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Dürfen

nhd. bis spez. · 12 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Campe
Anchors
12 in 12 Wb.
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Dürfen v., ntr.

Bd. 1, Sp. 807b
Dürfen, v. ntr. unregelm. mit haben, ich darf, du darfst, er darf; wir dürfen, ihr dürfet oder dürft, sie dürfen; gebund. Form, ich dürfe; unlängst verg. Zeit, ich durfte; gebund. Form, ich dürfte; Mittelw. d. verg. Zeit, gedurft. 1) Wagen, sich unterstehen, mit der unbestimmten Form, ohne zu. »Warum darfst du weissagen?« Jer. 26, 9. »Wer ist dieser, der solches sagen darf?« Judith 5, 25. Noch blähen sie sich auf und dürfen sich erheben, Als jeder, gebe Gott, müßt ihrer Gnade leben. Opitz. Er verlästert alle Sachen, Die nicht sein Gehirn gebiert, Und darf selbst darüber lachen Wie dein Arm den Zepter führt. Canitz. Was du am Morgen kaum verliehen, Darfst du am Abend schon entziehen. Hagedorn. 2) Macht, Erlaubniß haben, mit der unbestimmten Form des dabei stehenden Aussagewortes, ohne zu. »Esaias aber darf wol sagen.« Röm. 10, 20. Ein Herr darf wol seinen Dienern befehlen. Ih möchte gern, aber ich darf nicht. Er darf nicht herein. Er darf nicht wegbleiben. 3) Nöthig haben, brauchen, bedürfen, in welcher Bedeutung es sowol mit einem Grundworte im zweiten oder vierten Falle, als auch mit einem Aussageworte in der unbestimmten Form ohne zu verbunden wird. »Daß sie keiner Hülfe dazu durften.« Hiob. 30 13. »Die Gesunden dürfen des Arztes nicht.« Luc. 5, 31. »Was dürfen wir weiter Zeugniß?« Luc. 22, 71. Nein, ich kann nicht länger, Eurypilos darfst du auch meiner, Hier verweilen bei dir. — — Voß. — — Mir ward ein Thränenlächeln Deiner Schwester zum Lohn! Was darf's der Kränzung? Ders. Besonders ist dieser Gebrauch im O. D. gebräuchlich. Du darfst es mir ja nur sagen, du brauchst mir es ja nur zu sagen. Er darf ja nur befehlen. »Man darf nur sein Vaterland lieben, um die Widerwärtigkeiten mit ihm zu theilen.« Sonnenfels. »Ih durfte nur erröthen, so vergabest du mir, durfte nur wünschen, so war mein Wunsch erhöret.« Dusch. »Daß ich ihn nimmermehr wiedersehen dürfte.« Lessing. 4) Ursache haben, können, ebenfalls mit der unbestimmten Form ohne das Wörtchen zu. Er darf sich eben nicht über zu gute Tage beklagen. »Dürfen wir uns wundern, unglückliche Männer und Greise zu sehen, wenn die Jünglinge nicht glücklich waren?« Dusch. 5) Dürfen wird zuweilen auch gebraucht, einen wahrscheinlichen Erfolg  anzudeuten, und man setzt es dann in der gebundenen Form der unlängst vergangenen Zeit. Es dürfte wol so kommen. Ih dürfte nicht an seiner Stelle sein, so sollte es wol anders gehen. »Ih dürfte es bald selbst glauben.« Gellert. I der Verbindung mit der unbestimmten Form wird dürfen selbst in dieser Form statt des Mittelworts der verg. Zeit gesetzt. Du hättest mir es ja nur sagen dürfen. Ih habe noch nicht ausgehen dürfen. I O. D. weicht man in der Umwandlung ab, und setzt statt u ein o, und statt ü ein ö. Ih darf, du darfst, er darf; wir dörfen, ihr dörfet, sie dörfen; gebund. Form, ich dörfe. Diese Form aber in die gute Schriftsprache einzuführen, ist kein vernünftiger Grund vorhanden, ob es gleich bei guten Schriftstellern zuweilen vorkömmt. »Unter ihrer (der Tonkunst) Herrschaft dorfte der Dichter nichts als das ihr Wohlgefällige wählen.« Herder.
3089 Zeichen · 71 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Dürfen

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Dürfen , verb. irreg. neutr. welches das Hülfswort haben erfordert. Ich darf, du darfst, er darf, wir dürfen, ihr dürfet…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    dürfen

    Goethe-Wörterbuch

    dürfen in RAnw gelegentl noch in der im 18. Jh verbreiteten Form ‘dörfen’; in Götz 1 einmal 2. Pers Sg ‘darf’ 39,130,22 …

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Dürfen

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Dürfen , s. Sollen .

  4. modern
    Dialekt
    dürfenst., schw.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    dürfen st., schw. : wie schd., däʳfe (däʳfə, däÄfə), Part. Perf. gedäʳft, s. F. [allg.]. Des däʳfscht nit! [südl. VPf, a…

  5. Sprichwörter
    Dürfen

    Wander (Sprichwörter)

    Dürfen 1. Er nemmt sich die Darf. – Tendlau, 656. Die Erlaubniss. Als Antwort auf die Frage, wie jemand so etwas thun dü…

  6. Spezial
    dürfen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    dür|fen (darf, durfte, gedurft) vb.intr. 1 (die Erlaubnis haben) podëi (pó, podü) 2 (das Recht haben) podëi (pó, podü), …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit duerfen

4 Bildungen · 0 Erstglied · 2 Zweitglied · 2 Ableitungen

duerfen als Zweitglied (2 von 2)

bedürfen

DWB

bedürfen , egere, indigere, ahd. pidurfan, pidarf ( Graff 5, 207 ), mhd. bedurfen, bedarf, bedorfte, nhd. bedürfen, bedarf, bedurfte; über d…

Mitdürfen

Campe

mit·duerfen

Х Mitdürfen , v. ntr . unregelm. ( s. Dürfen ) mit haben , mitgehen, mitreisen, mitfahren  dürfen. Er darf nicht mit. D. Mitdürfen .

Ableitungen von duerfen (2 von 2)

bedürfen

DWB

bedürfen , egere, indigere, ahd. pidurfan, pidarf ( Graff 5, 207 ), mhd. bedurfen, bedarf, bedorfte, nhd. bedürfen, bedarf, bedurfte; über d…

gedürfen

DWB

gedürfen , verstärktes dürfen, s. gedarf und folgendes.