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Brei

ahd. bis spez. · 15 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

RhWB
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16 in 15 Wb.
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Eintrag · Rheinisches Wb.

Brei

Bd. 1, Sp. 952
Brei brai, –ęi, –ei, –ī-, –iĭ, –e (s. bei) m.: I. dickflüssige Speise. 1. für Menschen. a. Hafermehlbrei, vor dem Aufkommen des Morgenkaffees (mit Kartoffeln) das gewöhnliche Frühstück; deshalb auch = Frühstück. Hat er den Br. schun gess? habt ihr schon gefrühstückt? Eif. Milch mit eingebrocktem Brod als Frühstück Dür (auch Wärmp). Das Mittagessen war die Zopp Brotsuppe u. Gemüse oder Mehlspeise, selten mit Fleischbeigabe; das Abendessen war et Mos (Mus) aus mancherlei Gemüsen. Morgens Br. un neist derbei, Mettags Zopp un domet op (un neust drop), ovends Steck (Butterstück) un domet kneck Koch-Lutz, — ovends Mos en kale Foss Malm. Br. un neist derbei, Grumberenzopp un domot op Daun-Tettschd. Fir dem Br. mähen gohn vor dem Frühstück. — b. jede br.artige Suppe aus verschiedenem Mehl, Reis, Gerste. Flocken. Weisse Br. im Gegens. zum schwoatze Br. mit verschiedenen Einlagen Prüm. Meist genauer bezeichnet Mehl-, Melich-, Hawər-, Wesse-, Ris-, Gries-, Herschebr. Wenn bei dem Verstecksp einer nicht gefunden wurde u. ein neues Spiel beginnen soll, ruft die ganze Schar: Breie, Br., Hörschebr, wer net kemmt, de micht net met! Goar-Salzig. — c. in Milch eingeweichter Weck, Kindernahrung, meistens Breiche Rip, Kindches-, Weckbrei Allg. Et Br.pappe das Füttern der Kinder mit Br — d. br.artig zubereitete andere Speise, Äbbel-, Grumbere-, Kerschebr. De Äppel, Erpele usf. sen ze Br. gekoch. — e. Pannas Mörs-Schwafh. —RA. zu 1 a—d. Völl Kök verderven der Br. Nfrk, Rip. Rets erem rehrt mer de Br. Merz-Bergen. Wen dem Br. arührt, mutt ün ouk opeten Mülh-Ruhr. Rihr mer net en de Br.! mische dich nicht in meine Angelegenheiten Prüm-Mürlenb. En em (alen) Br. herömrühre alte Geschichte aufwärmen Rip, Allg. Sech en enen Br. meschen (mengen) Nfrk. He het en Br. op ist betrunken Mettm-Cronenbg; de hät en Br. op on den Lepel afgeleckt Remschd. Mer mott nit twei Br. in eim Pott koken Sol. Den Br. versalzen etwas verderben NBerg. Wenn der Br. versalzen es, es guder Rot deier Mosfrk, Köln. Viel Köch versalzen den Br. oNahe. E faul Ei verdirft de ganze Br. Eif. Me itt dem Br. ni su heiten, äs he gekock wed MülhRuhr, Allg. Die han jet (nüs) en de Br. ze brocke sind vermögend Rip, Nfrk. Je länger de Reih, je dönner der Br. Sieg-Sieglar. Mos (Mus) es kene Br. Dür. Et es eine Kuk on eine Br. das Gleiche Duisb. En au (alte) Katz verbeərnt sech net de Mull a wärme Br. Eup-Raeren. Beister lans der Br. gegange, wie de Mul verbrannt Bergh-Glessen. Der giht do erum wie de Katz um de hasse (worme) Br. Mosfrk, Allg. Den geht net lang um de Br. erum WEif. Fahr (schwätz) net em de Br. erem! mach keine Winkelzüge Mosfrk. Läng der Br., sät de Frau, der Schnider ös hei! MGladb-Neersen. Dat (des) ben ech esu satt (möd, led) wie kale (sure) Br. Rip. Nfrk; den han ech su satt wie k. Br. der ist