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voraus

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

voraus adv.

Bd. 26, Sp. 831
voraus, adv. , mit dem ton auf der zweiten silbe, substantiviert aber auf der ersten betont (im vóraus); vor ûz mhd. wb. 3, 195b; Lexer 3, 483; vorausz Maaler 474c; Stieler 69; Steinbach 1, 50; Frisch 2, 407a; Adelung; Campe; in älterer sprache füraus, s. dieses th. 4, 1, 1, sp. 656; vgl. Schmeller-Frommann 1, 847; Lexer kärnt. wb. 12; Fischer schwäb. wb. 2, 1642; schweiz. idiot. 1, 556; Martin-Lienhart 1, 79a; nd. forut, nld. vooruit; nach dem deutschenn. forud, schwed. förut. 11) die zusammensetzung des wortes zeigt, dasz die grundbedeutung gewesen sein musz: heraus, vor anderem nach vorn, wobei zu beachten ist, dasz die ältesten belege aus mhd. zeit schon die übertragene bedeutung des vorzuges zeigen, während die rein räumliche bedeutung, wie es scheint, nicht bezeugt ist.die räumliche bedeutung hat sich in neuerer sprache gegen die von voran insofern abgesondert als bei voraus die vorstellung des führens, des beispiels und der folge vor der betonung des gewonnenen vorsprungs, des abstandes zurücktreten kann; das zeigt sich besonders in der verbindung mit maszbezeichnungen, wo wir voraus durchweg vorziehen: um eine pferdelänge v.; im nu waren sie uns um einige hundert palmen v. Gaudy w. (1844) 13, 22; er war ... eine gute strecke v. O. Ludwig schr. (1891 ff.) 1, 365; sie liefen sich dicht auf den fersen, doch war der Bayer v. um eine spanne G. Keller w. (1892) 4, 262; denn geht es zu des bösen haus, das weib hat tausend schritt voraus Göthe Faust 3981; die reuterei ist, die du kommandierst, auf eine stunde schon im marsch voraus H. v. Kleist prinz v. Homburg 1, 4. natürlich kann aber anderseits voraus eben so wie voran mit beziehung auf das nachfolgen, zurückbleiben gebraucht oder ein nacheinander, hinter einander gebraucht werden: wie er dem trompeter v., den husaren hinterdrein, die fahrstrasze hinabgeritten Göthe w. 33, 27 W.; der esel v. und die kuh hinterdrein, wenn ein grobian sich den vortritt anmaszt schweiz. idiot. 1, 556; Diotima und ich gerieten v. (vor den andern) Hölderlin dicht. 2, 110 Litzmann.mit dem dat.: Leontin ritt ein unbändiges pferd allen v. Eichendorff w. (1864) 2, 40; v. ist er mir nicht; ich hätte sonst längst ihn hören und sehen müssen Barth Kalkalpen (1874) 41; mit vor: ganz vor den andern voraus den Troern entgegen zu kämpfen (οἶος πρόσθ' ἄλλων μεμάτω Τρώεσσι μάχεσθαι Δ 304) Bürger w. 216b B. freier: den bart voraus, den fitschepfeil im nacken Rückert w. (1867 ff.) 1, 64. an der spitze: dann kam ein trupp hirschkälber und hirschkühe, zwei oder drei hochgeweihte hirsche v. Moltke schr. (1892) 6, 284; v., zuruf an den leithund beim ausziehen Kehrein weidm. spr. (1871) 312; wer mit der ehrenbinde bewegt sich stolz voraus? Göthe w. 1, 115 W.; voraus erschien ein herold Schiller Maria Stuart 2, 1. verbunden mit dürfen, können, mögen, müssen, sollen, wobei ein verbum der bewegung ergänzt wird.die richtung nach vorn bezeichnend: vermeint, er trieb menschen vor ausz (vor ihm her) Dähnhardt griech. dramen 2, 66; über das voraus sich dehnende gestade hin Bürger w. 150b B.; auch ist mir recht behaglich dieser platz: voraus (vor uns) der Rhein in warmer sonne hell Fouqué held d. nordens (1808) 69. v. wohnen, nach vorn, im vordergebäude wohnen luxemb. wb. 469b. — besonders in diesem sinne in zahlreichen wendungen der seemannssprache: wenn man mit denselben cours aus der see kömmt, kriegt man eine klippe v. Mansons seebuch 8; (es) kamen steuerbord v. 7 rauchwolken in sicht zeitungsnotiz von 1915; schiff, land v., auch für vorwärts: volldampf, äuszerste kraft v. und ähnliche zurufe, s. Kluge seemannsspr. 