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drei

nhd. bis spez. · 19 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

MeckWB
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28 in 19 Wb.
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Eintrag · Mecklenburgisches Wb.

drei Dat.

Bd. 2, Sp. 476
Wossidia drei dree drei; aus dree kann drei durch die in Meckl. übliche Diphthongierung entstanden sein, doch wird eher Anschluß an twei, die verallgemeinerte neutrale Form dieses Zahlwortes, vorliegen; der Gen. lautet ursprünglich drîger: 'ute driyer herren lande' (Wi 1328) UB. 7, 612; 'in drier Düwel namen' (Ro 1543) Bartsch 2,5; 6; im Dat. galt drên: 'an dren' (in drei Teile gesondert; Ro 1380) 19, 507; dreimal hieß drîge, drîe: UB. 18, 274; Beitr. Rost. 3, 4, 68; Slagg. 146; der Vokal î ist noch in Drier (s. d.) erhalten. 1. Belege: aller guten Dinge sind drei, säd' de Buer, donn drünk he den vierten Sluck StaStargard@HelptHelpt; wo drei stahn, is de viert sick 't Läben nich sicher, d. h. da wird über jeden Vorübergehenden und Bekannten geklatscht Wa; zu einer schlechten Zigarre hüren drei tau, ein, dei sei rookt, un twei, dei em hollen Wa; Drei up 'n Dod Name einer sehr großen Birnensorte RoRostock@Nienhagen bei DoberanNHagD; drei grad' dörch Kegelruf, wenn der König und zwei Eckkegel gefallen sind RoRostock@KlockenhagenKlock; der Vielfraß frett för drei Ribn; der Erzlügner lüggt för drei WaWaren@JabelJab; Scherzfrage: Wennihr geiht de Mœhl up drei Kanten? Antwort: Wenn de Möller Baukweiten mahlt Wo. V. 1, 654; ein stumpfes Messer snitt in drei Dag' ok mihr as in einen WiWismar@Hohen NiendorfHNiend; ein fauler Arbeiter beschafft in drei Dag' ok mihr as in einen HaHagenow@RedefinRed; ein Mißgelaunter süht ut as drei Dag' Rägenwäder; von einem nachtragenden Menschen, der seinen Zorn unterdrückt, heißt es scherzend: dat hett in de Fiern wädert, is œwer versackt, kümmt in drei Dag' wedder Schw Pamp; im Anruf an den Kuckuck: Kukuk achter de Oken, Wolang' sall 'ck noch lopen? Dree Dag' un dree Nacht. Dat heff 'ck mi woll dacht Wo. V. 2, 1316 b; als unbestimmte Zahlenangabe öft. im Volksreim: Huweh Huweh Huwitten, Wis' mi din dree vier Titten 1175; Snickermus, kumm herut, Stäk din drei vier Fingern ut 1353; Ick will min lütt Pierd'ken de Föten beslahn, Dat sall hüt noch drei vier fif Milen wit gahn 3, 281 a; zu dreien: se sünd man dree utgahn Sta; einen wat drei breit ut 'n annersetten ausführlich erklären StaStargard@GrammertinGramm. 2. Im Brauchtum und Volksglauben spielt die Zahl drei eine große Rolle: vor der Separation mußte jede Gemeinde, wenn sie mit der Ernte beginnen wollte, drei Ähren aufs Amt bringen und um die Erlaubnis zum Mähen bitten Bartsch 2, 295; vor dem Anschneiden des Brotes macht man auf der unteren Seite drei Kreuze mit dem Messerrücken 135; drei Körner von der Saat nimmt der Sämann in seinen Mund, um das Korn vor Vogelfraß zu schützen 165; auch die abgebissenen Spitzen von drei Dornen erfüllen diesen Zweck 162; drei Erbsen hält man beim Legen dieser Frucht unter der Zunge 165; drei Nägel von einem alten Sarg schlägt man dem Pferd, das nicht fressen will, in die Krippe 155; junge Tiere unter drei Tagen muß man niemand zeigen, sonst haben sie in neun Tagen keinen Däg' LuLudwigslust@TewswoosTewsW; binnen drei Dag' möten de Gössel tau Water gahn WaWaren@PenzlinPenzl; drei braune Kohlköpfe gibt man den Kühen am Michaelistage als Schutz gegen das 'rote Wasser' und andere Krankheiten Bartsch 2, 220; die ersten drei Anemonen (Ööschen) oder Veilchen, die man im Frühling findet, muß man schweigend aufessen 263; allgem.; drei Stangen vom grünen Donnernessel, in Branntwein ausgepreßt, beheben das Fieber 107; auf drei Mandeln muß man das Fieber abschreiben Staak Krankh. 