voraus,
adv. ,
mit dem ton auf der zweiten silbe, substantiviert aber auf der ersten betont (im vóraus); vor ûz
mhd. wb. 3, 195
b; Lexer 3, 483; vorausz Maaler 474
c; Stieler 69; Steinbach 1, 50; Frisch 2, 407
a; Adelung; Campe;
in älterer sprache füraus,
s. dieses th. 4, 1, 1,
sp. 656;
vgl. Schmeller-Frommann 1, 847; Lexer
kärnt. wb. 12;
Fischer schwäb. wb. 2, 1642;
schweiz. idiot. 1, 556; Martin-Lienhart 1, 79
a;
nd. forut,
nld. vooruit;
nach dem deutschen dän. forud,
schwed. förut. 11)
die zusammensetzung des wortes zeigt, dasz die grundbedeutung gewesen sein musz: heraus, vor anderem nach vorn, wobei zu beachten ist, dasz die ältesten belege aus mhd. zeit schon die übertragene bedeutung des vorzuges zeigen, während die rein räumliche bedeutung, wie es scheint, nicht bezeugt ist. —
die räumliche bedeutung hat sich in neuerer sprache gegen die von voran
insofern abgesondert als bei voraus
die vorstellung des führens, des beispiels und der folge vor der betonung des gewonnenen vorsprungs, des abstandes zurücktreten kann; das zeigt sich besonders in der verbindung mit maszbezeichnungen, wo wir voraus
durchweg vorziehen: um eine pferdelänge v.; im nu waren sie uns um einige hundert palmen v. Gaudy
w. (1844) 13, 22; er war ... eine gute strecke v. O. Ludwig
schr. (1891
ff.) 1, 365; sie liefen sich dicht auf den fersen, doch war der Bayer v. um eine spanne G. Keller
w. (1892) 4, 262; denn geht es zu des bösen haus, das weib hat tausend schritt voraus Göthe
Faust 3981; die reuterei ist, die du kommandierst, auf eine stunde schon im marsch voraus H. v. Kleist
prinz v. Homburg 1, 4.
natürlich kann aber anderseits voraus
eben so wie voran
mit beziehung auf das nachfolgen, zurückbleiben gebraucht oder ein nacheinander, hinter einander gebraucht werden: wie er dem trompeter v., den husaren hinterdrein, die fahrstrasze hinabgeritten Göthe
w. 33, 27
W.; der esel v. und die kuh hinterdrein,
wenn ein grobian sich den vortritt anmaszt schweiz. idiot. 1, 556; Diotima und ich gerieten v. (
vor den andern) Hölderlin
dicht. 2, 110
Litzmann. —
mit dem dat.: Leontin ritt ein unbändiges pferd allen v. Eichendorff
w. (1864) 2, 40; v. ist er mir nicht; ich hätte sonst längst ihn hören und sehen müssen Barth
Kalkalpen (1874) 41;
mit vor: ganz vor den andern voraus den Troern entgegen zu kämpfen (
οἶος πρόσθ' ἄλλων μεμάτω Τρώεσσι μάχεσθαι Δ 304) Bürger
w. 216
b B. freier: den bart voraus, den fitschepfeil im nacken Rückert
w. (1867
ff.) 1, 64.
an der spitze: dann kam ein trupp hirschkälber und hirschkühe, zwei oder drei hochgeweihte hirsche v. Moltke
schr. (1892) 6, 284; v.,
zuruf an den leithund beim ausziehen Kehrein
weidm. spr. (1871) 312; wer mit der ehrenbinde bewegt sich stolz voraus? Göthe
w. 1, 115
W.; voraus erschien ein herold Schiller
Maria Stuart 2, 1.
verbunden mit dürfen, können, mögen, müssen, sollen,
wobei ein verbum der bewegung ergänzt wird. —
die richtung nach vorn bezeichnend: vermeint, er trieb menschen vor ausz (
vor ihm her) Dähnhardt
griech. dramen 2, 66; über das voraus sich dehnende gestade hin Bürger
w. 150
b B.; auch ist mir recht behaglich dieser platz: voraus (
vor uns) der Rhein in warmer sonne hell Fouqué
held d. nordens (1808) 69. v. wohnen,
nach vorn, im vordergebäude wohnen luxemb. wb. 469
b. —
besonders in diesem sinne in zahlreichen wendungen der seemannssprache: wenn man mit denselben cours aus der see kömmt, kriegt man eine klippe v.
