Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
gebilde stN.
2 ‘Abbild’
3 ‘Vorbild, Exempel’
1 ‘Gestalt, Bildung, (äußere) Erscheinung’ do unser herre, schepfær aller dinge, durch lieb siner hantgetat, der armen menschen, menschlich gebilde an sich nam PrOberalt 30,4; di selben gute spise / ze geistlicher wise, / die geheiliget got uon himele / in sûnlichen [sichtbarem] gebilede / uon brote ioh uon wine Glaub 962; die prister hat gebilide / Cristis uon himele, / alser gegerwet da steit / unde uor deme altare begeit / den gotelichen rat / uor unse missetat ebd. 1085; dô sprach der vater zuo dem sune: wir suln machen einen menschen, unde sîn gebilde das werde nâch uns selben DvASchr 399,8. – besonders ‘Sternbild’ (?): di wisen begunden sih ouh uermezzen, / si chunden wol mezzeu / in lutzelir wile / di manic tusint mile / uon der erden zo dem himele, / da inzwischen di gebilede, / di begunden si alle nennen Glaub 396 2 ‘Abbild’ zum dritten mol sullen wir uns kennen, daz wir sein gebild gotes an dem, daz er uns noch im gebildet hat Eckh(J) 66,19; vnde dat eyn jtlick sy barmhertich sinen euen cristen, wente he is eyn kynt godes als he vnde eyn gebilde godes vnde eyn geselle der ewigen vroude Gnadenl 3:Wo1,137. 3:Wo1,183 3 ‘Vorbild, Exempel’ daz gebild hat uns got vor getan, ob wir den worten niht volgen, daz wir den pilden volgen PrOberalt 92,26; si [Maria Magdalena] ist uns des gebilede: alle di dir getruwen / vnde ir sunden sih geruwent / di werdent von dinen gnaden getrost / von allen sunden irlost Glaub 2229; HeslApk 13624
MWB 2 163,33; Bearbeiter: Plate