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degen

mhd. bis spez. · 25 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
48 in 25 Wb.
Sprachstufen
8 von 16
Verweise rein
99
Verweise raus
55

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

degen m.

Bd. 2, Sp. 895
degen, m. ein goth. þigns hat sich nicht gezeigt, ahd. degan Graff 119, mhd. degen Benecke 1, 309, altsächs. thegan, angels. þegen þên, altnord. þegn. es heiszt held, knecht und kind, ihm entspricht τέκνον, das sich zu τίκτω verhält, wie dëgen zu dîhen gedeihen, heranwachsen. die ursprüngliche bedeutung ist daher das erzeugte, der knabe, filius. in der alten sprache war sie noch bekannt, häufig ist degenkint, Konrad v. Würzb. sagt der niuweborne degen troj. krieg 520. 22756. 23353. es galt der gegensatz maget und degen Reinbots Georg 960. degen und dirne jüng. Titurel 3314. Christus hiesz der junge, der reine, der himelische degen, gotes degen. am häufigsten war die bedeutung von vir fortis et strenuus, held, kriegsmann, miles, immer ehrenvoll. hier nur ein beispiel, die starken Gunthêres man werten sich mit starken slegen: dô gelac degen wider degen Dietrichs flucht 9200. eigenthümlich ist der ausdruck des lîbes ein degen. wie verbreitet das wort war, zeigen die zusammensetzungen in eigennamen und andere wie edildegan drûtdegan heridegan swertdegan (bei Graff) brûtdegen gemahl, dietdegen oder volcdegen ein im ganzen volk bekannter held (bei Benecke). auch degenheit für tapferkeit kommt noch im 16ten jahrh. vor. vom 14ten jahrh. an kam es in abnahme. der Suchenwirt braucht es noch einmal vom Christkind, hie nidert sich der degen hoch, der himel und erden hât gewalt 41, 386. bei dem Wolkensteiner und bei Muscatblüt findet man es nicht, auch nicht bei Luther. Dasypodius, Maaler, Frischlin führen es nicht auf, doch Henisch 670, Stieler 269, Frisch 1, 189a, Steinbach 1, 258 als ein veraltetes wort. zu seiner verdrängung kann das in dieser zeit aufkommende, äuszerlich gleichlautende doch gar nicht verwandte degen ensis beigetragen haben. einige beispiele aus dem 15ten, 16ten und 17ten jahrh. degen oder junkfrawe oder magt Voc. theuton. 1482 bl. e 6b. verwartet nit, ir edler tegen Fastnachtsp. 408, 26. lieber meister schwertfeger, ich pin gar ein frischer tegen 427, 1. ich hoff ich sei halt noch ein reiner degen 622, 10. aber Tewrdank, der degen rein, beschützte sich mit rechter masz Theuerd. c. 83, 58. do lief daher der degen klein Ring 53d, 32. er ist seines leibes ein held und kühner degen Eyering 2, 363. Henisch 670. einen künen degen fristen Melissus Psalme N 5b. als Myrprädo der küne degen sahe wie Furva daher thet fegen Fuchs Mückenkr. 3, 168. also thet auch der kühne degen 3, 411. die alten kühnen degen gehn noch auf unsern wegen, die ihrer druden lieder nicht lieszen kummen nieder Logau 3, 102. in neuerer zeit erscheint es wieder häufiger, aber man betrachtete es als einen bildlichen ausdruck von ensis, wie Campe thut, und wie man in diesem sinn degenknopf gebraucht, haudegen, raufdegen. ihr vater ist ein alter degen, stolz und rauh, sonst bieder und gut Lessing. [] herr degen! Wieland 21, 30. eures gleichen jungen degen 21, 36. sein nahm der degen Menelaos wahr Bürger 151. der alte degen wollte davon auch nichts wissen Göthe 30, 160. er hatte den ruf der erste degen zu sein, denn er hatte sich wol zwanzigmal geschlagen und war immer mit ehren aus der sache geschieden 34, 70. wo aber waren denn die tapfern degen, Saintrailles, La Hire und Frankreichs brustwehr, der heldenmüthige bastard? Schiller 450. bei sonnenschein und mondenlicht streiften die kühnen degen Uhland Ged. 44. da sprach der graue herr Riol 'ich bin ein alter degen' 419. hab dank, du tapfrer degen, und reit mit mir nach haus 443. in den buchdruckereien nennt man einen gehülfen der sich zugleich auf das setzen und auf das drucken versteht, einen schweizerdegen, weil solche geschickte leute aus den kleinen druckereien der Schweiz hervorgegangen sind.
3724 Zeichen · 65 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    DEGENstm.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +11 Parallelbelege

