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duerfen

nhd. bis spez. · 12 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB2
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Eintrag · Grimm Neubearbeitung (1965–)

DÜRFEN vb.

Bd. 6, Sp. 1797
DWB2DÜRFEN vb. DWB2 (1) ahd. durfan, mhd. durfen, dürfen. as. thurƀan, mnd. dörven; mnl. dorven, nnl. durven; afrs. thurva; ae. þurfan, me. thurven; an. isl. þurfa, norw. turve; got. þaúrban. gemeingerm. bildung unsicherer herleitung. anschluß an die idg. wz. *terp-, *trep- ‘sich sättigen, genießenist aus semantischen gründen fraglich (Pokorny idg. et. wb. 1,1077 f.). (2) präterito-präsens der 3. ablautreihe. der im got. noch vorhandene grammatische wechsel ist im ahd. aufgegeben. präsensflexion im ahd. und mhd. wie die eines starken prät., 1.3. sing. ind. darf, 2. sing. ind. darft, plur. -u-. die 2. sing. darft wird seit dem 14., zunehmend im 15. jh. durch darfst mit regulärer präsensendung ersetzt, vereinzeltes darft noch bis anfang 16. jhs.; im frnhd. oft darfest. – analogisch eingeführtes -ü- statt -u- im plur. ind. präs. begegnet seit dem 13. jh., regelmäßig seit dem 17. jh.prät. ahd. dorfta, konj. dorfti, mhd. dorfte, konj. dorfte, dörfte. – -u-formen im prät., durch ausgleich mit dem präs., vereinzelt schon im 12., sonst seit anfang 14. jhs.; im 16./ 17. jh. stehen dorfte, konj. dörfte, und durfte, konj. dürfte nebeneinander im 18. jh. setzt sich durfte / dürfte durch; der alte konj. dörfte wird dabei länger bewahrt als der ind. dorfte. – seit dem 14. jh., im frnhd. zunehmend, auch vokalangleichung des präs. an das prät.: -o- statt -u- im präs. bis ins 16., vereinzelt noch im 17. jh., -ö- statt -ü- bis ende 18. jhs., mdal. bis in die gegenwart.weitere, seltenere, ausgleichsformen sing. präs. dürf, dörf, konj. darfe, plur. präs. und inf. darfen, prät. darfte, part. prät. gedürft u. a., vom spätmhd. bis ins 18. jh., mdal. z. t. jünger.entrundetes derfen, därfen im präs., derfte, därfte im konj. prät. seit dem 14. jh., vor allem im obd. und omd. (3) im modalgebrauch wird gelegentlich der abhängige inf. erspart (A 1, B 1–3). dabei kann, seit dem 15. jh., das modalvb. unmittelbar mit einer direktiven bestimmung verbunden werden (er darf ins haus, er darf hinein) oder, seit dem 16. jh., mit einem pron., das die infinitivkonstruktion vertritt (er darf es, das, manches). – in der perfekt- und plusquamperfektkonstruktion steht statt des part. prät. in der regel der inf. des modalvbs., z. b. n1467 man meinet, er häts vor den heiden nit dürfen thun Tetzel Rǒzmital 173 LV, jedoch gelegentlich abweichend: 1479 also das der pfarrer nicht hat getürft vnder sy gehen qu.- u. urkb. Teplitz-Schönau 263 M. 1858 so hatte er sie (siegesfreude) doch nicht kosten gedurft Arndt 2,160 R./M. bei ersparung des vom modalvb. abhängigen inf. (s. o.) steht dagegen meist das part. prät. gedurft, z. b. 1578 so hat er .. nit hinzuͦ gedorfft Fugger gestuͤt 104a. DWB2 DWB2A notwendigkeit oder erfordernis bezeichnend. bis ins frnhd. vorherrschend, dann zurückgehend. DWB21 als modalverb. unter a und b nhd. modalem brauchen vb. entsprechend und seit dem 18. jh. durch dieses weitgehend ersetzt. meist in verbindung mit negation oder, nhd., mit ausschließender partikel nur, bloß; seltener in fragesätzen. DWB2a DWB2 müssen, verpflichtet sein, etwas zu tun: 822/40 ni tharft thu (Zacharias) stum uuesan / lengron huîla (zu Luc. 1,20) Heliand 8169 ATB. 863/71 thes (von Christi geburt) mera ih sagen nu ni tharf Otfrid I 17,5 E. v1022 quid loquar eos, qui primi mortalibus usum rerum .. prestiterunt? uuaz tarf ih chôsôn fone dîen, dîe êrest menniskôn alles tinges prûh zeigotôn ..? Notker 2,185 ATB. u1170 dô begunden sie ime eischen, / .. daz si imer môsten leben / und niht ne dorften sterben Lamprecht []Alexander S 4852 K. u1375 seint dastü (Christus) an allen enden vnd vberal worest, dorffestü denn flihen (fugere indigebas)? Johann v. Neumarkt 3,154 K. 1400/15 worent die von Sicambria .. fry zehen jor, das sü keinen zins noch stüre .. dem keyser durftent geben (Straßb.) chr. dt. städte 9,622. 1515 ich solt myn narung mit im (esel) gewynnen / latin doͤrfft er nit dar zuͦ kynnen Murner mühle F 8a faks. 1669 wo kein graß wachsen wil, darff man nur hewsaamen hinsäen, so wird alsobald graß wachsen Wegener oeconomia 92. 1710 was man kan, darff man nicht erst lernen Thomasius, klugheit 256. 1787 ich bin der bogen, bildet ihr euch ein, / den man nur spannen dürfe nach gefallen? Schiller 4,139 H. 1851 wollte gott sich deiner erbarmen, .. daß du nicht immer schmerzen ausstehn dürftest Bismarck br. an braut u. gattin 246 B. 1907 Jürn darf bloß da hüten, wo der brahm wächst, weg ist der bock und frißt sich duhne und dicke an dem jungen brahm Löns s. w. 7,10 C. der abhängige inf. wird gelegentlich mit zu verbunden: 1060/5 (Abraham und Loth teilten den gemeinsamen besitz,) daz ire hîwen .. / .. ne dorften / sament zewerfen wiener genesis 1642 ATB. z.j.1732 die raisß uncösten hat man nicht terffen zu bezahlen chr. Sonnenb. 1,233 H. DWB2– mit ersparung des abhängigen inf.: u1147 si warneten sich gemaine / .. waz sie reden wolten. / iedoch si niene dorften, / want der hailige gaist / was ir trôst unt ir vollaist kaiserchr. 13464 MGH. u1648 (städter müssen vielerlei lärm erdulden,) nein, dis dürffen hirten nicht, / niemand, wenn der tag anbricht, / heißt sie von dem schlaff erwachen Czepko weltl. dicht. 160 M. 1737 man darf (um auf die Schneekoppe zu gelangen) auch nicht bey borrmanns-baude vorbey, sondern kan von den boberhäusern .. weiter hinauf kommen Stieff labyrinth 162. DWB2b DWB2 grund, veranlassung haben, etwas zu tun: 822/40 bethiu ne thurƀon gi umbi iuuua geuâdi (gewand) sorgon Heliand 81684 ATB. 863/71 ni tharf man thaz ouh redinon, thaz Kriachi in (den Franken) thes (an tapferkeit) giwidaron Otfrid I 1,60 E. v1022 non est quid de hoc quoque possis ambigere .. noh tes nedarft tu zuîuelôn Notker 1,2,218 ATB. M13.jh. dun darft dich niemer des geschamen / daz dû mir undertænic bist. / mir dienet swaz ûf erden ist / hordes unde guotes Konrad v. Würzburg lohn 5200 Sch. 1473 ouch hette men .. den seynen gesaget, sie durften sich uff uns keyner zcuflucht addir trost vormuthen acten ständetage Preussen 1,333 Th. 1559 ‘lieber meyster, .. macht mirs fein sauber und recht!’ ‘ey, ir dörfft kein sorg haben,’ sprach der schuͦster Schumann nachtbüchl. 213 LV. 1744 dürft ihr euch wohl (über spott) beklagen, nachdem ihr solche händel angestellet habt? Holberg, z. 2. male 6 lust-sp. 81. 1855 sie (anrede) dürfen keine furcht haben, .. keiner im dorfe thut ihnen was Freytag (1886)5,147. vereinzelt noch: 1941 ich bildete mir ein, er dürfte nur die hand ausstrecken und hätte gleich einen hirschkäfer in der hand Carossa (1949)2,364. –mit ersparung des abhängigen inf.: 863/71 (die jünger sollen) wiht inan (den gekreuzigten Jesus) ni riazen; / ni thurfun sie in war min, er sprichit scioro mit in (zu Matth. 