dreck,
m. den pl. drecker
bemerkt nur Stieler 345.
coenum, lutum, limus; das gleichbedeutende kot
ist minder derb und gilt für anständiger. ahd. und mhd. drec Graff 5, 253. Ben. 1, 388
b.
niederd. drek
Brem. wörterb. 1, 244.
niederl. drek,
engl. dregs,
isländ. þreckr,
schwed. und altdän. träck,
dän. dräk.
das wort ist dunkler abkunft und kommt im ahd. und mhd. sehr selten vor, wie das gleichbedeutende kât kôt;
man gebrauchte horo hor.
auch im dänischen ist skarn, dynd
dafür üblich. im engl. heiszt dregs
eigentlich bodensatz, hefe und für die allgemeinere bedeutung wird dirt
gebraucht. 11.
unreinigkeit, schmutz. dreck am leib
sordes. papier mit dreck bestrichen oder beschlirpet, besupplet Maaler 92
b. die kleider wurden im vol schaben (
ungeziefer), das ich im sie im dreck liesz liegen
Fastnachtsp. 565, 26. in des lief der ein hund hinwegk das er von augen wusch den dreck und seine wunden liesz verbinden Rollenhagen
Froschm. Qv.
vergl. dreckig. bedrecken bedreckern
inquinare. 22.
weiche erde, der vom regen flüssig gewordene staub auf wegen und straszen, schlamm auf dem grund des wassers, lehm, thon, verfaulter unrat. der begriff des widerlichen und ekelhaften liegt nicht notwendig darin wie in unflat. man kehrt den dreck auf der gasse zusammen und führt ihn in wagen weg. darumb pit ich euch vast und ser, ir steurt mich armen auf den weck, ee in dem april kum der dreck, das ich vor kot nit wandern müg
Fastnachtsp. 35, 4. ich (
der sich im kot gewälzt hat) was mit dreck also überzogen das ich het ab ze keren mit aim pesen 333, 14. (
ich) stiesz den jungen lappen inn dreck 756, 20. also thuont die schmeichler, sie seind frösch die kracken (
quaken) allwegen und sitzen in dem treck Keisersberg
Sünden des munds 33
b. du thuost wie ein sau, die gat mit den füszen in den trog und hat den trüssel auch darin und leit (
liegt) also in dem trecke zwülen 82
a. aber das erst das du thuost, so kotzest du das bet vol von nechtiger füllerei, und ist dir das maul vol schaums, und es stinkt dir als hettestu treck fressen 82
a. die vierd eigenschaft eines wisen vernünftigen bilgers ist daz er hab einen guoten groszen starken stab, an dem er sich müg heben uf, das er nit in den treck fall, und ob er gefallen wäre, das er sich an dem stab wider uf züg und uf heb usz dem treck
ders. Bilger 21
b. (
Witzel) suocht den unflat herfür, wie ein saw die lieber dreck reucht weder (
als) muscaten oder lavendelblumen Alberus
widder Jörg Witzeln F 8
a. und brucht die holzschuo uf der gassen, do er ein pfeningwert (
ein wenig) drecks möht fassen. Brant 44, 20. den dreck bei den thüren dannen thun Maaler 92
b. kriegsleut müssen in nassen kleidern und schuhen auf der harten erden und im dreck, dasz sie auch oftermal nicht einen saubern stein haben unders häupt zu legen, sich behelfen Kirchhof
Milit. discipl. 116. denn sie (
die papisten) haben zu höchsten auf ihrs anhanges macht vertrawt, der grosze vesten aus dreck und stein gebawet.