mir zuwider Jül-Werden; ühr sed mich esu zewir wie kaue Br. Aach. Wenn et Br. rent, da moss mer mache, dat mer en Leffel hät Rip, Mosfrk; de (Säumige) hät kenen L., wann et Br. rent Rip. Allg. Wenn et Br. rennt, lit sin Schottel öm Eup, — hät me gen Schottele Klevld, — sin gemeinlich de Schottele rar Köln, — hät hej de Schöttel op de Sölder Rees-Ringenbg. De es te domm, för Papp te schlappere, on wenn et Br. regent, hät e kene Lepel. för met te duhn Duisb. Enem Br. öm de Mond (Mul, Bart) schmere (striche) einem schmeicheln; Angenehmes in Aussicht stellen Allg. De ene schmiərt us de Br. öm de Mongk on de andere en de M. beide suchen uns zu umgarnen Dür-Gey. De hät Br. en de Mul spricht undeutlich durch die Zähne Rip. Allg. De sengt, et ment enen, en hät Br. am (im) Hals Mosfrk. Gödde Novend zesamme, schmack de Br.? Antw.: O jo, ne gode Br. steht enem de ganze Nat bei Schleid-Glehn. Br. hilt nore bis drei Simm-Laub, Koch-Laub. Dat es Br., der heli Stunner drei Kreuzn-Boos. Wesste, wat schlomm oss? Wemmer ene Leffel Br. en en Uhrwerk schött Schleid-Hellenth. Op der Br. arbede bei den Kunden im Hause mit Beköstigung u. Tagelohn a., bes. vom Schuster u. Schneider Eup. Was haben wir gekocht? Antw.: Br. on Zalot Saarbg-Cahren. Modder, duəhn der Knevel op de Düər, söns komme die pästelingse Stolberger un fresse ons der Br. — Die Glocken von Simm-Bub läuten: Meng Br., meng Br.; von Aden-Spessart: Schepp Br. aus! Die von Kobl-Rübenach heissen Rüwenacher Bre! Schoster, lapp, lapp, en Schössel voll Papp, en Sch. voll Br., kummen alle hungrige Sch. herbei! Ahrw-Brohl — Abzählr.: Ent, zwo, zwei; Botter on Br., Salz on Speck, du bes leck Elbf. 1, 2, 3; Pitter komm ens hei; wenn de kenen Leəpel has, dann kriste kenen Br. Grevbr, Geilk, Monsch. Wenn't Kermes es (2 mal), dann kockt die Moder Br., Risbrei met Kneal on Hippenmelk, dat göft en Leckerei Elbf. Op, Jan! dreische! Och Mo, dreische? Op, Jan, der Br. es gar! Moder, ich han de Hose alt an Dür. — Breierches siebenzehnte Tur im Fangsteinsp. Simm-Laub. — 2. für Haustiere, Gemisch von Wasser, Kaff, Kleie, Rüben, Knollen u. Grummet, im Viehkessel gekocht Neuw, SNfrk [RRip Gebreis; NBerg Breiels; Eif Breisel; Klevld Brös]. Brei koəke; Br. beschlage mit Mehl vermengen Kemp. RA.: Völ Verkes maken dönnen Br. Geld-Nieukerk, Mörs-Gerdt. De fällt dren wie en Kouw en den Br. Geld. De lisst sech drofallen äs wie en Su on de Br. Malm-Ameln. De fällt drövver her wie en Sau övver ene hesse Br. Schleid-Reifferschd. Do mäcks en Geset, wie en Kuəh, die de Br. omgestuəte Kemp-SPeter. — II. übertr. 1. flüssiger Strassenkot; schmutzige Brühe; jede breiige Masse. Et lig der en Br. op der Stross; durch de Br. patsche (tratsche) Rip, Allg. Se hauten op en los, als soll he zo Br. gehack werde; wenn ech dech anpacke, zerquetschen ech dech ze Br.; de Eier logen all ze Brei Rip. Allg. — 2. müssiges, breites, weitschweifiges Geschwätz Allg. Du schwätz der do widder en Br. zesammen (doher) Rip, Allg. Bat micht deən grusse (lange) Br. drem erem! Mosfrk, Allg.
5873 Zeichen · 187 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    brei

    Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)

    breitenAWB sw. v. I: ‚breiten, ausbreiten, ver- breiten, dilatare, disseminare, diffundere‘ (mhd. nhd. breiten; as. brēd…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    BreiDer

    Campe (1807–1813) · +4 Parallelbelege

    Der Brei , des — es, Mz. von verschiedenen Arten, die — e, eine dick eingekochte Speise. Einen Brei kochen. Mehlbrei, Se…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Brei

    Goethe-Wörterbuch

    Brei vereinzelt -ey; von 30 Belegen 16 im Vers 1 als Speise, meist Kindernahrung a konkr, bes in Genrebildern [ Künstler…

  4. modern
    Dialekt
    Brei

    Bayerisches Wörterbuch · +6 Parallelbelege

    Brei Band 3, Spalte 3,204–206

  5. Sprichwörter
    Brei

    Wander (Sprichwörter)

    Brei 1. A Brei waart so hiat egh idjen üs'r ap den waart. ( Nordfries. ) Als Trost den Befehlen der gestrengen (grossen …

  6. Spezial
    Brei

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Brei m. (-[e]s,-e) 1 (durchgerührte Speise) jüfa (jüfes) f. 2 (Kinderspeise) papa (-pes) f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit brei

757 Bildungen · 692 Erstglied · 63 Zweitglied · 2 Ableitungen

brei‑ als Erstglied (30 von 692)

Breigosche

SHW

Brei-gosche Band 1, Spalte 1091-1092

Breikind

SHW

Brei-kind Band 1, Spalte 1091-1092

Breimaul

SHW

Brei-maul Band 1, Spalte 1091-1092

breimäulig

SHW

brei-mäulig Band 1, Spalte 1091-1092

breiweich

SHW

brei-weich Band 1, Spalte 1095-1096

Breiadolf

RhWB

brei·adolf

Brei-adolf breiləf Sieg-Seelschd m.: Prahler, Schwätzer.

breiangleⁿ

Idiotikon

breiangleⁿ Band 5, Spalte 302 breiangleⁿ 5,302

Breiapfel

Meyers

brei·apfel

Breiapfel , die Frucht von Achras Sapota , s. Tafel »Nahrungspflanzen III« , Fig. 14.

Breibach

RhWB

brei·bach

Brei-bach Wippf-Biesf : in der Wend.: He es ze domm, für no de Brebich (kleiner, abgelegener Ort) ze schecken.

Breibart

RhWB

brei·bart

Brei-bart m.: Grossmaul; Prahler MGladb-Jüchen , Erk-Rath ; langweiliger Schwätzer MGladb-Giesenk ; auch Brebartsmull Prahler MGladb-Korsche…

Breibauch

RhWBN

brei·bauch

Brei-bauch m.: Zingsemer Breibüch (Pl.), Vlattender Br. Neckn. derer von Schleid-Zingsh u. Vlatten .

Breibesem

RhWB

brei·besem

Brei-besem Allg. m.: kleiner B. aus geschälten Weiden oder Birkenreisern zum Br rühren; zum Reinigen der Br.töpfe.

Breïbich

LothWB

Breï-bich Breibäuche werden die Mettinger ( Kr. Saarburg) genannt.

breid · 1+ Belege

KöblerAfries

breid 1 und häufiger , st. F. (i) nhd. Braut (F.) (1) ne. bride (F.) Vw.: s. -bank, -goma, -hūs, -stōl Hw.: vgl. got. brūþs*, an. brūðr (1),…

breida · 11 Belege

KöblerAfries

breida 11 , st. V. (3b) nhd. ziehen, zucken, widerrufen ne. pull (V.), jerk (V.), revoke (V.) Vw.: s. ur- Hw.: s. breud, hērbreid Hw.: vgl. …

breidbank · 1 Belege

KöblerAfries

breidbank 1 , F. nhd. Brautbank, Brautsitz ne. bridal seat (N.) Q.: E E.: s. breid, bank* L.: Hh 11b, Rh 667a

breidd

KöblerAn

breidd , sw. F. (īn) nhd. Breite Hw.: vgl. got. breidei, ae. brǣdu, ahd. breitī, afries. brêde E.: germ. *braidī-, *braidīn, sw. F. (n), Bre…

brêⁱde

MNWB

brêⁱde , f. , 1. Breite, Weite. 2. Webebreite. 3. weite Fläche, Ebene. 4. Ackerbreite, Ackerstück von größerer Breite als Länge oder 2 zusam…

breidel

DWB

brei·del

breidel , m. frenum, habena, Stieler 226 , ahd. prîdil: ne lâʒe nieht sînen hals uberwunden werden fone geluste undertânen sînemo scamelîche…

brei als Zweitglied (30 von 63)

Haferbrei

Campe

hafer·brei

Der Haferbrei , des — es , d. Mz . ungew. ein aus Hafermehl oder aus Hafergrütze gekochter Brei; das Hafermuß .

heidelbrei

DWB

heidel·brei

heidelbrei , m. brei aus heidel, buchweizen: bair. haidenbrein, brei oder grütze von heidekorn. Schm. 2, 151 ; gries, gersten, baberkorn, hi…

hirsebrei

DWB

hirse·brei

hirsebrei , m. brei aus hirse bereitet: hirszbrei, milium, est quoddam genus leguminis. voc. inc. theut. k 2 a ; ein hirsenbrei, miliarium. …

Hofbrei

Wander

hof·brei

Hofbrei Hofbrei essen und Maul verbrennen sind zusammen wie Hahn und Hennen. – Parömiakon, 1920.

Ableitungen von brei (2 von 2)

urbrei

DWB

urbrei , m. , uranfänglicher brei, unterschiedslose masse, chaos. soll von Steffens herrühren; Sanders 1, 208 a : in dem groszen u. der erst…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „brei". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/brei/rhwb?formid=B07062
MLA
Cotta, Marcel. „brei". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/brei/rhwb?formid=B07062. Abgerufen 12. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „brei". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/brei/rhwb?formid=B07062.
BibTeX
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