812. — die bedeutung 'nach vorn, vorwärts' tritt auch in der zusammensetzung mit verben hervor, s. unter 7 vorausbiegen, -bringen, -reichen, -richten, -schreiten, -setzen, -werfen. 22) die übertragung auf die zeit, die bei voran (s. dieses unter 4) veraltet ist, wird bei voraus besonders in vielgebrauchten verbindungen mit verben deutlich, s. unten 7; dabei wird gewöhnlich die vorstellung festgehalten, dasz etwas vor der eigentlich zu erwartenden zeit geschieht, oder aber, bevor etwas eintritt; ferner kann gemeint sein, dasz jemand früher als andere etwas tut oder an sich erfährt: (nach dem tode der erblasser) söllend dem ... vorusz drüthusend guldin und alle lehen volgen Riederer spiegel d. rhet. (1493) t 6a; (dasz) der älteste, im kriegerstande lebende sohn sich ein pferd v. wählen durfte Fouqué gefühle, bilder (1819) 1, 252; der mit v. bezeichnete zeitpunkt kann in der vergangenheit, gegenwart oder auch zukunft liegen; abstandsbezeichnungen können hinzutreten: auf ein ganzes jahr v. Gellert w. (1839) 4, 268; monate lang v. Göthe w. 17, 3 W.; wenige tage v. br. 41, 75; einige zeit v. Brentano schr. (1852 ff.) 6, 428; deine zölle sind auf drei jahre schon voraus verpfändet Schiller jungfrau v. Orleans 1, 2. zu beachten ist, dasz der gebrauch des einfachen v. allmählich durch im voraus, zum v. eingeschränkt wird: die sach selbs zeigts vorausz an, das er eins andern gemüts gegen uns seie Boltz Terenz deutsch (1539) 93a; (gulden an sold,) die gemeinlich vorausz verthan waren Lehman floril. pol. (1662) 4, 14; ich musz ihnen ... v. sagen (von vorn herein, vor allem andern) Gerstenberg schlesw. litbr. 207 lit.-dkm.; alles was hier geschehen könnte ennüyirt mich schon v. Göthe br. 8, 109 W.; inzwischen freuet euch, ihr gäste, schon voraus König ged. (1745) 506; hatten frühe schon töchterchen und sohn braut und bräutigam voraus genannt Göthe w. 1, 219 W.; sie freut sich und wird voraus bleich, so spielt sie mit dem geisterreich Tieck schr. (1828) 4, 138. veraltet ist v. in der bedeutung von zuvor u. ä.: ehe dann ich e. g. meine gebürliche antwort geben werd, muosz ich mich ainer groben ungeschickligkeit vorausz entschuldigen Nas d. antipap. eins u. hundert (1567 ff.) 1, 80a; vergisz deines volcks voraus und vergisz auch deins vatters hausz H. Sachs w. 6, 257 K.; alsz er merckt, was irthumb vorausz er het begangen in dem hausz Dähnhardt griech. dramen 2, 80; ach mit was für schönen dingen ... hoffen wir die liebe zeit (da es gott wil) zu zubringen, wann vorausz der frost erliegt Königsb. dichterkr. 137 ndr. mit voran verbunden: so musz er doch vorusz und an sin recht daselbst verloren han H. R. Manuel weinspiel 3790 ndr. eigentümlich bei Herder im sinne von früher: zu dieser (wahrheit) zu gelangen sind unstreitig jetzo viel weniger mittel als v. w. 8, 25 S.von der zeit, aber mit festhaltung der vorstellung der bewegung nach vorwärts: an jahren wenig mir v. Göthe w. 25, 43; dennoch hatte sie etwas, was ihnter ihren jahren zurück war und plötzlich wieder etwas, was ihnen weit v. schien Gutzkow ritter v. geiste (1850 ff.) 3, 418. 