Mansons seebuch 8; (
es) kamen steuerbord v. 7 rauchwolken in sicht
zeitungsnotiz von 1915; schiff, land v.,
auch für vorwärts: volldampf, äuszerste kraft v.
und ähnliche zurufe, s. Kluge seemannsspr. 812. —
die bedeutung '
nach vorn, vorwärts'
tritt auch in der zusammensetzung mit verben hervor, s. unter 7 vorausbiegen, -bringen, -reichen, -richten, -schreiten, -setzen, -werfen. 22)
die übertragung auf die zeit, die bei voran (
s. dieses unter 4)
veraltet ist, wird bei voraus
besonders in vielgebrauchten verbindungen mit verben deutlich, s. unten 7
; dabei wird gewöhnlich die vorstellung festgehalten, dasz etwas vor der eigentlich zu erwartenden zeit geschieht, oder aber, bevor etwas eintritt; ferner kann gemeint sein, dasz jemand früher als andere etwas tut oder an sich erfährt: (
nach dem tode der erblasser) söllend dem ... vorusz drüthusend guldin und alle lehen volgen Riederer
spiegel d. rhet. (1493) t 6
a; (
dasz) der älteste, im kriegerstande lebende sohn sich ein pferd v. wählen durfte Fouqué
gefühle, bilder (1819) 1, 252;
der mit v.
bezeichnete zeitpunkt kann in der vergangenheit, gegenwart oder auch zukunft liegen; abstandsbezeichnungen können hinzutreten: auf ein ganzes jahr v. Gellert
w. (1839) 4, 268; monate lang v. Göthe
w. 17, 3
W.; wenige tage v.
br. 41, 75; einige zeit v. Brentano
schr. (1852
ff.) 6, 428; deine zölle sind auf drei jahre schon voraus verpfändet Schiller
jungfrau v. Orleans 1, 2.
zu beachten ist, dasz der gebrauch des einfachen v.
allmählich durch im voraus, zum v.
eingeschränkt wird: die sach selbs zeigts vorausz an, das er eins andern gemüts gegen uns seie Boltz
Terenz deutsch (1539) 93
a; (
gulden an sold,) die gemeinlich vorausz verthan waren Lehman
floril. pol. (1662) 4, 14; ich musz ihnen ... v. sagen (
von vorn herein, vor allem andern) Gerstenberg
schlesw. litbr. 207
lit.-dkm.; alles was hier geschehen könnte ennüyirt mich schon v. Göthe
br. 8, 109
W.; inzwischen freuet euch, ihr gäste, schon voraus König
ged. (1745) 506; hatten frühe schon töchterchen und sohn braut und bräutigam voraus genannt Göthe
w. 1, 219
W.; sie freut sich und wird voraus bleich, so spielt sie mit dem geisterreich Tieck
schr. (1828) 4, 138.
veraltet ist v.
in der bedeutung von zuvor u. ä.: ehe dann ich e. g. meine gebürliche antwort geben werd, muosz ich mich ainer groben ungeschickligkeit vorausz entschuldigen Nas
d. antipap. eins u. hundert (1567
ff.) 1, 80
a; vergisz deines volcks voraus und vergisz auch deins vatters hausz H. Sachs
w. 6, 257
K.; alsz er merckt, was irthumb vorausz er het begangen in dem hausz Dähnhardt
griech. dramen 2, 80; ach mit was für schönen dingen ... hoffen wir die liebe zeit (da es gott wil) zu zubringen, wann vorausz der frost erliegt
Königsb. dichterkr. 137
ndr. mit voran
verbunden: so musz er doch vorusz und an sin recht daselbst verloren han H. R. Manuel
weinspiel 3790
ndr. eigentümlich bei Herder
im sinne von früher: zu dieser (
wahrheit) zu gelangen sind unstreitig jetzo viel weniger mittel als v.
