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süß

nhd. bis spez. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

PfWB
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13 in 10 Wb.
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Eintrag · Pfälzisches Wb.

süß Adj.

Bd. 6, Sp. 824
süß Adj.: 1.a. 'einen lieblichen, honig- oder zukkerartigen Geschmack habend', Ggs. sauer, sieß (sīs) [verbr., Christmann Kaulb 28, 87 Höh 66 Mang 140 Müller Dietschw 59 Lambert Penns 150 Krämer Gal 211]; Kompar. sießeʳ [verbr., Lambert Penns 150 Krämer Gal 211]; Superl. am (de) sießschd(e), sieschd(e) (sīsšdə, sīšdə, sīsšd, sīšd), beide Formen häufig nebeneinander [mancherorts, Lambert Penns 150 Krämer Gal 211]; Zs.: bitter-, honig-, sauer-, zuckersüß; [KU-Bedb]. Das Obs esch s. [BZ-Dernb]. De Weiⁿ schmackt s. [NW-Wachh]. De neie Weiⁿ isch s. [BZ-Heuchh], auch sießeʳ Weiⁿ oder nur Sießeʳ, subst. 'neuer, unvergorener Wein, Most, Federweißer' [vereinzelt VPf], Sußer [Kröher Lyoner 124]; vgl. Sauser 2; Sießie 'Marmelade' [Hussong Kirkel 155], Sießes 'Zuckerzeug, Bonbon' [GH-Zeisk]. Die Trauwe wern s. [LA-Wey]. Das isch widderlich s. [LA-Gommh]. Tee, Schokelad un Beeredreck / Un lauter sieß un babbig Zeig [Münch Werke I 119]. RA. u. Vergl.: So sieß wie Zucker [LA-Ilbh, mancherorts], wie Blut [NW-Kallstdt], wie Honich (Hunich) [KB-Kriegsf RO-Rehborn], wie Linse [RO-Als, Hebel 19]. Die Äppel sin so s., daß se em es Maul bis hinner die Ohre ziehn, iron. [Westricher Kalender 1957 102]. Er kriegt sieße Ebbel 'Schläge' [Wilde 9]. Wer bevorzugt von Ungeziefer geplagt wird, hot sießes Blut [Land, verbr.], z. B.: Der hot sieß Blut, an den gehn alle Schnoke [LA-Gommh]. An mich gehe se net, ich han keeⁿ sieß Blut [KU-Bedb]. SprW.: En goldner Krugg macht ken saurer Wei s. [Penns (Barba)]. Einen VR. s. hoch 2 a. — b. 'nicht angesäuert' [verbr.]; sießi Millich, im Ggs. zur sauren Milch, Sauermilch; vgl. Süßmilch [BZ-Stein, verbr.], sießer Rahm [SP-Heiligst, mancherorts], sieß Kraut 'frisches, noch nicht gesäuertes Weißkraut' [PS-Erfw]; de Milchhafe (es Milchgescherr) sieß mache 'Milchtöpfe an der Sonne, auf dem Herd, im Backofen trocknen, damit die einzufüllende Milch nicht sauer wird', [NW-Freinsh, mancherorts VPf]. De Rahm isch s. [GH-Lingf]. Volksmed.: bei schrundigen Händen muß mer Saufe (s. Saufen) dricke un die Hänn met sieße Rahm schmeere [KU-Herschw/Petth]. — c. 'ohne Essig oder saure Soße zubereitet'; sieße Knepp eine Art Kartoffelklöße (vgl. sauere Knepf unter sauer 1 c) [NW-Elmst u. Umg. (Bertram § 289)]. — 2.a. 'lieblich, angenehm' [verbr.]. 's Kind hat so sieße Guckelcher [Kaislt]. Die Mäd, die Pälzer Mäd, / Die sin un bleiwen halt mei Freed / un dun mer sieß mei Lewe werze [Münch Werke I 149]. RA.: sauer un sieß metmache 'Beschwerliches und Angenehmes durchstehen' [KU-Schmittw/O]. Antwort auf die Frage: Wie geht's? — S. un sauer 'So recht und schlecht' [ZW-Bechhf]. Kaffee soll sein: Hääß wie die Hell, schwarz wie de Deiwel un s. wie die Lieb [BZ-Dierb]. Zu Kindern: Geb mer e Sießeʳ 'einen Kuß' [PS-Ruppw]. Volksgl.: Mädchen, die e sieß Mailche haben, gelten als eingebildet [LU-Neuhf]. — b. 'übertrieben freundlich, schöntuerisch, schmeichlerisch' [verbr.]; Zs.: judensüß; s. redde (sprooche, plaudere) [NW-Haßl, mancherorts]. Der dut so s. [RO-Obd]. Der redt ääm ins G'sicht so s. un hinnerum macht er änne aus 'macht er einen schlecht' [PS-Erfw]. Das is e Sießeʳ 'Das ist ein Schmeichler, Schöntuer' [KU-Diedk, verbr.]. RA.: So s. wie e Judd [KU-Schmittw/O, vereinzelt Don]. — 3.a. 'trocken, hochliegend', von Wiesen, im Ggs. zu sauer 3 a [vereinzelt]; e sieße Wiß [KL-Erlb]. — b. 'auf trockenem Boden gewachsen', Ggs. sauer 3 b [mancherorts]; sießes Fuuder [ZW-Nd'aub]; sieß Hei [HB-Brenschb]. 's Gras is s. [ZW-L'wied, vereinzelt]. — 4. die sieße Hoor 'die feinen, zarten Schläfenhaare' [mancherorts SOPf], auch nur die Sieße [KU-Kaulb Kreimb ZW-Lambsbn Kaislt NW-Neidfs GH-Zeisk]; vgl. Süßhärchen; die Sieße roppe [ZW-Lambsbn]; an de Sieße nemme [GH-Zeisk]. Er hot em die sieße Hoor ausgeroppt [BZ-Dernb]. — 5. vgl. die Zs.: Engel-, Mädchenssüß. — Rhein. VIII 1010 ff.; Lothr. 478; Els. II 377.
3936 Zeichen · 109 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Süß