Lustig gesprech der teufel (1542) 64
a. auf das du hoffest ist nichts, ist kat und erdtrich, zu dreck und aschen würd es wider werden, dar von es genommen ist
Petr. 103
a. da er in dem walde ein hütlin anfieng zu bawen, mit stro zu bedecken, mit dreck und kat die wende auffüren und kleiben 115
a. und würt ihm ergehen wie es allwegen groszen stetten ergangen ist, endlich in der aschen, dreck und kat ligen 219
b. (
sie) diesen vortheil haben, das sie weder stümpf (
strümpf) noch mentel betreppen, sondern den treck uber den kopf auszschlaudern Fischart
Garg. 41
a. (
sie) mag ihrs mausols aschen und treck saufen 69
b. hie ligt er im treck in aller sau namen, en jacet in trexis qui modo palger erat 94
b. und (
Ulysses) fand im hofe ligen im dreck ein grosze dicke schwarze saw,
er spricht zu ihr 'liegst bisz an den ohren im dreck und bald friszt ein ander dein speck.' Rollenhagen
Froschm. E iii. wenn man die stül uf benk wil setzen, die saw uf eines königs stul, die sonst gehört in dreck und pful Eyering 1, 466. häfen, krüg und deck sind all von einem dreck 3, 5. wie man der kinder oft musz lachen, wann sie aus dreck thun küchlein backen 3, 360. und sprach 'ist das nichten ein schand dasz der alt mann hie geht im dreck?' 3, 500. das wasser hat ein faulen geschmack gleichwie ein treck in einem sack Philander v. Sittew. einen im dreck umsülen, umwenden
in luto pervolvere aliquem Henisch 745. Stieler 345. einen mit dreck bewerfen Frisch 1, 204
c. wär ich nur ein dorn der hecke, welche schlau ihr röckchen ritzt, nur ein tröpfchen von dem drecke der an ihre wade spritzt. Hölty
Petrarchische bettlerode im Almanach der deutschen musen 1779
s. 237. zieh, schimmel, zieh im dreck bis an die knie
Wunderhorn 2, 87. da liegt nun (
im grab) der esel die queer und die lenge, der oftmals gesteckt hat in liebesaffairen, zu drecke musz werden
Volkslied. du spottgeburt von dreck und feuer Göthe 12, 185. ihr non plus ultra jeder zeit war 'gott zu lästern und den dreck (
die materie) zu preisen'. 56, 22.
bildlich. also stoszestu dein zung auch in den treck der wüsten schamperen wort die du redest, so doch gott dir die geben hat darumb das du in loben soltest Keisersberg
Sünden des munds 82
a. als ob alles das, das da geschickt ist, sich in dem treck der zeitlichen ding solt sudeln 83
b. 33.
mist, excrementum. ein gefroren dreck
stercus congelatum Diefenbach
Wörterb. von 1470
s. 257. dreck
merda, stercus Voc. incip. teut. d 4. mist, kat, dreck Dasyp. 232
a. 317
d. Maaler 92
b. dreck treck,
mist, kot, unflat Henisch 744. dünn dreck
foria Dasypod. 316
d. Maaler 92
b. ich hœre nâch der wîsen sage daz er ein swære bürde trage, der rîfen drec verhaben sol
Lieders. 3. 493, 31. weicher dreck
foria Stieler 345. Frisch 1, 204
c. sag, dreck, was gelucks hast vor in allen? ich hab kein kraut im pauch: was ist mir nur enpfallen? ir habt gar wol kennt mein complex: ich pin ein vater dises drecks
Fastnachtsp. 216, 18. ein dreck mit dem andern lassen farn 216, 35. von stund satzt sich der dreck zu haufen 217, 20. nit darumb das es in deinem bauch zuo dreck würde Keisersb.
Sieben schwerter und scheiden ee 5
d. alles was die welt thut, arbeit, scherz, geiz, finanz, leib und seel wehe thut, gschicht alles umb eines drecks willen, das man damit dem bauch dient, zu essen und trinken hat, das ubernacht zu dreck wirt Henisch 745. die katzen verscharren ihren dreck Frisch 1, 204
c.
s.gänsedreck. hundsdreck. hühnerdreck. geiszdreck. kuhdreck. mäusedreck. mückendreck. pferdsdreck. prophetendreck. schnepfendreck. taubendreck. teufelsdreck.
vergl. bienendreck. 44.
bildlich, etwas unbedeutendes, schlechtes, nichtswürdiges, quisquiliae. um einen dreck sich zanken. um jeden dreck sich bekümmern. und gebt uns hindennoch (
nach den verheiszungen) ein dreck.