97b; wenn man unter Flöhen zu leiden hat, trägt man am Maitag vor Sonnenaufgang drei Hände voll Stroh aus dem Bett auf den Gerstenacker Bartsch 2, 266; drei Klettenwurzeln, in der Johannisnacht gegraben und hinter die dritte Latte des Daches gesteckt, schützen gegen Ungeziefer Heim. 1, 107b; wer drei Blätter des großen Wegerichs bei sich trägt, den ficht nichts an ebda; an drei Freitagabenden nach Sonnenuntergang muß der Kohl behackt werden Bartsch 2, 199; magischer Heilzauber wird häufig an drei bestimmten Tagen geübt: einen Schwerkranken trägt man an drei aufeinander folgenden Freitagen nachts zwischen zwölf und ein Uhr dreimal um die Kirche 101; 102; einen Bruch berührt man an drei Freitagen mit der eisernen Zinke einer Egge 103; gegen die Gicht kriecht man an drei aufeinander folgenden Sonntagen bei abnehmendem Mond und vor Sonnenaufgang stillschweigend rückwärts durch einen Lochbaum 110; in Segensformeln tritt die Zahl drei oft auf: drei Jumfern 358; drei Rosen 373; 381; drei Blümelein 374; drei Nagel 377; drei Küürn 379; drei Reiser 382; 435; drei Briefe 390; 'idt gingen drei dumme junckfrouwen, idt gingen drei wise junckfrouwen, se wolden gan in den busk und söken dat rusk' (Ro 1532) Nd. Kbl. 12, 36; ebenso im Abwehrzauber: einer Kuh, die zu wenig Milch gibt (die also behext ist), gibt man drei Messerspitzen Penningspulver in Brot ein Bartsch 2, 151; wenn die Butter nicht geraten will, schüttet man drei Löffel davon stillschweigend ins Feuer 137; den Kühen wirft man beim ersten Austrieb drei Hände voll Salz über den Rücken 142; einer gekauften Katze zieht man drei Haare aus dem Nacken und verbirgt diese an einem dunklen Ort 140; drei Kreuzknoten in der Peitschenschnur schützen gegen Behexung 465; Orakel: drei brennende Lichter in einem Raum deuten auf eine heimliche Braut 56; fallen einem Mädchen drei Blutstropfen aus der Nase, dann ist der Schatz untreu 58; wenn drei Paare an einem Tag getraut werden, so haben sie kein Glück 70; die Starkenkälber, welche drei Tage vor oder drei Tage nach Vollmond geboren werden, geben die beste Milch 199; Märchen- und Sagenzüge: drei rote Mäuse kommen aus dem Feuer, in welchem die Hexe verbrannt wurde, hervor 1, 110; drei wunderschöne Blumen wachsen auf dem Grabe der unschuldig Verurteilten 111; drei aschgraue Männer gehen um 209; drei verwunschene Jungfrauen wandeln allmonatlich in der Nähe von SchöSchönberg@KlützKlütz 270; drei Jungfern tanzen im Küselwind Wo. Sag. 1, 185; drei Aufgaben darf man dem Teufel stellen 196; ein verzaubertes Mädchen kann nur alle hundert Jahre an drei Abenden erlöst werden 269; drei Tage vor dem Tode sucht sich der Sterbende seine Grabstätte aus 2, 88; die ersten drei Tage kehrt der Tote oft zurück GüGüstrow@SchwaanSchwaan; s. dreimal, drüdd'. — Mnd. drê, drî, dr. — Br. Wb. 1, 243; Dä. 86b; Kü. 1, 360; Me. 1, 841.
6107 Zeichen · 39 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    DreiDas