w. 8, 25
S. —
von der zeit, aber mit festhaltung der vorstellung der bewegung nach vorwärts: an jahren wenig mir v. Göthe
w. 25, 43; dennoch hatte sie etwas, was ihnter ihren jahren zurück war und plötzlich wieder etwas, was ihnen weit v. schien Gutzkow
ritter v. geiste (1850
ff.) 3, 418. 33)
übertragene anwendung kann sich aus der räumlichen bedeutung entwickeln, insofern sowohl die stellung, bewegung vor anderem, aussonderung zur spitze, zum vortritt u. s. w. wie auch das zeitliche vorhergehen oder vorwegnehmen mit der vorstellung eines vorzugs verbunden sein kann; so nimmt v.
den sinn von vor allem, vor andern an: daz si zer besten ist vorûz gezalt
minnes. 1, 19
a H.; Hester, nun schenck ich dir vorausz Hamon, der Juden feindes, hausz H. Sachs
w. 1, 128
K.; das berümt herlich zeughaus, ein klainot diser stat voraus Fischart
glückh. schiff 890
ndr.; und was man liebt voraus, das musz um so viel eh aus unsrer welt hinaus Fleming
ged. 1, 52
L.; weil vorausz (
vor allen andern) ich
noch bey dir trewlich halte für und für
Königsb. dichterkr. 54
ndr.; verflucht voraus die hohe meinung, womit der geist sich selbst umfängt Göthe
Faust 1591; (
man soll) den willen des gemütes vorusz (
potissimum) ansehen Steinhöwel
Äsop 49
lit. ver.; nun ist disz vorausz ein grosze sünd (
iam id peccatum primum magnum Adelphi 687) Boltz
Terenz (1539) 102
a; deren sprache ist v. die ärmste, die älteste, die ursprünglichste gewesen Herder
w. 5, 72
S.; v. war es nötig, an ort und stelle ... nachzugehen G. Keller
w. 6, 91. —
so entwickelt sich die allgemeine bedeutung von besonders: vorausz,
praesertim Maaler 474
c; vorausz, vorab, fürnemlich,
praesertim Calepinus
dict. XI ling. (1598) 1140
a; Stieler 69;
vgl. Fischer
schwäb. wb. 2, 1642;
schweiz. idiot. 1, 556; Lexer
kärnt. wb. 12;
vor dem adj. und adv.: (
wenn jemand) den obersten etwas schmachait oder unrechts zuofüget vorusz ungefarlich Steinhöwel
Äsop 102
lit. ver.; die ee ist ein fürus kostbarlich ding Zwingli
d. schr. (1828
ff.) 1, 46; das du vorus wol wüssen sott, so er doch din statthalter ist
N. Manuel 87, 1491
Bächtold; weil ihr, o edler Rist, vorausz beflissen seid zu retten durch die kunst der sprachen zierligkeit Rist
d. friedew. Teutschland (1648) 39; wenn mir die freude ja einmal den kopf verrückt, ist ihr geburtstag wohl voraus darzu geschickt J. E. Schlegel
w. 3, 529.
vor dem subst.: etlich burger fiengent gemelich an ze bawen und vorausz die edeln
d. städtechron. 3, 88 (
Nürnberg); darnach schenden sie die andern metallen gar hefftig und lästerlich, vorausz aber das eysen Agricola
bergw.-buch (1621) 8; weil dieses gestirne ... die thiere und v. den menschen tiefsinnig machet Lohenstein
Arminius 1 (1689), 570
a; die ältesten (
lieder) darunter sind es (
von einem verfasser), v. die mit geschichtlichen anspielungen J. Grimm
kl. schr. 3, 44; vorûz der nahtegalen sanc
minnes. 1, 26
a H.; dasz die weiber sind alle wunderlich, vorausz die alten weiber sunderlich H. Sachs
w. 21, 24
G.; bist zeuge meines thuns, vor aus der edlen kunst, die mir zuerste hat erworben deine gunst Fleming
ged. 1, 179
L.; voraus das jubeljahr soll ursach han gegeben zu unfriedlichen leben Opel-Cohn
dreiszigj. krieg 48.
vor verbindungen mit präpositionen: das reisen ist beschwerlich, v. in der sommerhitze Kramer
teutsch-ital. dict. 2 (1702), 1217
b;
s. auch bevoraus
th. 1,
sp. 1760; v.
und vorab
verbunden: vorusz und ab mit der wyszheit Bächtold
schweiz. schauspiele d. 16. jh. 3, 124.
