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Beißen

nhd. bis spez. · 13 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
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14 in 13 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Beißen

Bd. 1, Sp. 825
Beißen, verb. irreg. neutr. et act. Imperf. ich bíß, Supin. gebissen; mit den Zähnen drücken oder verwunden. Im ersten Falle wird es als ein Neutrum mit haben und mit dem Vorworte auf, in dem letztern aber, oder als ein Activum, mit dem Accusativ verbunden. 1. Eigentlich, von Menschen und Thieren. Der Hund biß ihn in den Fuß. Einen in den Backen beißen. Sich auf die Zunge oder auf die Lippen beißen, das Lachen zu unterdrücken. Auf einen Stein, einen Knochen beißen. Nach jemanden beißen, ihn beißen wollen. Um sich beißen. Die Zähne zusammen beißen, aus einer heftigen unangenehmen Empfindung auf einander drücken. In einen sauern Apfel beißen müssen, figürlich, sich zu einer unangenehmen Sache entschließen müssen. Bey den Jägern, welche dieses Wort nicht gerne gebrauchen, ist statt dessen fangen üblich. S. dieses Wort. Im gemeinen Leben wird dieses Wort aus Unwissenheit von einigen Thieren gebraucht, die eigentlich nur durch Stechen verwunden; z. B. die Flöhe beißen ihn. In das Gras beißen. S. in der Anm. 2. Figürlich. 1) Zerbeißen. Ich kann es nicht beißen. 2) Essen, nur in dem niedrigen Ausdrucke, nichts zu beißen noch zu brechen haben, Mangel an der höchsten Nothdurft leiden 3) Eine scharfe, zusammen ziehende körperliche Empfindung verursachen. Der Pfeffer beißt auf der Zunge. Der Rauch beißet in die Augen. Der Essig beißt, ist sehr scharf. Ingleichen von einer stechenden oder juckenden Empfindung. Es juckt und beißt mich auf der Haut. S. Beitzen. 4) Durch Spötterey eine unangenehme Empfindung des Gemüthes erregen, in welcher Bedeutung vornehmlich das Participium üblich ist. Ein beißender Scherz. Beißende Lieder, Spöttereyen u. s. f. 5) Qual, Angst, Unruhe verursachen, besonders von dem Gewissen. Mein Gewissen beißt mich nicht, macht mir keine Vorwürfe. S. Gewissensbiß. 6) Sich beißen, im gemeinen Leben, sich zanken. Anm. Beißen lautet bey dem Ottfried bizen, bey dem Notker pizzen und peizen, und bedeutete ehedem so wohl mordere, als auch essen, ja überhaupt, mit einem jeden scharfen oder spitzigen Werkzeuge verletzen. Mit bizenten fuerton, mit scharfen Schwertern, Ottfr. B. 1, Kap. 19. Der Zischlaut in der Mitte ist der Oberdeutschen Mundart eigen. Alle übrigen haben statt dessen ein t. Nieders. biten, Holländ. byten, Dän. bide, Angels. bitan, Engl. to bite, Schwed. und Isländ. bita, in Bretagne bwytta. Vielleicht gehören auch das Griech. παττω in kleinen Bissen essen, und das Hebr. pathath, mit den Zähnen zermalmen, hierher. Die im gemeinen Leben übliche Redensart, ins Gras beißen, oder ins Gras beißen müssen, umkommen, sein Leben verlieren, welche vornehmlich von Soldaten gebraucht wird, welche in einem Treffen umkommen, gehöret vermuthlich nicht hierher, sondern zu dem veralteten Zeitworte baißen, herab lassen, herab steigen, ingleichen fallen, von welchem in dem Lateine der mittlern Zeiten bassus für niedrig sehr üblich war, wovon noch das Franz. bas abstammet. In Strykers Gedichte auf Carls des Großen Spanischen Feldzug kommt erpaissen für fallen, umkommen, mehrmahls vor. Z. B. Er mues vnsamft erpaissen, Sect. 23. An einem andern Orte: Vnz si erpaisten darnider, ingleichen Er erpaist gahes darnider.[] In Heinr. von Ofterdingen Heldenbuch bedeutet beyßen, ingleichen in das Gras beyßen, vom Pferde steigen. Z. B. Er beyßte von dem Rosse Hinnieder auf das Landt, Bl. 118. Da beyßt Wolf Dieteriche Wohl nieder in das Gras, Bl. 144. S. auch Beitzen, ingleichen Böschung.
3429 Zeichen · 86 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Beißen

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Beißen , verb. irreg. neutr. et act. Imperf. ich bíß, Supin. gebissen; mit den Zähnen drücken oder verwunden. Im ersten …

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    beißen

    Goethe-Wörterbuch

    beißen Inf u 3. SgPräs in der Frühzeit hs -ss-, -sst, einmal -st 38,483,34 PartPrät einmal in der obd bzw an die Lit des…

  3. modern
    Dialekt
    beißen

    Elsässisches Wb. · +6 Parallelbelege

    beiße n [paisə Geisp. ] beizen. — Schweiz. 4, 1682. F. Schwäb. 821.

