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Unglück

nhd. bis spez. · 12 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
13 in 12 Wb.
Sprachstufen
5 von 16
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Unglück

Unglück

Glück n. ‘zufälliges, überraschendes Zusammentreffen günstiger Umstände, Schicksal, Gemütszustand innerer Befriedigung’, mhd. g(e)lücke, mnd. (ge)lükke, mnl. (ghe)lucke, (ge)luc, nl. geluk; entlehnt aus dem Mnd. sind afries. lukk, mengl. luk(e), engl. luck, anord. lukka, lykka, schwed. lycka. Mhd. g(e)lücke ist erstmals in der frühhöfischen Dichtung (1160) bezeugt und verbreitet sich mit der höfisch-ritterlichen Kultur vom Rhein aus über das dt. Sprachgebiet. Es bedeutet anfangs ‘Schicksal, Geschick, Ausgang eines Geschehens oder einer Angelegenheit (sowohl zum Guten als auch zum Bösen)’ und tritt als Schicksalsbegriff in Konkurrenz mit mhd. sælde und heil (s. selig und Heil), den älteren Ausdrücken für ‘Segen, Heil, Glück’. Aus dem engeren Gebrauch im Sinne von ‘günstiger Verlauf oder Ausgang eines Geschehens, günstiges Geschick’ entwickelt sich Glück zur Bezeichnung des wünschenswerten ‘Zustandes starker innerer Befriedigung und Freude’. Im 14. Jh. nimmt Glück auch die Bedeutung von ‘Beruf, Lebensunterhalt’ an. Die Herkunft des erst relativ spät auftretenden Wortes ist nicht geklärt. Verschiedene, jedoch sämtlich nicht befriedigende Herleitungsversuche sind zusammengestellt in ¹DWB 4, 1, 5, 226 f. glücken Vb. ‘gelingen, nach Wunsch ablaufen’, mhd. g(e)lücken, zum Substantiv gebildet; im Mhd. nur selten, erst in nhd. Zeit sich ausbreitend. beglücken Vb. ‘glücklich machen, erfreuen’ (Anfang 17. Jh.). glücklich Adj. ‘vom Glück begünstigt, erfolgreich, zufrieden, vorteilhaft, günstig’, mhd. gelückelich ‘vom Zufall, vom Schicksal abhängig, günstig’. Unglück n. ‘verhängnisvolles Ereignis, schweres Mißgeschick, Schicksalsschlag, Pech’, mhd. ung(e)lücke. unglücklich Adj. ‘traurig, niedergeschlagen, bedrückt, verhängnisvoll’ (15. Jh.). verunglücken Vb. ‘einen Unfall erleiden, mißlingen, mißraten’ (17. Jh.). glückselig Adj. ‘sehr glücklich, überglücklich’, mhd. gelücksælec. Glückseligkeit f., spätmhd. gelücksælecheit. Glückskind n. ‘vom Glück Begünstigter, wem alles gelingt’ (16. Jh.), vielleicht nach lat. fortunae filius. Glückspilz m. zunächst im Sinne von ‘Emporkömmling, Parvenü’ (2. Hälfte 18. Jh.), eigentlich ‘wer wie ein Pilz plötzlich aus dem Nichts aufschießt’ (vielleicht unter Einfluß von engl. mushroom, das sowohl ‘Pilz’ wie auch ‘Emporkömmling’ bedeutet); von der 2. Hälfte des 19. Jhs. an gleichbed. mit Glückskind. Glücksrad n. Sinnbild für die Veränderlichkeit des Glücks, auch ‘das sich drehende Rad bei Verlosungen und bestimmten Glücksspielen’, mhd. des gelückes rat, auch gelückrat, später glükrad (14. Jh.), seit dem 17. Jh. Glücksrad, seltener Glückrad. Glücksritter m. ‘wer sich in seinem Handeln sorglos auf sein Glück verläßt’, auch abschätzig ‘Abenteurer’ (2. Hälfte 18. Jh.), zunächst auf mittelalterliche Verhältnisse bezogen ‘Ritter, der auf Glück auszieht’.
2819 Zeichen · 80 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Unglück

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Das Unglück , des -es, plur. car. der Gegensatz von Glück, in dessen sämmtlichen Bedeutungen es gleichfalls üblich ist. …

