DWB2
DÜRFEN vb. DWB2 (1)
ahd. durfan,
mhd. durfen, dürfen.
as. thurƀan,
mnd. dörven;
mnl. dorven,
nnl. durven;
afrs. thurva;
ae. þurfan,
me. thurven;
an. isl. þurfa,
norw. turve;
got. þaúrban.
gemeingerm. bildung unsicherer herleitung. anschluß an die idg. wz. *terp-,
*trep- ‘
sich sättigen, genießen’
ist aus semantischen gründen fraglich (Pokorny
idg. et. wb. 1,1077 f.). (2)
präterito-präsens der 3. ablautreihe. der im got. noch vorhandene grammatische wechsel ist im ahd. aufgegeben. präsensflexion im ahd. und mhd. wie die eines starken prät., 1.3. sing. ind. darf,
2. sing. ind. darft,
plur. -u-.
die 2. sing. darft
wird seit dem 14., zunehmend im 15. jh. durch darfst
mit regulärer präsensendung ersetzt, vereinzeltes darft
noch bis anfang 16. jhs.; im frnhd. oft darfest. –
analogisch eingeführtes -ü-
statt -u-
im plur. ind. präs. begegnet seit dem 13. jh., regelmäßig seit dem 17. jh. –
prät. ahd. dorfta,
konj. dorfti,
mhd. dorfte,
konj. dorfte, dörfte. – -u-
formen im prät., durch ausgleich mit dem präs., vereinzelt schon im 12., sonst seit anfang 14. jhs.; im 16./ 17. jh. stehen dorfte,
konj. dörfte,
und durfte,
konj. dürfte
nebeneinander im 18. jh. setzt sich durfte / dürfte
durch; der alte konj. dörfte
wird dabei länger bewahrt als der ind. dorfte. –
seit dem 14. jh., im frnhd. zunehmend, auch vokalangleichung des präs. an das prät.: -o-
statt -u-
im präs. bis ins 16., vereinzelt noch im 17. jh., -ö-
statt -ü-
bis ende 18. jhs., mdal. bis in die gegenwart. –
weitere, seltenere, ausgleichsformen sing. präs. dürf, dörf,
konj. darfe,
plur. präs. und inf. darfen,
prät. darfte,
part. prät. gedürft
u. a., vom spätmhd. bis ins 18. jh., mdal. z. t. jünger. –
entrundetes derfen, därfen
im präs., derfte, därfte
im konj. prät. seit dem 14. jh., vor allem im obd. und omd. (3)
im modalgebrauch wird gelegentlich der abhängige inf. erspart (A 1, B 1–3).
dabei kann, seit dem 15. jh., das modalvb. unmittelbar mit einer direktiven bestimmung verbunden werden (er darf ins haus, er darf hinein)
oder, seit dem 16. jh., mit einem pron., das die infinitivkonstruktion vertritt (er darf es, das, manches). –
in der perfekt- und plusquamperfektkonstruktion steht statt des part. prät. in der regel der inf. des modalvbs., z. b. n1467 man meinet, er häts vor den heiden nit dürfen thun Tetzel
Rǒzmital 173 LV, jedoch gelegentlich abweichend: 1479 also das der pfarrer nicht hat getürft vnder sy gehen
qu.- u. urkb. Teplitz-Schönau 263 M. 1858 so hatte er sie
(siegesfreude) doch nicht kosten gedurft Arndt
2,160 R./M. bei ersparung des vom modalvb. abhängigen inf. (s. o.) steht dagegen meist das part. prät. gedurft,
z. b. 1578 so hat er .. nit hinzuͦ gedorfft Fugger
gestuͤt 104a. DWB2 DWB2A
notwendigkeit oder erfordernis bezeichnend. bis ins frnhd. vorherrschend, dann zurückgehend. DWB21
als modalverb. unter a
und b
nhd. modalem brauchen
vb. entsprechend und seit dem 18. jh. durch dieses weitgehend ersetzt. meist in verbindung mit negation oder, nhd., mit ausschließender partikel nur, bloß;
seltener in fragesätzen. DWB2a DWB2
müssen, verpflichtet sein, etwas zu tun: 822/40 ni tharft thu
