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undank

ahd. bis spez. · 16 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

undank m.

Bd. 24, Sp. 429
undank, m. , im allgemeinen gegentheil von dank. ahd. undanch, unthank nach Graff 5, 170 nur im gen. und dativ vorkommend; ags. unþanc; isl. ûþkk; afr. unthonk, ontank; nfr. ontank; mhd. undanc; mnd. undank; mnl. ondanc; nl. ondank; n. utack; schwed. otack. in einigen verbindungen der ä. spr. entsteht der schein des adj. oder adv. myst. 1, 179, 38 th. 4, 1, 1, 1942; Lexer 2, 1774; Walther-Lübben 430a. vgl.ungedanke. nhd. ohne plur.; mhd. mit, ze undanken (plur.?) Lexer a. a. o.; Martin-Lienhart 2, 692; Fischer Saml. 98, Bauer-Collitz 107b; lux. 313b; undanks Schmeller 1, 521; Loritza 136; Unger-Khull 607b. s. u. in ä. zeit selten selbstständig und selten für ingratitudo. 11) mangel an denken, berechnen, wollen, absicht, gegentheil von überlegung, vorsätzlichkeit u. dgl. nur in festen verbindungen; am häufigsten der adv. gen. undanks, der früher reich entwickelt war und erstarrt noch in der ma. (s. o.) fortgeführt wird. Grimm gr. 3, 128 ff. vgl. ohne, sunder, über, unter, gegen, wider dank: er unthankes in zalta Otfrid 3, 25, 34; mines unthankes 4, 1, 36; sînis undankes summa theol. 21, 3 u. s. w.; ahd. auch mannes undanches wider willen des menschen, mit undanche Graff a. a. o.; vgl. mit unwillen; dankes olde (unt) undankes mhd. wb. 1, 358a; Schmeller a. a. o.; kömpts (das bösz) einem nun undancks zu hausz, wie wils denn der schlagen heraus? Eyering 3, 183; dann lit. veraltet. mundarten halten es bis heute. auch ags. afr. mnl. mnd.; nl. ondanks, elks ondanks, zich o., des ondanks malgré, trotzdem; nl. wb. 10, 1183 f. 1187 f.; über danks Schmid schwäb. wb. 119. 22) unzufriedenheit, miszfallen, ärger, mhd. auch verwünschung, fluch; meist in verbalen verbindungen. vgl. undanken. ags. unþanc fastidium, inurbanitas. la mauvaise grâce: ir lîp der habe undanc Nib. 909, 1; nû habt eʒ niht vür undanc Dietr. flucht 1783; mischung mit dank danksagung th. 4, 1, 1, 1942; er hat der frauen undanck erworben privatbr. 1, 51 anm. Steinhausen; verdienen fastnsp. 2, 767, 3 K.; gib dem fursten die zcinse zu undang .., videbis, quid tibi contingat Luther 32, 187, 30 W.; nehmen Sachs 21, 33, 7 G.; Tschudi 1, 122; habe auch .. meinen sohn im himmel zu empfangen, ob ich gleich von Babel und dem antichrist musz undanck haben J. Böhme 6, 146; vgl. mnl. ondanc hebbe mit verlaub, n'en déplaise à, nl. wb. 10, 1182, und Luthers kein danck dazu haben; thun sie es nicht, weisz ichs ihnen recht undanck E. Ch. v. Orleans br. 3, 68. mangel an geneigtheit, an entgegenkommen Stieler Venus 18 neudr. den undank auf sich laden acquerir la male grace Frisch 618. einem alles zu undanke machen. übersetzt durch ingratitudo Du Cange (1733) 3, 1437. vgl. bed. 4. undank animus invitus ... hodie obsolescit Wachter 1741. 33) nichtdank: so solcher rath nicht wol glückte, so hat man es undanck Zinkgref-Weidner 3, 41; vgl. 2; die dankbarsten menschen überschlagen sich plötzlich in undank (unterlassung des d., werden undankbar) Fontane I 4, 423. dann aber auch undankbarkeit als eigenschaft der gesinnung und deren sinnfälliger ausdruck; abwesenheit des pflichtmäszigen dankes, im härteren verstande die dem pflichtmäszigen danke entgegengesetzte gemüthsbeschaffenheit und handlung, beleidigung des wohlthäters Adelung. Göthes unterschied zwischen nichtdankbarkeit, undank und widerwillen gegen den dank (dicht. u. wahrh. 2, 10) 27, 316 W. th. 2, 729; undank und undankbarkeit Stosch (1770) 240; undank und unerkenntlichkeit Zedler 49, 1179; schon ahd. undanches übersetzt ingratus Graff a. a. o.; vgl. undanckfellich, undancfol ebd, wolfsdank, teufelsdank, henkersdank, miszdank (milder): der undanck wirt uns schlahen Luther 17, 1, 194, 16 W.; sein undanck hat ja nie so treue gunst verdient Gryphius tr. 294, 123; das ist nicht undank, was die noth gebeut Göthe Iph. 1645; o undank! undank Brentano 6, 28; eine schenkung kann wiederrufen werden, wenn sich der beschenkte ... groben undanks schuldig macht b. g. b. § 530. vgl. undanksklage Zedler 49, 1183. persönlich für den undankbaren: der undank nimmt dein gnaden-brod und sinnt davor auf fall und tod Günther 143; Nietzsche Zar. 3, 107. schlechter (simplex), grober (atrox) undank Zedler 49, 1180; schwarzer u. Abr. a St. Clara etw. f. alle 2, 108; schwärzester Göthe 45, 97, 17 W.; schnöder Wieland Ag. 2, 50; garstiger schr. d. Götheges. 4, 164; schwerer F. Schlegel d. mus. 1, 238; schändlicher jb. d. Grillparzerges. 8, 69; greulicher Holtei vierzig jahre 1, 86; schreiender Gaudy 3, 166; himmelschreiender Seidel L. Hühnchen 254; gesetz des historischen undanks Treitschke d. g. 4, 597. undank an Wackernagel kl. 3, 191; für Klinger 11, 231; gegen Schubart br. 1, 118. adverbial: zu höchstem undancke Lohenstein Arm. 1, 987a. nichtabstattung des dankes: die centner undanks Göthe Faust 8131 th. 2, 732. undankseis Triller betr. 2, 96, -klage (übertragen) allg. d. bibl. 39, 298; -koht Knittel sin. 149; -laster Brockes vergn. 4, 115; aber des undank lasters Birken lorb. viia; -meer Brockes 2, 358; -russ Weichmann poes. d. Nieders. 5, 116; -sorg A. U. v. Braunschweig Oct. 1, 847; -stahl Knittel 149; einen undanksichern platz in der geschichte Hippel lebl. 3, 2, 344; undancksvoll Treuer d. 1, 306; undancfolle Graff 5, 170. 44) objectiv übler lohn, kein preis, messes mali Reyher u 6 v b. zusammenhang mit bed. 2 lehrt undankbar (s. d.): niemant will undanck leyden vor sein wolthat Luther 7, 207, 12 W.; mit undank belohnen Schupp 227; undanck darvon tragen Schönsleder K 4b, einkramen Hohberg 1, 29, einlegen Kramer-Moerbeek, heute ernten, einernten, erhalten, empfangen u. s. w. nl. oogsten, inoogsten, ontvangen u. s. f. im bilde: ward dem undank wo gesät Voss ged. 6, 68; dem undank haben sie gebaut Schiller 5, 314. vgl. aber auch undankbar 4. in etlichen (streitfragen) wird ein lob oder schand dem, der ehr oder unehr einlegt, zuerkant, und wirt jenes der jungfrawen preiss, dieses aber der undanck genant Harsdörffer gespr. 5 iiia. 55) mangel an erfolg. vgl. undankbar: die so oft und fast immer mit undank bearbeitete lehre der complexionen und temperamente Herder 13, 282, 115. 66) sprichwörtlich, z. b.: undank thut sich bald finden Arnim 13, 221; Erlach volksl. 2, 250; die verbreitetsten: undank ist der welt lohn Wander 4, 1422, 15 (er heiszt der welt dank Schullerus 2, 11b); undank ist das gröszte laster Wander 14 (dixeris ingratum, dixeris omne malum); 5, 1782.
6463 Zeichen · 216 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    undankst. M. (a)

