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dürfen

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GWB
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Eintrag · Goethe-Wörterbuch

dürfen

Bd. 2, Sp. 1344
dürfenin RAnw gelegentl noch in der im 18. Jh verbreiteten Form ‘dörfen’; in Götz1 einmal 2. Pers Sg ‘darf’ GWB39,130,22 (wohl nach der bis ins 16. Jh vorkommenden Form ‘darft’); überwiegend als objektiv gebrauchtes Modalverb, mehrf ellipt (iVbdg mit Richtungs- u Ortsangaben); in Dramen (Faust, Stella, Iph ua) mehrf in prägnant-pointierter Verwendung; wiederholt (bes 2 b u 5) in (gegenüberstellender, intensivierender) Reihung mit anderen Modalverben (können, wollen, mögen, müssen, sollen); häufig negiert  1 im Anschluß an älteren Wortgebrauch: brauchen, nötig haben, müssen; häufig in Konditionalsätzen iVbdg mit ‘nur’ od ‘kaum’  [Neapel] Man darf nur auf der Straße wandeln und Augen haben, man sieht die unnachahmlichsten Bilder GWB31,62,2 ItR  [Gretchen:] Des Kleinen Wiege stand zu Nacht | An meinem Bett, es durfte kaum sich regen, | War ich erwacht GWBFaust I 3139  [Lydie:] der beste Mann mag gerne hören, daß er jedes Opfer werth ist, ohne dafür dankbar sein zu d. GWB23,70,28 Lj VII 6 GWB422,138,5 MuR(240) [für: il faut] GWB45,275,14 Diderot,Malerei GWB6,264 Div Höheres u Höchstes 4   2 zur Bezeichnung der Zulässigkeit einer Handlung   a die (ausdrückl od unausgesprochene) Erlaubnis haben, etw zu tun; zu etw aufgrund von Gesetzen, Verordnungen, Bestimmungen berechtigt sein  Mein Vater besaß ein schönes .. Gondelmodell .. mir ward es hoch angerechnet, wenn ich einmal damit spielen durfte GWB30,97,18 ItR  Wie glücklich waren die Stunden die ich an ihren [Ulrikes] holden Fingern abzählen durfte GWBB43,40,17 ALevetzow 29.8.27  ein Gesetz [in Frankf] .. daß wer ein neues Haus .. baue, nur mit dem ersten Stock über das Fundament herausrücken dürfe GWB26,20,1 DuW 1 GWB21,177,13 Lj II 7 GWBB11,188,4 ChStein 7.9.96 GWBN1,333,25 FlD 840 A2,421,24 Votum [Anf Jan 95] K   b zu etw ideell, nach best Voraussetzungen od Konventionen berechtigt sein  α aus sittl, moral od eth Gründen; auch allgemeiner: aufgrund best Umstände, Verdienste, Einsichten die innere Berechtigung zu etw haben  [Cezilie:] Stella! nimm die Helfte des, der ganz dein gehört — .. [Stella:] Ich darf? — — DjG35,116,19 Stella1 V  [Iph zu Thoas:] Uns beide hab’ ich nun, die Überbliebnen | Von Tantals Haus, in deine Hand gelegt: | Verdirb uns — wenn du darfst GWBIph2 1936  Der der hat, darf nicht segnen, er muß geben GWBB3,258,18 Krafft 23.11.78  [Faust:] Hier ist des Volkes wahrer Himmel, | Zufrieden jauchzet Groß und Klein:1) | Hier bin ich Mensch, hier darf ich’s sein! GWBFaust I 940  [Faust:] Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben, | Der täglich sie erobern muß. | .. Solch ein Gewimmel möcht’ ich sehn, | Auf freiem Grund mit freiem Volke stehn. | Zum Augenblicke dürft’ ich sagen: | Verweile doch, du bist so schön! GWBFaust II 11581  Auch wir sind allerdings überzeugt, daß der Anthropolog sein Menschenkind bis in die Vorhöfe der Religion führen könne, dürfe, müsse, aber nicht weiter als bis dahin, wo ihm der Dichter begegnet GWB412,163,7 Üb: Heinroth,Anthropologie GWB20,319,17 Wv II 10 GWBB14,171,16 JGSchlosser 30.8.99  β nach künstlerischen Regeln, Normen  hier liegt einer der größten Vortheile der Kunst, daß sie dasjenige dichterisch bilden darf, was der Natur unmöglich ist, wirklich aufzustellen. So wie die Kunst Centauren erschafft, so kann sie uns auch jungfräuliche Mütter vorlügen, ja es ist ihre Pflicht GWB45,268,20 Diderot,MalereiAnm GWBB7,167,26 Kayser 23.1.86 GWB45,176,6 RamNeffeAnm GWB40,158,17 u 159,28 Regeln fSchausp 1803 [G/Eckerm]  γ nach den Regeln des Anstands, gesellschaftl Konventionen  [Meph:] Man darf das nicht vor keuschen Ohren nennen, | Was keusche Herzen nicht entbehren können GWBFaust I 3295  Wenn der Edelmann durch die Darstellung seiner Person alles gibt, so gibt der Bürger durch