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Degen

mhd. bis spez. · 25 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Wander
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Eintrag · Wander (Sprichwörter)

Degen

Bd. 1, Sp. 568
Degen 1. Degen lat den Jungen gân, Junge lat den Degen gân.Richey, 34. Spott auf der, denen man den Bratspiess zu früh angehängt hat. Lat.: Quis generum meum gladio alligavit. (Cicero.) 2. Degen und Geld wollen kluge Hände, sonst bringen sie ein schlimmes Ende. – Körte, 832. 3. Degen, wo willst den Bub hinträgen.Kirchhofer, 261. 4. Den Degen muss man nicht ohne Ursache ziehen und nicht ohne Ehre einstecken. – Winckler, I, 83. 5. Denn darf ich keinen Degen mehr tragen. – Schweiz; Kirchhofer, 71. Aus den Zeiten, wo der Degen die tägliche Zierde der Schweizer war. Tobler in seinem Appenzellischen, Sprachschatz bemerkt, wie man sich jetzt noch sehr gut darauf besinnen könne, dass der Degen so oft getragen wurde, als man bei besondern Anlässen sich öffentlich zeigte. Jeder Processführende musste vor den Gerichtsschranken mit einem Seitengewehr erscheinen. Im Jahre 1786 blieb es den Communicanten überlassen, ihn bei der Communion zu tragen oder nicht. An einzelnen Orten war es Sitte, dass der Bräutigam und der Brautführer bei der Einladung zur Hochzeit einen Degen trugen. Wenn nun das Tragen des Degens eine Ehre war, so ist es klar, dass mit einer entehrenden Handlung dies Ehrenrecht verloren ging. Wenn man einem nicht glauben will, so sagt er im Scherz, er dürfte keinen Degen mehr tragen. 6. Der Degen nützt die Scheide ab. 7. Ein anderes ist der Degen, ein anderes die Feder. – Eiselein, 112; Simrock, 1518. Lat.: Alia res sceptrum, alia plectrum. (Erasm., 251; Seybold, 17; Philippi, I, 18; Binder I, 35; II, 114.) 8. Ein Degen hält den andern in der Scheide. – Körte, 833. Das Bewusstsein eigener Schuld macht, dass man die eines andern verschweigt. Oder gewöhnlicher und wol angemessener: Muth und das Gefühl der Kraft, das man von einen andern kennt, macht, dass man ihn unangegriffen lässt. Frz.: Mesurer son épée à celle de quelqu'un. 9. Es gibt mehr Scheiden als Degen. 10. Gute Degen leiden keine Zänker. 11. Hast du einen Degen, so hab' ich einen Bratspiess. Lat.: Si tibi machaera est, et nobis est domi urbina. (Philippi, II, 192.) 12. Ich habe ein Degen und du hast ein Schwerdt. – Sutor, 207. 13. Jeder Degen hat seine Scheide, aber nicht jede Scheide ihren Degen. – Eiselein, 113; Simrock, 1517, 1519. 14. Man muss sich nicht zwischen zwei Degenspitzen drängen. Holl.: Het is zorgelijk, zich zelven tusschen twee degens te werpen. (Harrebomée, I, 123.) 15. Man soll einen Degen sechzig Jahre tragen, um einer einzigen bösen Stunde willen. – Pistor., III, 46; Simrock, 69. n.: For en ond times skyld, bær man degen altid. (Prov. dan., 108.) 