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Drei

nhd. bis spez. · 19 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
Anchors
28 in 19 Wb.
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Drei

Bd. 5, Sp. 184
Drei, die erste ungerade Zahl nach der Einheit und die erste ungerade Primzahl. Die Dreizahl (Trias) ist die erste, mit der die Vorstellung einer wirklichen Menge verknüpft ist, sie galt daher von jeher für eine vorzugsweise heilige Zahl, der man in der körperlichen wie in der geistigen Welt eine hohe Bedeutung und einen geheimen Zauber beilegte. Daß schon den Hebräern die dreimalige Wiederholung einer Handlung bedeutungsvoll war, bezeugen biblische Stellen. Noah hatte drei Söhne, von denen die Dreiteilung der Völker ausging. Der Grieche teilte dem Hellen, der Germane dem Thuiskon drei Söhne zu. Auch den Pythagoreern galt die Dreizahl (Trias) als die vollkommenste, denn sie sahen in ihr als der Vereinigung der Monas (Einheit) und Dyas (Zweiheit) die erste Verbindung der von ihnen angenommenen Grundprinzipien aller Dinge. Ebenso legte Aristoteles der Trias eine besondere Bedeutung bei, indem er alles aus Anfang, Mitte und Ende bestehen läßt. Noch heute stuft man Klassen, Ämter, Orden, Titel gern in drei Grade ab, wie Lehrling, Geselle und Meister, oder zerlegt Symbole in drei Glieder, wie Glaube, Liebe, Hoffnung. Der Dreifuß war bei den Griechen das Attribut des orakelgebenden Gottes, das Dreieck bei den Indern das des Krischna, bei den Ägyptern das Symbol der Inkarnation des Osiris und des Apis, bei den Persern das der Fruchtbarkeit des Mithras. Im altindischen Brahmanismus finden wir die Trias als Brahma (Weltschöpfer), Vischnu (Erhalter und Beschützer) und Siwa (Zerstörer des Weltalls). Auch die überwiegende Mehrheit der christlichen Bekenntnisse zählt die Dreieinigkeit Gottes zu ihren Grundlehren (s. Trinität), und selbst in neuern philosophischen Systemen (bei Fichte, Hegel etc.) spielt die geheimnisvolle Dreizahl eine Rolle. Für ihre Bedeutung bei den Alten sprechen sonst noch zahlreiche Umstände. Es gab drei Parzen, drei Horen und anfangs drei, später dreimal drei Musen. Die Römer hatten dreierlei kurulische Würden, dreierlei Bänke des Senats und zuletzt auch dreierlei Stände. Schon Romulus zählte drei Tribus, und wenn die Triumvirate, die den Sturz der Republik zur Folge hatten, auch zufällig gewesen sein mögen, so vertraute man in Rom wichtige Aufgaben doch meist drei Männern (Triumvirn) an. Das dreimalige Aufgebot vor christlichen Eheschließungen, das dreimal ige Läuten vor dem Gottesdienst, das dreimalige Ausschreiben bei gerichtlichen Verhandlungen, der dreimalige Ausruf bei Versteigerungen, das dreimalige Lebehoch u. a. erinnern daran, daß auch die Gegenwart der Zahl D. wenigstens gewohnheitsmäßig noch eine besondere Bedeutung beimißt. Vgl. Bartholomäi, Zehn Vorlesungen über Philosophie der Mathematik (Jena 1860). – Auch in der Logik tritt die Dreizahl bedeutsam auf. Sie zählt drei Funktionen des Verstandes: Begriffs-, Urteils- und Schlußbildung, und leitet bei der letztern aus zwei gegebenen Urteilen das dritte ab, sowie sie zu der Thesis und Antithesis als die Verbindung von beiden noch die Synthesis hinzufügt. Die Grammatik führt drei Geschlechts- und Zahlformen, dreierlei Casus obliqui und Steigerungsgrade, dreierlei Personen und Zeiten auf.
3118 Zeichen · 26 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    DreiDas

    Campe (1807–1813) · +11 Parallelbelege

    Das Drei , des — es, d. Mz. ungew. drei einzelne Dinge als ein Ganzes betrachtet. »Das Drei der vortrefflichsten Barden,…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    drei

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    drei in adj Gebrauch vereinzelt im Dat flektiert, in substantivischem u ellipt Gebrauch im Nom u Akk auch -e A bezogen a…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Drei

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Drei , die erste ungerade Zahl nach der Einheit und die erste ungerade Primzahl. Die Dreizahl (Trias) ist die erste, mit…

  4. modern
    Dialekt
    drei

    Bayerisches Wörterbuch · +8 Parallelbelege

    drei Band 4, Spalte 4,325f.