seine Persönlichkeit nichts und soll nichts geben. Jener darf und soll scheinen; dieser soll nur sein GWB22,151,6 Lj V 3 GWBFaust I 2883 Tasso 2090 in Höflichkeits- od Ergebenheitsfloskeln (häufig in Br)  [Faust:] Mein schönes Fräulein, darf ich wagen, | Meinen Arm und Geleit Ihr anzutragen? GWBFaust I 2605 GWBB33,304,3 Maria Paulowna 13.10.20 GWBB42,276,20 Beuth 23.7.27 K   c ellipt in (zT redensartl) Vbdg mit Richtungsangaben  [Götz:] Wenn ich ihm [dem Assessor Sapupi] über die Ohren dürfte GWB8,79,9 Götz2 II  macht Faust die wunderbare Bedingung: Mephistopheles dürfe nicht in den Saal, sondern müsse auf der Schwelle bleiben GWB152,174,24 Faust II Plp GWB26,251,5 DuW 4 GWB16,16 JahrmPlund2 153 GWB26,84,19 DuW 2   3 iSv sich erkühnen, erdreisten, wagen  [Alcest:] Er [der Vater] sagte .. daß Sie das Geld genommen .. [Sophie:] Er darf? O Gott! Ist es so weit mit ihm gekommen? GWB9,101 Mitsch3 816  [Faust:] Mein Liebchen, wer darf sagen: | Ich glaub’ an Gott? | .. Wer darf ihn nennen? | Und wer bekennen: | Ich glaub’ ihn? | Wer empfinden | Und sich unterwinden | Zu sagen: ich glaub’ ihn nicht?2) GWBFaust I 3426u3432 GWBB44,315,13 Arnold 9.9.28 K GWBNatT 2432   4 als Ausdruck der Möglichkeit: in der Lage sein, etw zu tun, etw tun können  [Meph:] Hat mich ein Fremdes durch und durch gedrungen? | Ich mag sie gerne sehn die allerliebsten Jungen; | Was hält mich ab daß ich nicht fluchen darf? GWBFaust II 11764  [Faust:] Ich rette sie [Helena] und sie ist doppelt mein. | .. Wer sie erkannt der darf [kann Var] sie nicht entbehren GWBFaust II 6559 GWBFaust I 3088 GWB251,191,17 Wj III 10 GWB22,319,17 Lj VI GWBB8,12,7 CarlAug 2.9.86   5 als Forderung, Appell, Wunsch, (Selbst-)Ermahnung, Ratschlag, Direktive: iSv sollen  [Alphons:] Es will der Feind — es darf der Freund nicht schonen; | Dann übt der Jüngling streitend seine Kräfte Tasso 299  Ich darf mich nicht säumen, ich bin schon weit in Jahren vor, und vielleicht bricht mich das Schicksaal in der Mitte GWBB4,299,13 Lavater [etwa 20.9.80]  [Votum zum vermeintl Mißbrauch der Pressefreiheit in Okens Zs ‘Isis’] Keinesweges ist es eine Rechtssache und darf es nicht werden .. Es ist eine Polizeisache GWBB27,190,23 CarlAug 5.10.16 GWBFaust II 11748 GWB3,81 Eins u Alles 18 [< soll] A(JbSKipp10,61) Regie Weim 22.2.97 in Vbdg mit ‘können’ als nachdrückl Imperativ  Wenn ich an meinen Tod denke, darf ich, kann ich nicht denken, welche Organisation zerstört wird GWB422,241,6 MuR(997) GWBB27,151,21 WGrimm 23.8.16 GWBN9,52,5 FreimütBekenntn GWBN51,334,1 Fl NeuEinl in iron Anspielung auf zeitgenöss philos Theorien  [Bakkalaureus:] Wenn ich nicht will, so darf [muß Var] kein Teufel sein. | .. Die Welt sie war nicht eh’ ich sie erschuf3) GWBFaust II 6791   6 als Ausdruck einer Annahme, Vermutung  daß man wohl sagen kann, ein jeder, nur zehn Jahre früher oder später geboren, dürfte, was seine eigene Bildung und die Wirkung nach außen betrifft, ein ganz anderer geworden sein GWB26,8,2 DuW Vorw  ich ließ mir gefallen, daß diese mächtigen Massen sich wohl dürften aus einem Lichtnebel einer Kometen-Atmosphäre krystallisirt haben GWBN9,260,2 VerschBekenntn GWBB15,298,17 Rochlitz 17.12.01 GWB31,48,8 ItR GWBbedürfen fort- GWBhereindürfen weg- GWBNotdurft GWBnotdürftigvgl zu 1 GWBbrauchen müssen nötig(n. haben) zu 2, 4 u 6 GWBkönnen zu 2 GWBberechtigen(berechtigt sein) GWBerlauben(erlaubt sein) GWBgestatten(gestattet sein) Recht(das R. haben) zulässig(z. sein) zu 3 GWBerdreisten(sich e.) GWBerkühnen(sich e.) unterstehen(sich u.) unterwinden(sich u.) wagen zu 5 müssen sollen 1) zur Funktion des Doppelpunktes u der davon abhängigen Interpretation der Stelle s ETrunz, HA313, 527f; eine abweichende Meinung vertritt VLange, MA 61, 1002f 2) vgl EMWilkinson, Theolog Stoff u dichterischer Gehalt in Fausts sog Credo. In: Aufsätze zu G-s Faust I, ed WKeller, 1974,551—571 3) vgl ETrunz, HA313,618Gertrude Harlass G. Ha.
7505 Zeichen · 72 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Dürfen

