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beißen

nhd. bis spez. · 13 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

PfWB
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14 in 13 Wb.
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Eintrag · Pfälzisches Wb.

beißen st.

Bd. 1, Sp. 676
beißen st.: 1.a. vom Menschen. α. gegenst., wie schd. Du kannsch noch beiße, du hosch noch gure Zähⁿ [KL-Fischb, allg.]. RA.: Do isch nix se nage un nix se beiße, von großer Armut [PS-Erfw, verbr.]. Der beißt sich liewer e Finger ab, als daß er was hergibt [LU-Opp]. Er hot sich uf die Zung gebisse [LU-Alsh, allg.], auch übertr., s. β. a. 1537: der geschlagenn oder gescholtenn solchs inn sich biße oder sonst anderer vrsachenn halbenn nit anzeigte [PfWeist. I 186 (KU-Bosb)]. Ich beiß dich nit, ich hab noch e Stick Brot im Sack [Spey]. 's hot 'n e Märel gebesse, wenn jemand aufgesprungene Lippen hat [GH-Zeisk]. Er hat vor Zorn dem Ochs ins Horn gebisse [RO-Obd]. Wollen mer de Korze beiße? 'einen Schnaps trinken' [NW-Kallstdt]. Do muß mer en de sauere Abbel beiße [FR-Bockh, allg.]. Die Dore (Toten) beiße nimmi [NW-Frankeck]. Der werd ball ins Gras beiße 'sterben' [KU-Brück, allg.]. VR.: Bischt bees, beiß'm Hund sei Klees [verbr. Gal]. Haschde Hunger? Beiß in die Gummer [KU-Diedk]. Die Rore (rothaarigen Mädchen) hen's hinner de Ohre, die Weiße mim Beiße, die Schwarze mim Kratze [NW-Neidfs]. — β. bildl. αα. Der beißt 'gibt heftige, verletzende Antworten' [SP-Harths, verbr.]. Hot die awwer noh mer gebeß 'mich angefahren, als ob sie mich beißen wolle' [FR-Bockh]. - - ββ. sich uf die Zung beiße [allg.]. — b. von Tieren. Er es vume Hund gebeß worr [KB-Kriegsf, allg.]. RA.: Der es geloff, als ob en e Hund gebeß hätt, von einem, der sich eilig aus dem Staube macht [FR-Bockh KU-Schmittw/O Kaulb]. SprW.: Hunne, die viel gauzen, beißen net [verbr. Gal, Penns]. Große Hunne beißen sich net [verbr. Don Gal Buch]. — Allgemein vom Beißen des Flohs, der Laus, vom Annehmen des Köders durch den Fisch (hierzu vgl. anbeißen). Die Bien hot mich gebeß 'gestochen' [KU-Krottb]. RA.: Der is so einfältich, daß'n die Gäns beißen [LU-Muttstdt, verbr., auch Don Gal Buch]. Er es vun rer Wutz gebeß 'Er ist verrückt' [FR-Hettldh, Albsh]. Dich soll die Krott beiße!, scherzh. Verwunderung [Don-Tscherw]. Dich soll 's Meisel beiße! dass. [PS-Lembg]. Do beißt Maus Farem ab 'Daran ist nichts zu ändern' [PS-Gersb, verbr.]. Do beiße mich mei beschde Lais, wenn einem recht wohl ist, besonders in der Erwartung einer guten Nachricht [LU-Limbghf, Pirmas]. Gell, die Schlofleis beißen dich?, wenn sich das Kind vor dem Schlafengehen kratzt [verbr., auch Don Gal Buch]. Aⁿgenehmer Flohbiß, wann's dich beißt, denkscht an mich!, scherzh. Gutenachtwunsch [LU-Limbghf, verbr.]