Brand m. ⟨Brant; -āⁿ- (Kr. Grafschaft BentheimBen Kr. Grafschaft Bentheim@HiltenHi Kr. Grafschaft Bentheim@NeuenhausNh Kr. Grafschaft Bentheim@VeldhausenVh, Kr. LingenLin Kr. Lingen@BeestenBe) Kr. Lingen@PlantlünnePl, Bręint Kr. Grafschaft BentheimBen Kr. Grafschaft Bentheim@GrasdorfGr. — Pl. Bränne (verbr.), Bränn Kr. BeckumBek Kr. Beckum@VorhelmVh, „Brände“ (Kr. OsnabrückOsn Klön, Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@MettingenMe), brEnde Kr. LingenLin Kr. Lingen@PlantlünnePl, „Bräinde“ (WmWb), Bränge Kr. Waldeck u. Kr. Frankenberg (niederdeutscher Teil)Wal Bh⟩ 1. Brand, Feuer, Flamme. — a) Feuer, Glut, Hitze: „(Das Feuer) in Brand steäken“ anzünden (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl). „Ick kann’t nich in Brand kriegen“ (Kr. LingenLin Kr. Lingen@BeestenBe). „He läpp sich in’n Braant“ übertr.: er läuft viel, aber schafft wenig (Kr. LingenLin Kr. Lingen@BeestenBe = GarmSp 2568). „Einem Übereiligen ruft man zu: Laup di nich in Brand!“ Wagenachsen werden wohl, wenn schlecht geschmiert, bei schneller Fahrt heiß; das Schmierfett brennt sogar (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@KatenhornKa). Erst de Pīpe in Brand, dann dat Piärd ūt den Grāwen (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@LienenLi) || „... dann’n Iesel ūt’m Grawen“ (WWB-Source:129:HoncHonc). ’n Brand op’e Platt eine Hitze am Kopfe (Kr. LüdinghausenLhs Kr. Lüdinghausen@DrensteinfurtDr). — Übertr.: Verfärben der Blätter: „De Hiärfst sett’t den Busk in Brand“ (Kr. BeckumBek Kr. Beckum@VorhelmVh). — b) Ablauf des Geschirrbrennens (Kr. OsnabrückOsn Kr. Osnabrück@HagenHg = HerkSeg 178). — c) Schadenfeuer, Feuersbrunst (Kr. LüdinghausenLhs Kr. Lüdinghausen@DrensteinfurtDr, Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. Gladbeck@BoyerBo Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. Gladbeck@BottropBp Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. Gladbeck@ErleEr, Kr. IserlohnIsl Is): „De Brand was hennig iute“ war bald gelöscht (Kr. HerfordHfd Kr. Herford@SchwarzenmoorSw). — Sagww.: „Dät helpet giegen de Miuse, saggte de Biuer, do stak hai sejn Hius in Brand“ (Kr. ArnsbergArn Kr. Arnsberg@HirschbergHb Kr. Arnsberg@HagenHg). Ähnlich: „Wenn dat nich gaud gägen de Wandlüse is, dann weet ik nich wat bäter is, sä jenne Keerl, un steek sin Hus in Brand“ (Kr. VechtaVch Kr. Vechta@VechtaVe). — Raa.: „Heu rennt, os wenn’e no’n Branne wull“ (Kr. HerfordHfd Kr. Herford@EickumEi). „Hee löpp nett at of (so als ob) d’r Brāⁿnt achter sitt“ (Kr. Grafschaft BentheimBen Kr. Grafschaft Bentheim@BalderhaarmoorBm = WWB-Source:233:RakersGVRakersGV 149). „... sei (die alte Flinte, Büchse) schütt noch äs de Brand“ schießt noch sehr gut (Kr. Aschendorf-HümmlingAsd WWB-Source:128:HoltmHoltm 9). „Hee löpp as de Brāⁿnt“ sehr schnell (Kr. Grafschaft BentheimBen Kr. Grafschaft Bentheim@VeldhausenVh = WWB-Source:233:RakersGVRakersGV 149); in