(Zacharias) stum uuesan / lengron huîla
(zu Luc. 1,20) Heliand 8169 ATB. 863/71 thes
(von Christi geburt) mera ih sagen nu ni tharf Otfrid
I 17,5 E. v1022
quid loquar eos, qui primi mortalibus usum rerum .. prestiterunt? uuaz tarf ih chôsôn fone dîen, dîe êrest menniskôn alles tinges prûh zeigotôn ..? Notker
2,185 ATB. u1170 dô begunden sie ime eischen, / .. daz si imer môsten leben / und niht ne dorften sterben Lamprecht
[]Alexander S 4852 K. u1375 seint dastü
(Christus) an allen enden vnd vberal worest, dorffestü denn flihen
(fugere indigebas)? Johann v. Neumarkt
3,154 K. 1400/15 worent die von Sicambria .. fry zehen jor, das sü keinen zins noch stüre .. dem keyser durftent geben
(Straßb.) chr. dt. städte 9,622. 1515 ich solt myn narung mit im
(esel) gewynnen / latin doͤrfft er nit dar zuͦ kynnen Murner
mühle F 8a faks. 1669 wo kein graß wachsen wil, darff man nur hewsaamen hinsäen, so wird alsobald graß wachsen Wegener
oeconomia 92. 1710 was man kan, darff man nicht erst lernen
Thomasius, klugheit 256. 1787 ich bin der bogen, bildet ihr euch ein, / den man nur spannen dürfe nach gefallen? Schiller
4,139 H. 1851 wollte gott sich deiner erbarmen, .. daß du nicht immer schmerzen ausstehn dürftest Bismarck
br. an braut u. gattin 246 B. 1907 Jürn darf bloß da hüten, wo der brahm wächst, weg ist der bock und frißt sich duhne und dicke an dem jungen brahm Löns
s. w. 7,10 C. der abhängige inf. wird gelegentlich mit zu
verbunden: 1060/5
(Abraham und Loth teilten den gemeinsamen besitz,) daz ire hîwen .. / .. ne dorften / sament zewerfen
wiener genesis 1642 ATB. z.j.1732 die raisß uncösten hat man nicht terffen zu bezahlen
chr. Sonnenb. 1,233 H. DWB2–
mit ersparung des abhängigen inf.: u1147 si warneten sich gemaine / .. waz sie reden wolten. / iedoch si niene dorften, / want der hailige gaist / was ir trôst unt ir vollaist
kaiserchr. 13464 MGH. u1648
(städter müssen vielerlei lärm erdulden,) nein, dis dürffen hirten nicht, / niemand, wenn der tag anbricht, / heißt sie von dem schlaff erwachen Czepko
weltl. dicht. 160 M. 1737 man darf
(um auf die Schneekoppe zu gelangen) auch nicht bey borrmanns-baude vorbey, sondern kan von den boberhäusern .. weiter hinauf kommen Stieff
labyrinth 162. DWB2b DWB2
grund, veranlassung haben, etwas zu tun: 822/40 bethiu ne thurƀon gi umbi iuuua geuâdi
(gewand) sorgon
Heliand 81684 ATB. 863/71 ni tharf man thaz ouh redinon, thaz Kriachi in
(den Franken) thes
(an tapferkeit) giwidaron Otfrid
I 1,60 E. v1022
non est quid de hoc quoque possis ambigere .. noh tes nedarft tu zuîuelôn Notker
1,2,218 ATB. M13.jh. dun darft dich niemer des geschamen / daz dû mir undertænic bist. / mir dienet swaz ûf erden ist / hordes unde guotes Konrad v. Würzburg
lohn 5200 Sch. 1473 ouch hette men .. den seynen gesaget, sie durften sich uff uns keyner zcuflucht addir trost vormuthen
acten ständetage Preussen 1,333 Th. 1559 ‘lieber meyster, .. macht mirs fein sauber und recht!’ ‘ey, ir dörfft kein sorg haben,’ sprach der schuͦster Schumann
nachtbüchl. 213 LV. 1744 dürft ihr euch wohl
(über spott) beklagen, nachdem ihr solche händel angestellet habt?
