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Brêzel

mhd. bis spez. · 13 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Brêzel

Bd. 1, Sp. 1192
Die Brêzel, plur. die -n. 1) Ein Gebäck von Weitzenmehl, welches die Gestalt zweyer in einander geschlungener Arme, oder eines entweder einfachen oder doppelten in einander geschlungenen Kreises hat. Fastenbrezeln, ungesäuerte Brezeln, wozu der Teig in Wasser gesotten wird, und welche an den meisten Orten nur in der Fasten gebacken werden. Butterbrezeln, Eyerbrezeln, Milchbrezeln, Zuckerbrezeln u. s. f. 2) Figürlich, ein eisernes Geschmeide, worein Verbrechern geringerer Art, wenn sie an dem Pranger stehen müssen, die Hände geschlossen werden; vor ihrer Ähnlichkeit in der Gestalt. Jemanden in die Brezel spannen. Anm. In der ersten Bedeutung lautet dieses Wort schon in dem mittlern Lateine Bracellus, Brachellus und Brachiolum, und im Ital. Bracciello; daher es wohl das Diminutivum von brachium, ein Arm, seyn muß, weil eine Brezel zwey in einander geschlungenen Armen nicht unähnlich ist. Andere leiten es mit geringerer Wahrscheinlichkeit von Pretiolum her, welches in den mittlern Zeiten eine Art Süßkuchen bezeichnete, welche man Kindern zur Belohnung ihres Fleißes in den Schulen gab. In jedem Falle ist die Schreibart Bretzel unrichtig, indem die erste Sylbe gedehnt ist, und daher nur einen einfachen Consonanten verstattet. Wer noch genauer gehen wollte, und dabey die erste Ableitung annimmt, müßte es Bräzel schreiben. Im Oberdeutschen lautet dieses Wort die Brezen oder Prezen. Der Niederdeutsche Nahme dieses Gebäckes ist Kringel, Schwed. Kringla, Holländ. Craeckling, Franz. Craquelin, Engl. Crackling, vielleicht nicht so wohl von krachen, als vielmehr von Kring, Ring, ein Kreis, wegen der Ähnlichkeit.
1627 Zeichen · 21 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    brezelst. F., st. N.

    Köbler Mhd. Wörterbuch

    brezel , st. F., st. N. Vw.: s. brāzel

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Brêzel

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Die Brêzel , plur. die -n. 1) Ein Gebäck von Weitzenmehl, welches die Gestalt zweyer in einander geschlungener Arme, ode…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Brezel

    Goethe-Wörterbuch

    Brezel auch -tz- bes geformtes Weißgebäck B38,12,11 Zelter 9.[1.]24 B11,61,21 Christiane 10.5.96 uö in sprichwortartiger…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Brezel

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Brezel ( Bretzel, Brätzel, Bratzel ), altdeutsches Gebäck in Form eines Ringes, dessen Enden da, wo der Ring schließt, k…

  5. modern
    Dialekt
    Brezel

    Bayerisches Wörterbuch · +4 Parallelbelege

    Brezel Band 3, Spalte 3,332–335

  6. Spezial
    Brezel

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Bre|zel f./n. (-,-n) ‹gastron› preza (-zes) f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit brezel

24 Bildungen · 22 Erstglied · 1 Zweitglied · 1 Ableitungen

brezel‑ als Erstglied (22 von 22)

Brezeladam

PfWB

brezel·adam

Brezel-adam m. : Brezelverkäufer namens Adam, Kaiserslauterer Original, de Bretzeladam; vgl. Brezelluichen . —

Brezelbacken

PfWB

brezel·backen

Brezel-backen n. : in der RA.: Des geht jo wie 's Bretzelbacke 'Es geht sehr schnell' [Kaislt]. —

Brezelbube

PfWB

brezel·bube

Brezel-bube m. : 1. 'Bube, der Brezeln feilhält', -bub, -bu, s. Bube [ PS-Schmalbg LU-Böhl Opp NW-Frankeck LA-Maik ]; 'wer Brezeln verkauft'…