Fastnachtsp. 185, 21. ich red, wär mir das maul verschoben (
zugestopft), das du dein dreck (
schlechte waare) wol kannst loben 477, 30. sprich ich (
zu meiner frau) 'richt an', si spricht 'der dreck ist noch nicht gar gesotten'
Meisterlieder Berlin. handschr. f. 23.
nr. 89. so wird er doch zu letzt umbkomen wie ein dreck
Hiob 20, 7. und acht es für ein dreck
Phil. 3, 8. da sehen sie mich von herzen gern. als käm in ein dreck von Salzburg her. Mart. Montanus
Titus und Gisippus E ij. tragen ein dreck auf eim küssen herum Fischart
Garg. 51
a. je, du diebischer kopf, hast du den dreck denn gar müssen vergessen! Andr. Gryphius 733. er thut etwas drauf (
rem hanc concacat), er achtet es für dreck Frisch 2, 373
c. siehst du (
Göthe), im vergleich mit dem was du in der welt sein könntest und nicht bist, ist mir alles was du geschrieben hast, dreck Mercks
Briefe 1, xvii.
in Straszburger mundart, müszt nit glich alle dreck rus sagä, wenn ihr nit wöllt d'schellenkapp tragä. H. L. Wagner
Prometheus, Deukalion und seine rezensenten (
Göttingen 1775). das ist doch nur der alte dreck, werdet doch gescheiter! tretet nicht immer denselben fleck. so geht doch weiter! Göthe 4, 355. religion, empfindsamkeit 's ein dreck, ist lang wie breit 57, 254. du nächstens im Mercurius wirst finden was von meiner musz', und freut mich recht von herzens grund, wenn dir der dreck gefallen kunt Gotter
bei Göthe 56, 69. 55.
gar nichts. gesteigert, du bist einem dreck sein dreck Schmeller 1, 413. mîn lîp, mîn muot eins dreckes wert. Stolle
MSHag. 3, 7
a. du kanst ain dreck von puolschaft gatzen.
Fastnachtsp. 338, 16. du solt ein dreck fur zucker han 478, 17. wo er das nicht thut, ist sein ding ein dreck Luther 3, 34. stellen sich als gäben sie einen dreck auf iren natürlichen erbherrn und landesfürsten 3, 48. wie den papisten bisher an mir so mancher ruhm ist zu dreck worden 3, 337. (
ich) gestehs dasz ich ein dreck das lob und den ruhm verdient hab, den ich mir durch mein wenige lobberedtsamkeit zwegn bracht hab Schwabe
Tintenf. B 4
b. pro primo hat uns der herr Breitinger aus Zurich ein dreck zu befeln 11. macht es (
ihr) ein büebel oder ein mädel drausz, liegt mir ein treck dran 30. ich kan bei meiner sechs kein treckl dafür 40. 's wird einen dreck nutzen H. Leop. Wagner
Kindermörderin (1776) 11. einen dreck soll er kriegen Bernd
Deutsche sprache in Posen 42. keinen dreck ist es wahr Tobler 150
b. 66.
in diesem sinn auch eine ausrufung, eine gemeine abweisung. ein drek! was hastu do zu naschen! Hans Folz
in Haupts zeitschr. 8. 513, 112. Steffl Löll, potz dreck! du nimbst mirs eben auszm maul H. Sachs 4. 3, 25
a. der dieb, potz dreck! kost uns vor mehr dann zehen kreuzer die acht tag 25
b. botz dreck! ich mein es nicht also 69
a.