28,7) Otfrid V 4,64 E. DWB2– formelhaft ir ni durfut bi diu, etwa im sinn von ‘seid unbesorgt, ihr habt deshalb keinen schaden’, hierher oder von A 2 her?: 863/71 ir ni thurfut bi thiu, ih bin iamer mit iu (zu Matth. 28,20) Otfrid V 16,45 E. u. ö. DWB2c DWB2 in verallgemeinernden aussagen, vor allem in rhetorischen vergleichsformeln, vielleicht dem nhd. gebrauch unter B 5 vergleichbar. meist in verbindung mit komp. oder superl.: u1147 unser vehten daz entouc: / swaz in disem ertpodeme / mac komen zesamene, / di nedurfen si (kaiser Karls jungfrauenheer) niemer bestân kaiserchr. 14977 MGH. u1170 helde uil mare, / .. ir chuner nehain nedorfte nie geborn werde Konrad rolandslied 5474 W. u1185 (er) sol den lîp verlorn hân / der beste ritter, der darf leben Hartmann Erec 36844 ATB. hs.E14.jh. das nie vff dirre erden / kain erger wib dürft werden lieder saal 148,42 L. DWB2– mit ersparung des abhängigen inf.: u1147 ain munster er im worhte, / sô er baz nedorfte kaiserchr. 15575 MGH. DWB22 als vollverb. bedürfen, etwas brauchen, nötig haben. seltener als 1, vor dem 12. jh. nur sporadisch. DWB2a überwiegend[]mit genitivobjekt: u830 uuaz thurfun uuir noh nu urcundono (quid adhuc egemus testibus) Tatian 2191,2 S. n1190 man dorfte da niht der spise Herbort 10806 F. 1264 daz wir erarbeiten sullen, des der lîp darf ze ezzen unde ze trinken Berthold v. Regensburg 1,19 P./S. 1522 die gesunden durffen des artzts nit Luther bibel 6,232 W. 1618 was darffs der disputation Rinckart jubel-comödie 147 R. 1781 so kann unser einer selbst auftreten, darf keines fürmunds oder soufleur’s J. G. Müller Lindenberg 1,86. 1806 du (göttin) nicht darfst der versöhnungen (durch opfergaben) Voss Horatius 1,209. DWB2b mit akkusativobjekt: 1252/5 dâ darf ich guͦte helfe zuͦ Heinrich v. Krolewiz 2112 L. 1421 das sie mit alle yrem houfegesynde gnugk hatte, was sie dorffte Rothe düring. chr. 567 L. 1539 solt ichs euch sagen allzumal, / ich dörfft darzu zwen gantze tag Ackermann/V. dr. 62 LV. v1683 ihr (der Ägypter) leichtes, und nur halb so viel feuer als andere, zu seiner abkochung dörffendes nilwasser Lohenstein Arminius (1689)1,584b. u1700 es darff mir nicht viel, ich prügele euch herumb wie die hunde Hübner christ-comoedia 34 DLD. 1816 was darfs viel wort? Marheineke ref. 2,465. DWB2c mit abhängigem daß- satz: 1258/74 ouch durfen wir des harte wol / daz an uns der geloube sî / daz ein got die namen drî / beliben und ie wæren Konrad v. Würzburg Silvester 2924 ATB. 1568 jetz darffs erst, das man seie kluͦg Holtzwart lustgart 139b. DWB2B zulassung oder möglichkeit bezeichnend; modalverb. mhd. selten, nhd. stark zunehmend. DWB21 DWB2 wagen, sich etwas herausnehmen. im 16./17. jh. häufig und älteres turren vb. verdrängend; im 18. jh. zurückgehend, 1774 von Adelung wb. 1,1480 als ‘größtentheils veraltet’ gebucht: u1200hs.u1260 selbe vierde degene varn wir an den sê / .. uns endurfen (hs. A: geturren) ander tûsent mit strîte nimmer bestân nibelungenlied 13342,4 B./B. 2.h13.jh.hs.u1430 wann es im nÿmant sagen dorfft, dann yne ÿderman forcht Lancelot 2,336 DTM. 1530 da haben sich die find christlichs glaubens vbel geschempt .., also das sy ire augen nit gedoͤrft vff heben vnd yemans ansehen Hedio chr. kirche 1,78a. 1687 und seyd hernach noch so verwegen, daß jhr sagen dürffet, wie solche euere todschläge zulassungen von gott sind Marschall Castiglione, regier-kunst 305. 