    Köbler Ahd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    undank , st. M. (a) nhd. Undank, Undankbarkeit ne. ungratefullness ÜG.: lat. (procella) Gl Hw.: s. undankes; vgl. anfrk.…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    undankPräp.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +7 Parallelbelege

    undank , Präp. nhd. gegen Q.: Hanserec. III 1, 265 E.: s. un... (1), dank (4) L.: MndHwb 3, 2, 202 (undank) Son.: örtlic…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Undank

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Der Undank , des -es, plur. car. eigentlich Mangel, Abwesenheit des pflichtmäßigen Dankes; ingleichen in härterm Verstan…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Undank

    Goethe-Wörterbuch

    Undank [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  5. modern
    Dialekt
    Undank

    Bayerisches Wörterbuch · +5 Parallelbelege

    Undank Band 3, Spalte 3,1172

  6. Sprichwörter
    Undank

    Wander (Sprichwörter)

    Undank 1. Besser der erst vndanck als der letzte. – Gruter, III, 9; Lehmann, II, 50, 28; Sailer, 111. Schwed. : Bättre f…

  7. Spezial
    Undank

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Un|dank m. (-[e]s) malreconescënza f. , pücia reconescënza f. ✒ Undank ist der Welten Lohn la pücia reconescënza é le pa…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit undank

74 Bildungen · 74 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von undank

un- + dank

undank leitet sich vom Lemma dank ab mit Präfix un-.