  4. Sprichwörter
    Beissen

    Wander (Sprichwörter)

    Beissen 1. Beiss in den Pelz, wenn du böse bist. 2. Die sich vntereinander beissen, mögen wol zusehen, dass sie nicht vn…

  5. Spezial
    beißen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    bei|ßen (beißt, biss, gebissen) I vb.tr. 1 (mit den Zähnen) morde (mord, mort) 2 (nagen) rosié (rosiëia) 3 (kauen) ciaug…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit beissen

22 Bildungen · 1 Erstglied · 17 Zweitglied · 4 Ableitungen

Zerlegung von beissen 2 Komponenten

beis+sen

beissen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

beissen‑ als Erstglied (1 von 1)

beissen II

RhWB

beissen II Rhfrk uNahe baisə, –ęi-, sonst wie Mosfrk -ei- bis zur Diphthongierungs-L., Part. uNahe gəbis, sonst Hunsr -e- ; WEif Prät. bes, …

beissen als Zweitglied (17 von 17)

Abbeißen

Adelung

Abbeißen , verb. irreg. act. (S. Adelung Beißen ,) durch Beißen absondern. Daher die sprichwörtliche R. A. sich vor Angst die Nägel abbeißen…

Anbeißen

Adelung

anbei·s·sen

Anbeißen , verb. irreg. S. Adelung Beißen . Es ist, 1. ein Neutrum, welches das Hülfswort haben erfordert, an etwas beißen, und gemeiniglich…

Aufbeißen

Adelung

auf·beissen

Aufbeißen , verb. irreg. act. S. Adelung Beißen , durch Beißen öffnen, so wohl eigentlich, mit den Zähnen oder dem Schnabel: eine Nuß, eine …

Ausbeißen

Adelung

aus·beissen

Ausbeißen , verb. irreg. act. S. Adelung Beißen . 1) Durch Beißen, oder mit den Zähnen heraus bringen. Sich einen Zahn ausbeißen. Deine ausg…

Dreinbeissen

Wander

drein·beissen

Dreinbeissen Beiss drein sol fressen der Jurist, der solcher Kunst ein Lehrer ist, das langer Brauch sol heissen recht, so allzeit ist gewes…

Durchbeißen

Adelung

durch·beissen

Durchbeißen , verb. irreg. act. S. Adelung Beißen . Dúrchbeißen. Ich beiße durch, durchgebissen. 1) Beißend hindurch dringen. Es ist zu dick…

Einbeißen

Adelung

ein·beissen

Einbeißen , verb. irreg. neutr. (S. Adelung Beißen ,) mit dem Hülfsworte haben, hinein beißen, im gemeinen Leben; ingleichen figürlich, beiß…

Erbeißen

Adelung

erbei·s·sen

Erbeißen , verb. irreg. act. S. Adelung Beißen . 1) Danieder beißen, d. i. todt beißen, im Oberdeutschen. Der Fuchs hat die Hühner erbissen.…

freibeißen

RDWB1

frei·beissen

freibeißen, sich (Lakune, kein Bezug zu "кусать") бороться / побороться за себя, постоять за себя, отстаивать / отстоять свои интересы, не д…

Knochenbeissen

Wander

knochen·beissen

Knochenbeissen He geht geren up dat Knakenbiten ût. – Dähnert, 239 b . Er küsst sich gern mit den Mädchen herum.

2. Verbeißen

Adelung

ver·beissen

2. Verbeißen , verb. irregul. act. S. Adelung Beißen . 1. Durch Zusammenbeißung der Zähne den Ausbruch einer Empfindung zu unterdrücken such…

Wégbeißen

Adelung

weg·beissen

Wégbeißen , verb. irregul. act. S. Adelung Beissen , durch Beissen fortschaffen.

Wiederbeißen

Adelung

wieder·beissen

Wiederbeißen , verb. irregul. act. S. Adelung Beißen , den Biß eines andern durch Beißen erwiedern.

Zerbeißen

Adelung

zer·beissen

Zerbeißen , verb. irregul. act. (S. Adelung Beißen .) 1. In Stücke beißen. Eine Nuß zerbeissen. 2. Durch Beißen unbrauchbar machen.

Zubeißen

Adelung

Zubeißen , verb. irregul. neutr. (S. Adelung Beißen ,) mit dem Hülfsworte haben, anfangen, wacker zu beißen. Voll Begierde biß er zu, Weisse…

Ableitungen von beissen (4 von 4)

Erbeißen

Adelung

Erbeißen , verb. irreg. act. S. Adelung Beißen . 1) Danieder beißen, d. i. todt beißen, im Oberdeutschen. Der Fuchs hat die Hühner erbissen.…

2. Verbeißen

Adelung

2. Verbeißen , verb. irregul. act. S. Adelung Beißen . 1. Durch Zusammenbeißung der Zähne den Ausbruch einer Empfindung zu unterdrücken such…

Zerbeißen

Adelung

Zerbeißen , verb. irregul. act. (S. Adelung Beißen .) 1. In Stücke beißen. Eine Nuß zerbeissen. 2. Durch Beißen unbrauchbar machen.