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weiten

mhd. bis Dial. · 12 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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20 in 12 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

weiten vb.

Bd. 28, Sp. 1277
weiten, vb. , ahd., mhd. wîten. 11) weiter machen, erweitern, vergröszern: item 2½ m. dem sarwechter gegeben vor 6 panzer zu wyten Marienburg. treszlerb. 311 Joachim; hat die capell ser herrlich lassen bauen undt weitten Abraham a s. Clara neue predigten 194 lit. ver.; allmählich will man mein gefängnis weiten Schiller 12, 489 G.; ein kleid, einen rock etc. weitern ò weiten lassen Kramer 2 (1702) 1312b; mit der andern (hand) die wunde öffnet und weitet J. J. Engel schr. 7, 273. reflexiver gebrauch. weiter werden: 'aber mein weg ist beengt.' dulde! dort weitet er sich Herder 26, 430 S.; schneegräben ... in der tiefe sich weitend H. v. Barth Kalkalpen 151; sie gingen den dunklen gang entlang, dann weitete sich der höhlenraum, ein gemach war ... in den fels gehauen Scheffel Ekkehard 153; insbes. von kleidungsstücken, von stoff, leder, 'sich dehnen': die strümpfe weiten sich noch immer Rädlein 1, 1044; das leder weitet sich Kramer 2 (1702) 1312b. als ausdrucksbewegung: seine augen flammten, seine brust weitete sich Seidel Leberecht Hühnchen 112. uneigentlich, 'sachlich umfassender werden': mit jedem groszen charakter, den man mit diesem anfänglich so unbedeutenden amt (d. zensur) bekleidet hatte, dehnte und weitete sich dasselbe Jhering geist d.m. rechts 2, 1, 299. 22) das ergebnis des weitmachens, oder (refl.) weitwerdens ist weite, nicht blosze erweiterung: wie kann gott vorgestellt werden, indem er ... (bei der schöpfung) den himmel weitet Herder 6, 263 S.; die neuzeitlichen weittragenden waffen haben das kampffeld geweitet daheim 6. 10. 1933, 9a; der wolkenmantel ... der immer höher, riesig hoch, sich um die himmelskuppel weitet A. v. Droste-Hülshoff werke 2 (1878) 15; (ein schiff) das purpurn seine segel bläht und weitet Paul Ernst kaiserbuch 3, 2, 294. weit ausbreiten: die arme weitete ich und wollte beten Watzlik pfarrer v. Dornloh 334. beliebt, eigentlich oder bildlich, als ausdrucksbewegung: (die natur) will durch nichts das auge weiten und das herz erfreuen, das nicht auch seines vortheils wegen interessirt Hippel werke 5, 205; ein mädchen, schlicht und fromm ... das mocht auf bildern oft das herz mir weiten Eichendorff werke 1, 534. gebrauchsweisen, die das körperliche ganz zurücktreten lassen: auch ists gewisz, dasz der anblick des ruhigen oceans ... das gemüt eigentlich weite, nicht hebe Herder 22, 244 S.; von innrer glut geweitet verklärt sich unser sinn Novalis 1, 51 Minor; farbige flammen schlagen aus den kesseln und hall von horn und pfeife eint und weitet: dann sprengt ihr eures eignen willens fesseln Stefan George sieb. ring 178. auch vom zuwachs seelischer inhalte: wie ... eine neue welt der verschiedensten denkarten und völker zusammenkam, so weitete sich auch der geist der sage Herder 24, 515 S. etwa im sinne des eröffnens neuer möglichkeiten: das ei wälzt sich und ruht, ein mit sich selbst beschlossener raum, geweitet gleichsam zu einer stillen entwicklung Herder 22, 46 S.; o, nicht hasz — den himmel weitet weisheit, stillesein, geduld Weinheber adel und untergang 114. 33) reflexiv ohne gedanken an wirkliche raumänderung, doch mit einem gefühl, wie es die nach und nach erfolgende wahrnehmung begleitet: ich seh ein reich vor meinem blick gebreitet, an flüssen rasch, an grünen ebnen klar, das immerfort sich vor den augen weitet Göthe 16, 294 W.; bei ihrem (d. fackel) schein die stille nacht gleichwie ein dom sich weitet, wo unsichtbare hände baun Eichendorff werke 1, 290; die helle nur weitet sich und füllt den unermeszlichen raum H. v. Barth Kalkalpen 65. ähnlich: mit dem tiefen dämmern, das die wände des refektoriums in den himmel weitete Kolbenheyer Paracelsus 3, 16. 44) refl. 'sich entfernen': in welchen ziten ir meist uch pfleget witen von den kristenluten passional 189, 80 K.; dann krümmt sie (d. biene) ihren leib, die flügel breitet und zierlich in die blaue luft sich weitet Paul Ernst kaiserbuch 3, 2, 95; ähnlich (nicht refl.) ebda 81.
3987 Zeichen · 76 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    weitenadj.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +4 Parallelbelege

