einfach ‘eifach’ GWBB1,80,17 Cornelia 18.10.66 (auf analoge frankf Formen bei G verweist DjG31,461); ‘allzueinfach’ GWB36,161,27 TuJ Von ca 1200 Belegen ca 500 in natwiss Schr; rund 80mal in der begriffl verfestigten Substantivierung ‘das E-e, E-ere, E-ste’, gehäuft in 4 b. Häufig in positivem Sinn, als Kriterium des Ideellen (in der Tradition der abendländ Ideenlehren u der Lichtmetaphysik) u des Naturgemäßen. Im natwiss Bereich vielfältige Plädoyers für das Einfache als method Orientierung (morphol, experimentell u ideell, s 3 a, 4 u 5), sehr häufig in der Polemik gegen Newton u allg in der Kritik an abstrakten bzw technisierten Verfahren. Im gesellschaftl u ästhet Bereich werden, bei vielfachen Überschneidungen, ua zwei die zeitgenöss Tendenzen spiegelnde Verwendungen faßbar: das Einfache als (archaischer) Naturzustand u als kultivierter Stil (s 6 a u b), beide auch in krit Wendung bes gegen barocke Kunst- bzw Gesellschafts- u Lebensformen, letztere auch gegen die Romantik. 1 nicht doppelt od vielfach: nur einmal auftretend, vorhanden usw; vereinzelt: nur in einem Sinne; einmal ‘e-e Gottesverehrung’ für Monotheismus [Helena mBez auf ihre verschiedenen Scheinverkörperungen:] E. die Welt verwirrt’ ich, doppelt mehr, | Nun dreifach, vierfach bring’ ich Noth auf Noth GWBFaust II 9254 daß ein Wort nicht e. gelte, | Das müßte sich wohl von selbst verstehn. | Das Wort ist ein Fächer GWB6,42 Div Wink 2 Der Glaube an den einigen Gott wirkt immer geisterhebend, indem er den Menschen auf die Einheit seines eignen Innern zurückweis’t .. Eine solche e-e Gottesverehrung [wie der Islam] mußte mit dem indischen Götzendienste im herbsten Widerspruch stehen GWB7,43,1 DivNot uö in terminolog Bezeichnungen wie ‘e-e Brechung’, auch metonym ‘e-e Rose’ uä mBez auf den Blütenstand iGz gefüllt; einmal ‘e-er Brief’ mBez auf Gewicht bzw Porto Blumenliebhaber behaupten, man müsse die e-en Levkoien zwischen gefüllte setzen GWBN6,203,10 Verstäubg VerdunstgVertropfg GWBN51,188,15 FarbenerschRefraktion 15 GWBN8,109,2 ZwKnoch 1819 GWBB8,184,18 ChStein 13.2.87 uö 2 nicht mit anderem verbunden: einzeln, für sich daß die verschiedenen Sinne als Zweige des Rückenmarks ausfließen und erst e., einzeln zu erkennen .. sind, bis allmählich die angeschwollne Masse Unterschied und Ursprung völlig verbirgt GWB35,202,1 TuJ GWBN3,279,20 FlH V 3 nicht od wenig gegliedert, unterteilt a in der Beschreibung u Qualifizierung von natürl (meist organischen) Formen, Gestalten, Strukturen, mehrf ‘e-es Blatt’; öfter in genet bzw vergleichender Betrachtung für die noch unentwickelten Formen des Pflanzenwachstums u für den Bau ‘unvollkommenerer’ Organismen, meist in der Osteologie daß die etwa halbjährige Pflanze [Bryophyllum], nachdem sie ihre Blätter in drei Theile vermannichfaltiget, im Winter wieder e-e Blätter hervorgebracht GWBN6,182,11 MetamPfl Nachtr Bei dem einen Thiere kann der Knochen e. sein und nur gleichsam das Rudiment dieses Organes vorstellen, bei andern hingegen .. in seiner völligen Ausbildung und in seiner möglichen Vollkommenheit sich finden GWBN8,42,11 VglAnatomie 7 Die Kenntniß der organischen Naturen überhaupt, die Kenntniß der vollkommneren .. alles dieses kann nur dann am deutlichsten .. eingesehen werden, wenn wir .. von unten herauf anfangen und das e-ere Thier im zusammengesetzten Menschen endlich wieder entdecken GWBN8,67,10 