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Unglück

    Goethe-Wörterbuch

    Unglück [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    Unglück

    Elsässisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Unglück [Ùklìk, –klek allg.; Pl. –ər] n. Unglück, Unglücksfall. Mir hei gen doch scho n eppis Unglücker gha bt dis Jo h…

  4. Sprichwörter
    Unglück

    Wander (Sprichwörter)

    Unglück 1. Allein vnglück vnd armut ist vor den Neidhard gut. – Gruter, III, 4; Lehmann, II, 33, 21; Simrock, 7478. 2. A…

  5. Spezial
    Unglück

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Un|glück n. (-[e]s,-e) 1 (Unheil) desfortüna (-nes) f. , desgrazia (-ies) f. 2 dejantöra (-res) f. 3 (Missgeschick) desg…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit unglueck

502 Bildungen · 498 Erstglied · 1 Zweitglied · 3 Ableitungen

Ableitung von unglueck

un- + glueck

unglueck leitet sich vom Lemma glueck ab mit Präfix un-.

unglueck‑ als Erstglied (30 von 498)

Unglückahnend

Campe

◬ Unglückahnend , adj . u. adv . ein Unglück ahnend. Ein Wellenschlag erschreckt ihr unglückahnend Ohr. Wieland.

unglückbar

DWB

unglueck·bar

unglückbar , adj. , aus unglückbarkeit, f. (ungelückperkait) Keisersberg granatapfel G 6 b , volk. mensch F 4 zu erschlieszen. —

unglückbringend

DWB

-bringend Herder 24, 549 , Göthe 48, 105, 24 W., Schiller 5, 188 , Mommsen röm. gesch. 1, 168 ,

unglückdeutend

DWB

-deutend , part. - adj. Stolberg 15, 176 , A. W. Schlegel Shakespeare 8, 257 ,

Unglückdrohend

Campe

unglueck·drohend

◬ Unglückdrohend , adj . u. adv . mit einem Unglücke drohend. Wie, wird denn keiner des Orkans gewahr, Der unglückdrohend schon am fernsten …

unglücken

DWB

ung·luecken

unglücken , verb. , nicht glücken ( s. d. ). unpersönlich mhd. ungelücken, mnd. ungelucken. improsperari unglucken gemma g. (1508) m 3 b ; v…

unglückfernend

DWB

-fernend , part.-adj. , ἀλεξίκακος Stolberg 15, 65 ,

unglückhaft

DWB

unglueck·haft

unglückhaft , adj. adv. , gth. von glückhaft ( s. d. ). mhd. unglückhaft. Staub-Tobler 2, 624 . im 18. jh. veraltet und durch jüngeres unglü…

Unglückhaftig

Wander

unglueck·haftig

Unglückhaftig 1. Der kann sich nit vor vnglückhafft schützen, der niemals versucht, was das glück ist. – Lehmann, 833, 73. 2. Niemand ist vn…

unglückig

DWB

ung·lueckig

unglückig , adj. , gth. v. glückig. mhd. ungelückec; mnd. un(ge)luckich; mnl. ongeluckich; nl. ongelukkig, -lijk: Keisersberg pater noster H…

unglücklich

DWB

unglueck·lich

unglücklich , adj. adv. , das gth. von glücklich, wird erst im 15. jh. bezeugt ( daraufhin ist mhd. ungelücklich Lexer 2, 1846 angesetzt ) ;…

Unglücklicher

Wander

Unglücklicher 1. Den Unglücklichen soll man nicht schelten. Lat. : Crudelis est in re adversa, objurgatio. ( Philippi, I, 99. ) 2. Der Unglü…

unglücklichkeit

DWB

ungluecklich·keit

unglücklichkeit , f. , gth. der glücklichkeit. unglucklichkeit infortunium Diefenbach gl. 297 c ; vgl. unglücksame, f. selten: das landgraff…

unglueck als Zweitglied (1 von 1)

Ableitungen von unglueck (3 von 3)

unglücke

Lexer

un-glücke , un-gnâde s. ungelücke, ungenâde.

verunglücken

DWB

verunglücken , v. , seit dem 17. jahrh. belegt und gebucht ( Schöpper d 8 c , Schottel 648 ), älter im nd.: Schiller-Lübben 5, 480 . mundart…

verunglückung

DWB

verunglückung , f. , s. verunglücken B 2 c. —