besonders oft vor einem abhängigen satz: v., wenn Albrecht
Leipz. ma. 232
a; ich glaub disem galgentrager nichtz, vorusz so er sich bekennt dynen knecht
Terenz deutsch (1499) 75
b; v. wo es die not erfoddert Luther
w. 15, 133
W.; vorausz da kalte flüsz innen sind Gäbelkower
artzneyb. (1595) 386; ja! v. wenn es krieg ist Stephanie
d. j.
lustspiele (1771) 41; vorausz wo man raiszt uber feldt H. Sachs
w. 6, 366
K.; voraus, weil der sehr übel steht, dem alles nur nach wunsch ergeht
Königsb. dichterkr. 221
ndr. voraus wer seinen stein musz stets am golde streichen Besser
schr. (1732) 1, 64;
der gebrauch im sinne von besonders wird von Adelung
als veraltet bezeichnet. —
mit zu
verbunden (
s. auch unter 4): fürtreffende und zuovorausz geistliche schätz Nas
d. antipap. eins u. hundert (1567
ff.) 5, 119
a; die jugendt zuvorausz taug unter beyder (
Venus und Mars) fahn Opitz
poemata 70
ndr. voraus
getrennt, wobei dann vor
mit einem dativ verbunden wird: muszt ich mich vor allen aus beeifern Pestalozzi
in zeitschr. f. d. wortf. 12, 64; er hat vielleicht den ort vor andern aus geehrt Grob
dicht. versuchgabe (1678) 43;
ebenso für aus: du bist für andern aus ein teutschgesinntes blut 85; für
mit accus.: ein besonderes urtheil für andere ausz,
praerogativa Calepinus
dict. XI ling. (1598) 1138
b. 44)
substantiviert in den wendungen im, zum v.,
wobei jetzt der ton durchaus auf der ersten silbe liegt, früher auch mit dem ton auf der zweiten: sie überlegen zum voraus die lange reih der frohen stunden Stoppe
Parnasz (1735) 362; o freuet euch doch zum voraus Gottsched
ged. 1 (1751) 103; ich liebte dich, und fühle zum vorausz mein herz bewegt Schiller
Phädra 4, 3; ablasz im voraus für alle (
schulden), die wir noch begehen werden
Maria Stuart 3, 6; wisz im voraus, dasz ich dir mehr verhehle Müllner
könig Yngurd 1, 3.
die beiden verbindungen werden in zeitlichem sinne gebraucht, meist mit der betonung einer vorwegnahme; sie stehen neben verbalverbindungen mit voraus,
aber nicht immer in gleicher bedeutung (zum v. sagen, voraussagen): zum v.,
per avanzo Kramer
teutsch-ital. dict. 2 (1702), 1217
a; als was ihm (
an einkommen) ... zum vorausz mag gedeyen Moscherosch
ges. 2 (1650), 81; hr. Scheinklug hat sich aber zum v. bedungen Gottsched
d. schaub. 5, 318; betrauerte in ihm zum v. sein eignes schicksal Herder
w. 22, 78
S.; des schon zum v. verurtheilten Lysias Wieland
Agathon 1 (1766), 336; welches ich zum voraus alles genehmige Göthe
br. 8, 15
W.; (
für uns ungewöhnlich statt voraussehen:) und doch sehe ich zum v., dasz ich wünschen werde anzukommen, wenn ich weggehe 8, 48; einen freundlichen grus und alles liebes und gutes zum v. Hippel
lebensl. (1778
ff.) 2, 277; frasz derweil des hasen herz und leber zum v. auf Brentano
schr. (1852
ff.) 5, 460; (
weiber,) die wir Achaier aus jeder überwundenen stadt dir immer zum voraus verehren (
ἅς τοι Ἀχαιοὶ πρωτίστω δίδομεν B 228) Bürger
w. 197
a B. s. voraus haben, setzen. —
in älterer sprache auch zu voraus
in diesem zeitlichen sinne: wer willkom komen will zuo hausz, kauf seim weib disz buoch zuo vorausz Fischart
flöhhatz, titel, ndr. im v.: ich bin seiner umkehr so gewisz, dasz ich ihn schon im v. darum liebe Lessing
w. 2, 69
M.; er (
ein sterbender) freut sich, befreiet zu werden, fühlt seinen erlöser im v. Herder
w. 16, 189
S.; (
gewinnsüchtige) berechnen schon im v. die summe des reinen erwerbs Göthe
w. 25, 233
W.; leiden im v. zu ahnen Bettine
die Günderode (1840) 1, 137; wenn ich sie anrede, weisz ich schon im v., was sie mir antworten werden Eichendorff
w. (1864) 2, 80; er hatte dieselbe (
die ausstattung), als kühn entworfenen lebensrahmen, im v. angeschafft G. Keller
w. 5, 66; (
ich bereite dir) im voraus, mit bedacht, schon einen eignen thron König
ged. (1746) 163; macht der süsze nam Hesperien euch im voraus trunken all? Rückert
w. (1867
ff.) 1, 182.