VglAnatomie 1 GWBN6,308,6 PhysiolPfl GWBN7,37,17 SpiralTend GWBB40,281,10 Leonhard 3.2.26 uö b zur Charakterisierung von Eindrücken (meist visuellen), Wirkungen, Empfindungen, auch von rhythmisch Wiederkehrendem: gleichförmig, gleichmäßig, ohne Abwechslung, gelegentl pejor iSv eintönig, einförmig [abends auf dem Kickelhahn] Die Aussicht ist gros aber e. .. die Gegend .. so rein und ruhig, und so uninteressant als eine grose schöne Seele wenn sie sich am wohlsten befindet GWBB4,281,25 ChStein 6.9.80 [aus Marienbad] Meine Lebensweise ist sehr e.: ich trincke morgens im Bette, bade den dritten Tag, trincke Abends am Brunnen, speiße Mittags in Gesellschaft und so geht es denn hin GWBB36,83,21 August 29.6.22 [Erklärung der Kugel als Sinnbild des Glücks] Alles Wohlbehagen, alle Zufriedenheit ist e. .. In diesem Bezug vergleichen wir das Unglück mit einem Tausendeck GWB421,124,16 Einl: Mämpel,Feldjäger II [Erwin:] mich umgibt die ewig e-e, die ewig neue Qual GWB38,91,24 ErwElm1 GWB421,5,18 Lob-uSpottged auf KönigRudolph GWB40,83,1 WeimHoftheat GWBN7,50,10 SpiralTend uö iSv einfarbig das e-e Grün einer frischgemähten Wiese GWBN51,3,7 BeitrOpt 1 eine farblose oder e. gefärbte Fläche GWBN1,81,5 FlD 195 uö 4 nicht aus verschiedenen Komponenten zusammengesetzt; nicht weiter reduzierbar a in sich gleichartig, mit sich identisch (u unteilbar); meist von elementaren stoffl u nichtstoffl Naturphänomenen; im chem u organ Bereich öfter mit relativierenden Zusätzen od negiert (als Hinweis auf die korrigierende Funktion neuer wiss Erkenntnisse u auf G-s Auffassung von der Komplexität bzw potentiellen Dualität des Individuums) Nun [durch die Fortschritte der Chemie] ward man genöthigt, über die wahrscheinlichen Anfänge der Dinge .. immer mehr nachzudenken .. und das umso mehr, als der Chemiker mit dem Physiker einen unauflöslichen Bund schloß, um dasjenige, was bisher als e. erschienen war, wo nicht in Theile zu zerlegen, doch wenigstens in den mannichfaltigsten Bezug zu setzen GWBN3,205,13 FlH IV das Wasser. Ein uns e. erscheinendes Wesen, das auch zu differenziren ist GWBN11,203,15 Galvanism Bey der Scheidung [erdgeschichtl Prozeß] manifestiren sich sogleich mehrere, bald nachher die meisten der Mineralischen Naturen die uns die Chemie als e-e unzerlegbare darstellt GWBN13,316,7 MinGeol Plp Jedes Lebendige ist kein Einzelnes, sondern eine Mehrheit .. .. so erblickt man in dem uns e. scheinenden Samen schon eine Versammlung von mehrern Einzelheiten GWBN6,12,19 Morph Einl Diesen idealen Urkörper [der Pflanze], mögen wir ihn in unsern Gedanken so e. concipiren als möglich, müssen wir schon in seinem Innern entzweit denken, denn ohne vorher gedachte Entzweiung des einen läßt sich kein drittes Entstehendes denken GWBN6,306,14 PhysiolPfl GWBN11,312,7 Physik GWBN10,61,11 Gänge uö vom Licht u von den ‘Grund(Haupt-/Ur-)farben’, überwiegend in der Polemik gegen Newton: bei G eine Wesensbestimmung des Lichts, daneben Prädikat für seine primären Farben Gelb u Blau, aus denen die andern durch Mischung od Steigerung hervorgehen; bei Newton als Eigenschaft der gebrochenen farbigen, ‘homogenen’ Strahlen des Spektrums Das Licht ist das e-ste, unzerlegteste, homogenste Wesen, das wir kennen. Es ist nicht zusammengesetzt LA I 3,129,3 Beilage zBr an Jacobi v 19.7.93 Nachdem der Verfasser [Newton] uns genugsam überzeugt zu haben glaubt, daß