    DEGEN stm. dolch, franz. dague . mit schwert degen und gleffen Kaspar v. d. Rhön. heldenb. s. 220. a. H. vgl. Diefenb. g…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    degenM.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +9 Parallelbelege

    degen , M. Vw.: s. dēgen (2)

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    1. Dêgen

    Adelung (1793–1801) · +10 Parallelbelege

    1. Der Dêgen , des -s, plur. ut nom. sing. ein bekanntes Seitengewehr, welches aus einer langen schmalen Klinge und eine…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Degen

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    1 Degen 1 die Fechtwaffe für Stich u (seltener) Hieb; auch im Wechsel mit ‘Schwert’ a als Waffe für Angriff u Verteidigu…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Degen

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Degen , ehemals gleichbedeutend mit Schwert, jetzt Stoßwaffe mit langer, gerader Klinge, Parirstange, Bügel u. Stichblat…

  6. modern
    Dialekt
    Degen

    Bayerisches Wörterbuch · +7 Parallelbelege

    Degen Band 3, Spalte 3,1451f.

  7. Sprichwörter
    Degen

    Wander (Sprichwörter)

    Degen 1. Degen lat den Jungen gân, Junge lat den Degen gân. – Richey, 34. Spott auf der, denen man den Bratspiess zu frü…

  8. Spezial
    Degen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    De|gen m. (-s,-) 1 (auch ‹sport› ) spada (-des) f. 2 (Säbel) sabla (-les) f. ▬ den Degen ziehen svainé la spada, trá for…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit degen

314 Bildungen · 147 Erstglied · 162 Zweitglied · 5 Ableitungen

degen‑ als Erstglied (30 von 147)

degenbalt

KöblerMhd

degen·balt

degenbalt , Adj. nhd. kühn, heldenhaft, männlich, tapfer E.: s. degen, balt W.: nhd. DW2- L.: Lexer 379a (degenbalt)

degenband

DWB

degen·band

degenband , n. porteépé. Fichte Franz. revol. 193 . s. DWB degenquaste . degenschleife.

degenbuße

DWB2

degen·busse

degenbuße f. bußgeld für jmdn., der ohne degen den gottesdienst besucht: 17./18.jh. schweiz. id. 4,1752.

dëgenen

Lexer

dege·nen

dëgenen swv. zum dëgen, helden machen. niht lebt ein junger ritter baʒ gedegent (: gesegent) j.Tit. 1513.

DEGENER

DWB2

dege·ner

DWB2 DEGENER m. DWB2 nomen agentis zu 2 degen m. 1, gelegenheitsbildung degenhersteller: DWB2 1818 monsieur Hungerdarm, den sarasser und deg…

degeneratio

MLW

degen·e·ratio

degeneratio , -onis f. damnum comparis nobilitatis — Einbuße der Ebenbürtigkeit : 1 gener.: MLW Rup. Tuit. trin. 7,12 MLW l. 542 in initio n…

Degeneration

Pfeifer_etym

degen·e·ration

generieren Vb. ‘erzeugen, produzieren’, entlehnt (16. Jh.) aus lat. generāre ‘(er)zeugen, erschaffen, hervorbringen’, abgeleitet von lat. ge…

DEGENERATIONS

DWB2

DEGENERATIONS-. DWB2 1 zu degeneration 1 . bezeichnungen für vorgänge, entwicklungsstufen und ergebnisse des degenerationsvorgangs bei lebew…

DEGENERATIV

DWB2

DWB2 DEGENERATIV adj. DWB2 lehnwort aus ne. degenerative adj. auf degeneration beruhend: DWB2 1912 ein solches objekt kann aus erzeugnissen …

degeneraziun

LDWB1

degeneraziun [de·ge·ne·ra·ziụŋ] f. (-s) 1 Degeneration f ., Entartung f., Abart f. 2 ‹biol, med, fis› Degeneration f ., Entartung f.

degeneré

LDWB1

dege·nere

degeneré [de·ge·ne·rę́] I vb.tr. (degenerëia) 1 degenerieren, entarten, verkümmern 2 ‹fig› ausarten, ausufern II adj. (-rá, -rada) degenerie…

Degenereszenz

GWB

Degenereszenz botan: Umbildung von Pflanzenorganen; Pl [ für: dégénérescence ] GWB N6,265,7 MetamPfl Wirkg 1830 vgl Umbildung Umwandlung Arm…

degenerieren

Pfeifer_etym

degener·ieren

generieren Vb. ‘erzeugen, produzieren’, entlehnt (16. Jh.) aus lat. generāre ‘(er)zeugen, erschaffen, hervorbringen’, abgeleitet von lat. ge…