Holberg, z. 2. male 6 lust-sp. 81. 1855 sie
(anrede) dürfen keine furcht haben, .. keiner im dorfe thut ihnen was Freytag
(1886)5,147. vereinzelt noch: 1941 ich bildete mir ein, er dürfte nur die hand ausstrecken und hätte gleich einen hirschkäfer in der hand Carossa
(1949)2,364. –mit ersparung des abhängigen inf.: 863/71
(die jünger sollen) wiht inan
(den gekreuzigten Jesus) ni riazen; / ni thurfun sie in war min, er sprichit scioro mit in
(zu Matth. 28,7) Otfrid
V 4,64 E. DWB2–
formelhaft ir ni durfut bi diu,
etwa im sinn von ‘seid unbesorgt, ihr habt deshalb keinen schaden’,
hierher oder von A 2
her?: 863/71 ir ni thurfut bi thiu, ih bin iamer mit iu
(zu Matth. 28,20) Otfrid
V 16,45 E. u. ö. DWB2c DWB2
in verallgemeinernden aussagen, vor allem in rhetorischen vergleichsformeln, vielleicht dem nhd. gebrauch unter B 5
vergleichbar. meist in verbindung mit komp. oder superl.: u1147 unser vehten daz entouc: / swaz in disem ertpodeme / mac komen zesamene, / di nedurfen si
(kaiser Karls jungfrauenheer) niemer bestân
kaiserchr. 14977 MGH. u1170 helde uil mare, / .. ir chuner nehain nedorfte nie geborn werde Konrad
rolandslied 5474 W. u1185
(er) sol den lîp verlorn hân / der beste ritter, der darf leben Hartmann
Erec 36844 ATB. hs.E14.jh. das nie vff dirre erden / kain erger wib dürft werden
lieder saal 148,42 L. DWB2–
mit ersparung des abhängigen inf.: u1147 ain munster er im worhte, / sô er baz nedorfte
kaiserchr. 15575 MGH. DWB22
als vollverb. bedürfen, etwas brauchen, nötig haben. seltener als 1,
vor dem 12. jh. nur sporadisch. DWB2a
überwiegend[]mit genitivobjekt: u830 uuaz thurfun uuir noh nu urcundono
(quid adhuc egemus testibus) Tatian 2191,2 S. n1190 man dorfte da niht der spise Herbort
10806 F. 1264 daz wir erarbeiten sullen, des der lîp darf ze ezzen unde ze trinken Berthold v. Regensburg
1,19 P./S. 1522 die gesunden durffen des artzts nit Luther
bibel 6,232 W. 1618 was darffs der disputation Rinckart
jubel-comödie 147 R. 1781 so kann unser einer selbst auftreten, darf keines fürmunds oder soufleur’s J. G. Müller
Lindenberg 1,86. 1806 du
(göttin) nicht darfst der versöhnungen
(durch opfergaben) Voss
Horatius 1,209. DWB2b
mit akkusativobjekt: 1252/5 dâ darf ich guͦte helfe zuͦ Heinrich v. Krolewiz
2112 L. 1421 das sie mit alle yrem houfegesynde gnugk hatte, was sie dorffte Rothe
düring. chr. 567 L. 1539 solt ichs euch sagen allzumal, / ich dörfft darzu zwen gantze tag Ackermann/
V. dr. 62 LV. v1683 ihr
(der Ägypter) leichtes, und nur halb so viel feuer als andere, zu seiner abkochung dörffendes nilwasser Lohenstein
Arminius (1689)1,584b. u1700 es darff mir nicht viel, ich prügele euch herumb wie die hunde Hübner
christ-comoedia 34 DLD. 1816 was darfs viel wort? Marheineke
ref. 2,465. DWB2c
mit abhängigem daß-
satz: 1258/74 ouch durfen wir des harte wol / daz an uns der geloube sî / daz ein got die namen drî / beliben und ie wæren Konrad v. Würzburg
Silvester 2924 ATB. 1568 jetz darffs erst, das man seie kluͦg Holtzwart
lustgart 139b. DWB2B
zulassung oder möglichkeit bezeichnend; modalverb. mhd. selten, nhd. stark zunehmend. DWB21 DWB2
wagen, sich etwas herausnehmen. im 16./17. jh. häufig und älteres turren
vb. verdrängend; im 18. jh. zurückgehend, 1774 von Adelung
wb. 1,1480 als ‘größtentheils veraltet’ gebucht: u1200hs.u1260 selbe vierde degene varn wir an den sê / .. uns endurfen (
hs. A: geturren) ander tûsent mit strîte nimmer bestân
nibelungenlied 13342,4 B./B. 2.h13.jh.hs.u1430 wann es im nÿmant sagen dorfft, dann yne ÿderman forcht
Lancelot 2,336 DTM. 1530 da haben sich die find christlichs glaubens vbel geschempt .., also das sy ire augen nit gedoͤrft vff heben vnd yemans ansehen Hedio
chr. kirche 1,78a. 1687 und seyd hernach noch so verwegen, daß jhr sagen dürffet, wie solche euere todschläge zulassungen von gott sind Marschall
Castiglione, regier-kunst 305. 1790 wehe dem, der .. die menschen .. der glückseligkeit berauben darf, zu der sie beruffen waren Müller v.