1790 wehe dem, der .. die menschen .. der glückseligkeit berauben darf, zu der sie beruffen waren Müller v. F. staatswiss. 284. 1847 lange durfte die gute frau den kopf nicht heben, nicht nach dem schaden sehen, den sie erlitten Gotthelf 10,20 H./B. noch mdal. im al., besonders im schweiz., und in einigen nd. mdaa. DWB2– mit ersparung des abhängigen inf.: n1427 nun dorfft nymandt vor dem gewürm (schlangen) auß der stat vor sorgen Schiltberger 15 LV. 1841 er hätte schier nicht dürfen (einen heiratsantrag machen) Gotthelf 4,272 H./B. DWB22 auf grund von umständen, voraussetzungen zu etwas berechtigt oder in der lage sein; nhd. können nahestehend: u1200 kumt aber er mir zen handen, .. / ich slahe in, daz erz widerspel nimmer mêre darf gesagen nibelungenlied 132272,4 B./B. hs.E15.jh. der (gekreuzigte) ist erstanden werlich, / das dorffen mer (die das grab bewachenden soldaten) woil sagen sicherlich alsfelder passionssp. 7392 G. 1521 es het keiner den geist erlangt, das er die warheit hett austrucken durfen reichstagsakten, jüng. reihe 2,478. 1625 wenn sie etwas in der musica gelernet, daß sie sich zimblich dorfften hören lassen G. Maier Camerarius 138. 1720 nachdem wir solchergestalt alle im boot, durfften weder sie noch wir daran dencken, ihr eigen schiff zu erreichen Vischer Robinson Crusoe (Hamb.) 1,17. 1841 Holofernes: hatt’ ich’s denn schon befohlen? hauptmann: nein, aber ich durfte erwarten, daß du’s gleich befehlen würdest Hebbel I 1,6 W. 1917 man darf aber annehmen, daß .. Wundt völkerpsychologie (1900)7,193. 1972 die sonnenmonstranzen des barock .. darf man als verkünder des .. (überirdischen) lichtes deuten Redslob Weimar 233. mit ersparung des abhängigen inf.: 1787 (Iphigenie zu Thoas:) verdirb uns – wenn du darfst Goethe I 10,84 W. 1829 Kunigunde: .. du zweifelst doch nicht? / Sachs: .. ich wünscht’, ich dürft’ es noch Deinhardstein ges. dr. w. (1848)6,68. [] DWB23 DWB2 erlaubnis haben, zu etwas befugt sein; im nhd. die vorherrschende bedeutung. die erlaubnis ist abhängig von einer person oder institution: M14.jh. der hertzog .. verpot, daz man nyemand torft gelegen auff dye freythoͤff uͤber all inn der stat script. rer. austr. 1,970. 1521 diacken vnd subdiacken, die selber nicht meß dorffen oder mogen lesen Luther u. Emser 2,149 HND. 1603 da sagt s. Brandanus: dürffen wir hie ein jahr bey euch bleiben? Rollenhagen reysen 174. 1716 es darf die tafel nicht abgetragen werden, bis der cardinal ein zeichen gibt Marperger küch- u. keller-dict. 195b. 1764 wenn ich bitten darf (höflichkeitsformel) Wieland don Sylvio 1,225. 1845 weil dürfen nur heißt, es ist keinem verboten, aber nicht, es ist jedem möglich gemacht Stirner d. einzige 162. 1970 natürlich wären wir ihnen (anrede) dankbar, wenn wir ihren namen verwenden dürften Rinser baustelle 174. von einer überpersönlichen macht, ethischen, sozialen normen u. dgl.: 1576 der ewig berg des herren: / wer wird auf den wol dörfen gahn / vnd an seiner hailgen stätt stahn? kirchenlied 4,834 W. 1709 (daß ein mensch, der) ohne einen ober herrn lebet, .. doch nicht thun dürffe, worzu ihn seine unvernünfftige begierden reitzen, sondern was ihm gott durch die gesunde vernunfft zu thun vorschreibt Proeleus grund-sätze 258. 