33) übertragene anwendung kann sich aus der räumlichen bedeutung entwickeln, insofern sowohl die stellung, bewegung vor anderem, aussonderung zur spitze, zum vortritt u. s. w. wie auch das zeitliche vorhergehen oder vorwegnehmen mit der vorstellung eines vorzugs verbunden sein kann; so nimmt v. den sinn von vor allem, vor andern an: daz si zer besten ist vorûz gezalt minnes. 1, 19a H.; Hester, nun schenck ich dir vorausz Hamon, der Juden feindes, hausz H. Sachs w. 1, 128 K.; das berümt herlich zeughaus, ein klainot diser stat voraus Fischart glückh. schiff 890 ndr.; und was man liebt voraus, das musz um so viel eh aus unsrer welt hinaus Fleming ged. 1, 52 L.; weil vorausz (vor allen andern) ich noch bey dir trewlich halte für und für Königsb. dichterkr. 54 ndr.; verflucht voraus die hohe meinung, womit der geist sich selbst umfängt Göthe Faust 1591; (man soll) den willen des gemütes vorusz (potissimum) ansehen Steinhöwel Äsop 49 lit. ver.; nun ist disz vorausz ein grosze sünd (iam id peccatum primum magnum Adelphi 687) Boltz Terenz (1539) 102a; deren sprache ist v. die ärmste, die älteste, die ursprünglichste gewesen Herder w. 5, 72 S.; v. war es nötig, an ort und stelle ... nachzugehen G. Keller w. 6, 91. — so entwickelt sich die allgemeine bedeutung von besonders: vorausz, praesertim Maaler 474c; vorausz, vorab, fürnemlich, praesertim Calepinus dict. XI ling. (1598) 1140a; Stieler 69; vgl. Fischer schwäb. wb. 2, 1642; schweiz. idiot. 1, 556; Lexer kärnt. wb. 12; vor dem adj. und adv.: (wenn jemand) den obersten etwas schmachait oder unrechts zuofüget vorusz ungefarlich Steinhöwel Äsop 102 lit. ver.; die ee ist ein fürus kostbarlich ding Zwingli d. schr. (1828 ff.) 1, 46; das du vorus wol wüssen sott, so er doch din statthalter ist N. Manuel 87, 1491 Bächtold; weil ihr, o edler Rist, vorausz beflissen seid zu retten durch die kunst der sprachen zierligkeit Rist d. friedew. Teutschland (1648) 39; wenn mir die freude ja einmal den kopf verrückt, ist ihr geburtstag wohl voraus darzu geschickt J. E. Schlegel w. 3, 529. vor dem subst.: etlich burger fiengent gemelich an ze bawen und vorausz die edeln d. städtechron. 3, 88 (Nürnberg); darnach schenden sie die andern metallen gar hefftig und lästerlich, vorausz aber das eysen Agricola bergw.-buch (1621) 8; weil dieses gestirne ... die thiere und v. den menschen tiefsinnig machet Lohenstein Arminius 1 (1689), 570a; die ältesten (lieder) darunter sind es (von einem verfasser), v. die mit geschichtlichen anspielungen J. Grimm kl. schr. 3, 44; vorûz der nahtegalen sanc minnes. 1, 26a H.; dasz die weiber sind alle wunderlich, vorausz die alten weiber sunderlich H. Sachs w. 21, 24 G.; bist zeuge meines thuns, vor aus der edlen kunst, die mir zuerste hat erworben deine gunst Fleming ged. 1, 179 L.; voraus das jubeljahr soll ursach han gegeben zu unfriedlichen leben Opel-Cohn dreiszigj. krieg 48. vor verbindungen mit präpositionen: das reisen ist beschwerlich, v. in der sommerhitze Kramer teutsch-ital. dict. 2 (1702), 1217b; s. auch bevoraus th. 1, sp. 1760; v. und vorab verbunden: vorusz und ab mit der wyszheit Bächtold schweiz. schauspiele d. 16. jh. 3, 124. besonders oft vor einem abhängigen satz: v., wenn Albrecht Leipz. ma. 232a; ich glaub disem galgentrager nichtz, vorusz so er sich bekennt dynen knecht Terenz deutsch (1499) 75b; v. wo es die not erfoddert Luther w. 15, 133 W.; vorausz da kalte flüsz innen sind Gäbelkower artzneyb. (1595) 386; ja! v. wenn es krieg ist Stephanie d. j. lustspiele (1771) 41; vorausz wo man raiszt uber feldt H. Sachs w. 6, 366 K.; voraus, weil der sehr übel steht, dem alles nur nach wunsch ergeht Königsb. dichterkr. 