vulkanisch,
adj. (
in älterer schreibung gelegentlich noch vulcanisch,
s. Göthe
unter 1).
ndl. vulkanisch Akveld-Sicherer
nederl.-hoogd. 1250
b;
dän. vulkansk
dansk ordbog for folket 2, 590;
schwed. vulkanisk Auerbach 1453;
engl. volcanic, vulcanic Murray 10, 2, 293
u. 325. —
ableitung von vulkan,
die sich —
substantiviert, als mythologische bezeichnung —
vereinzelt bei Paracelsus
findet (
bücher u. schr. (1590) 64
Huser: die vulcanischen),
jedoch erst im 18.
jh. in der bedeutung '
vulkanartig, einem vulkan zugehörig'
üblich wird. 11) '(
nach art bzw. herkunft)
einem vulkan zugehörig, vulkanartig (
zu vulkan A 1)': vulkanische erzeugnisse ...
produits volcaniques Schwan
suppl. (1798) 188; das vulcanische hervorsteigen von inseln im meere, von bergen auf dem lande dagegen geschieht noch immer vor unsern augen Göthe
w. 51 (1833) 135; zu den vulkanischen produkten rechnet man daher schlacken, bimsstein, asche, trasz, vulkanischer(!) tuff, schwefel und salmiak Richter
berg- u. hüttenlex. (1805) 2, 598; es vermeiden tiere oft lange vorher gegenden ganz, denen ein vulkanischer ausbruch oder erdbeben bevorstehen G. H. v. Schubert
symbolik d. traumes (1840) 42; die vulkanischen formationen (
gesteinsschichten) unterscheidet man gewöhnlich als trachyt-, basalt- und lavagruppe Dannenberg-Frantz
bergmänn. wb. (1882) 429; bei der eruption ... werden ... asche, lapilli (
steinchen) und vulkanische bomben (
lavafetzen) ausgeschleudert Schmidt
geolog.-mineralog. wb. (1921) 181; die hier (
westlich Neapel) seit alter zeit tätigen vulkanischen kräfte ... waren ihm (
Peter von Eboli) wohl bekannt (1902) Burdach
vorspiel 1, 1 (1925) 367; drüben wölbte sich der runde vulkanische hut des Kolmbergs blaugrau in die luft Kluge
Kortüm (1940) 398;
s. ferner unter den von Kende
angesetzten lemmata: vulkanische asche, ausbrüche, beben, explosionen, gase, gesteine, gewitter, inseln
und vulkanischer sand
geogr. wb. (1928) 216. —
bildlich: jeder von uns (
zeitgenossen) ... ist in seiner innersten existenz aufgewühlt worden von den fast pausenlosen vulkanischen erschütterungen unserer europäischen erde Stefan Zweig
welt v. gestern (1947) 9; es ist so, als schwinge hier rundherum um Lourdes ein vulkanischer boden des übernatürlichen, der jetzt ... an einer längst verschlackten stelle den feurigen ausbruch feiert Werfel
Bernadette (1948) 226.
den übergang zu 2
verdeutlicht: soll jene erste explosion des Schiller'schen genies (
die räuber) noch ferner auf den deutschen theatern ihre vulcanischen wirkungen leisten, so lasse man dem ganzen gerechtigkeit wiederfahren Göthe I 40, 172
W.; er (
Giordano Bruno) war selber ein Vesuv: feurige und formlose schlacken auswerfend, alle welt durch die pracht und kraft seiner vulkanischen ausbrüche in bewunderung und schrecken versetzend Friedell
kulturgesch. d. neuzeit (1929) 367. 22)
übertragen, '
eruptiv, zu affektausbrüchen neigend, leidenschaftlich bewegt (
zu vulkan A 2 b)': bei dem knaben entwickelte sich diese leidenschaftliche natur in der form des jähzorns. alle bemühungen des vaters und des geistlichen, die macht dieses vulkanischen naturells zu brechen, waren vergeblich G. Flammberg
Hugenottengesch. (1875) 224; verzeihung für diesen vulkanischen ausbruch meiner innersten empfindung! Th. Billroth
br. (1922) 392; ein vulkanischer wagemut ... durchbrauste die köpfe und herzen Friedell
kulturgesch. d. neuzeit (1929) 261;
auch: vulkanische naturen
ebda 289; war es nicht klar, dasz dieser hoffnungslos kranke mensch jenes junge mädchen mit der lautlosen, vulkanischen, glühend sinnlichen leidenschaft liebte, die den gleichartigen ersten regungen seiner früheren jugend entsprach? Th. Mann
d. kl. herr Friedemann 54
S. Fischer.