1808 hier ist des volkes wahrer himmel, / .. hier bin ich mensch, hier darf ich’s seyn Goethe Faust 2,47 ak. 1943 er spürte den griff von oben, er durfte genesen und dankte seinem gott für die rettung Köhler Zwingli 78. DWB2– mit ersparung des abhängigen inf.: 1435 wolt er auch gern, so vil er dörft, helfen und rathen chr. Bamb. 1,28 Ch. 1657 darf der ander (hirt) selben herbst gar nit mehr darauf (weide) württ.ndl. rechtsqu. 1,9. 1729 machen, daß einer etwas darf, dare alicui licentiam alicuius rei Hederich promt. 693. 1967 ich darf nicht mit (mitgehen); das darfst du nicht WDG 2,901a. 1972 (er) hätte womöglich aufs gymnasium gedurft Kant impressum 79. DWB24 zum ausdruck einer forderung oder aufforderung. DWB2a in verbindung mit negation oder einschränkendem nur; im sinn von sollen oder es ist notwendig, daß nicht: hs.1360/70 wer guͦt gepar / und tugent an sich nemen wil, / der sol gein hoff nicht vragen vil. / .. dacz hoff hat wenich ieman gewin / .. da von darf man chindlein / nicht durich zucht gein hoff lan Teichner 277,26 DTM. 1589 soll mans (grindigen kopf) darmit (salbe) schmieren .. man darff aber den kopff nicht mehr waschen, biß er gar heil ist Gäbelkover artzneyb. (Tüb. 1594) 1, L 3b. 1621 wenn die obrigkeit nicht soll verächtlich gehalten werden, .. darff (sie selbst) sich .. nicht in verachtung setzen Gilbert müntzfrage (Magdeb.) 62. 1784 nimm raison an; aus der mariage darf nichts werden Iffland dr. w. (1798)2,2,14. 1819 allemal ist also ein zu weiter begriff, statt dessen nur stehen dürfte bisweilen Schopenhauer 1,94 D. 1852 wenn’s zum schlimmsten kommt .. aber es darf nicht zum schlimmen kommen Alexis ruhe 5,57. 1974 in Petras augen ist .. unser .. lebensstil suspekt .. ungleichheit der verhältnisse darf ideologisch nicht sein Zeller lampenfieber 73. DWB2b wunsch oder bitte ausdrückend. in der funktion eines nachdrücklichen imperativs, besonders in verbindung mit negation; auch, im konj. prät., im sinn einer empfehlung: 15./16.jh.dr.E16.jh. ein weyl last uns beysamen bleybn, / ir dörfft nicht so baldt heime eyln fastnachtsp. 2,1013 LV. 1621 ich aber gedachte, wolte gott, das solches die fürsten wissen dürfften Gilbert müntzfrage (Magdeb.) L 4b. 1768 verdrüßts ihn, herr Schösser? das darf er (anrede) sich nicht verdrüßen lassen! Weisze opern 1,177. 1849 darfst aber schon a licht bringen, ich wußt’ nit, wie der herr von Kern sonst lesen sollt’ Nestroy 5,439 B./R. 1973 das dürfte man eigentlich langsam wissen Duden gramm. 73. DWB25 zum ausdruck einer annahme, vermutung. meist, seit dem 19. jh. nur, im konj. prät.: 1526 es stat eim priester lasterlich an, / mit leien und kinden z’disputieren: / ich dörft bi gott min pfruͦnd verlieren N. Manuel 151 B. 1626 hette ich ihm solche (regimenter) bewilligt, so hette ich .. selbst stöss dürfen kriegen font. rer. austr. II 41,2,364. 1727 red-art. er darff es wol gethan haben .. non abest ille a suspicione Aler dict. 1,497a. 1766 die frage, was für []völker sich .. bis auf das jahr 889. in unserm vaterland befunden haben dörfften? qu. dt. volkskde. 5,41 G./M. 1971 es dürfte kaum zweifelhaft sein, daß die .. mehrzahl diese zielsetzung bejaht Szczesny d. gute 196.H. Albrand
16632 Zeichen · 503 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Dürfen