adv. Gebrauch: „astebrǟnd“ schnell, auf der Stelle, sofort (wie der Brand, das Feuer), „astebrand maß!“ schleunigst marsch (Kr. Grafschaft BentheimBen Kr. Grafschaft Bentheim@HiltenHi). — „Woªr is den Brand?“ wo brennt es?, auch Spottfrage an einen, der langsam geht (Kr. Grafschaft BentheimBen Kr. Grafschaft Bentheim@HiltenHi). „Dai hiät siEk mett allen Brännen slaen“ er hat alles mitgemacht, ist lebenserfahren, klug (Kr. MeschedeMes Kr. Meschede@BrachtBr). „Et is schlimm, wenn ne aolle Schür in Brand gerödt“ wenn sich jemand im Alter noch einmal verliebt (Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@StadtlohnSt). „Döer de Bränne gån“ fliehen (WWB-Source:129:HoncHonc || GrimGT 77, Kr. MeschedeMes Kr. Meschede@BrachtBr). „Hölpe un Brand raupen Hilfe und Brand rufen — meist bei großem Geschrei um weniger großen Anlaß“ (Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. Gladbeck@KirchhellenKh = Rottm 17), „Mord un Brand schrain“ sehr laut schreien (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl || Kr. HalleHal Kr. Halle@BrockhagenBh); „he spitakelt Mord un Brand“ (Kr. OsnabrückOsn Kr. Osnabrück@WellingenWe). Im Vergleich: „säo dūier ä’n brant“ (Kr. SoestSos WWB-Source:256:SchmBSchmB || Ennepe-Ruhr-KreisEnr Ennepe-Ruhr-Kreis@LindenLi). — „Brand giwt le’ige (leere) Hand war jmdm. das Haus abgebrannt, so fand er umsonst mit Familie und Viehstand bei Nachbarn Unterkunft, bis er wieder gebaut hatte ...“ (Kr. MindenMin Kr. Minden@WindheimWh = WWB-Source:185:MeyerMeyer 36 || Kr. HalleHal Kr. Halle@BrockhagenBh). „Krieg un Brand seengt usse Herrgott mett dubbelte Hand nach Kriegs- und Brandschaden gibt der Himmel Gedeihen“ (Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. Gladbeck@KirchhellenKh = Rottm 9). — Im Lied: „Lawährshöhnken fleig du / Dien Vader is daut/ Dien Moder is daut / Dien Hüsken steiht in vullen Brand / Lawährshöhnken, fleig du!“ (→ Lē¹wehǟresho¹neken ’Marienkäfer’) (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@HorstmarHo). — Im Volksglauben: „Wenn de ekster (Elster) up’t hūs to hacken sit, kummt ’ne līke ūt, of’n brand“ dort gibt es einen Sterbefall (Kr. BersenbrückBbr Kr. Bersenbrück@PlaggenschalePl = Heckscher I 65). — Im Hochzeitsbrauch: „Nach der Mahlzeit erschien der WWB-Source:152:KochKoch mit aufgesteckter weißer Schürze und dem Messingschäumer in der Hand, den er mit etwas Salz bestreute. Er ging von Gast zu Gast und sammelte „up’n Brand“. Angeblich hatte er am offenen Feuer ein paar Schuhe verbrannt, und er bat deshalb um das Geld für ein neues Paar“ (Kr. DetmoldDet Kr. Detmold@SchwalenbergSw). — 2. Brennmaterial. — a) Hausbrand, Feuerung: Brennholz, Vorrat an Brennstoff (Kr. HalleHal Kr. Halle@BerghausenBn), Brennholz und Torf (Kr. OsnabrückOsn WWB-Source:282:StrodtmStrodtm), auch Steinkohlen (Kr. OsnabrückOsn WWB-Source:145:KlönKlön), Material für das Feuer (Kr. Borken u. die krfr. Stadt BocholtBor Kr. Borken u. die krfr. Stadt Bocholt@BarloBa). Brand hālen Material zum Heizen holen (Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@VredenVr). „De