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benehmen

nhd. bis spez. · 14 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
17 in 14 Wb.
Sprachstufen
5 von 16
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

benehmen

Bd. 1, Sp. 1468
benehmen , adimere, eripere, goth. biniman, ahd. pineman, mhd. nnl. benemen, heute meist von abstracten, nicht gern wie nehmen von sinnlichen dingen gebraucht, es heiszt einem das [] kleid, das pferd, die waffen nehmen, nicht benehmen, wol aber den mut, den verstand, den zweifel, verdacht, das bedenken, die freiheit, gelegenheit, hofnung, freude, lust, furcht benehmen, wofür freilich auch nehmen gesagt werden kann. nehmen drückt dann mehr ein gänzliches entziehen und rauben aus, benehmen ein hemmen, aufhalten, hindern, und in diesem sinn steht auch das licht, die aussicht, die sprache, schmerzen, den athem benehmen, wiewol sich gleichfalls sagen läszt das licht, den athem nehmen, wegnehmen. im Bacharacher blutrecht (weisth. 2, 213) lautet die alte formel: auf des schaches fusze folgen, als lange bis in die swarze nacht benam (den augen entrückte). 11) gewöhnlich mit dat. der person, acc. der sache: das benimmt mir viel, wenig, nichts; vom leib die seel unsichtlich fleugt, verlorens flaisch der nichts benimpt, ain wenig stat (kleiner raum) ir dort gezimt. Schwarzenberg 152, 1; gott benem dir alles leid und schmerzen. Wickram bilger D 1; man hört, dasz der nicht viel verthat, dem man benimmt, was er nur hat. Logau 1, 3, 23; die freiheit und das brot benehmend. Weckherlin 301; dadurch ihnen die harte aussprach unserer sprach anzuklagen die ursach benommen. vorr. zu den weltl. ged.; gleichwie man dem bienenkönige die flügel benimpt, wann er zu vil ausschweifen wil. bienenk. 44b; so dasz nichts schönes euch von uns itzt kan herkommen, weil aller schönheit gut uns gänzlich ist benommen. Fleming 40; weil ihnen wurd der weg vom glücke stets benommen. Werders Ar. 18, 50; der meinung, ihnen (den jünglingen) ihre erste haar benehmen und sie zu rittern schlagen zu lassen. Simpl. 3, 335; denn welche zum ersten die kanne vom munde absetzt, die benehme der andern die milch. brautsuppe 1679; das pflaster auf dem fusz wird dem patienten das kopfweh nit benehmen. Schuppius 657; folglich benimmt es der erden ihre paradisischen eigenschaften nicht. Liscov 685; das soll nur so den letzten druck dem dinge geben, soll euch, Rechas wegen, alle skrupel nur benehmen. Lessing 2, 296; dieser gedanke benahm seiner seele auf einmal alle die stärke wieder, welche sie wieder in sich zu fühlen anfieng. Wieland 2, 156; ihm diesen irrthum zu benehmen, war der schlimmste streich. 2, 168; damit ihm alle gelegenheit benommen würde. 2, 315; wenn ich euern königen die macht benehmen wollte, die einem vater über seine kinder zusteht. 7, 185; das benimmt ihrer wahrheit nichts. 12, 151; die krankheit hat mir den geruch benommen. 22) selten mit acc. der person, gen. der sache: strafe, derer ich jetzt benommen bin. Ringwald geistl. lied. 78; um ihn alles zweifels zu benehmen. Lohenstein Arm. 1, 621; wie ags. voldon benæman nergendne Crist rodera rîces. Cœdm. 286, 2; alts. aber mit dem instrumental: antdrêd, that sie manno barn lîbu binâmin. Hel. 9, 18; that sie kinda sô filo hôbdu binâmin. 22, 8; welche fügung auch ahd. erscheint: ther er nan tôde binam. O. IV. 3, 16. 33) sich benehmen, se gerere, sich betragen: er hat sich edel, klug, angemessen, verständig, würdig benommen, oder albern, schändlich, ungeschickt, kleinlich, niedrig; er weisz sich in gesellschaft gar nicht zu benehmen. sich mit einem benehmen drückt aus besprechen, verständigen, einigen.
3391 Zeichen · 56 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Benêhmen

    Adelung (1793–1801) · +7 Parallelbelege

    Benêhmen , verb. irreg. act. (S. Adelung Nehmen ,) welches auf doppelte Art üblich ist. 1. Auf die dem Vorworte be und d…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    benehmen

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    benehmen Imp vereinzelt ‘benehme’ GWB B20,183,15 Christiane 16.10.08 (vgl aber zB GWB B21,302,14 Christiane 16.5.10 ) 1 …

  3. modern
    Dialekt
    benëhmen

    Elsässisches Wb. · +2 Parallelbelege

    benë h me n 1. tr. behandeln, mit jem. umgehen: M e r muess d King ze b. wisse n Hf. Er kann d Lüt b. ist ein gewandter …

  4. Sprichwörter
    Benehmen

    Wander (Sprichwörter)

    Benehmen Das benimmt ihm Niemand als der Schobant (vespillo). – Eisel, 554.

  5. Spezial
    Benehmenn

    Dt.-Russ. phil. Termini · +2 Parallelbelege

    Benehmen , n поведение , ср [Verhalten]

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit benehmen

6 Bildungen · 1 Erstglied · 4 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von benehmen

be- + nehmen

benehmen leitet sich vom Lemma nehmen ab mit Präfix be-.

benehmen‑ als Erstglied (1 von 1)

benehmen [sich ~]

LDWB2

benehmen·sich

be|neh|men [sich ~] vb.refl. se comporté, se astilé, se deporté ▬ sich ungebührlich benehmen se comporté mal; fá ac; avëi pücia cherianza ; …

benehmen als Zweitglied (4 von 4)

ausbenehmen

DRW

aus·benehmen

ausbenehmen ausnehmen mit aller nud unde rechticheit nichts utbenomet 1462 Schiller-Lübben V 142 Faksimile

einbenehmen

DWB2

ein·benehmen

einbenehmen vb. ganz und gar besetzen, in anspruch nehmen: ⟨1631⟩ Neuneck roßarzneib. 100 M.

unbenehmen

DWB

unbe·nehmen

unbenehmen , n. , durch un improbativum gekennzeichnetes benehmen. wegen der milde und allgemeinheit ( Heynatz antib. 1, 236 ) des tadels He…

Ableitungen von benehmen (1 von 1)

unbenehmen

DWB

unbenehmen , n. , durch un improbativum gekennzeichnetes benehmen. wegen der milde und allgemeinheit ( Heynatz antib. 1, 236 ) des tadels He…