221 ndr. voraus wer seinen stein musz stets am golde streichen Besser schr. (1732) 1, 64; der gebrauch im sinne von besonders wird von Adelung als veraltet bezeichnet.mit zu verbunden (s. auch unter 4): fürtreffende und zuovorausz geistliche schätz Nas d. antipap. eins u. hundert (1567 ff.) 5, 119a; die jugendt zuvorausz taug unter beyder (Venus und Mars) fahn Opitz poemata 70 ndr. voraus getrennt, wobei dann vor mit einem dativ verbunden wird: muszt ich mich vor allen aus beeifern Pestalozzi in zeitschr. f. d. wortf. 12, 64; er hat vielleicht den ort vor andern aus geehrt Grob dicht. versuchgabe (1678) 43; ebenso für aus: du bist für andern aus ein teutschgesinntes blut 85; für mit accus.: ein besonderes urtheil für andere ausz, praerogativa Calepinus dict. XI ling. (1598) 1138b. 44) substantiviert in den wendungen im, zum v., wobei jetzt der ton durchaus auf der ersten silbe liegt, früher auch mit dem ton auf der zweiten: sie überlegen zum voraus die lange reih der frohen stunden Stoppe Parnasz (1735) 362; o freuet euch doch zum voraus Gottsched ged. 1 (1751) 103; ich liebte dich, und fühle zum vorausz mein herz bewegt Schiller Phädra 4, 3; ablasz im voraus für alle (schulden), die wir noch begehen werden Maria Stuart 3, 6; wisz im voraus, dasz ich dir mehr verhehle Müllner könig Yngurd 1, 3. die beiden verbindungen werden in zeitlichem sinne gebraucht, meist mit der betonung einer vorwegnahme; sie stehen neben verbalverbindungen mit voraus, aber nicht immer in gleicher bedeutung (zum v. sagen, voraussagen): zum v., per avanzo Kramer teutsch-ital. dict. 2 (1702), 1217a; als was ihm (an einkommen) ... zum vorausz mag gedeyen Moscherosch ges. 2 (1650), 81; hr. Scheinklug hat sich aber zum v. bedungen Gottsched d. schaub. 5, 318; betrauerte in ihm zum v. sein eignes schicksal Herder w. 22, 78 S.; des schon zum v. verurtheilten Lysias Wieland Agathon 1 (1766), 336; welches ich zum voraus alles genehmige Göthe br. 8, 15 W.; (für uns ungewöhnlich statt voraussehen:) und doch sehe ich zum v., dasz ich wünschen werde anzukommen, wenn ich weggehe 8, 48; einen freundlichen grus und alles liebes und gutes zum v. Hippel lebensl. (1778 ff.) 2, 277; frasz derweil des hasen herz und leber zum v. auf Brentano schr. (1852 ff.) 5, 460; (weiber,) die wir Achaier aus jeder überwundenen stadt dir immer zum voraus verehren (ἅς τοι Ἀχαιοὶ πρωτίστω δίδομεν B 228) Bürger w. 197a B. s. voraus haben, setzen. — in älterer sprache auch zu voraus in diesem zeitlichen sinne: wer willkom komen will zuo hausz, kauf seim weib disz buoch zuo vorausz Fischart flöhhatz, titel, ndr. im v.: ich bin seiner umkehr so gewisz, dasz ich ihn schon im v. darum liebe Lessing w. 2, 69 M.; er (ein sterbender) freut sich, befreiet zu werden, fühlt seinen erlöser im v. Herder w. 16, 189 S.; (gewinnsüchtige) berechnen schon im v. die summe