    Campe (1807–1813) · +11 Parallelbelege

    Das Drei , des — es, d. Mz. ungew. drei einzelne Dinge als ein Ganzes betrachtet. »Das Drei der vortrefflichsten Barden,…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    drei

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    drei in adj Gebrauch vereinzelt im Dat flektiert, in substantivischem u ellipt Gebrauch im Nom u Akk auch -e A bezogen a…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Drei

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Drei , die erste ungerade Zahl nach der Einheit und die erste ungerade Primzahl. Die Dreizahl (Trias) ist die erste, mit…

  4. modern
    Dialekt
    drei

    Bayerisches Wörterbuch · +8 Parallelbelege

    drei Band 4, Spalte 4,325f.

  5. Sprichwörter
    Drei

    Wander (Sprichwörter)

    Drei 1. An dreien ist kein Segen: an dem, der alles kauft, an dem, der sich immer nur auf die Verdienste seiner Aeltern …

  6. Spezial
    drei

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +2 Parallelbelege

    drei num. card. trëi ▬ drei Wochen nachher trëi edemes dedô ; drei auf einen trëi sön un ; drei Paar trëi pers ; drei ho…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit drei

1.458 Bildungen · 1.453 Erstglied · 3 Zweitglied · 2 Ableitungen

drei‑ als Erstglied (30 von 1.453)

Drei(j)er

Idiotikon

Drei(j)er Band 14, Spalte 33 Drei(j)er 14,33

Drei(j)ēt

Idiotikon

Drei(j)ēt Band 14, Spalte 41 Drei(j)ēt 14,41

Dreiangel

SHW

Drei-angel Band 1, Spalte 1701-1702

Dreibein

SHW

Drei-bein Band 1, Spalte 1701-1702

dreibeinig

SHW

drei-beinig Band 1, Spalte 1701-1702

Dreibock

SHW

Drei-bock Band 1, Spalte 1705-1706

Dreibord

SHW

Drei-bord Band 1, Spalte 1705-1706

Dreidistel

SHW

Drei-distel Band 1, Spalte 1705-1706

dreidoppelt

SHW

drei-doppelt Band 1, Spalte 1705-1706

Dreidraht

SHW

Drei-draht Band 1, Spalte 1705-1706

Dreidrudel

SHW

Drei-drudel Band 1, Spalte 1705-1706

Dreieck

SHW

Drei-eck Band 1, Spalte 1705-1706

dreieckig

SHW

drei-eckig Band 1, Spalte 1707-1708

dreiern

SHW

drei-ern Band 1, Spalte 1707-1708

dreifach

SHW

drei-fach Band 1, Spalte 1707-1708

dreifarbig

SHW

drei-farbig Band 1, Spalte 1707-1708

Dreifuß I

SHW

Drei-fuß I Band 1, Spalte 1707-1708

Dreifuß II

SHW

Drei-fuß II Band 1, Spalte 1707-1708

Dreigappe

SHW

Drei-gappe Band 1, Spalte 1707-1708

dreigedreht

SHW

drei-gedreht Band 1, Spalte 1707-1708

drei als Zweitglied (3 von 3)

mundrei

KöblerGot

mund·rei

mundrei , sw. F. (n) nhd. Ziel ne. goal, aim (N.), objective (N.) ÜG.: gr. σκοπός; ÜE.: lat. destinatum Q.: Bi (340-380) I.: ? Lbd. gr. σκοπ…

Plädrei

DRW

Plädrei, f. zu frz. plaiderie wie Pladierung vgl. Plet nach welscher gwonheit mit vil missbruͥchen und pledrîen beladen 1529 FWB. IV 509

Quaterdrei

Wander

quater·drei

Quaterdrei 1. Quaterdrey halten was frey. – Luther's Ms., 13. 2. Quaterdrei spielen. Ein im Mittelalter sehr beliebtes Würfelspiel.

Ableitungen von drei (2 von 2)

bedreïen

LothWB

be-dreïen [bedréïən, Ptc. bedrun, bədrú D. Si. ] tr. v. betrügen. Davon:

dreie

KöblerMnd

dreie , M. nhd. Strudel E.: s. dreien? L.: MndHwb 1, 472 (dreye) Son.: jünger