Zerlegung von undank 2 Komponenten

und+ank

undank setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

undank‑ als Erstglied (30 von 74)

undankbar

DWB

undank·bar

undankbar , adj. adv. , gegentheil von dankbar. ahd. undancbâri ( neben undancfol, undanchfellich, ags. unþancful, engl. unthankful); mhd. u…

Undankbarer

Wander

Undankbarer 1. An Undankbaren ist alle Wohlthat verloren. 2. Beim vndanckbaren verdient man Danck, alss wie der so Erbss auff die Stiegen st…

undankbârhêⁱt

MNWB

undankbar·heit

undankbârhêⁱt , -berhê(i)t , f. : Undankbarkeit , „Ingratitudo vndanckbarheit ” (Dief. 18), „Ingratitudo, Vndanckbarheit ” (Chytr. 576), „ d…

undankbârich

MNWB

undank·barich

° undankbârich (flekt. -g- ), adj. : undankbar , „ de minschen werden sik sulvest beleven, girich ... den olderen nicht gehorsam, undankbari…

undankbarkeit

DWB

undankbar·keit

undankbarkeit , f. , gegentheil der dankbarkeit. mhd. undancbærkeit ( neben undancbære); mnd. undankberkeit; mnl. ondancbaerheit; nl. ondank…

undankbârlĩk

MNWB

undankbar·lik

° undankbârlĩk , adj. , adv. : undankbar, „ ed were voer lange tijt gewesen, dat min here sinen boͤsen, vuͦlen, tragen und undankbarliken kn…

undankberkēt

KöblerMnd

undankberkēt , F. Vw.: s. undankbārkēt

undankbor

MeckWB

undank·bor

undankbor undankbar: 'dewyle du Godt offt sehr undanckbar gewesen' Gry. Lb. 2, I 3 a ; sonn' undankboren Bengel Ro Ribn ; schlecht: undankbo…

Undankborkeit

MeckWB

undankbor·keit

Undankborkeit f. Undankbarkeit: 'mit dem ... laster der undanckbarheit' Gry. Lb. 2, I 3 a ; dat is pure Undankborkeit Ha Witt .

undankbār

KöblerMnd

undank·bār

undankbār , Adj. nhd. undankbar, nicht aufgeschlossen Hw.: vgl. mhd. undancbære Q.: Veghe 69 E.: un... (1), dankbār W.: s. nhd. undankbar, A…

undankbārhēt

KöblerMnd

undankbārhēt , F. nhd. Undankbarkeit Hw.: vgl. mhd. undancbærkeit* Q.: Dief. 18 E.: s. un... (1), dankbārhēt W.: s. nhd. Undankbarkeit, F., …

undankbāri

KöblerAhd

undankbāri , Adj. nhd. undankbar, danklos ne. ungrateful ÜG.: lat. ingratus Gl, NGl, T Q.: Gl (Anfang 9. Jh.), NGl, OT, T I.: Lüt. lat. ingr…

undankbārich

KöblerMnd

undankbār·ich

undankbārich , Adj. nhd. undankbar Q.: Oldecop 172 E.: s. un... (1), dankbārich L.: MndHwb 3, 2, 203 (undankbârich) Son.: örtlich beschränkt

undankbārkēt

KöblerMnd

undankbārkēt , F. nhd. Undankbarkeit Q.: Dief. 18 E.: s. un... (1), dankbārkēt W.: s. nhd. Undankbarkeit, F., Undankbarkeit, DW 24, 432? L.:…

undankbārlīk

KöblerMnd

undankbārlīk , Adv. nhd. undankbar Q.: Russow Livl. Chr. 6 (1584) E.: s. un... (1), dankbārlīk L.: MndHwb 3, 2, 203 (undankbârlīk) Son.: ört…

undankbārīg

KöblerAhd

undankbārīg , Adj. nhd. undankbar, danklos, unangenehm? ne. ungrateful ÜG.: lat. ingratus Gl Q.: Gl (10. Jh.) I.: Lüt. lat. ingratus E.: s. …

undanken

DWB

undan·ken

undanken , veraltetes verb., undankbar sein. ahd. undanchôn punire, ubelên Graff 5, 172 : der undanckt, den wird got nicht ungestrafft lasse…

undankenes

KöblerMnd

undank·e·nes

undankenes , Adv. nhd. ungern, widerwillig, unabsichtlich, ohne Absicht Hw.: s. undankes Q.: SSp (1221-1224) E.: s. undank (1) L.: MndHwb 3,…

undankens

MNWB

undank·ens

undankens , adv. : ohne Absicht, „ Svie des anderen ve dodet, dat man't eten mut, dankes oder ane dank (Hss. Bn Co Dhm Eais undankens ), die…

undankfellīg

KöblerAhd

undankfellīg , Adj. nhd. undankbar ne. ungrateful ÜG.: lat. ingratus NGl Q.: NGl (2. Viertel 11. Jh.) I.: Lüt. lat. ingratus? E.: s. un, dan…