des reinen erwerbs Göthe w. 25, 233 W.; leiden im v. zu ahnen Bettine die Günderode (1840) 1, 137; wenn ich sie anrede, weisz ich schon im v., was sie mir antworten werden Eichendorff w. (1864) 2, 80; er hatte dieselbe (die ausstattung), als kühn entworfenen lebensrahmen, im v. angeschafft G. Keller w. 5, 66; (ich bereite dir) im voraus, mit bedacht, schon einen eignen thron König ged. (1746) 163; macht der süsze nam Hesperien euch im voraus trunken all? Rückert w. (1867 ff.) 1, 182. vereinzeltes: dein brief scheint mich in v. zu wiederlegen Caroline 1, 15 Waitz; s. Campe unter vorausbedenken. 55) besondere substantivische anwendungen. 5@aa) voraus, m., antheil, den jemand vor andern erhält, in verschiedener anwendung; bei der löhnung von arbeitern Lexer 3, 483; besonders aber bei der theilung des erbes: den v. bekommen, praelegatum percipere, prioritatem habere, primas ferre Stieler 69; Adelung; Campe; bei Campe als veraltet; als m. wird das wort im bürgerlichen gesetzbuche verwendet; neben dieser eingeschränkten bedeutung eines aus der erbmasse vorweg genommenen erbtheils kann der v. natürlich auch in freierem sinne gebraucht werden, vgl. noch Schmeller-Frommann 1, 847; Fischer schwäb. wb. 2, 1642; schweiz. idiot. 1, 556; er wolt ir all darzuo gestifteten dörfer zuo einem vorausz inhendig machen S. Franck chron. Germ. (1538) 97b; disz stück ackers ... machet der altvater Jacob seinem ... son im testament zum vorausz Mathesius Sarepta (1571) 170a; nur dasz du ihren mütterlichen v. nicht herausgeben dörftest Grimmelshausen 3, 364 Keller; bei der berechnung des pflichtteils der eltern des erblassers bleibt der dem überlebenden ehegatten gebührende v. auszer ansatz bürg. gesetzb. § 2311; es musz als falsch bezeichnet werden, wenn in diesem sinne das wort als n. gebraucht wird: das v. des grunderben beträgt 15 oder 40 % des schuldenfreien wertes der stelle handwb. d. staatswiss. 2 4, 1222; ein gewisses v. (dem überlebenden manne) rechtsaltert.4 2, 111. — beuteverteilung: ihre waffen nemen hin zu deinem vorausz und gewin Spreng Ilias (1610) 146b. anderseits auch von einer vorweg zu bezahlenden steuer: das dy ganz gemaine geistlikait soll bürgerliche pürde alle mitleiden, sonderlig den foraus, steuer, ungelt gemainer stat tragen helfen d. städtechron. 15, 63 (Regensburg), vgl. Schmeller-Frommann a. a. o. 5@bb) andere verwendungen des m.; vorsprung: wiewol der fürst im nachrennet, hatte er doch den vorausz und mocht ihn niemandt ereilen Kirchhof milit. disc. (1620) 220; im sinne von vorzug, vortritt u. ä. öfters bei Geiler v. Keisersberg; Schmidt hist. w. d. elsässischen ma. 409a; das gebet hat ain vorausz und übertreffen über alle andern werck Geiler v. Keisersberg pater noster c 3; beim nechsten tantz (vermerck mich eben) da wirt man dir eyn vorausz (oder n.?) geben mit deiner auszerwelten zart Wickram w. 4, 56 B.;im schwäbischen wird der weibliche busen der v. genannt Fischer 2, 1643; mütterlicher v., pudenda muliebria ibid. 66) besondere wendungen mit dem n. in übertragenem sinne: ein theil Deutschlandes hatte sich vor dem andern mit unleugbaren vorschritten ein groszes v. gegeben; der andre theil eifert ihm nach Herder w. 17, 25 S.; sich ein v. nehmen, sich einen vorzug anmaszen Campe. —
16634 Zeichen · 388 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Voraus