16. Mein Degen schneidet auch. Es fehlt mir nicht an Kraft, an Muth und Hülfsmitteln zur Vertheidigung. 17. Mit einem kurzen Degen kann man keine langen Stiche machen. Kleine Kräfte reichen nicht weit. Frz.: Son épée est trop courte, il n'y saurait attendre. 18. Wer den Degen ausspielt, dem wird der Degen zugegeben. – Sprichwörtergarten, 185. Frz.: Si tu me donnes des pois, je te donnerai des fèves. 19. Wer den Degen gegen seinen König zieht, muss die Scheide ins Feuer werfen. Holl.: Die eens den degen getrokken hebben tegen hunnen overheer, moeten de scheede wegwerpen. (Harrebomée, I, 123.) 20. Wer den Degen gemacht, der mache auch die Scheide. 21. Wer den Degen hat, bekommt auch leicht die Scheide. – Winckler, XVII, 8. 22. Zu solchem Degen gehört eine solche Scheide. 23. Auf seinen Degen klopfen. Holl.: Hij klopt op zijn' degen. (Harrebomée, I, 124.) 24. Den Degen nach der Scheide beurtheilen. – Parömiakon, 113. 25. Der allerbeste Degen, der je ein Schild getragen. – Eiselein, 113. 26. Einem den Degen in die Hand geben. 27. Er hat noch keinen Degen gesehen, als beim Schwertfeger. 28. Er war ein auserwählter Degen. – Eiselein, 113. 29. Es ist ein hölzerner Degen in einer blechernen (goldenen) Scheide. Holl.: Dat is een looden degen in eene gouden scheeden. (Harrebomée, I, 123.) 30. Es ist ein kühner Degen. – Körte, 833. Von einem tapfern Streiter. 31. Mit dem Degen in der Hand ein Almosen begehren. 32. Sein Degen ist noch eine Jungfer. Ist noch nicht im Kampfe gebraucht worden. Holl.: Zijn degen is nog maagd. (Harrebomée, I, 124.) 33. Sein Degen ist zu kurz. Holl.: Zijn degen is te kort. (Harrebomée, I, 124.) 34. Sein Degen verrostet nicht in der Scheide. Holl.: Zijn degen is niet in de scheede verroest. (Harrebomée, I, 124.) 35. Sich um den Degen schlagen, der noch beim Schwertfeger ist. 36. Sie haben die Degen gemessen. Haben sich geschlagen. [Zusätze und Ergänzungen] 37. Den Degen eines verzagten Soldaten und die Feder eines ungelehrten Doctors soll man zusammenbinden; ihre Kinder kommen an den Bettelstab. – Harssdörffer, 123. 38. Man soll den Degen in der Scheide lassen, bis Noth ist, ihn zu ziehen. Frz.: Il ne faut jamais se faire blanc de son épée. (Lendroy, 144.) 39. Wer den Degen führen kann, ist zum Weiben der beste Mann. »Wer seinen Degen nah als ein Soldat zu führen, dazu den Klepper weiss ohn Arbeit zu regieren, ja auch mit Männlichkeit den Feind bestreiten kann, dem stehet ohn Verweis auch noch das Lieben an.« (Gerlach, 173.) 40. Er hat 'n Degen so lang wie ein Kuhschwanz, aber er hat noch kein Fliege mit beleidigt. (Breslau.) 41. Mit einem bleiernen Degen fechten. Holl.: Hij kompt met een looden degen. (Harrebomée, I, 124.)
5311 Zeichen · 166 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    DEGENstm.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +11 Parallelbelege

