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Tüchtig

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Adelung
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10 in 10 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Tüchtig

Bd. 4, Sp. 716
Tüchtig, -er, -ste, adj. et adv. 1. Die zu einer Absicht erforderliche Stärke und körperliche Festigkeit habend; eine in der gewöhnlichen Sprache des täglichen Umganges noch völlig gangbare Bedeutung. Ein tüchtiger Baum, der die verlangte Größe und Stärke hat. Ein tüchtiger Mensch, der die zu einer Absicht erforderliche Größe und Stärke hat. Ein tüchtiges Messer, ein großes und starkes. Daher es denn im gemeinen Leben noch häufig für groß und stark überhaupt gebraucht wird. Ein tüchtiger Mensch, von vorzüglicher Größe und Stärke. Ein tüchtiges Stück Brot, ein großes und dickes. Nach einer noch weitern Figur wird das Adverbium im gemeinen Leben häufig für sehr gebraucht, eine Intension zu bezeichnen. Jemanden tüchtig durchprügeln. Tüchtig arbeiten, essen, trinken können, brav, sehr viel. 2. In weiterer Bedeutung, auch andere erforderlichen Eigenschaften zu einer Sache im vorzüglichen Grade habend, so daß tüchtig einen höhern Grad bezeichnet, als tauglich, von welchem es ein Intensivum ist. Gott gibt ihr zu Zeiten einen tüchtigen Regenten, Sir. 10, 4. einen geschickten. Tüchtige Mittel zu etwas anwenden, taugliche. Nichts tüchtiges (taugliches, zur Sache dienliches,) vorbringen. Es ist in dieser Bedeutung als ein Beywort nur noch im gemeinen Leben üblich; von Personen gebraucht man lieber geschickt, vermuthlich, um die Zweydeutigkeit mit der ersten Bedeutung der körperlichen Stärke zu vermeiden. Als ein Nebenwort hingegen wird es auch hier häufig ohne Anstoß gebraucht. Tüchtig zu etwas seyn, im Gegensatze des untüchtig, von allen zu einer Sache erforderlichen Eigenschaften. Nicht, daß wir tüchtig sind, Rath zu finden, 2 Cor. 3, 5. Gott hat uns tüchtig gemacht, u. s. f. V. 6. Anm. Schon bey dem Ottfried dohti, der es aber auch für gut gebraucht, im Nieders. dugtig, im Engl. doughty, im Schwed. dugtig. Es ist vermittelst der Ableitungssylbe -ig von dem alten Tucht gebildet, welches eigentlich körperliche Stärke, und hernach auch Tugend, dienliche Beschaffenheit, bedeutete. Dieses Tucht ist ein Intensivum sowohl von digen, dihen, deihen, (S. Gedeihen,) körperliche Größe erlangen, wovon auch dicht abstammet, als auch von taugen, die nöthige Größe und Stärke zu etwas haben; und daher kommt es, daß tüchtig im eigentlichen Verstande noch den Begriff der körperlichen Größe und Stärke hat, im zweyten aber auch mehr saget, als tauglich. Einfachere Formen dieses Wortes sind die Nieders. degen, tüchtig, und deger, sehr. S. auch Tugend.
2475 Zeichen · 42 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Tüchtig

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Tüchtig , -er, -ste, adj. et adv. 1. Die zu einer Absicht erforderliche Stärke und körperliche Festigkeit habend; eine i…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    tüchtig

    Goethe-Wörterbuch

    tüchtig [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    tüchtig

    Elsässisches Wb. · +2 Parallelbelege

    tüchtig [tìχtik Co. Bf. ; téχtik M. ; tiχti Str. ] Adj. Adv. tüchtig, stark, gross, viel. E tüchtige r Bëng e l Bf. s he…

  4. Sprichwörter
    Tüchtig

    Wander (Sprichwörter)

    Tüchtig 1. Darumb ist einer nicht tüchtig, dass er sich selbst lobt, sondern, dass jhn der Herr lobt. – Petri, II, 55. 2…

  5. Spezial
    tüchtig

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    tüch|tig I adj. 1 (geschickt) bun (bugn, bona) 2 (fähig) abl (-i, -a), sciöch’al alda, valor (-s, -a) 3 brau (-i, -ia) 4…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit tuechtig

25 Bildungen · 13 Erstglied · 4 Zweitglied · 8 Ableitungen

Ableitung von tuechtig

tuecht + -ig

tuechtig leitet sich vom Lemma tuecht ab mit Suffix -ig.