    weiten adj. s. weitîn.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    weitenM.?

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    weiten , M.? Vw.: s. wēte (1)

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Weiten

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Weiten , verb. regul. act. weit machen, doch nur als ein Reciprocum, sich weiten, weiter werden, durch Ausdehnung mehr U…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    weiten

    Goethe-Wörterbuch

    weiten [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  5. modern
    Dialekt
    Weiten

    Mecklenburgisches Wb. · +6 Parallelbelege

    Weiten ä. Spr. Weitent, -ee- n. Wissen: 'nademe ... unse wetent stckwerck ys' Gry. Wed. A 3 a ; nah min Weitent soviel …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit weiten

60 Bildungen · 48 Erstglied · 9 Zweitglied · 3 Ableitungen

Zerlegung von weiten 2 Komponenten

wei+ten

weiten setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

weiten‑ als Erstglied (30 von 48)

Weitenauer, Ignaz

DWBQVZ

Weitenauer, Ignaz *1709 Ingolstadt †1783 Salomonsweiler.

Weitenaust

MeckWB

weiten·aust

Weitenaust f., m. Weizenernte: de Weitenaust is jo de sweerst Wo. Ernt. 6.

weitenband

DWB

weiten·band

weitenband , n. , salzfasz, -form oder -scheibe gröszeren formats mit weitem reifen herum, vgl. Schmeller-Fr. 1, 246 s. v. band: item es sol…

Weitenbier

MeckWB

weiten·bier

Weitenbier n. kleines Erntefest während der Weizenernte: Weitenbier gew 't, wenn slecht Wäder wir in de Weitenaust Wi Gam .

Weitenbinnen

MeckWB

weiten·binnen

Weitenbinnen n. Binden der Weizengarben: de oll Mudder Blocken süng', wenn sei nah 'n Weitenbinnen güng': Weitenbinnen döggt nich, späält so…

Weitenbodden

MeckWB

weiten·bodden

Weitenbodden , Weitbodden , halbhd. -boden m. Boden, auf dem Weizen angebaut werden kann; Wechselrede: dat is Weitboden. — Jawoll, œwer drei…

Weitenbrot

MeckWB

weiten·brot

Weitenbrot n. Weizenbrot: 'das Weitzen- und schonrogkenbrodt' (1560) Kern Hof. 1 , 228; Weitenbrot allgem.

Weitendeig

MeckWB

weiten·deig

Weitendeig m. Weizenteig; Rdaa.: du fauderst woll mit Weitendeig (wenn jemandes Vieh besonders wohlgenährt ist) Schö Schlagsd ; hei geit up …

Weitenfack

MeckWB

Weitenfack n. Weizenfach in der Scheune Wo. Sa.