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Dürfen , verb. irreg. neutr. welches das Hülfswort haben erfordert. Ich darf, du darfst, er darf, wir dürfen, ihr dürfet…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    dürfen

    Goethe-Wörterbuch

    dürfen in RAnw gelegentl noch in der im 18. Jh verbreiteten Form ‘dörfen’; in Götz 1 einmal 2. Pers Sg ‘darf’ GWB 39,130…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Dürfen

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Dürfen , s. Sollen .

  4. modern
    Dialekt
    dürfenst., schw.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    dürfen st., schw. : wie schd., däʳfe (däʳfə, däÄfə), Part. Perf. gedäʳft, s. F. [allg.]. Des däʳfscht nit! [südl. VPf, a…

  5. Sprichwörter
    Dürfen

    Wander (Sprichwörter)

    Dürfen 1. Er nemmt sich die Darf. – Tendlau, 656. Die Erlaubniss. Als Antwort auf die Frage, wie jemand so etwas thun dü…

  6. Spezial
    dürfen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    dür|fen (darf, durfte, gedurft) vb.intr. 1 (die Erlaubnis haben) podëi (pó, podü) 2 (das Recht haben) podëi (pó, podü), …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit duerfen

31 Bildungen · 0 Erstglied · 29 Zweitglied · 2 Ableitungen

duerfen als Zweitglied (29 von 29)

Únterdürfen

Campe

Х Únterdürfen , v. ntr unregelm. ( s. Dürfen ), mit haben, ich darf unter, untergedurft, unterzudürfen , sich unter etwas begeben dürfen, un…

bedürfen

DWB

bedürfen , egere, indigere, ahd. pidurfan, pidarf ( Graff 5, 207 ), mhd. bedurfen, bedarf, bedorfte, nhd. bedürfen, bedarf, bedurfte; über d…

Dúrchdürfen

Campe

durch·duerfen

Х Dúrchdürfen , v. ntr. mit haben, ich darf durch, durchgedurft, durchzudürfen, durch einen Ort, Raum, dürfen, nämlich gehen, reiten, fahren…

eindürfen

DWB2

ein·duerfen

eindürfen vb. einen ort oder raum betreten dürfen: 1853 Stöber Sabina 22.

fortdürfen

DWB

fort·duerfen

* fortdürfen , weggehen dürfen: du darfst noch nicht fort, must noch bleiben; endlich durfte er fort.

gedürfen

DWB

gedürfen , verstärktes dürfen, s. DWB gedarf und folgendes.

Herabdürfen

Campe

herab·duerfen

Х Herabdürfen , v. ntr . mit haben , herabkommen, herabgehen, herabsteigen  dürfen; auch Х herunterdürfen . Er darf nicht herab , nicht her…

heraufdürfen

GWB

herauf·duerfen

heraufdürfen ellipt Bildung für: nach oben steigen, gelangen oä dürfen [ Rosette abfällig üb poetische Naturbetrachtung: ] Kein Baum darf un…

Her=dürfen

Campe

her·duerfen

Х Her=dürfen , v. ntr . unregelm. ( s. Dürfen ) mit haben , ein Wort, welches durch ein andres ausgelassenes Aussagewort, welches eine Beweg…

hereindürfen

GWB

herein·duerfen

hereindürfen iSv Zugang(serlaubnis) haben ich .. bat ihn [ Castellan ] .. er möge der Wache befehlen, daß Ascanio nicht wieder hereindürfe […