unser weißes, reines, e-es, helles Licht aus verschiedenen, farbigen, dunklen Lichtern insgeheim gemischt sei GWBN2,115,12 FlP 194 den Hauptgedanken .. das Licht sey absolut e., lasse sich weder spalten, zerstreuen, polarisiren, noch auf irgend sonst eine Weise zersplittern GWBN52,395,20 Fl Plp die Neutonische Hypothese von diverser Refrangibilität der Lichtstrahlen, von ihrer Spaltung in sieben, oder Gott weiß wie viel, bunte e-e Strahlen GWBB9,290,5 Reichardt 17.11.91 Man freute sich die Urfarben aus dem Licht hervorgelockt zu haben; es sollten ihrer unzählige sein. Diese ersten, homogenen, e-en Farben hatten aber die wunderliche Eigenschaft, daß ein großer Theil derselben von den zusammengesetzten nicht zu unterscheiden war GWBN4,189,9 FlH VI Gelb und Blau, welche wir als die ersten und e-sten Farben ansehen GWBN1,320,14 FlD 801 GWBN2,222,8 FlP 489 GWBN52,340,24f Fl Plp uö(häufig) von ideellen u psych Phänomenen, beim jungen G einmal im Vergl von ‘Geist’ u ‘Licht’, später bes als Qualität des ‘Wahren’; einmal im scherzh Wortspiel [üb inspiriertes Sprechen der Apostel nach dem Pfingstwunder] Kam in der Folge der Geist über eine Seele, so war das Aushauchen seiner Fülle das erste nothwendigste Athmen eines so gewürdigten Herzens. Es floß vom Geiste selbst über, der so e. wie das Licht, auch so allgemein ist GWB37,187,22 Zwo biblFragen [1773] Das Wahre, Gute und Vortreffliche ist e. und sich immer gleich, wie es auch erscheine. Das Irren aber .. ist höchst mannichfaltig, in sich selbst verschieden GWB422,246,6 MuR(1028) [auf 3 Sendungen von Marianne] Dreyfachen Dank also für das verschiedenste Gute, aus e-em Sinn und Gemüthe GWBB49,247,20 Marianne 23.2.32 GWB37,157,11 BriefPastors [1773] GWBN3,249,22 FlH V uö(nicht häufig) im Referat von Mendelssohns Bearb von Platons ‘Phaidon’ GWB37,104,26 u 105,19 Ephem [1770/71] b fundamental, allgemein, die Einheit des Mannigfaltigen (Besondern) begründend, das Mannigfaltige produzierend, oft subst u iVbdgn wie ‘auf e-e Prinzipien, Elemente zurückführen, reduzieren’; meist von Funktions-, Bauprinzipien der Natur bzw den Prinzipien ihrer Erkenntnis u ihren prägnanten Manifestationen; sehr häufig, mehrf in method, erkenntnistheoret u (zugl) bekenntnishaften Äußerungen Der Forscher kann sich immer mehr überzeugen, wie wenig und E-es, von dem ewigen Urwesen in Bewegung gesetzt, das Allermannichfaltigste hervorzubringen fähig ist GWBN6,277,26 MetamPfl Wirkg 1830 Ich suchte mich jedesmal der e-sten Erscheinung zu bemeistern und erwartete die Mannichfaltigkeit von andern GWBN11,301,18 NatwissEntwicklungsgang 1821 GWBN8,32,18 VglAnatomie 7 GWBN1,281,7u11 FlD 707 uö das Einfache (das als grundlegend gesetzte Phänomen od die leitende Idee) als Orientierung u speziell als method Ausgangspunkt beim (empir) wiss Forschen ich .. fand sehr bald, daß der ganze Fehler [Newtons] darauf beruhe, daß ein complicirtes Phänomen zum Grunde gelegt und das E-ere aus dem Zusammengesetzten erklärt werden sollte GWBN4,302,26 FlH VI Konfess dVerf Die Pflicht des Physikers besteht nach uns darin, daß er sich von den zusammengesetzten Phänomenen zu den e-en, von den e-en zu den zusammengesetzten bewege, um dadurch sowohl jene in ihrer e-en Würde kennen zu lernen, als diese in ihren auffallenden Erscheinungen sich verdeutlichen zu können GWBN51,430,25—27 PhysikalPreisaufg Region .. wo Metaphysik