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Dürfen , verb. irreg. neutr. welches das Hülfswort haben erfordert. Ich darf, du darfst, er darf, wir dürfen, ihr dürfet…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    dürfen

    Goethe-Wörterbuch

    dürfen in RAnw gelegentl noch in der im 18. Jh verbreiteten Form ‘dörfen’; in Götz 1 einmal 2. Pers Sg ‘darf’ 39,130,22 …

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Dürfen

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Dürfen , s. Sollen .

  4. modern
    Dialekt
    dürfenst., schw.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    dürfen st., schw. : wie schd., däʳfe (däʳfə, däÄfə), Part. Perf. gedäʳft, s. F. [allg.]. Des däʳfscht nit! [südl. VPf, a…

  5. Sprichwörter
    Dürfen

    Wander (Sprichwörter)

    Dürfen 1. Er nemmt sich die Darf. – Tendlau, 656. Die Erlaubniss. Als Antwort auf die Frage, wie jemand so etwas thun dü…

  6. Spezial
    dürfen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    dür|fen (darf, durfte, gedurft) vb.intr. 1 (die Erlaubnis haben) podëi (pó, podü) 2 (das Recht haben) podëi (pó, podü), …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit duerfen

4 Bildungen · 0 Erstglied · 2 Zweitglied · 2 Ableitungen

duerfen als Zweitglied (2 von 2)

bedürfen

DWB

bedürfen , egere, indigere, ahd. pidurfan, pidarf ( Graff 5, 207 ), mhd. bedurfen, bedarf, bedorfte, nhd. bedürfen, bedarf, bedurfte; über d…

Mitdürfen

Campe

mit·duerfen

Х Mitdürfen , v. ntr . unregelm. ( s. Dürfen ) mit haben , mitgehen, mitreisen, mitfahren  dürfen. Er darf nicht mit. D. Mitdürfen .

Ableitungen von duerfen (2 von 2)

bedürfen

DWB

bedürfen , egere, indigere, ahd. pidurfan, pidarf ( Graff 5, 207 ), mhd. bedurfen, bedarf, bedorfte, nhd. bedürfen, bedarf, bedurfte; über d…

gedürfen

DWB

gedürfen , verstärktes dürfen, s. gedarf und folgendes.