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Süß , -er, -este, adj. & adv. den höchsten Grad der angenehmen Empfindung auf die Nerven des Geschmackes machend, da es …

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Süß

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    Süß [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Sueß

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +1 Parallelbeleg

    Sueß , Eduard , Geolog, geb. 20. Aug. 1831 in London, studierte in Prag und Wien, wurde 1852 Assistent am Hofmineralienk…

  4. modern
    Dialekt
    süßAdj.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    süß Adj. : 1. a. 'einen lieblichen, honig- oder zukkerartigen Geschmack habend', Ggs. sauer , sieß (sīs) [verbr., Christ…

  5. Sprichwörter
    Süss

    Wander (Sprichwörter)

    Süss 1. Einer mag's süss, der ander sawr, so werden alle gemüse passen. – Petri, II, 181; Henisch, 1489, 14. 2. Es ist n…

  6. Spezial
    süß

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    süß adj. 1 duc (duc, ducia) 2 ‹fig› (lieblich) da orëi bun.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit suess

154 Bildungen · 146 Erstglied · 5 Zweitglied · 3 Ableitungen

suess‑ als Erstglied (30 von 146)

Süßapfel+baum

PfWB

suessapfel·baum

Süßapfel + -baum m. : ehem FlN; a. 1570: bey dem syeß appelbaum in der Vockenbach [StArch. KL-Landstl Gerichtsbuch 101 (KL-Bann)]. —

Sǖßbast

Adelung

suess·bast

Der Sǖßbast , des -es, plur. car. ein Nahme des Kellerhalses, Daphne Mezereum Linn. S. Adelung Kellerhals .

Süßbaum

PfWB

suess·baum

Süß-baum m. : FlN, Süßbaum [ Zink FlN 127 (KU-Jettb)]. —

Süssbirne

RhWB

suess·birne

Süss-birne (s. S.) Bernk-Hottenb , Schleid-Wildenbg f.: B.sorte, sehr süss schmeckend.

Süßborn

PfWB

suess·born

Süß-born m. : ehem. FlN; a. 1417: 2 morgen feldes lit off dem oberste wilre gein sußborn off dem berge [HornbGb.]. —

Süßbrand

Meyers

suess·brand

Süßbrand , zum Schwefeln der Weinfässer dienender arsenfreier Schwefel.

Süßbrantwein

Campe

suess·brantwein

○ Der Süßbrantwein , — es, Mz. — e , ein mit Zucker versüßter feiner Brantwein (Liqueur ).