und Naturgeschichte übereinander greifen .. hier wird er [der Forscher] durch den Zudrang gränzenloser Einzelnheiten nicht mehr geängstigt, weil er den hohen Einfluß der e-sten Idee schätzen lernt, welche .. Klarheit und Ordnung dem Vielfältigsten zu verleihen geeignet ist GWBN6,348,26 Morph Aphorist Um sich aus der gränzenlosen Vielfachheit, Zerstückelung und Verwickelung der modernen Naturlehre wieder in’s E-e zu retten, muß man sich immer die Frage vorlegen: wie würde sich Plato gegen die Natur, wie sie uns jetzt .. erscheinen mag, benommen haben? GWBN11,151,10 MuR(664) il faut croire à la simplicité! zu Deutsch: man muß an die Einfalt, an das E-e, an das urständig Productive glauben, wenn man den rechten Weg gewinnen will GWBB42,102,10 Zelter 23./29.3.27 GWBB42,102,15 ebd GWBN51,199,20 FarbenerschRefraktion 46 uö im Hinweis auf die Verborgenheit des Einfachen u auf die erkenntnistheoret Problematik da die e-eren Kräfte der Natur sich oft unsern Sinnen verbergen, so müssen wir sie freylich durch die Kräfte unsers Geistes zu erreichen suchen .. so können wir zuletzt wohl sagen .. daß auch unser Geist mit den tiefer liegenden e-ern Kräften der Natur in Harmonie steht GWBN52,330,4u12 Fl Plp Schwierigkeit bei der Auslegung dieses Systems [Metamorphose] .. daß man dasjenige auf ein e-es sichtbares und gleichsam greifbares Gesetz reduciren soll, was in der Natur sich ewig verändert .. wenn wir nicht gleichsam a priori uns überzeugen konnten, daß solche Gesetze dasein müßten, so würde es eine Verwegenheit sein, solche aufsuchen und entdecken zu wollen GWBN6,318,20 Morph FrühEinl Am seltensten wird der Mensch .. darauf geführt, die Phänomene in ihren ersten e-sten Anfängen gewahr zu werden .. alles Complicirte zu diesen Ursprüngen zurückzuführen und sich zu überzeugen, daß er an die Gränze des Wissens gelangt sey GWBN52,234,17 FlH Plp Wir müssen einsehen lernen daß wir dasjenige, was wir im E-sten geschaut und erkannt, im Zusammengesetzten supponiren und glauben müssen. Denn das E-e verbirgt sich im Mannichfaltigen, und da ist’s, wo bey mir der Glaube eintritt GWBB49,250,8u10 Boisserée 25.2.32 GWBN11,106,1 MuR(1233) GWBN11,78,6 MathMißbr 1826 GWBTgb 22.3.27 uö von der gottbegeisterten Sprache der Jünger Jesu an Pfingsten Die göttlichste Empfindung strömt aus der Seel’ in die Zunge, und flammend verkündigt sie die .. Thaten Gottes in einer neuen Sprache und das war die Sprache des Geistes. Das war jene e-e, allgemeine Sprache, die aufzufinden mancher große Kopf vergebens gerungen .. .. Mehr als Pantomime, doch unarticulirt muß die Sprache gewesen sein GWB37,187,5 Zwo biblFragen 1773 5 nicht kompliziert (in seiner Anlage), nicht schwierig; unmittelbar zugänglich: leicht zu begreifen, zu deuten, zu handhaben, durchzuführen uä; öfter verstärkt ‘so, ganz, sehr e.’ u präd ‘es, alles, die Sache ist (ganz, sehr) e.’ Beispiel, wie die Menschen von einer ganz e-en und leicht zu erörternden Sache die widersprechendsten Ansichten haben und behaupten können GWB26,100,8 DuW 2 [Flavio:] Allein warum verträgt | Sich ihre Güte nicht? | Das ist mir einmal unbegreiflich. | [Rosette:] Und doch sehr e. | .. Sie sind nicht gleich gestimmt GWB12,230 UnglHausgenossen 132 Nachdem wir .. die schönsten .. Sommerwochen mit Wartung der Seidenwürmer hingebracht, mußten wir dem Vater in einem andern Geschäft beistehen, das, obgleich e-er, uns dennoch nicht weniger schwerlich war GWB26,192,26 DuW 4 GWB28,99,20 DuW 12 GWB37,314,19 Aus G-s Brieftasche uö von Methoden, Mitteln, Instrumenten uä zu einem best (oft wiss) Zweck, auch von belehrender, demonstrierender Darstellung, häufig ‘e-er Versuch’; fast stets positiv als dem Menschen naheliegend, selbstverständlich, dem Wahren, Ursprünglichen entsprechend (in Berührung mit 4 b) Meine Gegenwärtige Lebensart ist der Philosophie gewiedmet. Eingesperrt, allein, Circkel Papier, Feder und Dinte, und zwey Bücher, mein ganzes Rüstzeug. Und auf diesem e-en Weege, komme ich in Erkenntniss der Wahrheit, offt .. weiter, als andre mit ihrer Bibliothekarwissenschaft GWBB1,200,5 FOeser 13.2.69 Nun bemerke man, daß er [Newton] uns die e-en, einem jeden möglichen Versuche verdächtig macht GWBN2,282,13 FlP 649 entoptische Glasplatten .. ich wünschte aber eine ähnliche Sendung, damit ich Freunden diesen e-en Apparat, der alle complicirte werth ist, mittheilen könne GWBB37,46,7 Schultz 18.5.23 ward sie [Makarie] geschildert, als wenn der Stimme einer .. Ursibylle rein göttliche Worte über die menschlichen Dinge ganz e. auszusprechen vorbehalten wäre GWB24,95,2 Wj I 6 GWBN52,361,7 Fl Plp GWBB35,234,7 Carus 13.1.22 GWBB9,109,16 Meyer 27.4.89 uö einmal ‘e. sein’ von einer Person iSv leicht verständl reden das gemeine Volck fürchtet sich vor dir es werde dich nicht verstehen; drum sey e. in deiner ersten Predigt GWBB3,80,22 Herder 5.7.76 im Spiel mit Bed 1 Die Vorsicht ist e., die Hinterdreinsicht vielfach GWB422,123,16 MuR(142) 6 schlicht, simpel; nur im Bereich der menschl Existenz in Geschichte u Gesellschaft; selten mit pejor Akzent a iGz ausgebildet, (über)kultiviert: von einer primären Entwicklungsstufe, einem anspruchsloseren Modus, meist als Charakteristikum tatsächlicher od wieder erstrebter Ursprünglichkeit, Natürlichkeit, mit den Konnotationen primitiv, kunstlos u (häufiger) unverbildet, ungekünstelt, naiv; mehrf auch iSv unaufwendig [Vergl zw den älteren oriental Dichtern u Jean Paul] indem wir sagen: daß, wenn jene in einer frischen, e-en Region gewirkt, dieser Freund hingegen in einer ausgebildeten, überbildeten, verbildeten, vertrackten Welt leben .. muß GWB7,112,10 DivNot [Serben verweigerten die Niederschrift ihrer Lieder] weil sie glaubten, man wolle .. ihre e-e treue Naturdichtung zu ihrer Erniedrigung mit einer kunstgerechten deutschen Poesie zusammen halten GWB412,469,17 SerbLieder Plp der e-ere Mensch bedarf des e-eren, geringeren, schwächeren [Reizes], der ausgebildete des mannichfaltigern, stärkern GWB51,149,16f ThS II 5 GWB412,217,19 Anz:Übs SerbLieder, LettLieder,Frithjof GWBB44,80,10 Borchardt 1.5.28 GWBB42,230,16 Zelter 21.6.27 uö als typ Attr des empfindsamen Naturideals, vor allem als Reflex der antizivilisator rousseauschen Tendenz; mehrf mBez auf die unteren gesellschaftl Schichten u Stände u ihre Lebensformen, bes die bäuerlich-ländlichen; öfter figurenspr (meist beim jungen G) Der Garten ist e., und man fühlt gleich bey dem Eintritte, daß nicht ein wissenschaftlicher Gärtner, sondern ein fühlendes Herz den Plan bezeichnet AA4,30 Werth1 I ~ Werth2 [Weisl zu Marie:] von der Welt entfernt, getrennt, alle Wonne zu genießen, die so zwei Herzen einander gewähren! Was ist die Gnade des Fürsten .. gegen diese e-e einzige Glückseligkeit GWB8,44,14 Götz2 I Morgen geh ich über Jena nach Waldeck, wilde Gegenden und e-e Menschen aufzusuchen GWBB3,6,9 Lavater [22.]12.