Herumdürfen

Campe

herum·duerfen

Х Herumdürfen , v. ntr . unregelm. ( s. Dürfen ), ein Wort, welches durch andre ausgelassene Aussagewörter zu erklären ist. Er darf nicht he…

hinausdürfen

GWB

hinaus·duerfen

hinausdürfen Getrenntschr GWB 40,103 ‘nicht über seine Grenze h.’; mBez auf Götz’ Arrest GWB 40,103,15 Üb dtTheat GWB 13 1 ,322,4 Götz 3 V 1…

Hindürfen

Campe

hin·duerfen

Х Hindürfen , v. ntr . unregelm. ( s. Dürfen ) mit haben , an jenen Ort dürfen, nämlich gehen, sich begeben, fahren  in Bezug auf den Reden…

hineindürfen

GWB

hinein·duerfen

hineindürfen ellipt Bildung für: in etw hineinkommen, -gelangen uä dürfen Weinberge .. geschlossen, auch der Eigenthümer darf nicht hinein G…

Hinzudürfen

Campe

hinzu·duerfen

Х Hinzudürfen , v. ntr . mit haben , zu etwas hindürfen, nämlich treten  Das Hinzudürfen .

Mitdürfen

Campe

mit·duerfen

Х Mitdürfen , v. ntr . unregelm. ( s. Dürfen ) mit haben , mitgehen, mitreisen, mitfahren  dürfen. Er darf nicht mit. D. Mitdürfen .

Nachdürfen

Campe

nach·duerfen

Х Nachdürfen , v. ntr . unregelm. ( s. Campe Dürfen ), mit haben , nachgehen, nachlaufen, nachfahren  dürfen. D. Nachdürfen .

Niederdürfen

Campe

nieder·duerfen

Х Niederdürfen , v. ntr . unregelm. ( s. Dürfen ), sich niederbegeben, niederkommen dürfen. D. Niederdürfen .

Vorandürfen

Campe

voran·duerfen

Х Vorandürfen , v. ntr . unregelm. ( s. Campe Dürfen ), mit haben , vorangehen, voranlaufen dürfen.

Vorausdürfen

Campe

voraus·duerfen

Х Vorausdürfen , v. ntr . unregelm. ( s. Dürfen ), mit haben , vorausgehen, vorauseilen, vorausfahren  dürfen Er darf nicht voraus , so ger…

vorbeidürfen

DWB

vorbei·duerfen

-dürfen , von Campe als ein ' niedriges, aber deshalb noch nicht verwerfliches wort ' bezeichnet ! hier darf niemand v., ein verbum der bewe…

Vordürfen

Campe

vor·duerfen

Х Vordürfen , v. ntr . unregelm. ( s. Campe Dürfen ), mit haben , vorkommen, hervorkommen dürfen. D. Vordürfen .

vorüberdürfen

DWB

vorueber·duerfen

-dürfen , bei Campe zusammengeschrieben und als ' niedrig ' bezeichnet. vorübereilen Campe, auszerordentlich häufig. a a) mit dem dat. ( s. …

wegdürfen

DWB

weg·duerfen

wegdürfen , sich entfernen dürfen: in diesem ( jahr habe ich ) nicht fahren können, weil ich nicht von Gleimen wegdurfte Heinse Gleims brief…

Zudürfen

Campe

† Х Zudürfen , v. ntr . unregelm. ( s. Campe Dürfen ), Campe hinzugehen, sich nähern dürfen. D. Zudürfen .

Zurückdürfen

Campe

zurueck·duerfen

Х Zurückdürfen , v. ntr . unregelm. ( s. Campe Dürfen ), mit haben , sich zurückbegeben, zurückgehen  dürfen, zurückkommen dürfen. D. Zurüc…

Zusammendürfen

Campe

zusammen·duerfen

Х Zusammendürfen , v. ntr . unregelm. ( s. Dürfen ), mit haben , zusammenkommen, sich vereinigen dürfen. Sie dürfen nicht zusammen. D. Zusam…

Ableitungen von duerfen (2 von 2)

bedürfen

DWB

bedürfen , egere, indigere, ahd. pidurfan, pidarf ( Graff 5, 207 ), mhd. bedurfen, bedarf, bedorfte, nhd. bedürfen, bedarf, bedurfte; über d…

gedürfen

DWB

gedürfen , verstärktes dürfen, s. DWB gedarf und folgendes.