Weitenfelder, Hans

DWBQVZ

--- lobspruch der weiber und heirats abrede zu Wien. hg. v. F. Haydinger. mit einer einl. u. anm. v. J. Feifalik. Wien 1861 . — QV V —. ---

Weitengang

MeckWB

weiten·gang

Weitengang m. müllersprl. Mahlgang für Weizen: 'die hiesige ... aus drei Gängen, nämlich einem Weizen, einem Rogken und einem Schrot-Gang be…

Weitengarw

MeckWB

Weitengarw f. Weizengarbe: lustig ... as ... 'n Mus'hingst in de vull Weitengarw Bri. 3, 78.

weitengefühl

DWB

weiten·gefuehl

weitengefühl , n. : das schon im lehnsadel und in den bauerngeschlechtern waltende, genealogische princip, der ausdruck des weitengefühls un…

Weitengrütt

MeckWB

weiten·gruett

Weitengrütt f. Weizengrütze, im Anruf an den Bullen: Hawergrütt, dee machst du nich, Weetengrütt, dee kriggst du nich Wo. V. 2, 1101.

Weitenhock

MeckWB

weiten·hock

Weitenhock , Weithock f. Weizenhocke: he fläut't dorbi so lustig vör sick hen as 'n Sparling in de Weithock Bri. 2, 177.

Weitenkaff

MeckWB

weiten·kaff

Weitenkaff , Weitkaff n. Weizenspreu: Weitkaff mit kort Ohren twischen wir 'n god' Swinfoder Wi Kirchd ; die Faselswin fütterte man mit Weit…

Weitenklump

MeckWB

weiten·klump

Weitenklump m. Weizenkloß: he ... Eet de schönsten Weitenklümpe ( Sta 1870) Nd. Jb. 43, 55.

Weitenmähl

MeckWB

Weitenmähl n. Weizenmehl: 'WeitzenMehl ..., was sonst gewöhnlich in oder ausser denen Jahrmärkten aus fremden Landen eingebracht wird' Bär. …

weitenmasz

DWB

weitenmasz , n. , längenmasz: die Hellänen nahmen die länge des stadions zu einem ordentlichen weiten- und wegemasz an J. G. Herrmann feste …

weitenmesser

DWB

weiten·messer

weitenmesser , m. : frz. apomécomètre, engl. apomecometer Beil technol. wb. 1, 652 . —

weiten als Zweitglied (9 von 9)

ausweiten

DWB

aus·weiten

ausweiten , laxare, dilatare: ein loch ausweiten, weiter machen; die schuhe, handschuhe weiten sich schon aus; wir wollen zusammen wohnen, o…

Baukweiten

MeckWBN

bauk·weiten

Wossidia MeckWB Baukweiten m. Buchweizen 2. Windenknöterich, polygonum convolvulus Sta Stargard@Buchholz Buchholz ; Steinf.

Brakweiten

MeckWBN

brak·weiten

Wossidia Brakweiten m. Weizen, der auf einen zuvor brachliegenden Acker gesät ist Wa.

gearweiten

KöblerMhd

gearweiten , sw. V. Vw.: s. gearbeiten

Lägerweiten

MeckWBN

laeger·weiten

Wossidia Lägerweiten m. Weizen, der nach starkem Regen auf dem Erdboden liegt Ma Malchin@Liepen Liep .

Ableitungen von weiten (3 von 3)

beweiten

MeckWB

beweiten wissen bei etwas 1. um eine Sache wissen, Mitwisser sein: 'dat wy mede beweten scolden rof edder brant' ( Wi Sternb 1351) UB. 13, 1…

erweiten

DWB

erweiten , dilatare, amplificare, ahd. nur giwîtan. wie viel hab ich derer gesehen, welche krägen tragen, die vielmehr für karrenräder zu ha…

verweiten

DWB

verweiten , v. , westfäl. verwidden, weit machen Woeste 297 ; ostfries. Stürenburg 317 ; nun hat sich die sach nach des hertzogen tod verwei…