F. staatswiss. 284. 1847 lange durfte die gute frau den kopf nicht heben, nicht nach dem schaden sehen, den sie erlitten Gotthelf
10,20 H./B. noch mdal. im al., besonders im schweiz., und in einigen nd. mdaa. DWB2–
mit ersparung des abhängigen inf.: n1427 nun dorfft nymandt vor dem gewürm
(schlangen) auß der stat vor sorgen Schiltberger
15 LV. 1841 er hätte schier nicht dürfen
(einen heiratsantrag machen) Gotthelf
4,272 H./B. DWB22
auf grund von umständen, voraussetzungen zu etwas berechtigt oder in der lage sein; nhd. können
nahestehend: u1200 kumt aber er mir zen handen, .. / ich slahe in, daz erz widerspel nimmer mêre darf gesagen
nibelungenlied 132272,4 B./B. hs.E15.jh. der
(gekreuzigte) ist erstanden werlich, / das dorffen mer
(die das grab bewachenden soldaten) woil sagen sicherlich
alsfelder passionssp. 7392 G. 1521 es het keiner den geist erlangt, das er die warheit hett austrucken durfen
reichstagsakten, jüng. reihe 2,478. 1625 wenn sie etwas in der musica gelernet, daß sie sich zimblich dorfften hören lassen G. Maier
Camerarius 138. 1720 nachdem wir solchergestalt alle im boot, durfften weder sie noch wir daran dencken, ihr eigen schiff zu erreichen Vischer
Robinson Crusoe (Hamb.) 1,17. 1841 Holofernes: hatt’ ich’s denn schon befohlen? hauptmann: nein, aber ich durfte erwarten, daß du’s gleich befehlen würdest Hebbel
I 1,6 W. 1917 man darf aber annehmen, daß .. Wundt
völkerpsychologie (1900)7,193. 1972 die sonnenmonstranzen des barock .. darf man als verkünder des ..
(überirdischen) lichtes deuten Redslob
Weimar 233. – mit ersparung des abhängigen inf.: 1787
(Iphigenie zu Thoas:) verdirb uns – wenn du darfst Goethe
I 10,84 W. 1829 Kunigunde: .. du zweifelst doch nicht? / Sachs: .. ich wünscht’, ich dürft’ es noch Deinhardstein
ges. dr. w. (1848)6,68. [] DWB23 DWB2
erlaubnis haben, zu etwas befugt sein; im nhd. die vorherrschende bedeutung. die erlaubnis ist abhängig von einer person oder institution: M14.jh. der hertzog .. verpot, daz man nyemand torft gelegen auff dye freythoͤff uͤber all inn der stat
script. rer. austr. 1,970. 1521 diacken vnd subdiacken, die selber nicht meß dorffen oder mogen lesen
Luther u. Emser 2,149 HND. 1603 da sagt
s. Brandanus: dürffen wir hie ein jahr bey euch bleiben? Rollenhagen
reysen 174. 1716 es darf die tafel nicht abgetragen werden, bis der cardinal ein zeichen gibt Marperger
küch- u. keller-dict. 195b. 1764 wenn ich bitten darf
(höflichkeitsformel) Wieland
don Sylvio 1,225. 1845 weil dürfen nur heißt, es ist keinem verboten, aber nicht, es ist jedem möglich gemacht Stirner
d. einzige 162. 1970 natürlich wären wir ihnen
(anrede) dankbar, wenn wir ihren namen verwenden dürften Rinser
baustelle 174. von einer überpersönlichen macht, ethischen, sozialen normen u. dgl.: 1576 der ewig berg des herren: / wer wird auf den wol dörfen gahn / vnd an seiner hailgen stätt stahn?