Brand is dür was man zum Verbrennen brauchet, kostet viel“ (Kr. OsnabrückOsn WWB-Source:282:StrodtmStrodtm || WWB-Source:145:KlönKlön). — b) Holzscheit: einzelnes Stück Holz, das brennt oder ausgebrannt ist, brennender Knüppel Kr. LippstadtLst Kr. Lippstadt@DrewerDr; speziell: Brānt Pl. BrEnde ein halbverkohlter nasser Knüttel von Erlenholz, mit dem die Schnur (zum Stricke schlagen) geschwärzt wird (Kr. LingenLin Kr. Lingen@PlantlünnePl = WWB-Source:22:BergerBerger 15). „Se stuockede tüsken de Brände harüm“ sie stocherte zwischen den Holzscheiten herum, „... de Brände bi“ die Holzscheite zusammen (Kr. BeckumBek Kr. Beckum@VorhelmVh). „Dar sünd Brände im Für ist eine Warnung, daß einer nichts sagen solle, wenn jemand dabey ist, der es nicht wissen soll. Man schreckt auch Kinder damit vom Feuer ab“ (Kr. OsnabrückOsn WWB-Source:282:StrodtmStrodtm || WWB-Source:145:KlönKlön). Wenn jemand berichten soll und nicht recht zu antworten weiß, sagt er: „Watt sall ick vertellen, watt ick ni wait, gloinde Bränne sind hinnen hait“ (Kr. WarburgWbg Kr. Warburg@NeuenheerseNh). Verheizte man nasses Holz auf dem Herdfeuer, spritzte oft heißer Saft aus den Enden: „Olle Wiewer un gleinige Bränne mott man ächtern Äß weggbliewen“ (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@KatenhornKa); ähnlich: „Gröne Bränn un olle Wiwer, de mott man ächter de Mäs henbliewen“ (Kr. LüdinghausenLhs Kr. Lüdinghausen@VenneVe || Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@VredenVr, Kr. Borken u. die krfr. Stadt BocholtBor Kr. Borken u. die krfr. Stadt Bocholt@BorkenBo, Münsterl WWB-Source:308:WagenfWagenf 33), unangenehmen Dingen geht man am besten aus dem Wege (Kr. SteinfurtStf Xy). „Grööne Bräine bünt achtern heet, laot se liggen, dann braant se uh neet (euch nicht)“ grüne Brände sind besonders gefährlich, weil der Saft darin kocht; man faßt sie also besser nicht an (Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@VredenVr). — In der Ra. „so mager wie Brand“, wie ein abgebrannter Ast (→ brandmager): „... as’n Brand“ (Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@Kleine MastKm Kr. Ahaus@SüdlohnSl Kr. Ahaus@WennewickWw, Kr. Borken u. die krfr. Stadt BocholtBor Kr. Borken u. die krfr. Stadt Bocholt@SporkSp Kr. Borken u. die krfr. Stadt Bocholt@SchüttensteinSs Kr. Borken u. die krfr. Stadt Bocholt@WerthWe || Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@LegdenLe Kr. Ahaus@NienborgNb, Kr. CoesfeldKos Kr. Coesfeld@VisbeckVi). „Schläöpp an de Wand, is mager äs Brand un heff nix te möppeln (zu sagen)“ von einer dünnen jungen Frau (Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@VredenVr). — Ein geistloser Kerl ist „trocken“ wie Brand: „Dai is sau droige asse Brand“ (Kr. MeschedeMes Kr. Meschede@BrachtBr). „Ein Brand brännt nit lange“ (Kr. PaderbornPad Kr. Paderborn@NeuhausNs) || (Mark Brock 244) mit der Erläuterung: „Dei eene Brand erwiarmet un driewet den andern taum Flammen, un so