. Ach, Motter, was beißt mich do, sagt man zu einem, dessen Wunsch man nicht erfüllen will [Kühn Palz 125]. Volksgl.: Mer muß ufs Beet (engl. bait 'Köder') spaue eb mer neiⁿschmeißt, noh beiße die Fisch besser [Fogel Beliefs Penns Nr. 1379]. Uf Karfreidag soll mer's erscht mol im Johr fische geh, noh beiße die Fisch 's ganz Johr [Pennsylvania Dutch cook book, S. 30]. VR.: Schlof, Kindche, schlof, im Garte sin die Schof. Die schwarze un die weiße, die wenn (wollen) mei Kindche beiße [BZ-Dernb, verbr., auch Penns Gal]. — c. von Pflanzen. Zwiwwele (Märeedich) beißen in de Äge [LA-Mörzh, allg.]. Die Brennessele beiße [LU-Neuhf]. Rätsel: Hot siwwe Hait, beißt alle Leit (Zwiebel) [verbr.]. Schulze Mahd vun Bacherach hot e Ding mit neu(n) Gefach; m'r kann e Pund Salz neiⁿ reiwe un kann ehr 's Beiße net vertreiwe (Zwiebel) [Hebel 121]. — 2. 'im Körper beißenden Schmerz empfinden'. 's beißt mich 'juckt mich' [PS-Schmalbg, allg.]; d' Haut b., dass. [GH-Kand]; die Wund b. [allg.]. Mich beißt's in de Halsankel 'im Genick' [NW-Freinsh, verbr.]. Das Kind sagt: 's beißt mich, und erhält die Antwort: Beiß es aach! [GH-Zeisk, allg.]. RA.: Mich beißt mai Nḁs, ich werr heit noch eppes Neies gewahr [RO-Lohnsf]; Var.: ..., 's esch e Judd off die Welt kumme [GH-Zeisk]. WR.: Wann die Grenaue (Hühneraugen) beiße, gebts Reen [KU-Wahnwg, verbr., auch Gal-Dornf]. Wann die Fiß beiße, gibt's anner Weller (Wetter) [ZW-Lambsbn, verbr.]. SprW.: Wu's mich net beißt, brauch ich net se kratze [Hebel 47, Gal Buch Don]. Rätsel: Wer kretzt, wos en net beißt? (Straßenwärter) [KU-Kaulb]. Volksgl.: Wann ems recht Aag beißt, sehnt mer ebbes gern; es links, net gern [Fogel Beliefs Penns Nr. 394]. — Zs.: ab-, an-, aus-, drauf-, hinaus-, hinweg-, los-, weg-, zubeißen. — F.: baisə, baizə [fast allg.]; KL-Siegb: baisə u. baərsə; bisə [lothr. SWPf], bäsə [GH-Neubg]. Part. Perf.: gəbes [westl. WPf NPf], gəbis [mittl. WPf]; gəbisə [nördl. u. mittl. VPf], gəbesə [südl. VPf]. Präs. Sing.: bais, du baišd, ər baisd (lothr. SWPf: bis, bišd, bisd); Pl.: westl. der Linie RO-Ebbg — KL-Landstl — PS-Hirschth fast allg. mēʳ (ēʳ, sī) baisə (baizə) (lothr. SWPf: bisə), östl. dieser Linie fast allg. baisən (baizən). Hierzu bei Höh 106: »Oft gebraucht der Einzelne die verschiedenen Formen nebeneinander in der gleichen Anwendung. Doch zahlreiche Beobachtungen ergaben, daß man vielfach bei Vokalbeginn des folgenden Wortes die Form mit n gebraucht; z. B. si baisn uf šdēⁿ 'sie beißen auf Stein'. Vor Konsonant dagegen fällt häufig der Nasal ab; in diesen Fällen wird das stumme ə gesprochen; z. B. die bēsə gens baisə diχ doud 'die bösen Gänse beißen dich tot'. Darüber hinaus ist festzustellen, daß Kinder mehr -ə, ganz alte Lindener mehr -n sprechen.« (Hier tritt der ungewöhnliche Fall ein, daß die Mundart eine Form aufgibt, die sie mit der Schriftsprache gemeinsam hat.) — Rhein. I 601 ff.; Lothr. 46 bisseⁿ; Els. II 100 bisseⁿ; Bad. I 141.
5470 Zeichen · 162 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Beißen

