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benehmen

nhd. bis spez. · 14 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
17 in 14 Wb.
Sprachstufen
5 von 16
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27
Verweise raus
32

Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

benehmen

benehmen

nehmen Vb. ‘mit den Händen ergreifen, fassen, wegnehmen, entziehen’, ahd. neman (8. Jh.), mhd. nemen, asächs. niman, neman, mnd. mnl. nēmen, nl. nemen, afries. nema, aengl. niman, engl. (älter) to nim, anord. nema, got. niman (germ. *neman) sind vergleichbar mit griech. némein (νέμειν) ‘aus-, ver-, ordnungsgemäß zuteilen, lenken, leiten, verwalten, sich aneignen, besitzen, bebauen, Weideland zuteilen, (ab)weiden, verzehren’, lett. (mit sekundärer Palatalisierung des Anlauts) n̹emt, awest. nəmah- ‘Darlehen’, air. nem ‘Gift’, lat. numerus ‘Zahl, Anzahl’, lit. núoma, núomas, lett. noma ‘Miete, Pacht’, so daß eine Wurzel ie. *nem- ‘zuteilen, nehmen’ (von der Vorstellung der hingestreckten Hand), auch (von ‘zuteilen’ ausgehend) ‘anordnen, rechnen, zählen’ angesetzt werden kann. – benehmen Vb. ‘wegnehmen, entziehen’, ahd. bineman (8. Jh.), mhd. benemen; reflexiv ‘sich verhalten, sich aufführen’, anfangs ‘sich besprechen, mit jmdm. verständigen’ (18. Jh.). benommen Part.adj. ‘schwindlig, betäubt’ (19. Jh.), eigentlich ‘weggenommen, behindert’; Benommenheit f. ‘das Gefühl, keinen klaren Kopf zu haben, Betäubtheit’ (Mitte 19. Jh.). unbenommen Part.adj. ‘nicht verwehrt, unversagt’, eigentlich ‘unbehindert’, meist in der Fügung unbenommen sein, mhd. unbenomen sīn. Benehmen n. ‘das Verhalten nach Regeln von Sitte und Takt (im Umgang mit Menschen)’ (1. Hälfte 18. Jh.); dazu umgangssprachlich Benimm m. (19. Jh.). unternehmen Vb. ‘beginnen, betreiben, machen’ (16. Jh., geläufig seit 18. Jh.); vgl. ahd. untarneman ‘unterbrechen, dazwischentreten’ (10. Jh.), mhd. undernemen ‘abschneiden, unterbrechen, verhindern, wegnehmen’, reflexiv ‘sich gegenseitig fassen, sich jmds. annehmen, etw. übernehmen, antreten’; Unternehmen n. ‘was unternommen wird, Vorhaben, Absicht’ (Anfang 17. Jh.), auch ‘wirtschaftliche Unternehmung, Betrieb’ (18. Jh.), dazu Unternehmer m. ‘wer einen Gewerbe- oder Industriebetrieb besitzt (und leitet)’ (18. Jh.), nach engl. undertaker, frz. entrepreneur; älter allgemein ‘wer etw. in die Wege leitet’ (Ende 17. Jh.). vernehmen Vb. ‘geistig erfassen und aufnehmen, hören, verstehen’, ahd. firneman ‘verstehen, verbrauchen’, auch ‘zur Kenntnis nehmen, erkennen’ (8. Jh.), mhd. vernemen ‘fest-, gefangennehmen, (an)hören, erfahren, erfassen, begreifen’; als Ausdruck der Gerichtssprache ‘jmdn. befragen und anhören, verhören’ (18. Jh.); Vernehmung f. ‘geistige Erfassung’ (15. Jh.), ‘gerichtliches Verhör’ (Ende 17. Jh.); vernehmlich Adj. ‘hörbar, laut, deutlich’ (18. Jh.), älter ‘mit einem der Sinne wahrnehmbar’, auch ‘verständig, klug’ (15. Jh.). Nahme f. ‘das Nehmen, das Gewonnene’, ahd. nāma ‘Beschlagnahme, Ergreifung’ (um 800), mhd. nāme ‘gewaltsames Nehmen, Raub, Beute’, Verbalabstraktum zu nehmen; heute nur in Präfixbildungen wie Abnahme (17. Jh.), Annahme (15. Jh.), Aufnahme (15. Jh.), Einnahme (15. Jh.), Entnahme (18. Jh.), Übernahme, (mhd. übernāme), Zunahme (Mitte 17. Jh.), die von den entsprechenden Präfixverben abgeleitet sind.

2980 Zeichen · 115 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Benêhmen

    Adelung (1793–1801) · +7 Parallelbelege

    Benêhmen , verb. irreg. act. (S. Adelung Nehmen ,) welches auf doppelte Art üblich ist. 1. Auf die dem Vorworte be und d…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    benehmen

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    benehmen Imp vereinzelt ‘benehme’ B20,183,15 Christiane 16.10.08 (vgl aber zB B21,302,14 Christiane 16.5.10 ) 1 ‘sich b.…

  3. modern
    Dialekt
    benëhmen

    Elsässisches Wb. · +2 Parallelbelege

    benë h me n 1. tr. behandeln, mit jem. umgehen: M e r muess d King ze b. wisse n Hf. Er kann d Lüt b. ist ein gewandter …

  4. Sprichwörter
    Benehmen

    Wander (Sprichwörter)

    Benehmen Das benimmt ihm Niemand als der Schobant (vespillo). – Eisel, 554.

  5. Spezial
    Benehmenn

    Dt.-Russ. phil. Termini · +2 Parallelbelege

    Benehmen , n поведение , ср [Verhalten]

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit benehmen

4 Bildungen · 1 Erstglied · 2 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von benehmen

be- + nehmen

benehmen leitet sich vom Lemma nehmen ab mit Präfix be-.

benehmen‑ als Erstglied (1 von 1)

benehmen [sich ~]

LDWB2

benehmen·sich

be|neh|men [sich ~] vb.refl. se comporté, se astilé, se deporté ▬ sich ungebührlich benehmen se comporté mal; fá ac; avëi pücia cherianza ; …

benehmen als Zweitglied (2 von 2)

ausbenehmen

DRW

aus·benehmen

ausbenehmen ausnehmen mit aller nud unde rechticheit nichts utbenomet 1462 Schiller-Lübben V 142 Faksimile

Ableitungen von benehmen (1 von 1)

unbenehmen

DWB

unbenehmen , n. , durch un improbativum gekennzeichnetes benehmen. wegen der milde und allgemeinheit ( Heynatz antib. 1, 236 ) des tadels He…