    DEGEN stm. dolch, franz. dague . mit schwert degen und gleffen Kaspar v. d. Rhön. heldenb. s. 220. a. H. vgl. Diefenb. g…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    degenM.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +9 Parallelbelege

    degen , M. Vw.: s. dēgen (2)

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    2. Dêgen

    Adelung (1793–1801) · +10 Parallelbelege

    2. * Der Dêgen , des -s, plur. ut nom. sing. ein nunmehr völlig veraltetes Wort, welches ehedem einen Kriegesmann, einen…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Degen

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    2 Degen Krieger, Streiter ein alter Husaren-Officier .. Der alte D. 33,157,4 Camp [ für: spada ] 43,94,2 Cell I 6 uö ‘Sa…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Degen

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Degen , ehemals gleichbedeutend mit Schwert, jetzt Stoßwaffe mit langer, gerader Klinge, Parirstange, Bügel u. Stichblat…

  6. modern
    Dialekt
    Degen

    Bayerisches Wörterbuch · +7 Parallelbelege

    Degen Band 3, Spalte 3,1451f.

  7. Sprichwörter
    Degen

    Wander (Sprichwörter)

    Degen 1. Degen lat den Jungen gân, Junge lat den Degen gân. – Richey, 34. Spott auf der, denen man den Bratspiess zu frü…

  8. Spezial
    Degen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    De|gen m. (-s,-) 1 (auch ‹sport› ) spada (-des) f. 2 (Säbel) sabla (-les) f. ▬ den Degen ziehen svainé la spada, trá for…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit degen

261 Bildungen · 147 Erstglied · 109 Zweitglied · 5 Ableitungen

degen‑ als Erstglied (30 von 147)

degenbalt

KöblerMhd

degen·balt

degenbalt , Adj. nhd. kühn, heldenhaft, männlich, tapfer E.: s. degen, balt W.: nhd. DW2- L.: Lexer 379a (degenbalt)

degenband

DWB

degen·band

degenband , n. porteépé. Fichte Franz. revol. 193 . s. degenquaste . degenschleife.

degenbuße

DWB2

degen·busse

degenbuße f. bußgeld für jmdn., der ohne degen den gottesdienst besucht: 17./18.jh. schweiz. id. 4,1752.

dëgenen

Lexer

dege·nen

dëgenen swv. zum dëgen, helden machen. niht lebt ein junger ritter baʒ gedegent (: gesegent) j.Tit. 1513.

Degĕner

Meyers

dege·ner

Degĕner (lat.), entartet, der Entartete oder »Unartige«, Beiname Albrechts II., Markgrafen von Meißen (gest. 1314; s. Albrecht 14).

degeneratio

MLW

degen·e·ratio

degeneratio , -onis f. damnum comparis nobilitatis — Einbuße der Ebenbürtigkeit : 1 gener.: Rup. Tuit. trin. 7,12 l. 542 in initio narration…

Degeneration

Pfeifer_etym

degen·e·ration

generieren Vb. ‘erzeugen, produzieren’, entlehnt (16. Jh.) aus lat. generāre ‘(er)zeugen, erschaffen, hervorbringen’, abgeleitet von lat. ge…

DEGENERATIONS

DWB2

DEGENERATIONS-. 1 zu degeneration 1 . bezeichnungen für vorgänge, entwicklungsstufen und ergebnisse des degenerationsvorgangs bei lebewesen:

DEGENERATIV

DWB2

DEGENERATIV adj. lehnwort aus ne. degenerative adj. auf degeneration beruhend: 1912 ein solches objekt kann aus erzeugnissen der religiösen …

degeneraziun

LDWB1

degeneraziun [de·ge·ne·ra·ziụŋ] f. (-s) 1 Degeneration f ., Entartung f., Abart f. 2 ‹biol, med, fis› Degeneration f ., Entartung f.

degeneré

LDWB1

dege·nere

degeneré [de·ge·ne·rę́] I vb.tr. (degenerëia) 1 degenerieren, entarten, verkümmern 2 ‹fig› ausarten, ausufern II adj. (-rá, -rada) degenerie…

Degenereszenz

GWB

Degenereszenz botan: Umbildung von Pflanzenorganen; Pl [ für: dégénérescence ] N6,265,7 MetamPfl Wirkg 1830 vgl Umbildung Umwandlung Armin G…

degenerieren

Pfeifer_etym

degener·ieren

generieren Vb. ‘erzeugen, produzieren’, entlehnt (16. Jh.) aus lat. generāre ‘(er)zeugen, erschaffen, hervorbringen’, abgeleitet von lat. ge…

DEGENERIERUNG

DWB2

DEGENERIERUNG f. abl. von 1 degenerieren vb. 1. den vorgang des degenerierens bezeichnend: 1933 das fehlen der sehnsucht, höher zu gelangen …

degenero

MLW

dege·nero

degenero , -avi, -atum , -are degenerare . I c. sensu (in peius) deflectendi: A intrans. (medial.: p. 214, 18. 20. 35. al.; refl.: p. 214, 4…

degenfähig

DWB

degen·faehig

degenfähig , adj. berechtigt einen degen zu tragen. aber ich würde mir, sagt ich, wenn einer von ihnen stift- und degenfähig wäre, ein wahre…

degenfäsz

DWB

degenfäsz , n. wie degengefäsz. in geschehener bedankung regalirte er den hauptmann mit einem silbernen degenfäsz Ettner Maulaffe 869 .

degen als Zweitglied (30 von 109)

Haudegen

RDWB1

Haudegen m übertr. забияка, задира

Ballendêgen

Adelung

ballen·degen

Der Ballendêgen , des -s, plur. ut nom. sing. an einigen Orten so viel als ein Rapier, weil es vorn mit einem Ballen versehen ist. Daher auc…

bedēgen

MNWB

bede·gen

bedēgen (s. bedāgen), swv. , den Termin versäumen, ausbleiben.