[75] den Pfarrer [in Waldeck] lass ich fragen ob er die Odyssee nicht hat .. Denn unmöglich ist die zu entbehren hier in der homerisch e-en Welt GWBB3,9,11 CarlAug 24.12.75 GWBB4,168,7 Kayser 20.1.80 GWB38,86,6 ErwElm1 GWB131,48,18 u 51,10 u 52,12 Was wir bringen [1802] uö in expliziter Reflexion üb den Kult des Einfachen, auch im hist Rückblick; einmal negiert von der eigenen Existenz Gar schön ist der Feldbau .. Aber ich spüre zum voraus, es ist auch nicht für mich. Ich darf nicht von dem mir vorgeschriebnen Weeg abgehn, mein Daseyn ist einmal nicht e. GWBTgb 14.7.79 da man gerne von der Welt und den Prachthäusern in das Niedrige flieht, um am E-en und Beschränkten sich zu erholen, so knüpft man nach und nach so viel Ideen auf solche Gegenstände, daß sie sogar zaubrischer als das Edle selbst werden GWBB4,234,20 Maler Müller 12.6.80 GWB21,321,27 Lj III 12 GWB422,191,22 MuR(668) GWB27,389,20 DuW 7 Plp b iGz mannigfaltig, reich (verziert), verschlungen: auf wenige Elemente beschränkt, klar gegliedert, in sich geschlossen, insbes als Wertungsadj iS des Winckelmannschen Antike-Ideals bzw des Klassizismus, mit den Konnotationen edel, groß(zügig), dezent uä; häufig von Anlage, Struktur, Gestaltung, Sujet eines Kunstwerks, mehrf auch von Dingen der materiellen Lebenskultur; nur vereinzelt vor der ital Reise [Parthenonfries] Man kann sich nichts Schöneres denken als die wenigen e-en Figuren GWB32,63,9 ItR [Dank für Gersdorffs Übs von Sophokles’ ‘Philoktet’] ein heiterer Rückblick in freyere Zeiten und eine Anmuthung an die höchsten e-sten Kunstgenüsse GWBB36,25,5 Gersdorff 20.4.22 [Vergl der Philoktet-Stücke der drei attischen Tragiker] Äschylus .. Alte Sitten .. Sophokles .. Die Sitten des Ulysses sind milder und e-er, | Des Neoptolems die e-sten und großartigsten GWB422,463,5f Zu: Hermann,Philoktet Unsere guten deutschen Jünglinge könnten an ihm [Manzoni] ein Beispiel sehen, wie man in e-er Größe natürlich waltet; vielleicht dürfte sie das von dem durchaus falschen Transcendiren zurückbringen GWB36,180,7 TuJ Als ein abgesagter Feind des Schnörkel- und Muschelwesens und des ganzen barocken Geschmacks zeigte er [Oeser] uns dergleichen .. alte Muster im Gegensatz mit besseren Verzierungen und e-eren Formen der Möbeln GWB27,154,22 DuW 8 [Apotheker:] alles soll anders sein und geschmackvoll, | Wie sie’s heißen .. | Alles ist e. und glatt; nicht Schnitzwerk oder Vergoldung | Will man mehr GWBHermDor III 101 GWB37,361,8 BürgersHomer GWB38,380,65 FGA Sandrart [G/Merck] GWB32,176,26 ItR uö bei Zurücktreten des wertenden Akzents, mehrf in Gegenüberstellung zur (gleichwertigen) ästhet Alternative Achill verfolgt die Trojaner .. Dieses Sujet .. das Eigene, daß man es auf entgegengesetzte Weise behandeln kann. Einmal sehr e., symbolisch auf Bildhauer-Art. Und dann weitgreifend, mahlerisch, in geschichtlicher Darstellung GWB48,41,19 Kunstausstellg 1801 Gegen die drei Einheiten [im Drama] ist nichts zu sagen, wenn das Sujet sehr e. ist; gelegentlich aber werden dreimal drei Einheiten, glücklich verschlungen, eine sehr angenehme Wirkung thun GWB422,159,13 MuR(355) [‘Gita-Govinda’] Mir waren äußerst merkwürdig die mannigfaltigen Motive, durch die ein e-er Gegenstand sich zu einem unendlichen erweitert GWBB16,18,24 Schiller 22.1.02 