  5. Sprichwörter
    Drei

    Wander (Sprichwörter)

    Drei 1. An dreien ist kein Segen: an dem, der alles kauft, an dem, der sich immer nur auf die Verdienste seiner Aeltern …

  6. Spezial
    drei

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +2 Parallelbelege

    drei num. card. trëi ▬ drei Wochen nachher trëi edemes dedô ; drei auf einen trëi sön un ; drei Paar trëi pers ; drei ho…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit drei

1.458 Bildungen · 1.453 Erstglied · 3 Zweitglied · 2 Ableitungen

drei‑ als Erstglied (30 von 1.453)

Drei(j)er

Idiotikon

Drei(j)er Band 14, Spalte 33 Drei(j)er 14,33

Drei(j)ēt

Idiotikon

Drei(j)ēt Band 14, Spalte 41 Drei(j)ēt 14,41

Dreiangel

SHW

Drei-angel Band 1, Spalte 1701-1702

Dreibein

SHW

Drei-bein Band 1, Spalte 1701-1702

dreibeinig

SHW

drei-beinig Band 1, Spalte 1701-1702

Dreibock

SHW

Drei-bock Band 1, Spalte 1705-1706

Dreibord

SHW

Drei-bord Band 1, Spalte 1705-1706

Dreidistel

SHW

Drei-distel Band 1, Spalte 1705-1706

dreidoppelt

SHW

drei-doppelt Band 1, Spalte 1705-1706

Dreidraht

SHW

Drei-draht Band 1, Spalte 1705-1706

Dreidrudel

SHW

Drei-drudel Band 1, Spalte 1705-1706

Dreieck

SHW

Drei-eck Band 1, Spalte 1705-1706

dreieckig

SHW

drei-eckig Band 1, Spalte 1707-1708

dreiern

SHW

drei-ern Band 1, Spalte 1707-1708

dreifach

SHW

drei-fach Band 1, Spalte 1707-1708

dreifarbig

SHW

drei-farbig Band 1, Spalte 1707-1708

Dreifuß I

SHW

Drei-fuß I Band 1, Spalte 1707-1708

Dreifuß II

SHW

Drei-fuß II Band 1, Spalte 1707-1708

Dreigappe

SHW

Drei-gappe Band 1, Spalte 1707-1708

dreigedreht

SHW

drei-gedreht Band 1, Spalte 1707-1708

drei als Zweitglied (3 von 3)

mundrei

KöblerGot

mund·rei

mundrei , sw. F. (n) nhd. Ziel ne. goal, aim (N.), objective (N.) ÜG.: gr. σκοπός; ÜE.: lat. destinatum Q.: Bi (340-380) I.: ? Lbd. gr. σκοπ…

Plädrei

DRW

Plädrei, f. zu frz. plaiderie wie Pladierung vgl. Plet nach welscher gwonheit mit vil missbruͥchen und pledrîen beladen 1529 FWB. IV 509

Quaterdrei

Wander

quater·drei

Quaterdrei 1. Quaterdrey halten was frey. – Luther's Ms., 13. 2. Quaterdrei spielen. Ein im Mittelalter sehr beliebtes Würfelspiel.

Ableitungen von drei (2 von 2)

bedreïen

LothWB

be-dreïen [bedréïən, Ptc. bedrun, bədrú D. Si. ] tr. v. betrügen. Davon:

dreie

KöblerMnd

dreie , M. nhd. Strudel E.: s. dreien? L.: MndHwb 1, 472 (dreye) Son.: jünger