Süßbriefchen

Campe

suess·briefchen

◎ Das Süßbriefchen , — s, Mz . gl. ein Briefchen, welches Süßes enthält, worin Süßes, d. h. Angenehmes, Schmeichelhaftes gesagt wird, besond…

Süßbrot

Campe

suess·brot

Das Süßbrot , — es, Mz. — e , eigentlich, süßes ungesäuertes Brot, als Sammelwort, ohne Mehrzahl. I engerer Bedeutung ◎ Süßbrötchen , kleine…

Süßbrunzer

PfWB

suess·brunzer

Süß-brunzer m. : 'Schöntuer', Sießbrunseʳ [PS-Rodalb ( Bernhard 171)]; vgl. süß 2 b. —

Süßchen

Campe

suess·chen

○ Х Das Süßchen , — s, Mz . gl. ein kleines süßes Ding. So kann man die kleinen viereckigen Zuckerplätzchen, welchen man durch Gewürze  all…

Süßdotter

PfWB

suess·dotter

Süß-dotter Gen.? : 'Löwenzahn (Tara- xacum officinale)', Sießdoddeʳ [ KB-Mauchh ]; Syn. s. Bettseicher 2 a.

Süssdrüppel

RhWB

suess·drueppel

Süss-drüppel -yp-, –ø- Ruhr m.: Lakritze. RA.: Sin Kallerei (Rederei) üs wie Anis un S. süsslich.

süsse

FWB

1. ›Süße, Süßigkeit, süsser, angenehmer Geschmack e. S.‹; als Metonymie: ›süß schmeckende Sache, Substanz‹; mit Genitivmetapher auf ruhe bez…

süssel

DWB

sues·sel

süssel , m. , stielnetz, vgl. Mensing holst. 4, 969 : der bügelhamen (... süssel ...) wird namentlich in bächen und gräben zum fange verwend…

Süßelei

Campe

suesse·lei

Die Süßelei , Mz. — en . 1) Ein widerlich süßes Betragen, Reden und Handeln; ohne Mehrzahl. »Das zeigt die schleichende Süßelei des versäuer…

süsselen

WWB

suess·elen

süsselen V. 1. flüstern ( Wie Kl ). — 2. ungenau sprechen: Hennerich, höe op met doinem Sösseln! ( Isl Me). ⟨ Vokalismus: ü ( Wie Kl ), ö ( …

Süßeley

Adelung

suesse·ley

Die Süßeley , plur. die -en, von süß, angenehm, ein ekelhaft oder widerwärtig süßes Betragen, dergleichen Ausdrücke, Schmeicheleyen u. s. f.…

Süßeln

Adelung

suess·eln

Süßeln , verb. regul. neutr. mit dem Hülfsworte haben, ekelhaft süß riechen und schmecken, wie manche Körper bey und in der Fäulniß zu thun …

suess als Zweitglied (5 von 5)

Bittersǖß

Adelung

bitter·suess

Das Bittersǖß , subst indecl. plur. inus. eine Art Nachtschatten mit einem unbewehrten strauchartigen gebogenen Stamme, welche an den feucht…

Ếngelsǖß

Adelung

engel·suess

Das Ếngelsǖß , subst. indecl. plur. inus. eine Pflanze, welche zu den Farrenkräutern gerechnet wird, und verschiedene Unterarten begreift, d…

Hōnigsǖß

Adelung

honig·suess

Hōnigsǖß , adj. et adv. süß wie Honig. Ingleichen figürlich, im hohen Grade süß, angenehm. So waren die Tage unserer Kindheit honigsüß, Geßn…

Übersüß

Adelung

ueber·suess

Übersüß , adject. & adverb. allzu süß, süßer als nöthig oder angenehm ist.

Ableitungen von suess (3 von 3)

Süße

Pfeifer_etym

süß Adj. ‘wie Zucker oder Honig schmeckend’ (von Speisen), im Geruch diesem Geschmack vergleichbar, übertragen ‘lieblich, wohlklingend, entz…

Unsüß

Campe

Unsüß , adj . u. adv . nicht süß.

versüßen

Pfeifer_etym

süß Adj. ‘wie Zucker oder Honig schmeckend’ (von Speisen), im Geruch diesem Geschmack vergleichbar, übertragen ‘lieblich, wohlklingend, entz…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „suess". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/suess/pfwb?formid=S12711
MLA
Cotta, Marcel. „suess". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/suess/pfwb?formid=S12711. Abgerufen 12. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „suess". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/suess/pfwb?formid=S12711.
BibTeX
@misc{lautwandel_suess_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„suess"},
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  howpublished = {lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern},
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