GWB47,115,28 ÜbLaokoon GWB40,374,27 Üb:Bekenntn schönSeele GWBB49,147,4 Zelter 23.11.31 uö c nicht außergewöhnlich od aufsehenerregend; normal, ohne Übertriebenheit; meist von Lebensgang, Wesen, Verhalten best Personen(gruppen) u von sprachl Äußerungen; bei Kleidung iUz repräsentativen Gewand [Briefw G/Schiller] Merkwürdig ist es mir nunmehro selbst, wie die späte Manifestation eines zwar e., aber emsig geführten Lebens zweyer Freunde auf die Nachfolgenden wirkt GWBB45,263,22 Göttling 6.5.29 Einige Novellen wurden projectirt: die gefährliche Nachlässigkeit, verderbliches Zutrauen auf Gewohnheit, und mehr dergleichen ganz e-e Lebensmomente .. auf ihre bedeutende Höhe hervorgehoben GWB36,188,23 TuJ [Talleyrand] im schicklichen e-en Hofkleide GWB491,398,9 Üb:Gérard,Collect des portraits hist GWBB40,210,19 Sartorius 29.12.25 K GWBB39,206,13 Schultz 31.5.25 AA96,19 Werth II uö positiv mit versch Akzenten: unprätentiös, bescheiden, umgänglich; geradsinnig, aufrichtig, bieder [Charles Gore] E., freundlich und gefällig erwies er sich gegen jedermann GWB46,337,14 HackertNachtr Lichtenbergs Hogarth .. wie hätte der Deutsche, in dessen e-em reinen Zustande sehr selten solche excentrische Fratzen vorkommen, hieran sich wahrhaft vergnügen können GWB35,56,23 TuJ so wollte ich auch mein e-es [simplice] und tugendsames Wort nicht brechen GWB43,314,16 Cell II 10 GWBB5,70,3 ChStein 8.[3.81] GWBB33,121,13 Tomaschek 18.7.20 GWB421,195,28 u 196,4 Carlyle,Schiller uö in leicht abschätzigem Sinn auch sind jene [Holzschnitte] schwerlich von Cranach, sondern von einem Meister welchem weit mehr Charakteristik, guter Humor und Ironie zu Dienste standen, als dem wohlmeynenden, e-en und keineswegs geistreichen Weimaraner GWBB38,250,12 Ges vaterl Mus Böhmen 20.8.24 GWB9,311 Mahomet 800 uö(selten) d als bloße Herkunfts-, Standesbezeichnung Ein Hof- und Weltmann .. fühlt Neigung zu einem wohlerzogenen e-en Mädchen GWB40,379,5 Üb:Dumont e von einem Fachgebiet, Kunstzweig iUz entspr höheren Modus, bes in dem Aufs ‘E-e Nachahmung der Natur, Manier, Stil’ Die e-e Nachahmung arbeitet also gleichsam im Vorhofe des Stils GWB47,82,20 Nachahmg,Manier,Stil Die Baukunst setzt a) ein Material voraus b) dessen zweckmäßige Anwendung kann auch noch durch das e-e Handwerck geschehen GWB47,327,6 Baukunst 1795 Plp GWBN11,93,11 MathMißbr uö 7 ohne weitere Zusätze, auf das Notwendige beschränkt, bloß, an sich; bes von der Form einer Mitteilung, Auskunft uä, hier mehrf iSv ohne Umschweife, geradezu, auch (selten) als Adv: ‘ganz, nur e.’ [Maßnahmen gegen einen bevorstehenden Raubdruck der Ausg.l.H.] mich zu benachrichtigen .. was von meiner Seite noch allenfalls zu thun sey. In Leipzig ist schon auf e-e Anzeige unsres General-Consuls .. das nöthige Verbot ergangen GWBB47,253,9 Swaine 29.9.30 K Die Überschrift der kleinen Erzählung .. hieße ganz e.: Novelle. Ich habe Ursache, das Wort Eine nicht davorzusetzen GWBB44,7,16 Reichel 4.3.28 K Schreibe Knebeln nur e. daß ich die Sache nicht redressiren könnte, sag ihm aber nicht daß ich .. böse war GWBB6,368,6 ChStein 16.10.84 [Newton an Oldenburg] unterlasse ich alle Complimente und sage ganz e. [without further ceremony], daß ich mir .. ein .. Prisma bereitete um die .. Farbenerscheinungen zu versuchen GWBN4,442,5 FlH Plp GWBNatT 1060 GWBN52,399,5 Fl Plp GWBB33,164,16 Hüttner 18.8.20 K uö Rose Unterberger R. U.