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ungefähr

nhd. bis spez. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
11 in 10 Wb.
Sprachstufen
5 von 16
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Verweise raus
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

ungefähr Adv.

ungefähr Adv.

ungefähr Adv. ‘annähernd, etwa’, Adj. ‘annähernd richtig, nicht ganz genau’ geht auf die präpositionale Fügung mhd. āne gevære (14. Jh.) zurück, die wie mhd. āne geværde, āne vāre zunächst ‘ohne Hinterlist, ohne böse Absicht’ bedeutet (zu mhd. āne ‘ohne’ und mhd. (ge)vāre, gevære, geværde ‘Nachstellung, Hinterlist, Betrug’, s. ohne und Gefahr). Die lautliche Entwicklung der Präposition führt zu frühnhd. on Gefer, ohn Gefehr (Getrenntschreibung bis ins 17. Jh.) und zusammengewachsenem ongefer, ohngefehr (seit dem 16. Jh.). Da sich im Frühnhd. die Formen der Präposition ohne allgemein mit denen des Präfixes un- (s. d.), das in den Mundarten vielfach zu on- geschwächt ist, vermischen und neben mhd. āne gevære, frühnhd. ohngefehr ein weitgehend synonymes mhd. ungeværlīche(n) Adv., spätmhd. ungeverlich Adj., frühnhd. ungeverlich, ungefehrlich Adj. Adv. (Präfixbildung zu mhd. geværlich, s. gefährlich) steht, kommen vom 15. Jh. an Varianten wie frühnhd. ungevar, ungefer(de), ungefehr auf; im 18. Jh., als in vielen Wörtern fälschlich durch ohn- ersetztes un- wiederhergestellt wird, verdrängt ungefähr das historisch richtige ohngefähr aus der Literatursprache. Die Bedeutung des Adverbs erweitert sich im älteren Nhd. von ‘ohne böse Absicht’ zu ‘ohne jede Absicht, zufällig’ (bis 19. Jh.). Der heutige Gebrauch ‘annähernd, etwa’ wird seit dem 15. Jh. üblich (doch vgl. schon one vier ‘etwa’, Straßburg 1362); er beruht auf dem früher im Rechtsverkehr an Zahl- und Maßangaben angefügten Zusatz, möglicherweise auftretende Ungenauigkeiten seien unwillentlich, ohne betrügerische Absicht erfolgt. Seit dem 16. Jh. wird nhd. ohngefähr, ungefähr auch adjektivisch im Sinne von ‘annähernd richtig’, im 17./18. Jh. für ‘zufällig, unbeabsichtigt’ verwendet. Substantivierung begegnet vor allem in der noch jetzt geläufigen adverbiellen Fügung von ungefähr, älter von ohngefähr ‘zufällig, beiläufig’ (frühnhd. von ungevärden, Anfang 16. Jh.); selbständiges Ungefähr, Ohngefähr n. ‘Zufall’ (18. Jh.) findet sich bei Rechtshistorikern des 19. Jhs. und in poetischer Ausdrucksweise.
2079 Zeichen · 60 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Ungefähr

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Ungefähr , adj. & adv. welches besonders in einer dreyfachen Bedeutung gebraucht wird. 1. * Was man nicht wahr genommen,…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    ungefähr

    Goethe-Wörterbuch

    ungefähr [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    ungefährAdj.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    un-gefähr Adj. : 'annähernd, schätzungsweise, etwa', -g(e)fähʳ (-gəfēʳ , -gəfEʳ; -gf-) [verbr., Lambert Penns 157]; vor …

  4. Sprichwörter
    Ungefähr

    Wander (Sprichwörter)

    Ungefähr 1. Dat kommt nich von Ungefähr, dat komt von ganz wat anners här, säd de Dêrn, da harr se 'n dicken Bûk krêgen.…

  5. Spezial
    ungefähr

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    un|ge|fähr I adj. aproscimatif (-s, -iva) II adv. apresciapüch, incër, feter, zirca, inzirca, söporjö, püch sö püch jö, …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit ungefaehr

10 Bildungen · 10 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von ungefaehr

un- + gefaehr

ungefaehr leitet sich vom Lemma gefaehr ab mit Präfix un-.

Zerlegung von ungefaehr 2 Komponenten

ung+e+faehr

ungefaehr setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

ungefaehr‑ als Erstglied (10 von 10)

ungefährd(e)

DWB

ung·e·faehrde

ungefährd(e) , adv. , adj., subst., aus âne geværde, th. 4, 1, 1, 2075 f., seltener als ungefähr und schriftsprachlich im 18. jh. erloschen.…

ungefährdet

DWB

ungefaehr·det

ungefährdet , part.-adj. adv. von gefährden th. 4, 1, 1, 2078. vgl. ungefähret; mnd. ungevêrdet, ungevêret ohne gefahr. zum mnl. ongeveert s…

ungefährdlich

DWB

ungefährdlich Jelinek 308 ; österr. weisth. 2, 233, 39; städtechron. 1, 29; ungefardlich (16. jh. ) Diefenbach-Wülcker 885 . s. ungefährlich…

ungefährlich

DWB

ungefaehr·lich

ungefährlich , adj. adv. , gegentheil von gefährlich, doch bes. in bedeutung 3 selbständiger und reicher entwickelt als dieses, deutlich auf…

ungefährlichkeit

DWB

ungefaehrlich·keit

ungefährlichkeit , f. , gegentheil von gefährlichkeit 2 ( vgl. ungefährlich 4), erst im 19. jahrh. häufig. zwar kommt schon 1459 mnl. sonder…

ungefährt(e)

DWB

ung·e·faehrte

ungefährt(e) , n. , gegenstück zu gefährt(e). mhd. ungeverte; mnd. ungevorde. vgl. ungefahr 2 , unfahrt, unfuhr. von dem alten reichtum des …

Ungefährwerk

DERW

ungefaehr·werk

Ungefährwerk, N., ›absichtslos schädigen- de Handlung‹, Brunner E. 19. Jh., s. unge- fähr, un, Gefahr, Werk,