briänget sei dei rechte Glauth nu tesammen. So maut et ok gohen met Mann un met Wiew, dann helpt sei siäk beide te wiärmen den Liew“. Auch: „En Brant allene brient nitt“ (WWB-Source:324:WoeGMWoeGM 65 || zum Zanken gehören zwei, bring den Zänker durch Schweigen zum Schweigen WWB-Source:325:WoeNWoeN); wollen sich zwei heiraten, müssen beide einander lieben (die krfr. Städte Bochum, Herne u. WattenscheidBch die krfr. Städte Bochum, Herne u. Wattenscheid@LangendreerLd), einseitige Liebe ist nicht von Dauer (RaubSp 474 || die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@HördeHö). Bezogen auf Streitigkeiten zwischen Eheleuten: „Enen Brand de brännt nich lang, en Wief alleen dat käfft nich lang“ (Kr. LüdinghausenLhs Kr. Lüdinghausen@SeppenradeSr). „Dei hett olltäit en Brand vör’n Mese, un wen’e nie brennet, dann glümet ’e“ (Kr. PaderbornPad Kr. Paderborn@DahlDa = WWB-Source:86:GlaenGlaen 61). „Mannslü häfft al n’ Brand, un briEnt se nich, dann ülmt se doch“ (Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. Gladbeck@RecklinghausenRh = WWB-Source:310:WalterWalter 17 || die Männer taugen alle nicht, haben sie keine sichtbaren, so haben sie doch verborgene Untugenden Kr. LüdinghausenLhs Kr. Lüdinghausen@DrensteinfurtDr). „Ik mott derbyi, un wann et Bränne schnigget“ ich muß unbedingt dahin (Kr. BrilonBri WWB-Source:89:GriBatGriBat 41). — 3. Feuerstelle, Kochstelle, Herd, oft auch in übertr. Bed. Wenn jemand sagt: „Ik kann nich“, erfolgt wohl die Antwort: „Sett de Kann bi de Bränn (Herd) un dout met de Hänn!“ mache keine Ausflüchte, drücke dich nicht vor deiner Pflicht (Kr. LüdinghausenLhs Kr. Lüdinghausen@DrensteinfurtDr || Münsterl WWB-Source:308:WagenfWagenf 19). „Der Untätige, Faule steht der Frau in der Küche, einst am Herdfeuer nur im Wege. Er hindert sie sogar, das Feuer nachzuheizen, die Knüppel nachzuschieben: Du liggs mi up de Bränne“ (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@KatenhornKa). „Ainem op de Bränne liggen jemand mit häufigen oder längeren Besuchen lästig werden durch Inanspruchnahme von Bewirtung“ (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor WWB-Source:252:SchleefSchleef || Wl, untätig im Wege stehen Kr. SteinfurtStf Xy). „Ieck well di nit op’n Brennen liggen“ nicht zur Last fallen (Kr. SoestSos Kr. Soest@AmpenAm). — „Äs de GriEsbaart ’r wier was, schmeit ick faarts saune Himphamperigge (etwas Belangloses) up de Bränne, dat he an’t Vertellen kuomen moste“ (Kr. OsnabrückOsn WWB-Source:173:LyraLyra 87). He har mi up de Bränn smiᵉten vorgeschlagen (Kr. BeckumBek Kr. Beckum@VorhelmVh). „Ik häbb’t em gudd up de Brände daon“ ich habe ihm anständig die Meinung gesagt (WmWb). „Ümme de Bränne gån“ sich an etwas Unangenehmes nicht mehr heranwagen, es heimlich zu umgehen suchen (Kr. Waldeck u. Kr. Frankenberg (niederdeutscher Teil)Wal Kr. Waldeck u. Kr. Frankenberg (niederdeutscher Teil)@BenkhausenBh). — 4. Menge von Gebranntem: die Menge Ziegel, Kalk usw., die auf einmal