Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Brezel f.
Brezel f.
Brezel f. ‘wie zwei ineinander verschlungene Arme geformtes Gebäck’. Ausgangswort ist lat. bracchium ‘Arm’ (s. brachial). Ableitungen unterschiedlicher Art haben im Lat., Roman. und Dt. eine Reihe von Gebäcknamen ergeben. Die zu lat. bracchiātus (adjektivisch belegt in der Bedeutung ‘verzweigt, in die Breite gezogen’ von Baumformen, Rebstöcken) bzw. mlat. braciatus ‘klösterliches Festtagsgebäck’ gebildeten Deminutiva *brachiatellus, -um bzw. *braciatellus, -um führen zu spätlat. bracidellī (Plur.) ‘Gebäck, Backwaren’, aprov. brasadel ‘Eiergebäck, schlingenförmiges Backwerk’, obital. bracciatello, -a ‘Brezel, Kringel, ringförmiges Backwerk’, ahd. brezzitel(la) (Hs. 12. Jh.). Daneben stehen kürzere Formen wie mlat. bracellus ‘Art Kuchen, Malzkuchen’ und aus einer ähnlichen Form entlehntes, zu nhd. Brezel führendes ahd. brezzila (10./11. Jh.), mhd. prēzel, brēzel, prēzile, daneben mhd. prēze, in obd. Mundarten noch bis in neuere Zeit Pretze, Bre(t)ze(n). Das am frühesten bezeugte ahd. brezzita (9. Jh.) dagegen, noch mundartlich (schwäb.) Bretzet, setzt ein mlat. *bracitum voraus. Die ahd. Feminina beruhen wohl auf neutralen lat. Pluralformen; in den Glossen interpretieren sie unterschiedliche Ausdrücke für brot- oder kuchenartiges, süßes, flaches, ‘gewundenes’ (spätlat. torta, s. Torte) Feingebäck.