Helkia sagt zum Johann Claus narren ein dreck auf deine nase! du bist ein wunderlicher mensch das du so von einem auf das andere fellest
Hibeldeha D iiij.
diese abweisung hört man noch jetzt bei dem gemeinen volk H. Leop. Wagner
Kindermörderin 93.
K. und aus dem reime wird confect.
P. dir einen dreck auf den confect! schimpfiere die sprache nicht (
durch den undeutschen ausdruck) Chr. Weise
Poetenzunft 12. 'ha, gesell, das hat hie nicht blatz, spars auf ein andermal'. 'ein treck!' sagt Kampfkeib, 'ich hab gefelet, ich will den sprung verbessern' Fischart
Garg. 230
b. 'treck! treck!' sprach Picrochol 264
b. ein dreck auch! Bernd
Deutsche sprache in Posen 42. 77.
redensarten. einen zu dreck schlagen
exossem aliquem reddere, wie einen zu brei schlagen,
s. oben 354. ich schlüg dich schier zwischen die orn das du furpas dein maul hieltst uber ein dreck
mit dem gesicht auf den dreck fielst Fastnachtsp. 88, 16. weil die bösewichter nicht wöllen büszen, sondern dazu das evangelium verdammen, gottes wort lestern und schenden und sich putzen, so sollen sie auch iren dreck widerumb riechen aufs aller schendlichst Luther 5, 283
a. denn als michs ansiehet, so wills dreck regen (
regnen),
es steht unglück und strafe bevor, denn unsere sünde will gott heim suchen Luther
Briefe 5, 400. 584. dreck fressen
unzüchtige worte und lieder vernehmen Henisch 745. wenn eim das glücke thut entlaufen, schlegt jederman dreck auf mit haufen (
verhöhnt ihn jedermann): wer schaden und den unfall hat, der darf nicht sorgen für den spott Wolgemut 2, 343. in den dreck treten
etwas unangemessenes, unrechtes thun und es damit bei jemand verderben, sich in ungunst setzen. er hat bei seiner partei in den dreck getreten, und sie will nichts mehr von ihm wissen. ich sag dir es hebt sich schier ein schimpfen das man euch paid umbzeuht im dreck
schmäht, beschimpft. Fastnachtsp. 788, 8. sie wöllen nit leiden das man in iren dreck under das antlütz werf Keisersberg
Has im pfeffer Ee 1
b. und wenn gleich tages darauf zehn troszbuben sich aufmachen mich auf offenem markte mit dreck zu werfen Wieland
in Mercks briefsammlung 1, 195. etwas mit einem dreck versiegeln
schlecht bewähren. bapst Julius liesz auch das sacrament in drei theil teilen und mit dem keiser Maximilian und dem könige zu Frankreich ein ewige verbundnis machen, gleich wie gott der vater, son, heiliger geist ein gott ist, so fest solt solche einigkeit auch sein: aber es hiesz gar bald hernach 'den brief mit dreck versiegelt' Luther 6, 164
a. sein wort sind mit eim dreck versigelt Eyering 2, 57. er wil den dreck mit dreck versigeln 2, 436. Henisch 745. damit es nit nun erst das letzte mit eim dreck versiegele und dem kübel den boden auszstosze
Eselkönig 148. der durchlauf hat den landgraf hier weg gejagt, also seine reis mit verlof mit einem dreck besigelt worden Elisab. v. Orleans 48. dreck am stecken (
stock in der hand) haben
böses im schilde führen, es ist dreck am stecken
es sind böse absichten dahinter verborgen Weigand.
Häufig bezeichnet dreck
einen niedrigen, hilflosen, armseligen, verächtlichen zustand. er ist endlich aus dem dreck heraus
in einer bessern lage. du ligst im treck bitz über die oren. wenn man ein frösch uf ein küssen setzt, so springt er glichs wider herab in treck; er mag auf dem küssen nit bliben. also auch bist du im treck gelegen und gott hat dich gesetzt uf ein sammeten küssen Keisersb.