behuldegen

MWB

behuldegen swV. ‘jmdn. begnadigen, jmdm. (bei jmdm.) Gnade verschaffen’ mit Akk.d.P. (und Dat.d.P.): so mag er in [den Totschläger] behalten…

bekundegen

MWB

bekundegen swV. ‘jmdn. anzeigen’ sitzit eyn man vndir vns, den vnse vettirn bekundigin odir beclagin UrkSchles(B) 18,29 (a. 1317) MWB 1 554,…

beleidegen

Lexer

beleide·gen

be-leidegen swv. verletzen. diu vlieg belaidigt des hund ôrn Mgb. 298,11. ain iegleich crêatûr ist belaidigt mit der sünd des êrsten mensche…

beschadegen

KöblerMhd

beschadegen , sw. V. nhd. beschädigen, benachteiligen, schädigen Hw.: s. beschaden; vgl. mnl. bescadigen, mnd. beschādigen, beschēdigen Q.: …

beschedegen

Lexer

be-schedegen swv. BMZ beschädigen Ludw. Dür. chr. ; ûf einen besch. zu dessen beschädigung ausziehen Chr. 4,26 anm. 2.

beschuldegen

MWB

beschulde·gen

beschuldegen swV. 1 ‘jmdn. beschuldigen, anklagen’ (vgl. beschulden 1 )2 ‘sich etw. (Lohn/Strafe) verdienen’ (vgl. beschulden 2 )    1 ‘jmdn…

bezwīdegen

KöblerMhd

bezwīdegen , sw. V. nhd. bewähren, bestätigen Q.: LexerHW (1485) E.: s. be, zwīden W.: nhd. DW- L.: LexerHW 1, 261 (bezwîdegen)

broddegen

MNWB

brod·degen

° brôtdēgen , (broddegen) , m. , (Bremer Domgeistliche) Brotspender? Vorsteher des Brothauses s. brôthûs 2 (Vgl. Grimm, Kl. Schr. 5, 327)? O…

brôtdegen

KöblerMnd

brôtdegen , M. Vw.: s. brōtdēgen

brūtdegen

KöblerMhd

brūt·degen

brūtdegen , st. M. nhd. Gemahl, Ehemann Q.: Mar (1172-1190) (FB brūtdegen) E.: s. brūt (1), degen W.: nhd. DW- L.: Lexer 27c (brūtdegen), MW…

dietdëgen

Lexer

diet·degen

diet-dëgen stm. BMZ das ganze volk überragender, im volke bekannter held Rul. Lampr. Lanz. Ernst B. 1199. Ab. 1,339. vgl. volcdegen.

ellentdegen

KöblerMhd

ellent·degen

ellentdegen , st. M. nhd. tapferer Kämpfer Q.: KvWTroj (1281-1287) E.: s. ellent, degen (2) W.: nhd. DW- L.: MHDBDB (ellentdegen)

endegen

MWB

ende·gen

endegen swV. ‘etw. beenden’ dise zit wurt geendiget an dem ostertage ElsLA 176,21 MWB 1 1617,41; Bearbeiter: Runow

entlëdegen

MWB

entlëdegen swV. 1 ‘jmdn. frei lassen’ 2 ‘jmdn. (sich)/ etw. (von etw.) befreien’ 3 ‘etw. (aus der Verpfändung) lösen’ 4 ‘jmdn. von etw. frei…

entlēdegen

KöblerMnd

entlēdegen , sw. V. Vw.: s. entleddigen*

erlēdegen

KöblerMnd

erlēdegen , sw. V. Vw.: s. erleddigen

fechtdegen

DWB

fecht·degen

fechtdegen , m. gladius praepilatus, rappier. Stieler 270. 1498 ; wenn der fechter mit dem fechtdegen getroffen wird. Butschky Patm. 204 .

Fêlddêgen

Adelung

feld·degen

Der Fêlddêgen , des -s, plur. ut nom. sing. ein Soldatendegen, zum Unterschiede von einem Galanterie-Degen, Studentendegen u. s. f.

Ableitungen von degen (5 von 5)

bedēgen

MNWB

bedēgen (s. bedāgen), swv. , den Termin versäumen, ausbleiben.

gedegen

DWB

gedegen , s. gediegen.

gedēgene

MNWB

gedēgene , n. , Dienstmannenschaft, Gefolge .