gebrannt wird (Kr. OsnabrückOsn WWB-Source:145:KlönKlön); Steine, die bei einem einmaligen Brennen hergestellt werden (Lip WWB-Source:204:NdJbNdJb 43, 104); die Gesamtheit des ungebrannten oder gebrannten Geschirrs, die der Brennofen faßt (Kr. OsnabrückOsn Kr. Osnabrück@HagenHg = HerkSeg 178 || WmWb). — 5. Brandzeichen, Brandmal: „Dat Peªrt hiet’n Brand“ (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl). — 6. Krankheit. — a) in Verbindung mit dem Menschen: de kolle Brand die krfr. Städte Gelsenkirchen u. Wanne-EickelGel die krfr. Städte Gelsenkirchen u. Wanne-Eickel@ÜckendorfÜd, „koller Brand“ Blutvergiftung (Kr. MindenMin Kr. Minden@HahlenHa, Kr. LippstadtLst Kr. Lippstadt@DrewerDr), „käul’n B.“ (Kr. HerfordHfd Kr. Herford@EickumEi), „kaule B.“ Blutvergiftung, Wundrose (Kr. HalleHal Kr. Halle@BrockhagenBh Kr. Halle@BerghausenBn); die Krankheit verlief tödlich (Kr. MindenMin Kr. Minden@HahlenHa), man sagte in einem solchen Fall: „Dao es nicks me te maken, dao es alt (schon) de kaolle Brand ane“ (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@SchalksmühleSm). Kolden Brand Absterben der Körperglieder (Nekrose) (Kr. Aschendorf-HümmlingAsd Kr. Aschendorf-Hümmling@LorupLo = HümmWb). „Schwatten Brand, kollen Brand“ fortschreitende Entzündung, Durchblutungsstörung, Nekrose, Raucherbein (WmWb). — Weitere Bedeutungsangaben: Altersbrand, Blinddarmentzündung (Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. Gladbeck@LavesumLa), Schwamm (Kr. DetmoldDet Kr. Detmold@WöbbelWö), Fieber (Kr. Aschendorf-HümmlingAsd Kr. Aschendorf-Hümmling@VreesVr), „eine Krankheit“ (Kr. Unna u. die krfr. Stadt HammUnn Kr. Unna u. die krfr. Stadt Hamm@HilbeckHi). — Ra.: De hollt em ’n Dokter von de Bränn die (Heilkräuter) halten einem den Arzt aus dem Hause Kr. LüdinghausenLhs Kr. Lüdinghausen@DrensteinfurtDr. — Volksglaube: „Brand bääden (besprääken)“ Besprechen von Brandwunden, „Brand puusten“ kreuzweise über die Brandwunde blasen (WmWb). Man streicht dreimal kreuzweise über die Brandwunde, bläst in die Mitte und sagt spricht: „Düse Brant / fal in den Sant, / Nit in dat Flês / Sondern in den hilligen Gêst“ (WWB-Source:326:WoeNlWoeNl). Weitere Formeln zum Besprechen des Brandes: „Den Brant, den ik hîr finne - giwe Gòt, dat hai verswinne! In nomine patris, âne Âmen“ (WWB-Source:326:WoeNlWoeNl). „Gegen Verbrennung und Blutvergiftung: Gott de Här in düsem Lanne, / Helpe auk to düsem Branne, / Dat hei nich herin / sünnern herut tüt. Im Namen des Vaters usw.“ (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WickedeWi). Ähnlich: „Ik siäge diän Brand / mit de Guots Hand, / dat et nit schwellt un nit quellt / un nit unner sik friet. Im Namen des Vaters usw.