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Beißen , verb. irreg. neutr. et act. Imperf. ich bíß, Supin. gebissen; mit den Zähnen drücken oder verwunden. Im ersten …

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    beißen

    Goethe-Wörterbuch

    beißen Inf u 3. SgPräs in der Frühzeit hs -ss-, -sst, einmal -st 38,483,34 PartPrät einmal in der obd bzw an die Lit des…

  3. modern
    Dialekt
    beißen

    Elsässisches Wb. · +6 Parallelbelege

    beiße n [paisə Geisp. ] beizen. — Schweiz. 4, 1682. F. Schwäb. 821.

  4. Sprichwörter
    Beissen

    Wander (Sprichwörter)

    Beissen 1. Beiss in den Pelz, wenn du böse bist. 2. Die sich vntereinander beissen, mögen wol zusehen, dass sie nicht vn…

  5. Spezial
    beißen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    bei|ßen (beißt, biss, gebissen) I vb.tr. 1 (mit den Zähnen) morde (mord, mort) 2 (nagen) rosié (rosiëia) 3 (kauen) ciaug…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit beissen

22 Bildungen · 1 Erstglied · 17 Zweitglied · 4 Ableitungen

Zerlegung von beissen 2 Komponenten

beis+sen

beissen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

beissen‑ als Erstglied (1 von 1)

beissen II

RhWB

beissen II Rhfrk uNahe baisə, –ęi-, sonst wie Mosfrk -ei- bis zur Diphthongierungs-L., Part. uNahe gəbis, sonst Hunsr -e- ; WEif Prät. bes, …

beissen als Zweitglied (17 von 17)

Abbeißen

Adelung

Abbeißen , verb. irreg. act. (S. Adelung Beißen ,) durch Beißen absondern. Daher die sprichwörtliche R. A. sich vor Angst die Nägel abbeißen…

Anbeißen

Adelung

anbei·s·sen

Anbeißen , verb. irreg. S. Adelung Beißen . Es ist, 1. ein Neutrum, welches das Hülfswort haben erfordert, an etwas beißen, und gemeiniglich…

Aufbeißen

Adelung

auf·beissen

Aufbeißen , verb. irreg. act. S. Adelung Beißen , durch Beißen öffnen, so wohl eigentlich, mit den Zähnen oder dem Schnabel: eine Nuß, eine …

Ausbeißen

Adelung

aus·beissen

Ausbeißen , verb. irreg. act. S. Adelung Beißen . 1) Durch Beißen, oder mit den Zähnen heraus bringen. Sich einen Zahn ausbeißen. Deine ausg…

Dreinbeissen

Wander

drein·beissen

Dreinbeissen Beiss drein sol fressen der Jurist, der solcher Kunst ein Lehrer ist, das langer Brauch sol heissen recht, so allzeit ist gewes…

Durchbeißen

Adelung

durch·beissen

Durchbeißen , verb. irreg. act. S. Adelung Beißen . Dúrchbeißen. Ich beiße durch, durchgebissen. 1) Beißend hindurch dringen. Es ist zu dick…

Einbeißen

Adelung

ein·beissen

Einbeißen , verb. irreg. neutr. (S. Adelung Beißen ,) mit dem Hülfsworte haben, hinein beißen, im gemeinen Leben; ingleichen figürlich, beiß…

Erbeißen

Adelung

erbei·s·sen

Erbeißen , verb. irreg. act. S. Adelung Beißen . 1) Danieder beißen, d. i. todt beißen, im Oberdeutschen. Der Fuchs hat die Hühner erbissen.…

freibeißen

RDWB1

frei·beissen

freibeißen, sich (Lakune, kein Bezug zu "кусать") бороться / побороться за себя, постоять за себя, отстаивать / отстоять свои интересы, не д…

Knochenbeissen

Wander

knochen·beissen

Knochenbeissen He geht geren up dat Knakenbiten ût. – Dähnert, 239 b . Er küsst sich gern mit den Mädchen herum.

2. Verbeißen

Adelung

ver·beissen

2. Verbeißen , verb. irregul. act. S. Adelung Beißen . 1. Durch Zusammenbeißung der Zähne den Ausbruch einer Empfindung zu unterdrücken such…

Wégbeißen

Adelung

weg·beissen

Wégbeißen , verb. irregul. act. S. Adelung Beissen , durch Beissen fortschaffen.

Wiederbeißen

Adelung

wieder·beissen

Wiederbeißen , verb. irregul. act. S. Adelung Beißen , den Biß eines andern durch Beißen erwiedern.

Zerbeißen

Adelung

zer·beissen

Zerbeißen , verb. irregul. act. (S. Adelung Beißen .) 1. In Stücke beißen. Eine Nuß zerbeissen. 2. Durch Beißen unbrauchbar machen.

Zubeißen

Adelung

Zubeißen , verb. irregul. neutr. (S. Adelung Beißen ,) mit dem Hülfsworte haben, anfangen, wacker zu beißen. Voll Begierde biß er zu, Weisse…

Ableitungen von beissen (4 von 4)

Erbeißen

Adelung

Erbeißen , verb. irreg. act. S. Adelung Beißen . 1) Danieder beißen, d. i. todt beißen, im Oberdeutschen. Der Fuchs hat die Hühner erbissen.…

2. Verbeißen

Adelung

2. Verbeißen , verb. irregul. act. S. Adelung Beißen . 1. Durch Zusammenbeißung der Zähne den Ausbruch einer Empfindung zu unterdrücken such…

Zerbeißen

Adelung

Zerbeißen , verb. irregul. act. (S. Adelung Beißen .) 1. In Stücke beißen. Eine Nuß zerbeissen. 2. Durch Beißen unbrauchbar machen.