Postill 3, 79
b.
bei Rollenhagen
lautet das sprichwort der frosch hüpfet widder in pfuel, säsz er gleich auf eim gülden stuel
Froschmeus. Gv 3. auf das hiemit des Carlstads lügen im dreck lige Luther 3, 72
b. und ligt also das schlesische tuto ja so tief im dreck 3, 495
b. 503
b. der satan gedacht durch seine augspurgische confession (
das interim) unser augspurgische confession untertrucken, aber unsere stehet noch und seine ligt im dreck, gott sei lob in ewigkeit Eras. Alberus
widder die verfluchte lere der Carlsstadter (
Newenbrandenburg 1594)
vorr. bl. 13
b. ich solt euch allen obgesiegen, wiewol mein sach im dreck musz liegen H. Sachs 3. 3, 17. so lieget sturm und streit und aller trotz im drecke. Logau 1, 199, 16. da zerbrach der topf und der honig und all seine anschläge lagen im dreck Schuppius 246. der karren ist einmahl in dreck geführt (
die sache ist verdorben), nun wird mich mein sehen viel helfen Chr. Weise
Comödienprobe 251. im dreck stecken bis über die ohren
sagt man von einem der viel schulden hat. er sitzt im dreck
es geht ihm schlecht, er lebt in armut. er steht also tief im dreck als ich
in eodem haesitat luto, idem nos morbus tenet Henisch 745. ich thät euch eseln eine ehr an, wie mein vater Jupiter vor mir gethan: wollt eure dummen köpf belehren und euren weibern die mücken wehren, die ihr nicht gedenkt ihnen zu vertreiben; so mögt ihr denn im dreck bekleiben. Göthe 13, 105. eine klage gegen den schuldner kann nichts helfen, denn er hat nichts, die kosten wären also in den dreck gefallen
verloren. diese menschen die also den berg ablaufen, die werden viel böser dann die menschen die allwegen in sünden gelegen seind, wann si fallen tiefer in den dreck hinab Keisersberg
Has im pfeffer Aa 4
c. ein jeder will seine beschwerung auf den bundeskragen laden und damit seinen vortheil gewinnen, und dadurch geschiehet dasz oft einer mit dem andern in dreck fällt Schuppius 46. nur eitel ehr felt bald in dreck
geht zu grund. Soltau 1, 477. der mann ist mit der nase in dreck gefallen
Siegfr. v. Lindenberg 2, 162. wir wollen den kerl gewaltig curieren und über die ohren in dreck 'nein führen Göthe 13, 66. sahen aber nicht das das tuto würde sie bei dem kelch augenblicklich in dreck treten Luther 3, 68. man hat mich in den dreck getretten und gleich geacht dem staub und aschen
Hiob 30, 19. wirft uns der wein schon in treck nider, gehn wir doch morgen zu ihm wider. Fischart
Garg. 98
b. ich dachte damals weil der grosze mann bisz in den tod sich mit der logic schleppe, so sei es unmüglich dasz ich armer pennal aus dem dreck herfür kriechen könne Schuppius 817. das ist so übrig wie dreck zu weihnachten Weinhold
Schles. wörterb. 15
b. ich schämte mir den dreck aus den augen
das. der kerl thut als wäre dreck sein vetter,
von einem hochmütigen das. er hat dem dreck ein schmätzerlein gegeben
ist in den koth gefallen und hat sich beschmutzt Frommann
Mundarten 3, 358. der narr meint ich werde eine komische oper schreiben, und so gerad auf ungewis, auf glück und dreck Mozart
an seinen vater bei Jahn 2, 149. 88.
sprichwörter. ie mer man den dreck rurt, ie fester er stinkt.