“ (Kr. Unna u. die krfr. Stadt HammUnn Kr. Unna u. die krfr. Stadt Hamm@HeerenHn). In Verbindung mit dem Leichenzauber heilt man den „Brand“ aus der Wunde, indem man mit einer Totenhand darüber streicht und spricht: „Heit is dei brand, / Kōlt is dei dōenhand, / Heile mi düssen brand“ (Kr. BersenbrückBbr = Heckscher I 169). — b) des Getreides: Getreidebrand (Kr. LübbeckeLüb Kr. Lübbecke@LübbeckeLb, Kr. OsnabrückOsn Kr. Osnabrück@WallenhorstWh, Kr. HerfordHfd Kr. Herford@OstkilverOk, Kr. MünsterMün Kr. Münster@St. MauritzMz, Kr. BielefeldBie Kr. Bielefeld@GellershagenGh, Kr. LemgoLem Kr. Lemgo@LinderbruchLb, Kr. Borken u. die krfr. Stadt BocholtBor Kr. Borken u. die krfr. Stadt Bocholt@RamsdorfRd, Kr. LüdinghausenLhs Kr. Lüdinghausen@VenneVe, Kr. DetmoldDet Kr. Detmold@BrokhausenBh Kr. Detmold@ElbrinxenEl, Kr. Unna u. die krfr. Stadt HammUnn Kr. Unna u. die krfr. Stadt Hamm@UnnaUn, Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@GeiseckeGs Kr. Iserlohn@LehmuferLu, Kr. BrilonBri Kr. Brilon@ElleringhausenEh Kr. Brilon@ElkeringhausenEl Kr. Brilon@ObermarsbergOm, Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@HalverHa Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@KierspeKi), „Brand in’n Koen“ (Kr. MindenMin Kr. Minden@SüdhemmernSh ||), Kr. VechtaVch Kr. Vechta@BrockdorfBk. Pilzerkrankung des Weizens (Kr. LingenLin Kr. Lingen@BeestenBe = Beesterm, Kr. Waldeck u. Kr. Frankenberg (niederdeutscher Teil)Wal Kr. Waldeck u. Kr. Frankenberg (niederdeutscher Teil)@RhodenRo); einst verbreitet bei Weizen, Gerste, Hafer (Kr. LemgoLem Kr. Lemgo@BegaBg); Schwarte Brand nennt man die schwarzen, tauben Gersten- und Weizenähren (Kr. DetmoldDet Kr. Detmold@HeidenoldendorfHd). — c) bei Tieren: Pferdehufentzündung (Kr. OlpeOlp Kr. Olpe@RhodeRh). — 7. Durst, (Kr. Unna u. die krfr. Stadt HammUnn Kr. Unna u. die krfr. Stadt Hamm@HolzwickedeHo, Kr. SoestSos Kr. Soest@EpsingenEp Kr. Soest@SassendorfSd, Kr. ArnsbergArn Kr. Arnsberg@MülheimMh Kr. Arnsberg@SichtigvorSi Kr. Arnsberg@WaldhausenWh, Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@IserlohnerheideHd, Kr. MeschedeMes Kr. Meschede@ReisteRe, Kr. BrilonBri Kr. Brilon@LeitmarLm, Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@EiringhausenEi Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@MühlenrahmedeMr Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@NeuenradeNr Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@PlettenbergPl, Kr. OlpeOlp Kr. Olpe@ElspeEl Kr. Olpe@LenneLe). „Hä hät’n Brand“ ist durstig nach Alkohol, trunksüchtig (die krfr. Städte Essen u. OberhausenEss die krfr. Städte Essen u. Oberhausen@KönigssteeleKs). „Ik hewwe saun Brand im Balge“ großen Durst (Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@IserlohnerheideHd). — Nachdurst (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl). „Un den Wien dä ha ämm’n Brand op te Tunge gebracht“ (Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. Gladbeck@BuerBx = WWB-Source:300:VestHVestH VII 15). ¶ Vgl. analoge Komposita auch unter →
brennen. Zuss.: → Å-brand,
Darm~,
Dweªrs~, Eªger~,
Feld~,
Fǖr~,
Heide~, Hellen~, Hēªr~,
Hetse~,
Hūs~, Krn~, Leske~, Löie~,
Milte~, Oªwen~, Ōgen~, Ō²ster~,
Paske~,
Scheªr~,
Stinke~, Stoªke~,
Stüᵉke~,
Sunnen~,
Tē¹gel~,
Teªrge~.