vereinzeltes: dein brief scheint mich in v. zu wiederlegen Caroline 1, 15
Waitz; s. Campe
unter vorausbedenken. 55)
besondere substantivische anwendungen. 5@aa) voraus,
m., antheil, den jemand vor andern erhält, in verschiedener anwendung; bei der löhnung von arbeitern Lexer 3, 483;
besonders aber bei der theilung des erbes: den v. bekommen,
praelegatum percipere, prioritatem habere, primas ferre Stieler 69; Adelung; Campe;
bei Campe
als veraltet; als m. wird das wort im bürgerlichen gesetzbuche verwendet; neben dieser eingeschränkten bedeutung eines aus der erbmasse vorweg genommenen erbtheils kann der v.
natürlich auch in freierem sinne gebraucht werden, vgl. noch Schmeller-Frommann 1, 847; Fischer
schwäb. wb. 2, 1642;
schweiz. idiot. 1, 556; er wolt ir all darzuo gestifteten dörfer zuo einem vorausz inhendig machen S. Franck
chron. Germ. (1538) 97
b; disz stück ackers ... machet der altvater Jacob seinem ... son im testament zum vorausz Mathesius
Sarepta (1571) 170
a; nur dasz du ihren mütterlichen v. nicht herausgeben dörftest Grimmelshausen 3, 364
Keller; bei der berechnung des pflichtteils der eltern des erblassers bleibt der dem überlebenden ehegatten gebührende v. auszer ansatz
bürg. gesetzb. § 2311;
es musz als falsch bezeichnet werden, wenn in diesem sinne das wort als n. gebraucht wird: das v. des grunderben beträgt 15 oder 40 % des schuldenfreien wertes der stelle
handwb. d. staatswiss. 2 4, 1222; ein gewisses v. (
dem überlebenden manne)
rechtsaltert.4 2, 111. —
beuteverteilung: ihre waffen nemen hin zu deinem vorausz und gewin Spreng
Ilias (1610) 146
b.
anderseits auch von einer vorweg zu bezahlenden steuer: das dy ganz gemaine geistlikait soll bürgerliche pürde alle mitleiden, sonderlig den foraus, steuer, ungelt gemainer stat tragen helfen
d. städtechron. 15, 63 (
Regensburg),
vgl. Schmeller-Frommann
a. a. o. 5@bb)
andere verwendungen des m.; vorsprung: wiewol der fürst im nachrennet, hatte er doch den vorausz und mocht ihn niemandt ereilen Kirchhof
milit. disc. (1620) 220;
im sinne von vorzug, vortritt u. ä. öfters bei Geiler v. Keisersberg; Schmidt
hist. w. d. elsässischen ma. 409
a; das gebet hat ain vorausz und übertreffen über alle andern werck Geiler v. Keisersberg
pater noster c 3; beim nechsten tantz (vermerck mich eben) da wirt man dir eyn vorausz (
oder n.?) geben mit deiner auszerwelten zart Wickram
w. 4, 56
B.; —
im schwäbischen wird der weibliche busen der v.
genannt Fischer 2, 1643; mütterlicher v.,
pudenda muliebria ibid. 66)
besondere wendungen mit dem n. in übertragenem sinne: ein theil Deutschlandes hatte sich vor dem andern mit unleugbaren vorschritten ein groszes v. gegeben; der andre theil eifert ihm nach Herder
w. 17, 25
S.; sich ein v. nehmen,
sich einen vorzug anmaszen Campe. —