DEGENERIERUNG

DWB2

DWB2 DEGENERIERUNG f. DWB2 abl. von 1 degenerieren vb. 1. den vorgang des degenerierens bezeichnend: DWB2 1933 das fehlen der sehnsucht, höh…

degenero

MLW

dege·nero

degenero , -avi, -atum , -are degenerare . I c. sensu (in peius) deflectendi: A intrans. (medial.: p. 214, 18. 20. 35. al.; refl.: p. 214, 4…

degenfähig

DWB

degen·faehig

degenfähig , adj. berechtigt einen degen zu tragen. aber ich würde mir, sagt ich, wenn einer von ihnen stift- und degenfähig wäre, ein wahre…

degenfäsz

DWB

degenfäsz , n. wie degengefäsz. in geschehener bedankung regalirte er den hauptmann mit einem silbernen degenfäsz Ettner Maulaffe 869 .

degen als Zweitglied (30 von 162)

Haudegen

RDWB1

Haudegen m übertr. забияка, задира

Ballendêgen

Adelung

ballen·degen

Der Ballendêgen , des -s, plur. ut nom. sing. an einigen Orten so viel als ein Rapier, weil es vorn mit einem Ballen versehen ist. Daher auc…

banddegen

DWB

band·degen

banddegen , m. degen, der am gürtelband getragen wird: breiter banddegen. Simpl. 2, 55.

bedēgen

MNWB

bede·gen

bedēgen (s. bedāgen), swv. , den Termin versäumen, ausbleiben.

behuldegen

KöblerMhd

behuldegen , sw. V. Vw.: s. behuldigen

bekundegen

KöblerMhd

bekundegen , sw. V. Vw.: s. bekündigen*

beleidegen

Lexer

beleide·gen

be-leidegen swv. verletzen. diu vlieg belaidigt des hund ôrn Mgb. 298,11. ain iegleich crêatûr ist belaidigt mit der sünd des êrsten mensche…

beschadegen

KöblerMhd

beschadegen , sw. V. nhd. beschädigen, benachteiligen, schädigen Hw.: s. beschaden; vgl. mnl. bescadigen, mnd. beschādigen, beschēdigen Q.: …

beschedegen

Lexer

be-schedegen swv. BMZ beschädigen Ludw. Dür. chr. ; ûf einen besch. zu dessen beschädigung ausziehen Chr. 4,26 anm. 2.

bezwīdegen

KöblerMhd

bezwīdegen , sw. V. nhd. bewähren, bestätigen Q.: LexerHW (1485) E.: s. be, zwīden W.: nhd. DW- L.: LexerHW 1, 261 (bezwîdegen)

broddegen

MNWB

brod·degen

° brôtdēgen , (broddegen) , m. , (Bremer Domgeistliche) Brotspender? Vorsteher des Brothauses s. brôthûs 2 (Vgl. Grimm, Kl. Schr. 5, 327)? O…

bruchdegen

DWB

bruch·degen

bruchdegen , m. penis: so er in der undern wiesen met mit seinem knodetem pruochdegen. fastn. sp. 244, 29 .

brôtdegen

KöblerMnd

brôtdegen , M. Vw.: s. brōtdēgen

brūtdegen

KöblerMhd

brūt·degen

brūtdegen , st. M. nhd. Gemahl, Ehemann Q.: Mar (1172-1190) (FB brūtdegen) E.: s. brūt (1), degen W.: nhd. DW- L.: Lexer 27c (brūtdegen), MW…

dietdëgen

Lexer

diet·degen

diet-dëgen stm. BMZ das ganze volk überragender, im volke bekannter held Rul. Lampr. Lanz. Ernst B. 1199. Ab. 1,339. vgl. volcdegen.

ellentdegen

KöblerMhd

ellent·degen

ellentdegen , st. M. nhd. tapferer Kämpfer Q.: KvWTroj (1281-1287) E.: s. ellent, degen (2) W.: nhd. DW- L.: MHDBDB (ellentdegen)

endegen

KöblerMhd

ende·gen

endegen , sw. V. nhd. „endigen“, beenden Q.: ElsLA (1. Hälfte 14. Jh.) E.: s. ende (1) W.: nhd. (ält.) endigen, V., beenden, DW 3, 461 L.: M…

entlëdegen

MWB

entlëdegen swV. 1 ‘jmdn. frei lassen’ 2 ‘jmdn. (sich)/ etw. (von etw.) befreien’ 3 ‘etw. (aus der Verpfändung) lösen’ 4 ‘jmdn. von etw. frei…

entlēdegen

KöblerMnd

entlēdegen , sw. V. Vw.: s. entleddigen*

erlēdegen

KöblerMnd

erlēdegen , sw. V. Vw.: s. erleddigen

Ableitungen von degen (5 von 5)

bedēgen

MNWB

bedēgen (s. bedāgen), swv. , den Termin versäumen, ausbleiben.

gedegen

DWB

gedegen , s. gediegen.

gedēgene

MNWB

gedēgene , n. , Dienstmannenschaft, Gefolge .