Zerlegung von tuechtig 2 Komponenten

tuech+tig

tuechtig setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

tuechtig‑ als Erstglied (13 von 13)

tüchtigen

DWB

tuech·tigen

tüchtigen , vb. , ' tüchtig, brauchbar machen '. zu tüchtig B 2 a, bildlich: hat auch dieselbe ( die werkzeuge ) zu erbauung seiner kirchen …

tüchtighaft

DWB

tuechtig·haft

tüchtighaft , adj. , eine bildung Göthe s und seinem wortgebrauch entsprechend, vgl. tüchtig D 1 d: ihm fehlt es nicht an geistigen eigensch…

tüchtigkeit

DWB

tuechtig·keit

tüchtigkeit , f. mhd. ( vereinzelt ) tühtecheit, in der form tuchtikeit ( s. u. 4 a), mnd., mnl. duchticheit. entrundet tichtigkeit Lohenste…

tüchtigkeitsprobe

DWB

tuechtigkeit·s·probe

tüchtigkeitsprobe , f. , zu tüchtig B 1 a ε : dem anschein nach sollte alles dises die richtigkeit unsrer beobachtung von der allgemeinheit …

tüchtiglich

DWB

tuecht·iglich

tüchtiglich , adv. , als veraltete adverbialform von tüchtig: Stieler stammb. (1691) 271 ; Steinbach dt. wb. (1734) 2, 878 . bemerkenswert a…

tüchtigung

DWB

tuechtig·ung

tüchtigung , f. , als vereinzelte substantivbilaung zu tüchtigen ( s. d. ). zu tüchtig C 1 c β : wohl aber steht es in unsrer gewalt, jedes …

tuechtig als Zweitglied (4 von 4)

funktionstüchtig

RDWB1

funktion·s·tuechtig

funktionstüchtig (kein Bezug zu "прилежный") etw ist nicht ~ - что-л. не работает (напр., прибор, приспособление)

untüchtig

DWB

untuch·tig

untüchtig , adj. : adv., gth. v. tüchtig ( s. d. ). mhd. untühtic; mnd. unduchtich; mnl. onduchtich; nl. ( veraltet ) onduchtig; dän. udygti…

Ableitungen von tuechtig (8 von 8)

Ertüchtigung

LDWB2

Er|tüch|ti|gung f. (-,-en) alenamënt (-nc) m. , mioramënt (-nc) m. , renforzamënt (-nc) m.

getüchtig

PfWB

ge-tüchtig Adj. : ' nicht gering, stark ', gedichdich [NW-Haßl verbr. SOPf (Nachlaß Heeger ) PfId. 50 Lambert Penns 61 Don-Sekitsch]; vgl. t…

untüchtig

DWB

untüchtig , adj. : adv., gth. v. tüchtig ( s. d. ). mhd. untühtic; mnd. unduchtich; mnl. onduchtich; nl. ( veraltet ) onduchtig; dän. udygti…

untüchtigen

DWB

untüchtigen , v. , untüchtig machen: Fischart ehzuchtb. 310, 25 H. —

untüchtiglich

DWB

untüchtiglich , adv. zu untüchtig: Stieler 271 ; Steinbach 2, 878 . veraltet. —

urtüchtig

DWB

urtüchtig , adj. (ur- C 4 a): deutsch ist u., urtugendlich und urmenschlich Fr. L. Jahn 2, 505 E.; mit seinen urtüchtigen zähnen Rosegger II…

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APA
Cotta, M. (2026). „tuechtig". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 11. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/tuechtig/adelung
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Cotta, Marcel. „tuechtig". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/tuechtig/adelung. Abgerufen 11. May 2026.
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Cotta, Marcel. „tuechtig". lautwandel.de. Zugegriffen 11. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/tuechtig/adelung.
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