kirchenlied 4,834 W. 1709
(daß ein mensch, der) ohne einen ober herrn lebet, .. doch nicht thun dürffe, worzu ihn seine unvernünfftige begierden reitzen, sondern was ihm gott durch die gesunde vernunfft zu thun vorschreibt Proeleus
grund-sätze 258. 1808 hier ist des volkes wahrer himmel, / .. hier bin ich mensch, hier darf ich’s seyn Goethe
Faust 2,47 ak. 1943 er spürte den griff von oben, er durfte genesen und dankte seinem gott für die rettung Köhler
Zwingli 78. DWB2–
mit ersparung des abhängigen inf.: 1435 wolt er auch gern, so vil er dörft, helfen und rathen
chr. Bamb. 1,28 Ch. 1657 darf der ander
(hirt) selben herbst gar nit mehr darauf
(weide) württ. ländl. rechtsqu. 1,9. 1729 machen, daß einer etwas darf,
dare alicui licentiam alicuius rei Hederich
promt. 693. 1967 ich darf nicht mit
(mitgehen); das darfst du nicht
WDG 2,901a. 1972
(er) hätte womöglich aufs gymnasium gedurft Kant
impressum 79. DWB24
zum ausdruck einer forderung oder aufforderung. DWB2a
in verbindung mit negation oder einschränkendem nur;
im sinn von sollen oder es ist notwendig, daß nicht: hs.1360/70 wer guͦt gepar / und tugent an sich nemen wil, / der sol gein hoff nicht vragen vil. / .. dacz hoff hat wenich ieman gewin / .. da von darf man chindlein / nicht durich zucht gein hoff lan Teichner
277,26 DTM. 1589 soll mans
(grindigen kopf) darmit
(salbe) schmieren .. man darff aber den kopff nicht mehr waschen, biß er gar heil ist Gäbelkover
artzneyb. (Tüb. 1594) 1, L 3b. 1621 wenn die obrigkeit nicht soll verächtlich gehalten werden, .. darff
(sie selbst) sich .. nicht in verachtung setzen Gilbert
müntzfrage (Magdeb.) 62. 1784 nimm raison an; aus der mariage darf nichts werden Iffland
dr. w. (1798)2,2,14. 1819 allemal ist also ein zu weiter begriff, statt dessen nur stehen dürfte bisweilen Schopenhauer
1,94 D. 1852 wenn’s zum schlimmsten kommt .. aber es darf nicht zum schlimmen kommen Alexis
ruhe 5,57. 1974 in Petras augen ist .. unser .. lebensstil suspekt .. ungleichheit der verhältnisse darf ideologisch nicht sein Zeller
lampenfieber 73. DWB2b
wunsch oder bitte ausdrückend. in der funktion eines nachdrücklichen imperativs, besonders in verbindung mit negation; auch, im konj. prät., im sinn einer empfehlung: 15./16.jh.dr.E16.jh. ein weyl last uns beysamen bleybn, / ir dörfft nicht so baldt heime eyln
fastnachtsp. 2,1013 LV. 1621 ich aber gedachte, wolte gott, das solches die fürsten wissen dürfften Gilbert
müntzfrage (Magdeb.) L 4b. 1768 verdrüßts ihn, herr Schösser? das darf er
(anrede) sich nicht verdrüßen lassen! Weisze
opern 1,177. 1849 darfst aber schon a licht bringen, ich wußt’ nit, wie der herr von Kern sonst lesen sollt’ Nestroy
5,439 B./R. 1973 das dürfte man eigentlich langsam wissen
Duden gramm. 73. DWB25
zum ausdruck einer annahme, vermutung. meist, seit dem 19. jh. nur, im konj. prät.: 1526 es stat eim priester lasterlich an, / mit leien und kinden z’disputieren: / ich dörft bi gott min pfruͦnd verlieren
N. Manuel
151 B. 1626 hette ich ihm solche
(regimenter) bewilligt, so hette ich .. selbst stöss dürfen kriegen
font. rer. austr. II 41,2,364. 1727
red-art. er darff es wol gethan haben ..
non abest ille a suspicione Aler
dict. 1,497a. 1766 die frage, was für
[]völker sich .. bis auf das jahr 889. in unserm vaterland befunden haben dörfften?
qu. dt. volkskde. 5,41 G./M. 1971 es dürfte kaum zweifelhaft sein, daß die .. mehrzahl diese zielsetzung bejaht Szczesny
d. gute 196.H. Albrand