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    Voraus , adverb. zuvor, vor einem andern Dinge, sowohl dem Orte, als der Zeit nach. 1. Dem Orte nach, voraus, wo es glei…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    voraus

    Goethe-Wörterbuch

    voraus [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Voraus

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Voraus , dasjenige, was jemand bei einer Teilung ohne Anrechnung vor den andern erhält. Der V. war in frühern Rechten be…

  4. modern
    Dialekt
    voraus

    Bayerisches Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    voraus Band 1, Spalte 1,770f.

  5. Spezial
    voraus

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    vor|aus adv. 1 (örtlich) dant, inant, danfora 2 (zeitlich) inant, danfora. ▬ der Zeit voraus sein ti ester danfora al të…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit voraus

279 Bildungen · 277 Erstglied · 1 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von voraus 2 Komponenten

vor+aus

voraus setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

voraus‑ als Erstglied (30 von 277)

Vorausabtretung

DERW

voraus·abtretung

Vorausabtretung, F., ›Abtretung einer Forderung vor dem Zeitpunkt ihrer Ent- stehung‹, 2. H. 20. Jh., s. voraus, Abtretung

vorausahnen

DWB

voraus·ahnen

-ahnen : vieles ahnete er v . Herder w. 23, 482 S.; man kann eigentlich nicht sagen, warum man unglück v. ahndet Tieck schr. (1828) 5, 44 ; …

vorausarbeiten

DWB

voraus·arbeiten

-arbeiten , gewöhnlicher vorarbeiten: ( ich hätte gewünscht, ) ein genialer tonkünstler möchte mir v. arbeiten Tieck schr. (1828) 4, 18 . —

vorausbedenken

DWB

voraus·bedenken

-bedenken : ihre alles vorausbedenkende gesetzgeberische weisheit Treitschke d. gesch. 1, 78 ; vorausbedacht ( d. h. wenn vorher überlegt is…

vorausbedingen

DWB

voraus·bedingen

-bedingen , praefinire Stieler 320 ; preconditionare Kramer teutsch-ital. dict. 1 (1700) , 232 b ; bei dem gegen vorausbedungene gage arbeit…

vorausbegaben

DWB

voraus·begaben

-begaben : so musz der reich und fürnemest mit befelch und ampt vorausz ( vor andern ) begabet werden Fronsperger kriegsb. (1573 ff. ) 1, 16…

Vorausbegeben

Campe

voraus·begeben

Vorausbegeben , v. rec . unregelm. ( s. Begeben). Sich vorausbegeben , sich vor Andern auf den Weg begeben, um vor ihnen, früher als sie, an…

vorausbehalten

DWB

voraus·behalten

-behalten : ( stets beflissen, ) in eroberung gewaltiger stät inen die könstlichst gemalte tafeln zu ainer ausbeut vorauszubehalten Fischart…

vorausbekennen

DWB

voraus·bekennen

-bekennen : doch bekenne ich v., dasz der ausdruck ... sehr auffallend ist Ayrenhoff w. (1814) 5, 130 . —

vorausbemerken

DWB

voraus·bemerken

-bemerken , im sinne des erwähnens: wie schon oben vorausbemerkt D. Fr. Strausz schr. 6, 61 ; erkennen: recht selten läszt der titel vor den…

vorausbereden

DWB

voraus·bereden

-bereden : auf längerem vorausbereden, mein verehrter freund, ruht kein segen Göthe br. 37, 228 W. —

vorausbestellen

DWB

voraus·bestellen

-bestellen , in den verschiedenen bedeutungen des verbums: da alles durch laufzettel bis auf die minute vorausbestellt war Eichendorff w. (1…

voraus als Zweitglied (1 von 1)

zuvoraus

DWB

zuvor·aus

zuvoraus , vereinzelt zuvornaus, adv., s. bevoraus th. 1, 1760. zunächst, an erster stelle: zuovoraus gebürt sich sollichs mir Schaidenreisz…

Ableitungen von voraus (1 von 1)

bevoraus

DWB

bevoraus , praesertim, inprimis, gleichbedeutend mit bevor, bevorab und voraus: dasz daraus ein groszes gelächter in dem königlichen saal wa…