Fastnachtsp. 527, 17. Eyering 3, 88. den dreck soll niemand rütteln, er stinkt nur desto mehr Henisch 745. man soll den dreck ungerürt lassen, das ist, die (
l. die nicht) erzürnen die schaden mögen,
crabrones non sunt irritandi das. man sol einen alten dreck nicht wieder aufrühren
in erinnerung bringen. wiewol es nicht zu rathen ist, den dreck weiter zu rütteln Luther 6, 326. und was ist nütz das ich allen dreck des teufels rüre? 3, 456. was soll ein dreck, wann er nit stinkt? Brant 67, 77. ir hangt an mir wie dreck am rad H. Sachs 2. 4, 59. der dreck will immerdar mit am rad hangen Henisch 745. der dreck ligt ihm nahend bei dem herzen Frank
Sprichw. 2, 72
a. Henisch
setzt hinzu den jähzornigen 746. dem sprichwort nach, wer mit dreck ficht der bleibt von ihm nicht unbeschissen H. Sachs 4. 2, 118
a. treck lescht auch fewer Agricola
Sprichw. wer kein wasser hat, der löscht mit dreck Henisch 746. wer mit einem dreck rammelt, er gewinne oder verliere, so geht er beschmissen davon Chyträus
Hundert fabeln 33. wer mit einem dreck ringet, er gewinn oder verliere, so bekompt er doch beschissen hend,
hoc scio pro certo, quod si cum stercore certo, vinco vel vincor, semper ego maculor Henisch 746. er gleist wie ein dreck in einer latern Frank
Sprichw. 1, 25
b. der fäulsten saw gehört alweg der gröszte dreck 26
a. Henisch 745. dieser musz gewis groszen lust zu treckkauen tragen, der auch den sack davon friszt und noch an den zipfeln will nagen Fischart
Garg. 82
a. wer zu hoch fliegen wil, felt zuletzt gar in dreck. Eyering 3, 551. einem hörer an der wand gibt man einen dreck in die hand Petri
Sprichw. T iij. er meint sein dreck sei muscate.
aus Henisch 745. 746. er will könig oder dreck sein
victor aut victus. wir sind alle eines drecks
ab uno omnes principio sumus et idcirco ne efferamur. zwischen zweien stülen mit dem hindern im dreck sitzen. sich mit dreck waschen, sich mit kolen weisz machen. ich hab kein prophetendreck gessen
Davus sum, non Oedipus. der dreck musz den misthaufen mehren, das ist, gleich gesellet sich zu gleichem, ein unflat zum andern. ein dreck weschet den andern ab. kindes will ist eines dreckes wert. wenn man zu viel auf einen bissen nimpt, so bricht er und felt wol gar in den dreck. wem dreck wol gefelt, der ist nicht ehren wert.
aus Kirchhofer. es ist nichts, wenn einer aus einem armen hintern einen reichen dreck scheiszen will 249. man mags anfangen wie man will, so musz man sieben pfund dreck zum jahr fressen 253.
aus Simrock. der hat seinen dreck nicht weggethan, der ihn unter sein fenster fegt 1695. wenn der dreck mist wird, will er gefahren sein 1697. er denkt nicht dasz dreck sein vetter ist 1698. wenn es schneit in den dreck, so friert es dasz es bäckt 1700. wenn es friert in den dreck ist der winter ein geck 1701. schneit es in den dreck, so geht man drüber weg 1702.
in Nürnberg sagt man, wenn jemand bei einer unternehmung nicht glücklich gewesen ist, sich auch wol lächerlich gemacht hat, er hat dem dreck eine maulschelle gegeben
d. h. er ist in den dreck gefallen Frommann
Mundarten 3, 358. Simrock 1696. 99.
der überrest der bei dem auslassen der butter zurückbleibt (
s.schmalzdreck),
bei dem auspressen der wachsscheiben im tuch oder beutel (
s. immendreck). 1010.
im hüttenwesen der kupferrauch, wenn er, zerstückt und mit warmem wasser übergossen, mit eisernen haken durcheinander gezogen wird.