Brezelfest

PfWB

brezel·fest

Brezel-fest n. : Bez. für das alljährlich am 2. Sonntag im Juli veranstaltete Volksfest in Speyer. Es wurde erstmalig im Jahre 1910 begangen…

Brezelfrau

PfWB

brezel·frau

Brezel-frau f. : 'Frau, die Brezeln verkauft', -fraa [verbr.], -fräi [ KU-Schmittw/O ]; vgl. Brezelverkäufer . —

Brezelgabel

PfWB

brezel·gabel

Brezel-gabel f. : ' Sommertagsstock mit Gabel, in deren Öffnung eine Brezel angebracht ist', -gawwel [ LU-Neuhf Rh'gönh SP-W'see GH-Minf ]; …

Brezelkuchen

PfWB

brezel·kuchen

Brezel-kuchen m. : 'Kuchen aus süßem Hefeteig, der vor dem Backen geflochten wird', -kuche [ Don-Schowe ]. —

Brezellauge

PfWB

brezel·lauge

Brezel-lauge f. : 'Lauge, in der die Brezeln vor dem Backen gekocht werden', -loo, -laa, -laag, -lääg, -laach, -lääch [mittl. u. südl. VPf, …

Brezelluichen

PfWB

Brezel-luichen n. : Zweibrücker Original um 1900, -luiche, auch kurz Luiche genannt [ Wilms Alph. 40]; vgl. Brezeladam . —

Brezelmann

PfWB

brezel·mann

Brezel-mann m. : = Brezelverkäufer , -mann [ RO-Dielkch NW-Frankeck ]. Südhess. I 1109 .

brezelmaulig

PfWB

brezel·maulig

brezel-maulig Adj. : ' verdrießlich, unwohl, übel (im Magen) ', brezelmaulich [ KU-Bledb Kaislt]. Mir is heit so b. [Kaislt].

brezelmürb

PfWB

brezel·muerb

brezel-mürb Adj. : ' schwach, müde ', auch seelisch. Do is mers bretzelmäʳb worre [ FR-Ebertsh ].

Brezelpaar

PfWB

brezel·paar

Brezel-paar n. : 'Tanzpaar, das am Kirbemontag beim Brezelaustanzen die Brezel gewinnt', vgl. Brezel 1, Bretzelpaaʳ [ KU-Krottb ]. —

Brezelstecken

PfWB

brezel·stecken

Brezel-stecken m. : ' Sommertagsstock mit Brezel, auf dessen Spitze ein Apfel aufgespießt ist', vgl. Brezelgabel , -stecke (-šdęgə) [NW-Esth…

Brezelstock

PfWB

brezel·stock

Brezel-stock m. : 'mit Buntpapier verzierter Stock, auf dessen Spitze ein Apfel und eine Brezel aufgespießt sind', vgl. Brezelstecken , -sto…

Brezelverkäufer

PfWB

brezel·verkaeufer

Brezel-verkäufer m. : wie schd., -veʳkääfeʳ [ ZW-Battw ], -veʳkäufeʳ (!) [ FR-Tiefth ]; vgl. Brezeladam , -bube , -frau , -mann , -träger .

brezel als Zweitglied (1 von 1)

Milchbrêzel

Adelung

milch·brezel

Die Milchbrêzel , plur. die -n, bey den Bäckern, eine Art Brezeln, zu welchen der Teig mit Milch angemacht wird.

Ableitungen von brezel (1 von 1)

brezele

KöblerMhd

brezele , F. nhd. Brezel Hw.: s. brēzel Q.: StRAugsb (1276) E.: s. brēzel W.: nhd. DW- L.: Lexer 161c (prēzile), Benecke/Müller/Zarncke I, 2…

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Cotta, M. (2026). „brezel". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/brezel/adelung
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Cotta, Marcel. „brezel". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/brezel/adelung. Abgerufen 12. May 2026.
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Cotta, Marcel. „brezel". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/brezel/adelung.
BibTeX
@misc{lautwandel_brezel_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
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