den menschen, bei Rädlein 326
a der gebrechen ist in den menschen; die leut (
menschen) nicht ohn gebrechen sind, wie man kein fisch ohn graden (
gräten) find. Henisch; niemand ist ohn gebrech oder mangel.
das.; wir sehen unser aigen gebrechen nicht.
das.; niemand hört sein gebrechen gern. Aler 850
a;
das greift allerdings zugleich ins folg. über, am entschiedensten der erste spruch, wo doch als gegensatz gemeint ist, dasz die natur immer vollkommen sei. III@44)
doch auch sittlicher fehler, mit eigner schuld. III@4@aa)
allerdings noch oft mit dem vorigen verflieszend: der dir alle deine sünde vergibt und heilet alle deine gebrechen.
ps. 103, 3,
mit var. krankheit,
d. h. schwachheit; so musz disser geprech gewislich sund sein. Luther
bei Dietz 2, 27
a,
d. h. eben mehr als gebrech,
doch vergl. suntlich gebrech,
defectus Melber f 2
a und unter b; (
Christus) hat alle meine mängel und gebrechen erstattet und übergetragen. Schuppius 459; du (
gott) wollest ja nicht rechen so grosze schuld, aus gnad und huld verzeih uns den gebrechen. Rist
himl. l. 2, 122; und geboren wurde der jungfrau sohn, die gebrechen der erde zu heilen. Schiller 51
a (
die vier weltalter).
im Teuth. 39
a auch gebreck
nota, diffamia, infamia, labes, d. h. mangel, fleck an der ehre, am leumund, ebenso nd. bei Lauremberg
für schande 2, 369
u. ö. III@4@bb)
dem beichtvater beichtet man seine gebrechen: mündliche peicht .. dadurch ain mensch sein sündig geprechen aufthuet. Berthold
teutsche theol. 73, 1,
also völlig gleich sünde (
wie nl. gebrek
auch ausdrücklich als sünde bei Halma 182
b),
wenn nicht vergehen gemeint ist, wie es 71, 4 verprechen
genannt wird, also zu II, 3,
a; des bichtent helpet nicht enen drek, de nicht en bichtet sin egene gebrek.
Rein. vos 4076; wiltu beichten, so musztu mir neher komen, das ich dich hören kan, was dein gebreche ist. Döner
bei Luther 6, 333
a,
zugleich überhaupt: was dir fehlt, wol auch: was dein anliegen ist, es könnte auch heiszen was dir gebricht;
vgl. u. 2,
c seinen gebrechen klagen
der geliebten, auch wat dîn gebrek is,
dem richter gegenüber II, 3,
c. III@4@cc)
aber auch entschieden in sittlicher auffassung, obwol gleichfalls milder als sünde,
mehr als fehler, wie Aler (
jesuit) erklärt gebrechen,
fehl, error, menda, erratum 850
a: so ist eben das der gebrechen gewest zu Sodom .. das iedermann allein auf sich trachtet und zu sich scharret. Luther
bei Dietz 2, 27
b; den gebrechen hat gott an uns allen gesehn, das wir falsche zeugen sind.
schr. 4, 529
b; alle gebrechen musten in ihren augen eine tugend sein, also dasz sie einen hoffärtigen Spanier anders nicht als ehrbar, einen unverschämten Welschen freundlich, einen leichtsinnigen Franzosen beherzt, einen springerischen Engelländer hurtig und einen versoffenen Deutschen lustig und vertraulich zu nennen pflegten. Opitz 2, 258; weil meine brust von allen gebrechen rein ist, so fürchte ich mich auch vor keinem verleumbder. Olearius
pers. baumg. 1, 6; der stolz ist ein gemeines gebrechen glücklicher leute. Adelung
nach Frisch 1, 131
b; ich mag lieber in meinem kreise fehler und gebrechen so lange dulden, bis ich die entgegengesetzte tugend gebieten kann, als dasz ich den fehler los würde und nichts rechtes an seiner stelle sähe. Göthe 17, 401.
vgl. dazu das zeitwort 4,
g.